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Naala

vor 3 Jahren

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Davids Schwester Ivy leidet unter einer starken Behinderung. Sie ist zwar schon 11, kann aber fast nichts alleine und ihre Worte sind kaum zu verstehen. David liebt seine Schwester, aber er leidet sehr darunter von seinen Eltern nicht mehr beachtet zu werden und manchmal ist ihm Ivy mit ihrem eigenartigen Verhalten auch peinlich. als Ivy jedoch beim schwimmen verunglückt bricht seine Welt zusammen. Und hat sein Vater wirklich ALLES getan um sie zu retten?

Dieses Buch ist schwierig zu bewerten. Es ist teilweise sehr locker geschrieben. Man erkennt, dass es hier unter anderem eben auch um einen pubertierenden Jungen geht. An anderen Stellen ist es deutlich eindringlicher und auch sehr ernst. Das Thema ist sicherlich nicht einfach darzustellen und ich finde es hier sehr gelungen. Man kann sehr gut den Zwiespalt erkennen, in dem sich David befindet. Es ist bestimmt nicht leicht eien Schwester mit so schwerer Krankheit zu haben und trotzdem liebt David sie über alles. David ist als Charakter sehr vielschichtig entwickelt.

Davids Familie hat mir dagegen nicht so gut gefallen. Irgendwie sind seine Eltern zwei lieblos dahingestellte Personen, die einem während des Lesens auch nicht wirklich sympatischer werden. Es ist sicherlich nicht leicht für sie, aber das fand ich dann doch etwas einfach, sie so blass zu lassen.

Der Klappentext gibt einem eine etwas andere Vorstellung von der Geschichte. Es steht dort:  "Als Ivy eines Tages beim Schwimmen tödlich verunglückt und der Vater von der Polizei verhaftet wird, gerät alles aus den Fugen". Das ist eher irreführend, da der Schwimmunfall eigentlich mitten in der Geschichte passiert und die Verhaftung von Davids Vater nicht direkt danach passiert, sondern ganz am Ende der Geschichte steht. Es wirkt im Klappentext allerdings so, als ob Davids Vater direkt nach dem Unfall verhaftet wird und David damit dann auch direkt klarkommen muss. Die Geschichte selbst spielt sich aber doch etwas anders ab.

Es ist ein Buch, dass sehr gut die Schwierigkeiten und Zwiespälte beschreibt, die auftauchen wenn man ein Familienmitglied mit so einer starken Erkrankung hat. Davids Gedanken haben mich oft sehr berührt.
Außerdem war es auch sehr schön mal von einen männlichen Jugendlichen zu lesen. Schade fand ich es, dass man die wichtige Figur des Vaters nicht etwas stärker ausgeführt hat. Das Buch war sehr kurz und hätte durchaus Potential für ein paar Seiten mehr gehabt.

Autor: Kathy Stinson
Buch: Die Wahrheit über Ivy
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