„...Meinst du nicht, dass wir, wenn wir schon an irgendetwas arbeiten wollen, besser an unserer Ehe arbeiten sollten, Carmen?…“
Ben, Carmens Ehemann, bringt die Probleme auf den Punkt. Sie leben nebeneinander und nicht mehr miteinander, seitdem in Carmen etwas zerbrochen ist.
Die Autorin hat einen bewegenden Roman geschrieben. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er bringt die inneren Konflikte auf den Punkt.
Carmen hat als Wetterfee beim Fernsehen ihren Traumberuf. Sie liebt ihren Mann Ben und hält ihn doch auf Abstand. Ihr Glaube ist an eine Grenze gekommen.
„...Ben und ich machten alles richtig. Wir folgten Gottes Willen. Warum also funktionierte es nicht? Warum geschah dies hier immer wieder?…“
Diese Sätze fallen im Prolog, als Carmen erneut eine Fehlgeburt hinter sich hatte. Es ist ein Baby, das ihr zur ihrem Glück fehlt.
In ihrer Freizeit besucht Carmen regelmäßig ihre Tante Ingrid. Die alte Dame lebt in einen Seniorenheim und leidet an Demenz. Sie war einst Besitzerin eines Motels. Als Carmen nach dem Gebäude sieht, findet sie nicht nur ein Haus, das dem Zerfall preisgegeben wurde, sondern auch ihre 17jährige Halbschwester Gracie, die sich hierhin zurückgezogen hat.
Gracie lebt bei der Mutter, die nicht vom Alkohol loskommt. Sie wird in der Schule gemobbt, wehrt sich, setzt sich für Schwächere ein und wird so selbst zum Opfer, denn keiner glaubt ihr.
„...Sadie Hall schikaniert andere. Sie sollten sehen, wie sie Chelsea behandelt...2
Doch die Worte nutzen nichts. Der Direktor verweist sie für einige Zeit von der Schule, nicht Sadie.
Carmen nimmt Gracie bei sich auf. Nach einer unbedachten Reaktion wird Carmen kurzfristig von ihrem Arbeitgeber freigestellt. Sie beschließt, zusammen mit Gracie das Motel zu renovieren. Gracie ist skeptisch.
„...Wenn man mit einem alkoholabhängigen Elternteil groß wird, lernt man ziemlich schnell, dass Hoffnung zu Enttäuschung führt. Versprechen enden als Scherben. Und Veränderungen sind niemals von Dauer…“
Es dauert, bis die beiden Schwestern wirklich miteinander sprechen. Gracie wirft Carmen vor, sie mit der Mutter allein gelassen zu haben. Und Carmen verschweigt, was tief in ihrem Inneren ihr Problem ist. Das Buch spiegelt das auf und Ab des Lebens.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen.
















