Gute Geister

von Kathryn Stockett 
4,7 Sterne bei618 Bewertungen
Gute Geister
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S

Verdammt gut geschrieben mit den wechselnden Perspektiven, außerdem ist das Thema an sich interessant und während des Lesens sehr aufwühlend

hannelore259s avatar

Ein wunderbares Buch,die Seiten fliegen nur so dahin

Alle 618 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Gute Geister"

Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen.
Mississippi, 1962: Nach dem Studium verbringt Skeeter die Tage auf der elterlichen Baumwollfarm, als einzige ihrer Freundinnen ohne einen Ring am Finger. Und dann ist auch noch ihr geliebtes Kindermädchen spurlos verschwunden. Skeeter wünscht sich nur eins: Sie will weg aus dem engen Jackson und als Journalistin in New York leben. Um etwas zu verändern, verbündet sie sich mit zwei schwarzen Dienstmädchen: Aibileen zieht die Kinder ihrer Arbeitgeber auf – das Tafelsilber darf sie aber nicht berühren. Und Minny ist auf der Suche nach einer neuen Stelle. Sie ist bekannt für ihre Kochkünste, aber sie ist auch gefürchtet: Denn Minny trägt das Herz auf der Zunge. Gemeinsam beschließen die drei Frauen, gegen die Konventionen ihrer Zeit zu verstoßen und etwas zu wagen. Denn sie alle haben das Gefühl zu ersticken und wollen etwas verändern – in ihrer Stadt und in ihrem eigenen Leben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442714506
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:832 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:14.11.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 16.03.2011 bei Random House Audio erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    wasichgelesenhabevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Bewegend, informativ, spannend - eine Geschichte über mutige Frauen, die alles hat, was ein gutes Buch braucht!
    Eine bewegende Geschichte

    'Wir begeben uns nach Jackson/Mississippi der 60er Jahre. Skeeter ist jung, weiß, gerade mit dem College fertig und träumt von einem Leben als Journalistin oder Schriftstellerin. Da solch ein Traum in den 60er Jahren aber gar nicht so einfach zu verwirklichen ist, lebt sie bei ihren Eltern und verbringt ihre Zeit mit ihren bereits verheirateten Freundinnen und wehrt die Versuche ihrer Mutter, einen passenden Ehemann für sie zu finden, ab. Doch mehr und mehr distanziert sie sich von ihren Freundinnen, sie kann sich nicht mit deren Leben und deren Sichtweisen identifizieren. Insbesondere deren Umgang mit ihren schwarzen Dienstmädchen stößt ihr sauer auf. Aus einer fixen Idee wird schließlich ein Plan: Sie wird ein Buch schreiben. Ein Buch, das von den schwarzen Dienstmädchen erzählt, die die Kinder der weißen Familien großziehen. Ein Buch, das erstmals die schwarzen Frauen zu Wort kommen lässt. Zwei Frauen, die ihr dabei zur Seite stehen, sind die Dienstmädchen Aibileen und Milly.

    Das Buch erzählt die Entstehungsgeschichte von Skeeters Buch dabei aus den Perspektiven der drei Hauptfiguren: Skeeter, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter von ihren Freundinnen entfernt und am Ende völlig isoliert dasteht. Aibileen und Milly, zwei Freundinnen, die verschiedener nicht sein könnten, die neben ihrer Rolle bei der Entstehung des Buches insbesondere Einblicke in das Leben der schwarzen Dienstmädchen geben. Das macht die Geschichte authentisch und spannend, der Leser kann sich sehr gut in ihre jeweiligen Situationen hineinversetzen und hat mehr als einmal einen Kloß im Hals. Insbesondere die Geschichte der kleinen Tochter der Familie, in der Aibileen arbeitet, der sie Selbstliebe und eine unvoreingenommene Weltsicht vermittelt hat mich tief gerührt...in dem Umgang der Frau mit dem kleinen Kind steckt so viel Liebe!

    Das Buch lag ewig auf meinem SuB und ich kann gar nicht verstehen, wieso ich es nicht schon viel früher zur Hand genommen habe. Eine wirklich großartige Geschichte, einziger kleiner Wermutstropfen war das Hin und Her am Ende, ob die Frauen nach Erscheinen des Buches entlarvt werden oder nicht. Da dreht die Geschichte sich für einige Seiten immer wieder um sich selbst. Ansonsten aber ein tolles Buch, das unterhält, nachdenklich macht und viel Gefühl mitbringt.

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    lydi_marie_kems avatar
    lydi_marie_kemvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein unvergleichlich liebenswerter Roman vom Mut über vermeintliche Grenzen hinauszuwachsen. Liebenswert, mitfühlend und spannend erzählt!
    Unvergleichlich liebenswert und urkomisch!



    Eines meiner absoluten Lieblingsbücher !*

    Es ist 1962 in Jackson, Mississippi - es herrscht Rassentrennung und viele schwarze Dienstmädchen arbeiten in weißen Haushalten. So auch Aibileen und ihre Freundin Minny, welche sich neben dem Haushalt auch um die Kinder der weißen Familien kümmern. Eugenia "Skeeter" Phelan ist eine weiße junge Frau und mit genau solch einem Dienstmädchen in der Familie aufgewachsen. Sie ist ihrer Zeit einen Schritt voraus und hält nicht viel von den straffen Rassentrennungsgesetzen und ist sich vielmehr darüber bewusst, was die schwarzen Dienstmädchen in den weißen Familien leisten. Sie möchte Schriftstellerin werden und in New York arbeiten und hält nicht viel von einer frühen Ehe. Als sie ein Angebot bekommt, dass sie nicht ausschlagen kann, fragt sie Aibileen um Hilfe und es entwickelt sich eine besondere Freundschaft. Sie entschließt sich über das zu schreiben, was Aibileen, Minny und viele andere Dienstmädchen Tag für Tag erleben. Immer mehr schließen sich ihrer Bewegung an und beginnen gegen die Konventionen ihrer Zeit zu verstoßen. Was in Folge dessen passiert, hat niemand erwartet und übertrifft alle Erwartungen. 


    Der Klappentext, das Cover, der Kino-Trailer und das Hörbuch haben mich gleich neugierig gemacht. Ich war von Anfang an im Bann dieser Erzählung. 

    Besonders authentisch sind die einzelnen Kapitel, da sie aus der Perspektive der jeweiligen Person erzählen und mit teils sehr eigenwilligem Wortlaut wiedergegeben werden. Aibileen ist sehr gefühlvoll, Minny ist sehr energisch und eigenwillig, Skeeter kämpft mit sich und beweist Mut. Das gerade macht das gesamte Buch sehr abwechslungsreich. Die Erzählung ist sehr gut strukturiert und ich hatte zu jeder Zeit das Gefühl die einzelnen Personen sehr gut zu verstehen. 

    Die Spannung wird das gesamte Buch über gehalten. Ich hätte es am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt. Es fiel mir als Leser leicht verschiedenen Situationen nachzuvollziehen, die Beziehung zwischen Skeeter und ihren Eltern, die Abhängigkeit von Minny und ihrer Arbeitgeberin Hilly, der Zwietracht der Freundinnen von Skeeter und deren Erwartungen. Aber auch der Geduld der Frauen und besonders deren Mut. 

    Es ist eines dieser Bücher die ihrem Leser das Gefühl vermitteln, mehr zu wagen und mutiger sein zu können. Grenzen zu überwinden und sich vorzustellen, wie schwer es viele Frauen vor ihnen in der Geschichte bereits hatten. 

    Auch wenn es tragische und brenzlige Momente gibt und einige um ihr Leben fürchten müssen, gibt es nicht zuletzt eine bedeutsame urkomische Begebenheit die mir das Gefühl gegeben hat, eine wahre Genugtuung für alle Dienstmädchen erfahren zu haben. 


    "Ein unvergleichlich liebenswerter Roman vom Mut über vermeintliche Grenzen hinauszuwachsen. Liebenswert, mitfühlend und spannend erzählt!"


    *Anmerkung*:  Auch das Hörbuch ist einfach unfassbar gut. Für alle Hörbuch-Fans und Leser, die der Erzählung im Buch ein bisschen "mehr" Leben einhauchen wollen. 

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    Pat82s avatar
    Pat82vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein absolutes Highlight
    Ein Buch das bewegt

    Ein Ausflug in die 60er Jahre in Mississippi, eine Zeit voller Rassismus und Vorurteile, doch die Zeit der Veränderung kommt.

    Es ist so ein tolles Buch, man lacht, man weint, was wird wütend und doch ist es ein riesen Lesegenuss.

    Ein Buch das bereichert und uns sensibilisiert für diese Zeit und die Problematik die in der USA immer noch täglich präsent ist.

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    Lesebegeistertevor einem Jahr
    ...schön....

    Ein Buch mit den Zutaten: Spannung, Drama, Liebe, Leidenschaft und Feindschaft. Hat mir sehr gut gefallen.

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    katzenminzes avatar
    katzenminzevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Was für ein schönes Buch! Unbedingt Lesen!
    Gefühlvoll, lebendig, toll!

    Was für ein schönes Buch!

    Kathryn Stockett hat einen wunderbar kurzweiligen Roman über ein grundsätzlich ernstes Thema geschrieben. Es sind die 60er Jahre. Die Rolling Stones haben erste Erfolge, der Minirock kommt in Mode und der erste Mensch war auf dem Mond. Und in den USA werden Afroamerikaner immer noch als Menschen zweiter Klasse behandelt. Die halb totgeschlagen werden, wenn sie die „Weißentoilette“ benutzen. Die gut genug sind zum Kochen, Putzen und Kinderhüten aber doch bitte nicht im gleichen Supermarkt einkaufen sollen oder in der gleichen Straße wohnen oder gar Widerworte geben. In Mississippi sind die Umstände an schlimmsten. Und genau hier befinden wir uns.

    Das klingt ernst. Aber keine Angst. Stockett macht die Ungerechtigkeit zwar zum Thema ihres Romans, aber sie schreibt, als sei es nur Nebensache. Denn der Roman lebt von seinen wunderbaren Frauencharakteren. Von Aibileen. Der warmherzigen, klugen, liebenswerten Aibileen, die schon so viele Kinder aufgezogen hat und der es doch immer wieder das Herz bricht, wenn die Kleinen den Unterschied zwischen Schwarz und Weiß erkennen. Oder Minny, der begnadeten Köchin mit dem explosiven Charakter, deren lockeres Mundwerk ihr häufig Ärger einbringt. Und natürlich Skeeter. Eine ambitionierte junge Frau, die in dem kleinen Südstaatenstädtchen festhängt und der es als einziger weißer Frau etwas auszumachen scheint, wie schlecht ihre Freundinnen ihre Haushälterinnen behandeln. Neben diesen drei Hauptcharakterinnen gibt es aber noch viele weitere tolle Ladys. Zum Beispiel Celia, hinter deren naivem Puppengesicht mehr Charakter steckt als man denkt. Oder die durchweg intrigante und selbstgefällige Hilly, die man ganz wunderbar hassen kann.

    Viele kleine Nebenhandlungen halten zudem die Spannung aufrecht. Es gibt so viel zu entdecken und zu erfahren. Stockett hat eine bunte und lebendige Stadt entworfen. Wohin ist zum Beispiel Skeeters geliebtes Kindermädchen so plötzlich verschwunden? Warum lügt ihre Mutter? Oder was hat Minny schlimmes mit Hilly angestellt? Was ist mit Celia los? Könnte Stuart tatsächlich mit Skeeter ausgehen wollen? Und vor allem: Können ein paar Hausmädchen in einer Stadt für mehr Gerechtigkeit sorgen in der gerade erst ein schwarzer Bürgerrechtler vor seiner eigenen Haustür erschossen wurde?

    Es macht einfach großen Spaß Aibi, Minny und Skeeter durch ein Stück ihres Lebens zu begleiten. Dabei gibt es lustige Stellen, aber auch traurige und ernste. Stockett schreibt gefühlvoll aber ohne Kitsch und hat einfach eine rundum stimmige und mitreißende Geschichte geschrieben. Man merkt dass sie weiß wovon sie schreibt. Ich sagte es schon und ich sage es gerne nochmal:

    Was für ein schönes Buch!

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    Buecherseele79s avatar
    Buecherseele79vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich liebe den Film und das Buch muss sich nicht verstecken! Einfach bewegend und lesenswert!
    Gute Geister

    Jackson, Mississippi 1962.


    Aibileen und ihre beste Freundin Minny sind beide schwarze Dienstmädchen und erleben den täglichen Wahnsinn in weissen Familien.
    Sie erziehen ihre Kinder, kümmern sich um Haushalt und Essen und werden nicht sonderlich geachtet.
    Skeeter hat ihren Abschluss in der Tasche und möchte Journalistin werden, nicht wie ihre Freundinnen früh heiraten und Kinder bekommen..sehr zum Leidwesen von Skeeters Mutter.
    Dann will ein Verlag eine Geschichte von Skeeter, was sie ärgert, was sie ändern möchte.
    Erstmal planlos überlegt Skeeter bis sie mitbekommt dass Aibileen eine eigene Toilette bekommen soll, wie viele anderen der schwarzen Dienstmädchen...und zusammen mit Minny und Aibileen startet sie ein geheimes Projekt....die guten Geister...


    Was liebe ich diesen Film!!!
    Alleine die Besetzung von Aibileen und Minny ist derart gut gelungen.
    Nun musste ich auch unbedingt das Buch lesen welches mich ebenso begeistern konnte.
    Sofort hatte mich der Schreibstil gepackt und ich fand super in die Geschichte rein.
    Der Autorin sind die Protagonisten perfekt gelungen, ob man sie nun mag oder nicht, man hat Gründe für die Gefühle.
    Das Jackson im Jahre 1962 wird sehr lebendig beschrieben, auch was Kennedy und Martin Luther King für die Leute bedeutet.
    Die Thematik an sich macht fassungslos, traurig und wütend, umso schlimmer dass diese Ansichten wirklich mal laut gesagt wurden, umgesetzt oder niedergeschrieben.
    Und doch gibt es Hoffnung und Humor was dieses Buch im Ganzen so perfekt abrundet und, für mich, zu einem geschichtlichen Glanzstück macht.
    Es ist interessant zu lesen wie sich Familien heimlich für ihre Dienstmädchen einsetzen, andere so tun als meinten sie es nur gut, üben aber puren Rassismus aus.
    Wenn die weissen Ladies für hungernde Kinder in Afrika Geld sammeln  mit Kuchen die ihre Dienstmädchen gebacken haben...die Ironie und Scheinheiligkeit ist manchmal nicht auszuhalten!
    Ein Buch zum lachen, hoffen, bangen und sich aufregen, ein Buch das berührt und noch lange nachwirkt.
    Ein Buch für welches ich eine ganz klare Leseempfehlung ausspreche.

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    Lesebegeistertevor einem Jahr
    ....LESEN....

    Ein Buch mit den Zutaten: Spannung, Drama, Liebe, Leidenschaft und Feindschaft. Hat mir sehr gut gefallen.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Empfehlenswert! Zum lachen, weinen und fremdschämen!
    Zum lachen, weinen und fremdschämen!

    Ein Buch, dass einen in der einen Sekunde fassungslos macht und in der nächsten Sekunde laut los lachen lässt.


    Jackson, Mississippi, 1962: Drei außergewöhnliche Frauen brechen mit allen Koventionen. Sie haben das Gefühl zu ersticken und wollen etwas verändern - in ihrer Stadt und ihrem eigenen Leben. 


    Die Autorin hat mich von Seite 1 an mit ihrer Sprache begeistert. Es gab Unterschiede in den Sprachen der drei Protagonisten, was mir persönlich auch half, immer im Hinterkopf zu haben, aus welcher Sicht die Geschichte der Guten Geister, die Geschichte dreier Frauen, die beschließen gegen die Konventionen ihrer Zeit zu verstoßen und etwas zu wagen. Die drei Frauen, jede auf ihre eigen Weise besonders, müssen etwas sagen, etwas machen, denn sonst drohen sie zu ersticken. 


    Was mir besonders gut gefallen hat, war die Idee, die Geschichte abwechselnd von den drei Protagonistinnen Skeeter, Aibileen und Minny zu erzählen. Somit bekommt man die Gelegenheit die Problematik des Rassismus in den 60er Jahren aus beiden Seiten zu sehen. Auf der einen Seite die Unterdrücker und auf der anderen Seite die Unterdrückten. 


    Reale Gegebenheiten in der Geschichte machen das ganze glaubwürdiger. Das Buch bietet Stoff zum Nachdenken! Zum Glück waren nicht alle überzeugt von der Rassentrennung, wie zB Skeeter, die den Anstoß zu einem Manuskript über das Leben der Dienstmädchen schreiben will, um sowohl weißen Ladies die Augen zu öffnen als auch farbigen Frauen Mut zu machen. 
    Auch der Schauplatz der Geschichte, Jackson, Mississippi, trägt zur Glaubwürdigkeit der Protagonisten und Geschichte bei.


    Skeeter, Aibileen und Minny sind mir von der ersten Seite ans Herz gewachsen. Ich will hier nicht zu viel erwähnen, weil ich erlicht gesagt nicht spoilern möchte. Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen! Es ist wichtig zu wissen, was Rassismus bewirkt, nie zu vergessen, wie es unterdrückten Menschen geht.







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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor einem Jahr
    Ein wunderbarer Roman

    1962: Skeeter Phelan hat gerade ihr Journalistikstudium beendet und ist in ihre Heimatstadt Jackson/Mississippi heimgekehrt. Sie ist die Einzige aus ihrem Freundeskreis, die nicht ihr Studium abgebrochen hat, um zu heiraten und Kinder zu bekommen. Ihre Mutter möchte Skeeters ledigen Zustand so bald wie möglich beendet sehen, doch Skeeter will vor allem eins: Ihr Studium nutzen und einen guten Job bekommen, sie will schreiben, aber zuerst müssen Ideen her.

    Aibileen arbeitet als Dienstmädchen bei Skeeters Freundin Elizabeth und ist auch dafür zuständig, sich um deren kleine Tochter zu kümmern – und sie ist, wie all die anderen Dienstmädchen, farbig. Als Skeeter mitbekommt, dass Aibileen – und nicht nur diese – von ihren Dienstherren eigene Toiletten gebaut bekommen, damit sie nicht die der Familie, bei der sie beschäftigt sind, benutzen, keimt in ihr eine Idee: Warum nicht die Dienstmädchen interviewen und ein Buch darüber schreiben, wie es ist, als Farbige bei Weißen zu arbeiten. Das ist jedoch ein sehr gefährliches Unterfangen und jemanden zu finden, der sich interviewen lässt, ist sehr schwer …

    Die Autorin ist selbst in den Südstaaten der USA aufgewachsen und wurde von einem farbigen Dienstmädchen groß gezogen, wie sie in ihrem Nachwort schreibt, sie weiß also, wovon sie spricht. Mit dem Bundesstaat Mississippi und vor allem mit der Stadt Jackson hat sie zudem einen Ort ausgesucht, der in der Geschichte der Farbigen in den USA eine traurige Rolle einnimmt. So hat Kathryn Stockett auch einige reale historische Personen und Gegebenheiten in ihren Roman mit einfließen lassen, sei es der Mord an Medgar Evers, der erst Jahrzehnte später gesühnt wurde, sei es Martin Luther King und seine „Ich habe einen Traum“-Rede, sei es J: F. Kennedys Ermordung, aber auch Popkulturelles, wie Bob Dylan und die Stones. Das gibt dem Roman ein ordentliches Quantum Authentizität und regt den Leser dazu an, sich mehr mit der Thematik auseinanderzusetzen.

    Erzählt wird die Geschichte (bis auf ein Kapitel) abwechselnd von Skeeter, Aibileen und einer weiteren Farbigen, Minny, im Präsens in Ich-Form. Als Leser taucht man so tief ein in das Geschehen ein, das man eben nicht nur aus Skeeters Sicht verfolgt, sondern auch hautnah aus der der beiden Dienstmädchen. Auch das trägt viel zur Authentizität bei, zumal die Autorin die Erzählung Skeeters sprachlich von der der beiden anderen unterscheidet, deren Sprache ist eindeutig restringierter. Farbige, vor allem Frauen, hatten kaum die Möglichkeiten, die Schule abzuschließen, mussten schon sehr früh in Arbeit gehen.

    Man muss schon sehr oft schlucken, wenn man liest, wie es den Farbigen jener Zeit ging. Schön aber auch, zu sehen, dass nicht alle Weißen absolut rassistisch dachten, dass es auch Vertrauen und Freundschaft zueinander geben konnte, auch wenn man das besser geheim hielt. Man kann aber auch erkennen, wie krank ein System ist, das Rassen trennen möchte, aber den Farbigen das Aufziehen der weißen Kinder überlässt.

    Die Charaktere sind der Autorin sehr gut gelungen. Aibileen hat rund 20 fremde Kinder großgezogen, ist alleinstehend, ihr Sohn lebt nicht mehr. Sie versucht, dem ihr anvertrauten Kind nicht nur Selbstvertrauen zu vermitteln, sondern auch, dass Farbige und Weiße lediglich durch die Hautfarbe verschieden sind. Minny ist einiges jünger, aber Aibileens beste Freundin. Sie hat einen prügelnden Ehemann und mehrere Kinder. Durch ihr vorlautes Mundwerk hat sie es nicht leicht, ihre Stellungen zu behalten.

    Skeeter bleibt nicht nur wegen ihrer Hautfarbe gegenüber den beiden Dienstmädchen eher blass, doch auch sie bringt sich durch ihr Projekt in Gefahr, zumindest macht sie sich zu einer Außenseiterin in der weißen Oberschichtgesellschaft. Mit Skeeter kommt aber auch einiges an Humor in den Roman, der dadurch nicht nur bedrückend wirkt. Die Antagonistin, Hilly Holbrook, ist Rassistin durch und durch, sie kann man so richtig schön verachten. Ein weiterer Charakter erscheint mir erwähnenswert: Celia Foote. Sie hat in die weiße Oberschicht eingeheiratet, stammt aber aus ärmlichen Verhältnissen und eckt daher auch ständig an. Ihr Mädchen jedoch behandelt sie eher als gleichberechtigt, gleichwertig, hier kommt die Distanz eher von diesem, das Celias Verhalten nicht recht einzuordnen weiß. Mir hat Celia sehr gut gefallen, neben Aibileen ist sie die interessanteste Figur im Roman.

    Der Autorin ist ein wunderbarer Roman gelungen, der Stoff zum Nachdenken bietet und den man unbedingt lesen sollte.

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    metengos avatar
    metengovor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Absolut empfehlenswert
    Absolut lesenswert

    Gute Geister

    Ein ganz wundervolles Buch, was mir sehr viel Freude bereitet hat, es hat mich begeistert.
    Ich habe bereits den Film gesehen, aber das Buch ist 1000 Mal besser.
    Rassentrennung einmal anders erzählt.
    Herzerwärmend und ergreifend.
    Eine fantastische Geschichte.
    Ein Buch, wo man traurig ist, weil man es beendet hat.
    Ein hervorragender Roman, den ich jedem Romanleser gerne empfehlen kann.
    Hut ab.
    Es wird mir ewig in Erinnerung bleiben.

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