Worum geht’s?
Audrey hätte definitiv nicht gedacht, dass sie mit dreißig noch einmal ganz von vorne anfangen muss. Zurück in ihrem Heimatort Tilikum tritt sie eine Stelle bei der Lokalzeitung an – und trifft ausgerechnet auf Josiah, der nicht nur ihr Vermieter und neuer Nachbar ist, sondern in ihr auch Gefühle weckt, die sie schon längst begraben glaubte.
Meine Meinung
Auch wenn diese Geschichte nach einer süßen Kleinstadtromanze klang, auf die ich mich bei den kälteren Temperaturen draußen gefreut hatte, war das Buch leider ein absoluter Fehlgriff für mich. Selten habe ich mich sowohl beim Lesen, als auch beim Hören so über eine Geschichte und die darin vorkommenden Figuren aufgeregt, was diese Reihe für mich leider zu einem Jahres-Lowlight gemacht hat.
Angefangen hat mein Unmut definitiv schon mit den Figuren, die in ihrer Art einfach absolut überzeichnet auf mich gewirkt haben. Audrey hat auf mich sehr kindisch und überhaupt nicht wie die Dreißigjährige gewirkt, die sie eigentlich sein sollte. Ihre Begeisterung für Josiah basierte allein auf seiner Attraktivität, und da er wirklich kein besonders gut gelaunter Zeitgenosse ist, konnte ich die plötzlich explodierenden Gefühle zwischen den beiden leider einfach nicht nachvollziehen.
Auch die Nebenfiguren waren mir zu extrem dargestellt, da Audreys Mutter extrem auf ihr Image bedacht, Josiahs Tante extrem auf das Verkuppeln anderer Menschen fokussiert und die Friseurin der Stadt innerhalb von Sekunden eine extrem gute Freundin war. Als sympathische Macken hätte ich diese Charakterzüge ja noch irgendwie ganz nett finden können, in ihrer absoluten Überzogenheit und als einzige charakterisierende Merkmale der Figuren fand ich diese Umsetzung jedoch etwas lieblos und handwerklich einfach unglücklich gemacht.
Was ich auch eher schade fand, waren die extremen Schwankungen im Spannungsbogen. Der Großteil der Geschichte plätschert einfach so dahin, was mich beim Zuhören mitunter schon etwas gelangweilt hat. Die bedrohlichen Momente haben auf mich dann aber leider gar nicht so beängstigend gewirkt, was das sehr plötzliche und irgendwie ziemlich vorhersehbare Ende dann umso seltsamer hat auf mich wirken lassen.
Insgesamt konnten mich weder das Hörbuch, noch die Geschichte an sich überzeugen, was ich wirklich schade finde. Meine Zeit investiere ich dann aber doch lieber in Bücher, die mir besser gefallen, auch wenn es sicherlich Fans dieser für mich eher misslungenen Umsetzung geben wird.
Fazit
Die Idee dieser Geschichte hatte in meinen Augen durchaus Potenzial, beim Zuhören habe ich mich aber leider größtenteils gelangweilt und über die Charakterisierung der Figuren aufgeregt. Kleinstadtromanzen im Rahmen einer Großfamiliensaga habe ich ebenfalls schon deutlich bessere gelesen, weshalb ich die Reihe leider definitiv nicht weiter verfolgen möchte.
Dafür gibt es noch knappe zwei Bücherstapel von mir.




