Kolibri

von Kati Hiekkapelto 
4,0 Sterne bei62 Bewertungen
Kolibri
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Gutes Debüt der finnischen Krimiautorin. Freue mich auf mehr.

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Finnischer Krimi mit interessantem Ermittlerteam.

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Inhaltsangabe zu "Kolibri"

Kaum hat Anna Fekete ihre erste Stelle als Kriminalkommissarin angetreten, landet auch schon ein Mordfall auf ihrem Tisch: eine junge Frau, die beim Joggen im Wald auf grauenvolle Weise getötet wurde. Anna nimmt die Ermittlungen auf. Ihr zur Seite gestellt ist Esko Niemi, ein alter Haudegen, der seine junge Kollegin torpediert, wo er kann. Bis ein zweiter Mord geschieht und Esko klar wird, dass sie den Killer nur gemeinsam finden werden. Doch Anna ist bereits auf eigene Faust unterwegs.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453419124
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:464 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:08.03.2016
Das aktuelle Hörbuch ist am 15.09.2014 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Lesebegeistertevor 9 Monaten
    ...spannender Thriller...

    Anna hat einen neuen Job als Kriminalkommissarin. Schon an ihrem ersten Arbeitstag gibt es eine Leiche. Ihr Partner Esko ist gar nicht von Anna begeistert und lässt sie das auch spüren. Doch zum streiten bleicht wenig Zeit, da es auch schon eine weitere Leiche gibt. Anna ermittelt auf eigene Faust…. Ein wahnsinnig toller Thriller. Packend, atmosphärisch und sehr gut konstruiert.

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    ClaraOswalds avatar
    ClaraOswaldvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Gutes Debüt der finnischen Krimiautorin. Freue mich auf mehr.
    Ein Kolibri in der linken Hand

    Kolibri ist der erste Krimi von Kati Hiekkapelto.
    Es ist der erste Fall für die Kommissarin Anna Fekete: Die 19-jährige Riikka wurde beim Joggen ermordet. In Verdacht gerät ihr Freund Jere, der spurlos verschwunden ist.
    Dann geschieht ein weiterer Mord, wieder wurde ein Jogger mit einer Schrotflinte getötet. Die beiden Toten scheinen in keinem Zusammenhang zu stehen, bis auf die Todesart und ein Amulett eines grausamen Aztekengottes in der Jackentasche, was die Ermittlungen schwierig macht.
    Erst als ein dritter Mord geschieht findet die Polizei mehr heraus.
    Das Team um Anna Fekete stellt dem mutmaßlichen Täter eine Falle, doch dann geht etwas schief und Anna gerät in tödliche Gefahr.

    Außerdem befasst sich das Team mit einer kurdischen Migrantenfamilie, dessen Tochter Bihar den Notruf wählte, weil sie Angst hatte. Die Ermittler vermuten dahinter Zwangsheirat und einen versuchten Ehrenmord. Die Familie wird befragt, doch es kommt nichts dabei heraus.
    Anna bewacht auf eigene Faust das Haus und versucht Bihar vor ihren Eltern zu beschützen.

    Anna Fekete floh mit ihrer Familie vor 20 Jahren aus dem Norden Serbiens nach Finnland. Einer ihrer Brüder fiel im Jugoslawienkrieg und die Mutter wollte ihren Kindern ein sicheres Leben ermöglichen. Annas Mutter ging nach dem Krieg zurück in ihre Heimat, doch Anna und ihr Bruder Ákos blieben im Norden. Während Anna gut in der Schule war und sich ausbilden ließ, blieb ihr Bruder auf der Strecke. Er spricht kaum Finnisch, hat keinen Job und ein Alkoholproblem.

    Eigentlich joggt Anna regelmäßig. Doch nachdem sie ihren neuen Job bei der Polizei angenommen hat, kommt sie kaum noch dazu. Sie konsumiert häufiger Bier und raucht vermehrt. Ihre Kolleginnen Sari und Linnéa sind nett, wollen sie näher kennen lernen. Auch Rauno und Sami möchten ihr näher kommen, allerdings anders. Allein ihr Partner Esko macht ihr das Leben schwer, mit seiner Xenophobie und seinen diskriminierenden Äußerungen ihr gegenüber. Ihrem Chef erzählt sie davon erstmal nichts.

    Zwischen den Kapiteln bekommt man immer Teile eines Briefes zu lesen, der von einer jungen Migrantin geschrieben wurde, die mit ihrer Familie vor einigen Jahren nach Finnland geflüchtet ist.
    Sie erzählt von der Ankunft, ihren Eltern und Geschwistern, wie sie behandelt wurde und welches (Doppel)Leben sie führt.

    Die meisten des Teams sind sympathisch dargestellt. Sogar Esko ist ein interessanter Charakter; fast Pensionär, rassistisch, weil er nur kriminelle Ausländer kennt. Erst als er Anna näher kennen lernt, wird er netter ihr gegenüber, es gibt Momente, in denen sie sich gut verstehen. Natürlich kommt Esko als Ekel rüber, ein wahrer Finne, ein Säufer, doch er ist intelligent und gut in seinem Job. Anna schafft es, ihn für seine Arbeit wert zuschätzen und ihn zu ertragen und nimmt ihn sogar vor dem Chef in Schutz. Ihre Stärke trägt dazu bei, dass Esko seine Fehler irgendwann einsieht.

    Mir hat gefallen, dass Esko nicht so klassisch gezeichnet wurde: ein Ekel, Rassist, Säufer, schlechter Mensch und Polizist. Sondern als ein erfahrener Polizist, der nicht perfekt ist (wenn er auch krasse Ansichten hat).
    Rauno, ein junger Vater mit Eheproblemen und möglicherweise auch Alkoholproblemen.
    Sari, eine Mutter, die ihr Leben im Griff zu haben scheint. Intelligent, tolle Kinder, toller Mann, tolle Nanny, eleganter Kleidungsstil – eine Traumfrau.
    Auch von Anna war ich sofort begeistert. Eine zweifelnde, aber sehr gute Polizistin, warmherzig und mit Fehlern.

    Da Annas Muttersprache Ungarisch ist, kommen viele ungarische (und auch serbische) Ausdrücke in den Kapiteln vor, das mag ich eigentlich gerne, allerdings werden sie nicht übersetzt und das hat mich schon etwas gestört. Ich weiß wie man Ungarisch spricht, wie es sich anhört, ich kann es lesen, aber ich verstehe kein Wort.
    Die Auflösung des Falles fand ich seltsam. Was die Azteken und der Huitzilopochtli in Finnland zu suchen hatte und warum der Mörder schlussendlich gemordet hat, wurde mir nicht ganz klar.
    Trotzdem war es ein spannendes Debüt, sehr angenehm zu lesen mit interessanten Charakteren und Themen, die so nicht oft behandelt werden.
    Ich habe mir sofort den zweiten Teil der Reihe ausgeliehen (Die Schutzlosen) und bin gespannt, was mich erwartet und wie Anna und Esko weiterhin zusammenarbeiten.

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    Gina1627s avatar
    Gina1627vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender Krimi um den ersten Ermittlungsfall von Anna Fekete. Bei der Mordermittlung muß sie sich auch den Respekt der Kollegen erarbeiten
    Krimi mit Fortsetzungspotenzial

    KOLIBRI, der erste Krimi/Thriller von Kati Hiekkapelto, erzählt uns von Anna Fekete, die ihren ersten Job bei der Kriminalpolizei in ihrer früheren finnischen Heimatstadt anfängt.  Sie wird einem Ermittlerteam zugewiesen, dass sich direkt bei ihrem Einstieg mit einem Mord an einem Jogger  und einem Notruf von einem jungen kurdischen Mädchen beschäftigen muss. Ihre Kollegen sind bis auf einen sehr nett. Esko ihr direkter Partner kommt mit ihrem Migrationshintergrund nicht klar und verhält sich demensprechend provozierend und unkollegial gegenüber Anna.  Dies ist nicht sehr förderlich für ihre Zusammenarbeit und kostet Anna viel Durchhaltevermögen, als dann auch noch zwei weitere Morde an Joggern passieren.

    In einem flüssigen, mit Spannung versetzten Stil  läßt uns Kati Hiekkapelto an dem Einstieg von Anna in die Berufswelt und ihren Ermittlungen teilhaben. Durch ihre Wortwahl gelingt es ihr, dass wir ihren direkten Kollegen Esko auf Anhieb unsympathisch und widerlich finden. Die Zusammenarbeit beginnt mit einem Mordfall, auf den noch zwei weitere folgen.  Im Laufe der Zeit merken beide, dass nur ein Zusammenhalt zur Aufklärung der Morde führen kann.  Mit dem Ende hat uns Kati Hiekkapelto dann auch noch überrascht.  Das es sich in diesem Krimi um zwei verschieden Ermittlungsfälle handelt, wird uns durch unterschiedliche Schriftbilder dargestellt( Bihars Fall in blasser, die Mordfälle in normaler Schrift). Die Autorin bringt das Thema  Migration immer mal wieder durch Annas  und Bihars Lebensgeschichten zwischendurch mit ein. In Finnland, wie auch in Deutschland, wird uns die Einwanderungspolitik und wie die Menschen damit umgehen noch viele Jahre beschäftigen.

    Der Thriller hat mir gut gefallen. Die Spannung war gut aufgebaut und wurde durch die Vorstellung der einzelnen Darsteller und deren Lebensgeschichten, die in weiteren Folgen noch ausbaufähig sind,  gut umgesetzt. Bei dem ein oder anderen möchte man gerne noch wissen, was aus ihnen wird.

    Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung.

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    Claudia-Marinas avatar
    Claudia-Marinavor 3 Jahren
    Kolbri - Ein neuer kleiner Vogel am Krimihimmel

    Anna Fekete ist die Neue auf der Dienststelle. Es ist ihre erste Stelle als Kriminalkommissarin - und sie ist Ausländerin (da spielt es auch keine Rolle, dass sie seit ihrer Kindheit in Finnland lebt und die Sprache perfekt beherrscht). Zu allem Übel bekommt sie auch noch Esko Niemi als Partner, und der lässt keine Gelegenheit aus, um ihr klarzumachen, was er von "diesen Kanaken" hält, zu denen er Anna zählt.

    Kein leichter Start also für Anna, und Zeit, um sich in Ruhe einzuleben, hat sie auch nicht, denn kaum ist sie da, liegt auch schon der erste Mordfall auf ihrem Tisch. Eine junge Frau wurde beim Joggen mit einer Schrotflinte erschossen - und der zweite Mord lässt nicht lange auf sich warten. Wieder hat es einen Jogger erwischt. Bei beiden Opfern findet Anna denselben kleinen Anhänger in der Tasche. Hat es ein Serienmörder auf Jogger abgesehen? Und wenn ja, mit welchem Motiv?

    Fest steht, dass sich Anna und Esko zusammenreißen und zusammen an einem Strang ziehen müssen, wenn sie den Mörder fangen wollen.

    Da haben wir sie schon wieder. Die junge Kriminalkommissarin auf ihrer ersten Dienststelle. Sie ist mit privaten Problemen behaftet, in diesem Fall hat sie auch noch Migrationshintergrund - und die Kollegen begegnen ihr zum Teil mit Sympathie, zum Teil mit Argwohn und blöden Sprüchen. Neu ist das nicht. Aber ich mag Anna, ich mochte sie von Anfang an. Weil sie nicht rumjammert und den blöden Sprüchen auch mal was entgegensetzen kann (nicht immer, manchmal ist ihr dabei auch nur zum Heulen zumute), weil sie ihren Job macht und ihre privaten psychischen Probleme nicht in den Vordergrund rücken lässt.

    Der Mordfall an sich ist dabei auch nicht unspannend, sondern vielmehr vielschichtig und kompliziert - fast schon ein wenig zu kompliziert - mit interessanten Wendungen. Nur die Auflösung konnte mich leider nicht ganz überzeugen.

    Kati Hiekkapeltos Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, ich habe kaum gemerkt, wie ich immer näher ans Ende kam, so locker ließ sich das Buch weglesen, und auch die Einwürfe in Ungarisch (Annas Muttersprache) fand ich dabei nicht störend. Alles in allem ist Kolibri aber ein gelungenes Debüt - und ich freue mich darauf, mehr von Anna Fekete zu erfahren.

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    MiraBerlinvor 3 Jahren
    Absolute Spannung garantiert

    Der Start als Kriminalkommissarin ist für Anna Fekete alles andere als entspannend: Schon von Beginn an wird sie mit einem mysteriösen Jogging-Mord konfrontiert, welcher ihre ganze Aufmerksamkeit erfordert. Allerdings wird sie dabei sogar von ihren neuen Kollegen behindert, da Esko Niemi, welcher mit ihr an dem Fall arbeiten soll, ihre alle möglichen Steine in den Weg legt, um es ihr ja nicht einfach zu machen.

    Doch dann geschieht ein zweiter Mord nach dem selben Muster und ihm wird klar, dass sie es nur in Zusammenarbeit schaffen werden, doch da verfolgt die sture Anna schon längst ihre eigenen Wege. Alles deutet darauf hin, dass sie es hier mit einem Serienmörder zu tun haben, der sich an dem Glauben der Azteken zu orientieren scheint, da bei beiden Opfern Schmuck von diesen gefunden wird. Aber in welchem Zusammenhang stehen die Opfer zueinander und zum Täter?

    Ich interessiere mich sehr für alle möglichen Aberglauben und war deswegen auch sehr interessiert an dem Buch, da es mir auch bereits mehrfach empfohlen worden war.

    Der Einstieg gelang mir sehr gut und wenig später war ich auch schon in der Welt gefesselt und konnte mich kaum noch von ihr lösen. Der Schreibstil ist fesselnd und bewegend.

    Einziger Makel hierbei ist, dass es immer wieder vorkommt, dass Anna mit ihrem Bruder in der Muttersprache spricht und das nicht immer übersetzt wurde. Hin und wieder kann man sich das zwar herleiten, aber auch nicht immer, was mich gestört hat, weil ich einfach gerne alles bei einer Geschichte verstehe. Dennoch war das für die Spannung und alles Andere nicht weiter tragend.

    Besonders gut hat mir die Vielschichtigkeit der Geschichte gefallen, da es sich nicht nur um den Fall selbst dreht, sondern auch das Privatleben der Ermittlerin, welches von einigen Problemen wie der Integration geprägt ist. Bei ihr ist diese recht gut gelungen, bei ihrer Familie hingegen schon wieder weniger, weshalb sie gerade auf die Ausländer ein wenig mehr eingeht, wodurch es parallel auch noch einen zweiten Fall gibt, welcher mindestens genauso fesselnd ist wie der vermeintliche Serienmörder.

    Bis zum Schluss hatte ich keine Ahnung, wer der wahre Täter ist. Klar, man hatte immer wieder Vermutungen, aber hin und wieder verzweifelte man auch, weil die Lage einfach so aussichtslos war und die Ermittlungen auch keine neuen Erkenntnisse ergaben.

    Insgesamt hat mich die Autorin total überzeugt und in mir definitiv eine Leserin gefunden, die ihre Arbeit weiterhin verfolgen wird. Lesespaß und Spannung sind mit ihr garantiert!

    Kommentare: 1
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    Lotta22s avatar
    Lotta22vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender Thriller, der aktueller nicht sein könnte!
    Spannender Thriller, der aktueller nicht sein könnte!

    Anna Fekete hat gerade ihre neue Stelle als Kriminalkommissarin angetreten, da landet auch schon ein Mordfall auf ihrem Schreibtisch. Eine junge Frau wird auf einem Joggingpfad brutal ermordet.

    Es gibt kaum Hinweise, die Ermittlungen drehen sich immer wieder im Kreis. Für den Leser ist es immer wieder unglaublich spannend und vor allem eins: unvorhersehbar. Bis zum Ende ist wirklich total unklar, wer nun die Morde begangen hat. 

    Kati Hiekkapelto hat einen sehr angenehmen Schreibstil und geleitet einen durch die Ermittlungen, dabei gleichzeitig auch durch die Schwierigkeiten von Integration und die unterschiedlichen Chancen, die Immigranten haben. Durch die aktuelle Flüchtlingsdebatte könnte das Buch aktueller nicht sein. Es spiegelt die Chancen und Risiken an einem Beispiel wieder, mit denen unsere Gesellschaft nun umgehen muss.

    Insgesamt hat mir so nicht nur die Ermittlung gefallen, sondern auch das "Drumherum". Ich freue mich schon sehr darauf Teil 2 zu lesen. So bewerte ich das Buch mit 5 von 5 Sternen und spreche für alle, die bei Ermittlungen gerne noch ein weiteres Thema haben, eine Leseempfehlung aus.

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    Lesezeichen16s avatar
    Lesezeichen16vor 3 Jahren
    Spannung pur

    Inhalt:
    Anne Feteke ist eine junge Kriminalkommissarin und gleich an ihrem ersten Tag wird zu einem Mordfall gerufen. Eine junge Joggerin wird auf einem Waldweg brutal ermordet. Anna und ihr Team nehmen die Ermittlungen auf und dabei finden sie ein Amulett, dem sie erst einmal keine Beachtung schenken. Das soll sich allerdings schnell ändern, denn der zweite Mord folgt auf dem Fuße. Welche Bedeutung hat dieses Amulett und was hat es mit den Morden zu tun? Allerding fängt der Debütroman von Kati Hiekkapelto mit einem merkwürdigen Prolog an, der beim weiteren Lesen auf einen zweiten Fall stößt und hierbei geht es um eine junge Kurdin Namens Bihar, die mit ihrer Familie nach Finnland geflüchtet ist. In wie weit die zwei Geschichten miteinander zu tun haben oder ob es zwei unabhängige sind, bleibt bis zum Schluss offen und somit ist für Spannung gesorgt. Meine Meinung: Der Schreibstil dieser jungen Autorin gefiel mir sehr gut und somit war er sehr gut zu lesen. Was ich hier anmerken sollte, ist, dass mir die Übersetzung der u.a. serbischen Wörter gefehlt hat. Im Großen und Ganzen wirkt es sich nicht negativ auf das Lesevergnügen aus. Anna Feteke muss sich nicht nur mit ihrem ersten Mordfall beschäftigen. Nein, sie muss sich auch noch mit ihrem Kollegen Esko auseinander setzten, der ihr mit seinen rassistischen Äußerungen enorm zusetzt. Sie lässt sich aber durch ihn nicht provozieren und macht ihren Job mehr als gut. Ihre Ermittlungen gehen nur schleppend voran, weil es eigentlich kein Motiv gibt. Dann aber passiert der zweite Mord und erneut wird wieder ein Jogger auf einen Waldweg ermordet aufgefunden. Durch diese Auf und ab wird die Spannung immer wieder erneut aufgebaut, was mir sehr gut gefallen hat. Anmerkung: Es gibt nichts schlimmeres, wenn ein Krimi durchschaubar ist und man in der Mitte des Buches schon das Ende kennt. Als der dritte Mord passiert nimmt die Story enorm an Fahrt auf und die Ereignisse überschlagen sich fast. Die Auflösung der Mordserie sehr packend beschrieben und ich wäre ohne sie nie auf den Täter gekommen. Ich habe mich lange gefragt, warum dieses Buch Kolibri heißt, aber am Ende dieses Buches bekam ich die Auflösung.

    Fazit: Diesen Thriller habe ich in 3 Tagen ausgelesen gehabt, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Spannend bis zur letzten Seite. Ich finde, dieses Debüt ist sehr gut gelungen und ich würde mich sehr freuen, weitere Bücher über Anna Feteke und Co. Lesen zu dürfen. Von mir gibt es eine eindeutige Leseempfehlung!

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    Flohvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Gesellschaftskritik vereint mit Thrill und düsteren finnischen Nuancen. Das liest sich mal ganz neu. Klasse, hat mir gefallen.
    Flirrend und polarisierend wie ein Kolibri. Dieser Thriller hat seine spezielle Note.

    In "Kolibri" erleben wir einen ganz speziellen Thriller, der finnischen Debütautorin Kati Hiekkapelto, der sich unter die Thriller mischt, aber auch eine Vielzahl weiterer Genrezüge und Facetten der Thematik aufweist. Nach meinem Empfinden liest sich dieser Thriller jedoch eher wie ein perfekter Krimi, da anstatt anspannenden Thrill in den Taten und Gedanken, die Ermittlungen und Recherchen vordergründig scheinen. Dadurch ist dieses Werk aber nicht weniger begeisternd, sondern sehr beeindruckend, vor allem wegen dieser enorm gesellschaftskritischen Thematik und den Handlungsverlauf.
    Erschienen im Heyne Verlag (http://www.randomhouse.de/heyne/)

    Inhalt:
    "Kaum hat Anna Fekete ihre erste Stelle als Kriminalkommissarin angetreten, landet auch schon ein Mordfall auf ihrem Tisch: eine junge Frau, die beim Joggen im Wald auf grauenvolle Weise getötet wurde. Anna nimmt die Ermittlungen auf. Ihr zur Seite gestellt ist Esko Niemi, ein alter Haudegen, der seine junge Kollegin torpediert, wo er kann. Bis ein zweiter Mord geschieht und Esko klar wird, dass sie den Killer nur gemeinsam finden werden. Doch Anna ist bereits auf eigene Faust unterwegs.

    Die 19-jährige Riikka wird beim Joggen im Wald brutal ermordet. In den Taschen ihres Sportanzugs findet sich ein Amulett, dem die Polizei jedoch keine weitere Beachtung schenkt. Anna Fekete und ihr Kollege Esko Niemi übernehmen die Ermittlungen. Beim Verhör von Riikkas Freundeskreis erfahren sie, dass Riikka sich kurz zuvor von ihrem Freund getrennt hat. Allerdings ergibt die Autopsie, dass sie am Tag ihres Todes Geschlechtsverkehr hatte. Der Fall verkompliziert sich, als ein zweites Opfer gefunden wird. Wieder taucht ein Amulett beim Leichnam auf. Doch es gibt keinen Hinweis, dass die beiden Opfer sich gekannt haben. Wie sich zeigt, stellen die Amulette einen blutrünstigen Aztekengott dar. Handelt es sich bei dem Täter um einen Serienmörder, der seine Opfer zufällig auswählt? Bevor Anna Fekete und Esko Niemi eine Antwort finden, geschieht ein dritter Mord. Der Tatort entpuppt sich als kaltblütige Falle."

    Schreibstil:
    Neben dem Haupthandlungsstrang webt die Autorin Kati Hiekkapelto einen weiteren dünnen Teppich aus zwei wichtigen Nebenhandlungen, die im späteren Verlauf der Ermittlungen von Bedeutung werden und sich so zu einem dicken Tau des Entsetzen vereinen. Im Vordergrund steht hier natürlich der aufwühlende Mord an einer Joggerin, jedoch spielt sich so langsam auch das Schicksal über die junge Bihar, die unter den strengen Sitten ihrer muslimischen Eltern leidet und scheinbar in Gefahr ist, in den Fokus der Aufmerksamkeit. Dieses ist ein gekonnter Schachzug dieser Autorin, denn sie besitzt somit zwei enorm wichtige Augenmerke, die den Leser gebannt an die Seiten fesseln und ihn in den Ermittlungen mit einbeziehen. Sie hat einen sehr durchdringenden und dennoch auch seichten Schreibstil, der Ruheoasen gönnt, aber auch für geballte Ermittlungsarbeit auch beim Leser sorgt. Kati Hiekkapelto wirft Fragen auf, lebt durch sympathische Dialoge und aus einem Wechselspiel der Perspektiven. Ihren finnischen Charme kann sie in ihren Zeilen nicht verbergen und sorgt so für nordische Düsternis und Verworrenheit. Das gefällt mir wirklich sehr gut, davon möchte ich gerne mehr lesen.

    Charaktere:
    Die Protagonisten sind umfassend beschrieben und werden durch spezielle Charakterzüge so einzigartig und nahezu real. Neben dem Mordfall, den Ermittlungen und die Zerreissprobe für die junge Kommissarin Anna Fekete, die sich erst noch im Dienst und im Team unter Beweis stellen muss, erfährt der Leser auch so einige Fakten aus dem Privatleben der Charaktere. Anna Fekete hat eine besondere Art die Ermittlungen zu führen, nicht immer würde ich mit ihr konform gehen, aber auch gerade dieser Wesenszug sorgt auch im Team der Behörde für so manchen Zündstoff.
    Neben ihren unter Argusaugen stehenden beruflichen Schritten, bekommt man auch ein interessantes Bild von ihrem Partner Esko, den man mögen oder ablehenen wird...
    Ein wirklich besonderer Pluspunkt in Sachen Protaginisten ist die Geschichte der Nebenhandlung um die junge Bihar, die den Leser so manche Unglaublichkeiten miterleben lässt und den Wettlauf gegen die Zeit beginnen lässt. Eindringlich, provokant und gesellschaftskritisch.

    Meinung:
    Auch wenn ich hier keinen Thriller im standardisiertem Sinne vorgefunden habe, so habe ich dennoch einen grandiosen und einmalig interessanten Krimi erleben dürfen. Gelungene Schauplätze machen dieses skandinavische Werk zu einem MUSS für alle skandinavien-Krimiliebhaber.
    Der Spannungsbogen ist insgesamt gut gelungen, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu flach für einen Thriller, aber genau richtig für einen unschlagbaren Krimi mit besonderen Nuancen der Themenwahl.
    Der unglaubliche Showdown hat bei mir doch für einen großen Überraschungsmoment gesorgt, sehr unvorhersehbar und verblüffend.
    Ganz besonders gefallen hat mir der Schreibstil und der facettenreiche Ausdruck der Finnin, der mich absolut überzeugt hat, und worauf ich bei einer finnischen Autorin so gespannt war. Ganz neu und sehr selten bisher sind die zum Teil ungarischen Weisheiten und Zitate. Leider sind diese nicht übersetzt, aber der Sinn lässt sich aus den Inhalten der Passagen sehr gut erahnen. Weniger Thriller, aber dafür umso mehr Krimi, den ich loben möchte.

    Cover:
    Absolut stimmig, einladen und schon auf ein besonderes Werk hindeutend. Der Titel ist absolut treffend: flirrend, polarisierend und facettenreich. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, das Schriftbild locker und angenehm und das Buch liegt trotz seiner Stärke gut in der Hand.

    Fazit:
    Zwar nicht der übliche Thriller, aber ein grandios komponierter Krimi mit viel Tiefe und Genie. Ein Debüt, welches punktet und 4 Sterne + verdient!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Der Thriller hat mich mit seiner ruhigen und doch spannenden Art gefesselt
    Ein gelungenes Debut mit kleinen Schwächen

    In ihrem Debütroman "Kolibri" wirft die finnische Autorin Kati Hiekkapelto ihre Protagonistin direkt ins kalte Wasser.

    Kriminalkommissarin Anna Fekete hat an ihrem ersten Arbeitstag nicht nur mit einem potenziellen Ehrenverbrechen und einem kaltblütigen Mord zu tun, sie muss sich auch noch mit einem alten, versoffenen Rassisten abgeben, der von nun an ihr Partner ist. Beide Fälle und das herablassende Verhalten ihres Kollegen lassen die aus Ungarn stammende Finnin schnell an ihre Fähigkeiten zweifeln. Doch für Selbstmitleid hat Anna keine Zeit, denn der Mörder schlägt ein zweites Mal zu.

    Von Beginn an beherrscht eine deprimierende, drückende Atmosphäre die Geschichte, die ich ehr als Krimi denn als Thriller bezeichnen würde. Es dauert eine Weile, bis man sich eingelesen hat und nur langsam baut sich die Spannung auf. An den richtigen Stellen sät die Autorin Zweifel, streut Angst und weckt Mitgefühl. Beginnt den Leser allmählich zu fesseln. Bis zu dem Punkt, an dem es scheint, das richtige Puzzlestück sei gefunden - der Fall somit gelöst. Kurzweilig knickt der aufgebaute Spannungsbogen ein, lässt die Story für einen Moment langatmig werden.

    Doch so schnell, wie die Spannung verschwindet, kommt sie wieder zurück. Denn so einfach lässt sich der verzwickte Mord-Fall nicht lösen. Ebenso wächst mit den Seiten das Interesse an das ungleiche Ermittlerteam. Jeder hat privat zu kämpfen, seien es Ehe- oder Suchtprobleme.

    Zum Ende hin hatte mich die Story so weit im Griff, dass ich die eigenwillige Ermittlerin Anna Fekete sehr gerne noch einmal lesend begleiten möchte.

    Von mir eine klare Leseempfehlung an alle Leser, die Nichts gegen einen guten nordischen Krimi haben.

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    Kaisus avatar
    Kaisuvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Besser, wie vermutet. Ruhiger Thriller aus Finnland.
    "Kolibri"

    Serie: Band 1
    Region: Finnland

    Anna Fekete ist jung, hübsch, intelligent und tritt nun endlich ihre erste Festanstellung als Kriminalkommissarin in Finnland an. Diese Kombination mag für manche Arbeitnehmer perfekt sein. Doch für Anna sind diese Eigenschaften zunächst eher von Nachteil als von Vorteil. Denn hinzu kommt noch, dass sie keine gebürtige Finnin ist, sondern aus Ungarn stammt. Ein Punkt, mit dem vor allem ihr neuer Partner Esko arge Probleme hat. Immer wieder lässt er sie spüren, dass sie in seinen Augen nichts Wert ist. Dieser Hass frisst sich so stark in sie hinein, dass sie kurz davor ist den Job wieder hinzuschmeißen. Aber da sind ja noch diese aktuellen Fälle, die alle beschäftigten. Vor allem der eine mit dem jungen Mädchen, geht Anna nahe und so beschließt sie sich durchzubeißen.

    Der erste Fall, der das Kommissariat beschäftigt, handelt von einer Frau, die beim Joggen grausam ermordet wurde. Ein Schuss aus nächster Nähe, beendete ihr junges Leben vorzeitig. Rasch glaubt man den Täterkreis eingrenzen zu können, doch dann passiert ein weiterer Mord. Wieder auf dem Joggingpfad. Wieder ein Schuss aus nächster Nähe. Wieder ein seltsames Amulett, was keiner zuordnen kann. Doch seine Anwesenheit beweist: Die Fälle müssen in irgendeiner Form zusammenhängen. Nur wie? Glaubte man anfangs den Übeltäter gefasst zu haben, wird den Ermittlern nun bewusst, das Jagdsaison ist. Fast jeder Finne jagt in seiner Freizeit und hat entsprechend Gewehre zu Hause. Eine kniffelige Suche beginnt.

    Der andere Fall hat bei weitem nicht die Wichtigkeit in der Bearbeitungsskala, wie die Mordfälle. Er wird sogar innerhalb kürzester Zeit zu den Akten gelegt. Doch Anna glaubt nicht, dass ein Teenager ohne Grund nachts verängstigt anruft und danach alles abstreitet. Da steckt eindeutig Einschüchterung dahinter. Keiner der Kollegen unterstützt sie jedoch mit dieser Vermutung und so beschließt sie auf eigene Faust Nachforschungen anzutreten. Ob ihre weiblichen Instinkte richtig oder falsch liegen, wird sie früh genug feststellen.

    Zwei Fälle, ein neuer Mitarbeiter, das sorgt für eine Menge Gesprächstoff und somit auch für eine Menge Informationen für den Leser. Man wird aber an keiner Stelle mit Fakten oder unnötigen Details überflutet. Eher im Gegenteil. Die Autorin lässt sich Zeit und verteilt alles über das gesamte Buch. So erfährt man natürlich nicht nur Einzelheiten von den Konflikten auf Arbeit, sondern auch von dem Umfeld und der Familie von Anna. Doch auch ihre Kollegen kommen nicht zu kurz. Deren Leben wird ebenfalls beleuchtet, sodass man die einzelnen Charakter automatisch besser kennenlernt und ins Herz schließen kann (oder auch nicht). Schnell begreift man, dass außer dem neuen Partner von Anna, kaum einer ein Problem mit ihr zu haben scheint. Eher im Gegenteil, man ist bemüht, sie herzlichst im Team aufzunehmen. Da ist wohl jemand leicht rassistisch angehaucht.

    Thematisch betritt die Autorin entsprechend viele Bereiche. Sei es die Rassenfeindlichkeit, die befremdliche Religiosität anderer Kulturen oder schlichtweg der Neid und Hass unter den Mitmenschen. Diese Gebiete sind von der Grundstimmung her recht negativ angehaucht und dennoch wirkt das Buch nicht dauertraurig oder gar depressiv. Zwar gehen einem die einzelnen Probleme unter die Haut, trotzdem überwiegt die Spannung und Neugierde, so wie es sich für das Genre gehört. Hier spreche ich auch direkt einen Bereich an, den sich so mancher Leser sicher anders vorgestellt hat. Man hat keine andauernde Dramatik in dem Buch. Es gibt immer wieder Passagen, die dem den Wind aus den Segeln nehmen. Ich persönlich fand das nicht sonderlich störend, sondern recht angenehm. Schließlich ist das ein Serienauftakt und man lernt nebenbei noch die zahlreichen Figuren kennen. In den kommenden Bänden, darf die Autorin einen dann gern mit Dauerspannung überhäufen!

    Am Aufbau kann man nicht meckern. Alles geht fließend in einander über. Man hüpft von einem Verdächtigen zum Nächsten. Sammelt Indizien, Spuren, Fakten und betreibt intensive Nachforschungen. Da man bis auf das Amulett keinen direkten Hinweis zum Täter hat, geraten die Ermittlungen entsprechend oft ins stocken. Irgendwann kommt man dann doch zu einer Lösung, auf die selbst ich erst sehr spät gekommen bin. Das möchte ich dem Buch auch hoch anrechnen. Es schafft es, den Leser zusammen mit den Kommissaren an der Nase herumzuführen und erst kurz vor Schluss das entscheidende Detail zu präsentieren. Das Ende wird dann auch rasch dargelegt und vielleicht an 1-2 Stellen etwas zu dick aufgetragen, dennoch war es schlüssig und nachvollziehbar.

    Alles in allem hat mir das Buch überraschend gut gefallen. Ich würde es aber nicht in dem Genre Thriller einordnen, sondern eher im Krimi-Bereich. Dafür fehlten hier einfach die surprise-moments, die ich bei einem Thriller für sehr wichtig halte. Ich bin auf die Fortsetzungen gespannt, denn das Kati Hiekkapelto schreiben kann, dass hat sie eindeutig bewiesen.


    8 von 10 Punkten

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