Drüberleben

von Kathrin Weßling 
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Drüberleben
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Für mich zu schwere Kost.

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Inhaltsangabe zu "Drüberleben"

Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein!

Ida steht zum wiederholten Mal in ihrem Leben vor der Tür einer psychiatrischen Klinik, mit einem Zettel, auf dem ihr Name und der Grund für ihren Aufenthalt genannt sind. F 32.2. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome. 'Drüberleben' erzählt von den Tagen nach diesem Tag, von den Nächten, in denen die Monster im Kopf und unter dem Bett wüten, den Momenten, in denen jeder Gedanke ein neuer Einschlag im Krisengebiet ist. Es erzählt von Gruppen, die merkwürdige Namen tragen, von Kaffee in ungesund großen Mengen, von Rückschlägen und kleinen Fortschritten, von Mitpatienten und von Therapeuten. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich zehn Wochen in eine Klinik begibt und dort lernt zu kämpfen. Gegen die Angst und gegen das Tiefdruckgebiet im Kopf.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442157167
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:18.11.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 03.09.2012 bei Der Hörverlag erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    Steffi0703s avatar
    Steffi0703vor einem Jahr
    Das beste Buch zum Thema Depression, das ich bisher gelesen habe

    Inhalt (Klappentext): Ida steht zum wiederholten Mal in ihrem Leben vor der Tür einer psychiatrischen Klinik, mit einem Zettel, auf dem ihr Name und der Grund für ihren Aufenthalt genannt sind: F 32.2. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome. »Drüberleben« erzählt von den Tagen nach diesem Tag, von den Nächten, in denen die Monster im Kopf und unter dem Bett wüten, den Momenten, in denen jeder Gedanke ein neuer Einschlag im Krisengebiet ist. Es erzählt von Gruppen, die merkwürdige Namen tragen, von Kaffee in ungesund großen Mengen, von Rückschlägen und kleinen Fortschritten, von Mitpatienten und von Therapeuten. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich zehn Wochen in eine Klinik begibt und dort lernt zu kämpfen. Gegen die Angst und gegen das Tiefdruckgebiet im Kopf.

    Meine Meinung: Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt, da es so ganz anders ist, als andere Bücher. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und erinnert an Poetry Slam, den die Autorin selbst auch betreibt oder zumindest betrieben hat. Er ist intensiv, tiefgründig und hat auf mich einen regelrechten Sog ausgeübt.
    Die 24-jährige Ida Schaumann war eine authentische Protagonistin, in die ich mich gut hineinversetzen konnte. Wenn man selber an Depressionen leidet oder gelitten hat, wird man sich in vielen Gedankengängen von Ida wiederfinden und wenn man von dieser Erkrankung nicht betroffen ist oder war, wird man Menschen mit eben dieser sehr viel besser verstehen können.
    Mich hat die Autorin mit dem Buch sehr berührt und ich war immer wieder beeindruckt davon, wie sie die passende Worte für Gedanken und Gefühlszustände findet, die ich nicht hätte in Worte fassen können. Und ich fand es toll, dass es nicht die Art Buch war, die ich schon so oft zu dem Thema gelesen habe, bei dem am Ende alles Friede, Freude, Eierkuchen ist und die Depressionen besiegt sind und der Vergangenheit angehören. Denn leider ist es in der Realität selten so einfach und viele Betroffene leiden ein Leben lang an Depressionen, die immer wieder kommen.
    Ein einziger kleiner Kritikpunkt war für mich das abrupte Ende, aber trotzdem ist es ein absolut gelungenes Buch, das mir sehr viel gegeben hat.

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    Amber144s avatar
    Amber144vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Lesenswert
    Lesenswert

    Ich fand das Buch schön und teilweise lustig geschrieben. Es hat aber auch beim lesen berührt und einen zum nachdenken gebracht. Ich konnte Ida als Figur gut nachvollziehen und das Leben auf der Station war anschaulich dargestellt.

    Für einen Lesetag bei dem man nicht viel nachdenken möchte absolut lesenswert

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    -nicole-s avatar
    -nicole-vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sehr bewegendes Buch. Aufrüttelnd, direkt und informativ.
    Drüberleben

    Der Kampf gegen die Monster im Kopf...

    Ida Schaumann ist 24 Jahre alt und leidet an Depressionen. Mit der Hoffnung auf Hilfe lässt sich die junge Frau in eine psychiatrischen Klinik einweisen, in der sie nun die nächsten acht Wochen verbringen soll. So steht sie am vereinbartem Tag mit ihrem Koffer und der Diagnose F32.2. -"schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome" vor der Klinik. Zuerst ist alles ungewohnt, doch nach und nach pendelt sich der Klinikalltag ein. Ida lernt ihre Mitpatienten kennen, denen es so geht wie ihr - und irgendwie doch ganz anders. Nach und nach setzt sie sich mit ihren dunklen Gedanken auseinander und möchte nur eins: Endlich wieder leben. Neben einigen Rückschlägen gibt es auch immer wieder Fortschritte. Wird sie es schaffen?

    Dieses Buch ist sehr direkt und bewegend geschrieben. Man lernt die Hauptfigur Ida sofort sehr gut kennen, nimmt teil an ihrem Leben in dem einiges aus der Bahn geraten ist. Die junge Frau ist an einer Depression erkrankt und beschreibt ihre Situation (das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben) sehr ehrlich und mit passenden, oft direkten Worten:

    " 'Da draußen' war schon seit geraumer Zeit für mich ein Garten aus Dornen und Gestrüpp geworden, in dem ich mich immerzu verlief, in dem ich mir Verletzungen zuzog, versuchte ich, den Garten aufzuräumen, zu entwirren oder auch nur kennenzulernen. " -Seite 32, ebook

    Anders als zuerst vermutet ist dieses Buch keine Autobiografie, auch wenn die Autorin Kathrin Weßling selbst an Depressionen litt und darüber in ihrem Blog berichtet hat. Es ist eher ein informativer Roman mit ehrlichen und aufrüttelnden Worten über eine an Depression erkrankte Frau und ihr Weg aus dem gefährlichen Labyrinth. Das Buch ist in drei Abschnitte eingeteilt: FALLEN - LIEGEN - STEIGEN und schildert Idas Gefühle und Gedanken in den verschiedenen Situationen.

    Mein Fazit: Ein Roman, der tiefgründig und gleichzeitig auch sehr informativ ist. Die Autorin findet hier die richtigen Worte über eine Krankheit, die oft mit Worten nur schwer zu beschreiben ist. Der Schreibstil ist direkt, locker und sehr speziell - aber irgendwie passend. Sehr geeignet auch für Angehörige von Erkrankten, die einfach mehr darüber erfahren möchten, was die Krankheit Depression mit den Betroffenen macht. Gut geschrieben.

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    franzzis avatar
    franzzivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Die Leichtigkeit der Slamsprache trifft die Schwermut einer depressiven Ich-Erzählerin. Die Sprache singt die todtraurige Geschichte.
    Jammerschleifen und juchzend schöne Sprachbilder

    Ida kommt nicht klar. Überhaupt nicht. Als ihr nichtgelebtes Leben mal wieder in Form von Müllbergen in der Wohnung und Alkoholmischmaschabenden über ihr zusammenbricht, entschließt sie sich zu einem stationären Klinikaufenthalt. Mal wieder. Diagnose: Depression. Immer noch. Da sitzt sie mit anderen Patienten, die sich nicht selten einen Wettlauf in "Wem geht es schlechter?"-Jammern liefern, und Betreuern, die sie immer wieder etwas fragen, was sie selbst nicht zu wissen scheint: Warum sind Sie eigentlich hier?

    Kathrin Weßling hat ein kluges Buch über das schwer zu fassende Gefühlsding namens Depression geschrieben. Die Selbstreferenzialität der Patienten, der Spalt zwischen Wissen und Tun, der vor schwarz angemalter Sinnlosigkeits-Gedanken überquillt. Das alles schreibt sie glaubhaft aus Idas Innenperspektive auf. Sie scheut auch nicht davor zurück, dass Ida durch dieses immer gleiche Lamentieren nicht selten auch ihre Leser nervt. Und sie hält konsequent gegen, gegen die Harmoniesucht, die sich gern implizit über alles legt. Idas Beziehung zu Menschen im Allgemeinen wie zu einigen im Speziellen bleibt schwierig bis hoffnungslos. Doch wenigstens für ein Klarkommen mit sich selbst bleibt Hoffung.

    Weßling hilft die Erfahrung des Poetry Slams. Sie bremst immer rechtzeitig ab, bevor es zu witzig im Tragischen oder zu unerträglich im Jammerton von Ich-Erzählerin Ida wird. Zudem schreibt die junge Autorin in der sprach- und wortverliebten Sprache der Slammer. Das liest sich leichtfüßig und einfach wunderbar. Da fallen auch die Jammerschleifen der Ida, die immer wiederkehren, viel weniger ins Gewicht.

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    Popsicles avatar
    Popsiclevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein authentischer Einblick in die Welt einer psychatrischen Klinik und den Kopf einer Dame darin.
    Ein authentischer Einblick in die Welt einer psychatrischen Klinik und den Kopf einer Dame darin.

    Kathrin Weßling schreibt ein Buch. Mehr brauchte ich nicht zu wissen, denn ich kannte Kathrin. Mehrere Jahre hat mich ihr Blog "Drüberleben" begleitet, den sie 2010 startete. Dort schrieb sie von ihrem Alltag, ihrem Leben mit Depressionen, Angst und anderen Komorbiditäten. Ich war zu dieser Zeit selbst schwer gezeichnet vom Leben und ihre Blogbeiträge sprach mir oft aus der Seele. Leider gibt es "Drüberleben" heute nicht mehr, aber Kathrins Art zu schreiben ist nach wie vor auf ihrer Homepage zu bewundern. Sie ist geprägt von Poetry Slam und von Poesie und jeder Satz ist ein eigenes kleines Kunstwerk.

    In diesem Roman, der keine Biographie, aber doch so viel Kathrin ist (oder war) schreibt sie also von Ida. Ida, die mal wieder in eine psychatrische Klinik muss und versucht sich irgendwie durch den Alltag dort zu kämpfen. Normalerweise meide ich Bücher in denen Psychatrien beschrieben werden, weil sie oft als die gruseligsten Orte der Welt beschrieben werden, von Menschen, die nie eine solche aus der Nähe gesehen haben. In "Drüberleben" erlebt man den Klinikalltag wie er ist, mit all seinen Absurditäten und Kämpfen und Rechten und Pflichten.

    Ida selbst ist vor allem eines: Wütend. Immer. Sie ist wütend auf die Welt, auf ihre zugemüllte Wohnung, auf die Zigaretten und den Alkohol und die wechselnden Typen in ihrem Bett. Aber vor allem auf sich selbst und auf diese Krankheit, die ihr ihr eigenes Leben so zur Hölle macht. Diese Krankheit, die ihr Leben mit einem Stigma behaftet, das in unserer Gesellschaft seinesgleichen sucht.
    F 32.2, frei nach dem ICD-10, das ist Ida. Aber Ida will nicht F32.2 sein. Ida will wieder Ida sein - ohne Buchstaben und Ziffern - und die zehn Wochen in der Psychatrie helfen ihr dabei. Sie ist danach nicht plötzlich und auf wundersame Weise wieder gesund, aber sie tut einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

    Während man mit Ida den Klinikalltag durchlebt, gibt es auch immer wieder Rückblenden in ihre Vergangenheit und vor allem Einblicke in ihre oft verqueren Gedanken. Ihre Gedanken sind mal zu viel und mal zu wenig, mal voller Monster und mal ganz sanft. Kathrin Wessling nimmt den Leser mit auf eine Reise in eine Welt, die so authentisch ist, dass es schmerzt.

    "Drüberleben" ist das erste und einzige Buch, das ich je vor seiner Erscheinung vorbestellt habe, um es sofort nach Erscheinung in den Händen halten zu können. "Drüberleben" ist jede seiner Seiten wert, es spricht mir, und sicher vielen anderen, aus den Tiefen der Seele. Ich würde trotzdem so weit gehen und allen, die sich nicht vollständig stabil fühlen, davon abraten es zu lesen. "Drüberleben" ist aus dem Leben gegriffen, das spürt man. Für den ein oder anderen mag das zu viel sein. Ich kann Kathrin Wessling für dieses Buch und für ihren damaligen Blog nur danken.

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    Claudia-Marinas avatar
    Claudia-Marinavor 3 Jahren
    Drüberleben

    Depressionen sind kein Grund, traurig zu sein? Schon der Untertitel ist reine Provokation, denn wenn nicht Depressionen traurig machen, was dann? Macht Kathrin Weßling sich da etwa über etwas sehr Ernstes lustig?

    Nein, macht sie nicht. Sie erzählt vielmehr schonungslos die Geschichte einer jungen Frau mit einer langen Krankheitsgeschichte. Ida ist 24 und nicht zum ersten Mal in der Psychiatrie. Doch dieses Mal soll alles anders werden. Besser. Endlich will sie die Monster loswerden, die sie schon so lange terrorisieren. Sie will gegen die Depression kämpfen.

    Zehn Wochen darf ich sie dabei begleiten, darf hautnah dabei sein in Therapiegruppen, durchwachten Nächten und den scheinbar sich immer im Kreis drehenden und sinnlosen Therapiegesprächen. Bei Idas Suche nach einem Platz in dem ganzen Chaos, das um sie herum und in ihr drin herrscht.

    Kathrin Weßlings Roman ist eigentlich gar nicht komisch. Traurig ist er aber auch nicht. Er erzählt die Wahrheit, und die ist weder noch oder auch beides zusammen. Vor allem aber raubt er einem jegliche Illusionen darüber, was Depressionen bedeuten, oder was ein Klinikaufenthalt bedeutet. Es geht nicht immer nur aufwärts, es ist ein ständiger Kampf mit sich selbst und dadurch auch mit den Therapeuten.

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    Tialdas avatar
    Tialdavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Von Monstern im Kopf – eine fesselnde Geschichte zwischen Klinikalltag und Gedankenrodeo.
    Von Monstern im Kopf ...

    Rezension:

    Schon seit langer Zeit lese ich immer wieder auf Kathrin Weßlings Blog mit, auf dem sie in poetischen Worten von ihrem Leben mit Depressionen berichtet. Ich mag es, wie sie mit Worten spielt und dabei die Wahrheit so treffend auf den Punkt bringt – so war es nur eine Frage der Zeit (okay… fast 3 Jahre – aber immerhin), bis ich ihren Debütroman „Drüberleben: Depressionen sind doch kein Grund, um traurig zu sein“ endlich zu lesen begann.

    Schon der erste Satz, „Ich bin ein menschlicher Verkehrsunfall.“, schlägt ein wie eine Bombe – ein Satz, den jeder, der das Monster ‚Depression‘ schon einmal im eigenen Kopf wohnen hatte, sofort unterschreiben wird. Wenn die Depression da ist, geht sie selten von alleine wieder weg und oft führt der Weg dann in die ‚Klinik‘ – die ‚Klapse‘ – Endstation Psychiatrie.

    Genau das erlebt Protagonistin Ida, 24, bereits zum dritten Mal. Mit einer schweren depressiven Episode im Gepäck ringt sie sich dazu durch, ihre vermüllte Wohnung, die ihrem Leben gleicht, zu verlassen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich denke, Ida ist eine Person, die man hasst oder mit der man sich durch und durch identifizieren kann. Sie ist sarkastisch, genervt und chronisch wütend – das Resultat eines einzigen Gedankens: „Warum ich!?“ – ein Gedanke, der sich wahrscheinlich jedem Betroffenen regelmäßig aufdrängt.

    Wie sich der Verlauf der Geschichte gestaltet, klingt auf den ersten Blick sehr langweilig – man verbringt mit Ida einen Teil ihrer Zeit in der Klinik – einem Alltag zwischen Therapie, Gruppenstunden, Essen, Rumsitzen und Schlaf. Während die Klinikanekdoten teils ein Schmunzeln hervorrufen, steht das, was in Idas Kopf vorgeht, im Vordergrund. Sie erinnert sich zurück an ihre Jugend, die von einem großen Verlust geprägt wurde, setzt sich mit der Therapie und ihren Mitpatienten auseinander

    Ihren sarkastischen, teils witzigen, aber vor allem ernsten Gedankengängen zu lauschen erfreut und fesselt das melancholische Leserherz, vorausgesetzt, man ist so stabil, dass man sich nicht so leicht runterziehen lässt. Und trotz der überschaubaren Abwechslung und des allgegenwärtigen negativen Untertons bemerkt man vor allem am Ende des Buches, dass eine Therapie still und heimlich doch zu einem Umdenken führen kann.

    Fazit:

    Von Monstern im Kopf – eine fesselnde Geschichte zwischen Klinikalltag und Gedankenrodeo, welches jedem, der selbst schon einmal Monster im Kopf beherbergte, aus dem Herzen spricht.

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    EliMontgommerys avatar
    EliMontgommeryvor 3 Jahren
    Drüberleben - eine authentische Geschichte mit winzigen Schwächen

    Ich habe das Buch in erster Linie des Covers wegen gekauft, genauer: des Untertitels wegen: "Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein".

    Die Geschichte von Ida reißt mit, der Leser ist unvermittelt mittendrin in ihrem Leben, ihrem Chaos, ihrer Verzweiflung aus leeren Weinflaschen, Lethargie und der leisen Hoffnung, dass an diesem Zustand etwas geändert werden kann.

    Idas Weg ist schwierig. Schwierig, Hilfe zu bekommen. Schwierig, zu erklären, was anders werden soll. Schwierig, die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten.

    Nie hat man als Leser das Gefühl, Ida zu sagen: Na los, mach doch jetzt mal.

    Kathrin Weßling hat einen Charakter geschaffen, den man versteht, den man in den Arm nehmen möchte. Und Kathrin Weßling hat eine Geschichte geschrieben, die mit dem Klischee aufräumt, dass man sich doch nur mal zusammenreißen müsse, rausgehen müsse, Freunde treffen müsse, damit man aus dem Sumpf namens Depression herauskommt. Wenn Haare kämmen schon zur Mammutaufgabe wird, stellen soziale Kontakte eine schier unüberwindbare Hürde dar. Und ich denke, dass "Drüberleben" gekonnt vermittelt, dass Menschen mit Depressionen - eine gewisse Zeit zumindest - zu "funktionieren" scheinen, nicht auffallen. Es gibt kein Merkmal (glücklicherweise), an dem man depressive Menschen erkennen kann - und sie könnten jeder sein: die nette Kollegin im Büro, der Kellner im Lieblingscafé, die Nachbarin, die immer freundlich grüßt.

    Doch innen, hinter den eigenen vier Wänden oder im Kopf, ist es ein langer Kampf: Einzusehen, dass etwas anders ist. Eingestehen, dass man Hilfe benötigt. Zulassen, diese Hilfe anzunehmen. Lernen, mit dem ungebetenen, aber hartnäckigen Gast namens Depression zurechtzukommen. Und vielleicht auch loslassen, was einem nicht gut tut.

    "Drüberleben" macht Hoffnung und hilft zu verstehen. "Drüberleben" ist ein wichtiges, nüchternes, nicht verklärendes Buch.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Ganz großes Kino!

    Harte Kost. Da muss man erstmal schlucken, tief ein- und ausatmen und kurz innehalten, wenn man dieses Buch zur Seite legt. Egal, ob man nur eine Pause macht, aus der Bahn steigen muss, schlafen muss oder das Buch beendet hat. Kathrin Weßling schreibt über ein Thema, welches meiner Meinung nach ein ganz großes unserer heutigen Gesellschaft ist: Depressionen. Immer alles geben. Immer der/die Beste sein wollen. Immer gefallen wollen. Immer alles erreichen wollen. Immer zufrieden stellen wollen. Immer am Limit. Dabei vergessen wir zu leben. Dabei werden wir krank. Dabei machen wir uns selbst kaputt. Es ist mutig und richtig, zu erkennen, wenn man Hilfe braucht, um aus diesem schwarzen Loch, in das man gefallen ist, wieder herauszukommen. Sei es durch Gespräche mit der Familie und Freunden oder durch Gespräche mit einem Therapeuten. Schämen sollte man sich dafür nicht. Verstecken davor auch nicht. Wenn wir schlimme Rückenschmerzen haben, gehen wir doch auch zum Arzt. Warum also nicht auch, wenn wir ein Loch im Herzen haben oder nicht mehr weiter wissen? "Drüberleben" ist sehr gut geschrieben, lässt uns an den Gedanken und Gefühlen der Protagonistin Ida teilhaben und auch etwas über das eigene Leben nachdenken. In den ein oder anderen Beschreibungen hat sich sicher jeder schon einmal wiedergefunden.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Aus dem Herz ins Herz

    Drüberleben gibt einen super Einblick in das Leben einer Depressiven. Ich kann leider das meiste sehr gut nachfühlen. Das Buch eignet sich für alle die sich an das Thema Depressionen ran wagen wollen. Es super geschrieben und und flüssig zu lesen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    gusacas avatar

    Hi ihr Lieben,

    ich bin relativ neu hier.

    DA ich mich schon bei einigen Wanderbüchern eintragen durfte, möchte ich euch auch eins zur Verfügung stellen.

    Ich habe die Interessierten aus dem Wanderbuchthread hier einfach mal eingetragen. Wenn ihr einen anderen Platz haben möchtet, sagt einfach bescheid.


    ** Wie das Wanderbuch funktioniert ** Ihr sagt einfach hier bescheid, wenn ihr gern mitlesen möchtet und ich trage euch in die Liste ein. Ich schicke es an den ersten los und jeder hat dann zwei Wochen Zeit um es zu lesen und weiterzuschicken. Geht es verloren, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Kosten für ein neues Exemplar.

    Es gelten natürlich die üblichen Wanderbuch Regeln:
    - Jeder geht mit dem Buch um als wäre das Eigene
    - Jeder sagt bitte Bescheid, wenn es angekommen bzw weitergeschickt wurde
    - Jeder hat 2 Wochen Zeit, das Buch zu lesen, bevor er es weiter schickt
    - Ihr kümmert euch selbst um die Weitergabe der Anschriften!!


    1. ferkel  fertig

    2.Schnippsi fertig

    3. Queenelyza fertig

    4. something fertig

    5.VampiresGirl fertig


    6. Kiara fertig

    7. Angel6591, janaka fertig

    8. Marakkaram fertig

    9. Bücherwurm fertig

    10. Lissy fertig

    11. Lizzy1984w fertig

    12. justitia fertig


    zurück zu gusaca


    justitias avatar
    Letzter Beitrag von  justitiavor 5 Jahren
    Supi, das ging ja mal fix.
    Zum Thema
    Kathrin_Wesslings avatar

    Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein!

    Ida steht zum wiederholten Mal in ihrem Leben vor der Tür einer psychiatrischen Klinik, mit einem Zettel, auf dem ihr Name und der Grund für ihren Aufenthalt genannt sind. F 32.2. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome. »Drüberleben« erzählt von den Tagen nach diesem Tag, von den Nächten, in denen die Monster im Kopf und unter dem Bett wüten, den Momenten, in denen jeder Gedanke ein neuer Einschlag im Krisengebiet ist. Es erzählt von Gruppen, die merkwürdige Namen tragen, von Kaffee in ungesund großen Mengen, von Rückschlägen und kleinen Fortschritten, von Mitpatienten und von Therapeuten. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich zehn Wochen in eine Klinik begibt und dort lernt zu kämpfen. Gegen die Angst und gegen das Tiefdruckgebiet im Kopf.


    LESEPROBE


    Die Autorin

    Kathrin Weßling, 1985 in Ahaus geboren, lebt und atmet in Hamburg. Sie gewann bereits zahlreiche Poetry-Slams und war Protagonistin mehrerer Folgen der Sendung "Slam Tour mit Sarah Kuttner". Es folgten Publikationen in Magazinen wie uMag und jetzt.de. Derzeit arbeitet Kathrin Weßling als freie Texterin und Autorin.



    ###YOUTUBE-ID=rriYT7CG68A###




    INTERVIEW MIT DER AUTORIN

    HIER


    BLOG DER AUTORIN

    (DRÜBERLEBEN) HIER


                                       

                                 ***Die Leserunde***

    Habt ihr Lust, zu den Ersten zu gehören, die dieses Debüt, das schon jetzt als "Spitzentitel" geführt wird, zu lesen? Dann bewerbt euch als Testleser! Unter allen Bewerbern wird die Autorin 25 Leser auswählen.

    Beantwortet einfach folgende Frage:

    Wie sehen eure Monster im Kopf aus und was unternehmt ihr gegen sie?


    ENDE DER BEWERBUNGSFRIST IST DER 4.09.2012 / 20:00h!

    Wer nicht auf einen möglichen Gewinn warten möchte, der kann das Buch ab spätestens 3.9. im Buchhandel erwerben.



    DIE GEWINNER:


    MelIE
    Barbara-gleich
    Natascha
    moody
    Ellen07
    Gusaca
    Lutra
    Asmodeus
    Sophia!
    Alchemilla
    Sarah-O
    Struwwelliese
    Marcuria
    Mecedora
    Annelchen
    LILUU
    Sarlascht
    Buchfeemelanie
    Misteringreen
    Julia
    Kiwikind
    Conneling
    hexe_2408
    SkY
    Vergissmeinnicht


    (Schickt eure Adressen bitte direkt an @Daniliesing ! Dankeschön!)



    Noch einmal DANKE (!) an alle, die mitgemacht haben. Ich war bisweilen unheimlich gerührt und habe mich wahnsinnig über euer Interesse an meinem Debüt gefreut! Es war ziemlich schwer für mich unter all den tollen Bewerbern nur 25 aussuchen zu können - am liebsten hätte ich alle ausgewählt.
    DANKE EUCH ALLEN! ich hoffe sehr, wir lesen uns!


    Zur Leserunde

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