Schwerelos

von Katie Khan 
3,8 Sterne bei12 Bewertungen
Schwerelos
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Herausragender und tiefgründiger Roman, der eine Mischung aus Science-Fiction und Drama bietet

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Hm... eigentlich ein guter Roman, konnte mich aber irgendwie nicht packen.

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Inhaltsangabe zu "Schwerelos"

Zwei Menschen, schwerelos und allein. Um sie herum: die Schwärze des Alls. Unter ihnen, zum Greifen nah und doch unerreichbar: ihr Zuhause, der blaue Planet. Jetzt haben Carys und Max bloß noch einander zum Festhalten – und nur noch Atemluft für neunzig Minuten. Gemeinsam blicken sie auf die Erde, die ihnen als Liebende keinen Platz bot. Die Erde, zu der sie nun um jeden Preis zurückkehren wollen. Doch die Zeit läuft gegen sie ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453318434
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:11.12.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    derMichis avatar
    derMichivor 4 Monaten
    schwerelos durch die Nacht

    Eine Liebesgeschichte für Erwachsene, die kein Kitsch ist und außerdem weder "Fifty Shades of Grey" kopiert noch irgendeinem dystopischen Jugendbuch ähnelt - warum nicht? Noch dazu steigt Katie Khan so unmittelbar in die Handlung ein, dass man erstmal gerne mitfiebert. Die Ausgangssituation ist einem Film namens "Gravity" nicht unähnlich, denn um im Weltall zu überleben müssen sich Max und Carys einiges einfallen lassen.

    Was die beiden zusammengebracht hat erfahren wir allerdings erst nach und nach. Im Wechsel mit den Weltraumszenen erzählt Khan von einer Beziehung, die nicht sein darf. Zumindest noch nicht. Denn im "Europia" der Zukunft soll man vor Langzeitbeziehung und Familiengründung erst die sogenannte "Rotation" vollenden und in allen "Woiwodschaften" des vereinigten Kontinents gelebt haben. Eine interessante Idee, die als Lehre aus dem Hass auf das kulturell Andersartige auch aus einer Zukunft kurz nach der heutigen Zeit stammen könnte.

    Auch darüber hinaus birgt das Worldbuilding interessante Ideen: So ist Europia als Verbund hauptsächlich asiatischer und europäischer Nationen im Gegensatz zu den USA einigermaßen stabil und hat offenbar einen großen Krieg überstanden. Die Bürger tragen die Ideologie weitestgehend mit, die verführerisch nah an der Grenze zwischen Zwang und freiwilliger Kooperation angesiedelt ist. Schließlich will der Staat ja nur das beste und welcher Einzelne könnte das schon anfechten?

    Max und Carys tun es und stoßen damit in ihrem Umfeld auf einigen Widerstand. Während Max' Eltern als Miterbauer des Systems ihren Sohn verloren glauben bemüht sich Carys' Mutter um vernünftige Argumente. Beides vergebens. Warum sich ausgerechnet diese beiden ineinander verlieben und nicht irgendwer anders bleibt allerdings schleierhaft. Katie Khans Zukunftsvision ist reizvoll und interessant, der Überlebenskampf spannend, die Erzählweise abwechslungsreich und doch bleibt die Einzigartigkeit der Figuren auf der Strecke.

    Da ist es ganz angenehm, wenn das Buch dann zum Ende kommt. Nicht weil es so furchtbar wäre, sondern weil es das Ende in diesem Roman streng genommen gar nicht gibt. Mehr soll nicht gespoilert werden, aber die Autorin zaubert zwei bis drei überraschende und erzählerisch spannende Tricks aus dem Ärmel, mit denen man nicht mehr gerechnet hätte. Damit ist "Schwerelos" vor allem im letzten Drittel auch endlich literarisch anspruchsvoll und nicht bloß die vermutete Lovestory im Weltraum. Gut so!

    Originaltitel: "Hold Back the Stars"

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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor 5 Monaten
    Hat mich leider nicht so überzeugt.

    Das Buch unterteilt sich in 3 Teile. Das Besondere war dabei, dass man als Leser mitten hinein ins Geschehen geworfen wird.
    Es beginnt ohne Vorgeschichte, mitten drin, im Weltraum. 2 Astronauten, im Weltraum, ohne Sicherung, keine Hoffnung auf Rettung. Da ist man als Leser wirklich sofort dabei, gefesselt und ebenso atemlos am Lesen. Zur Seite steht ihnen nur die KI „ Osric“. Im nächsten Kapitel beginnt der Countdown. 90 Minuten- die Luft, die ihnen bleibt und die Zeit in der sie versuchen müssen, sich zu retten, um zurück auf ihr Schiff, die „ Laertes“ zu gelangen.
    Ich fand es zu Beginn noch ganz spannend zu lesen. Wie werden die beiden aus dieser Situation herauskommen- gibt es überhaupt Möglichkeiten?
    Unterbrochen wird ihre Suche im All nach einer Rettungsmöglichkeit immer wieder durch Rückblenden. Mich konnte diese Erzählung leider nicht immer fesseln, ich fand die Beschreibungen der aktuellen Situation viel spannender, auch weil man als Leser mitfiebert, ob sie eine Chance haben, zu überleben. Die Beschreibungen, was vorher passierte, waren für mich einfach auch manchmal etwas lang erzählt.
    Das war auch ein Grund, das Buch immer mal wieder zur Seite zu legen und ein anderes zu lesen- die Geschichte hat es leider nicht wirklich geschafft mich komplett zu binden und das ich es am Stück verschlingen musste.
    Im Laufe der Geschichte wurde es besser und besonders der letzte Abschnitt liefert auch noch eine Überraschung, das mir hat wieder gut gefallen.

    Mich konnte dieser SF leider nicht so ganz überzeugen.
    Es war ein wenig eine Art Mischung aus Liebesgeschichte, Spannung und das Ganze hinter einer Weltraumkulisse, für mich zu wenig an SF Anteil.

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    Roman-Tippss avatar
    Roman-Tippsvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Herausragender und tiefgründiger Roman, der eine Mischung aus Science-Fiction und Drama bietet
    Wortgewaltiger Roman, eine gelungene Kombination aus Science-Fiction und Drama

    Bei „Schwerelos“ von Katie Khan war ich durch den Klappentext schon richtig gespannt, was mich in dieser Geschichte erwartet, zumal es doch eine ziemlich einzigartige und interessante Handlung verspricht. Aber das, was dann auf mich zu kam, ist einfach…..unglaublich. Es ist nicht nur ein Science-Fiction, der gekonnt in zwei sich abwechselnden Handlungen unterteilt ist, sondern kombiniert mit einem Drama, in einer bedrückenden Zukunft spielt und zum Nachdenken anregt – für mich ein ganz besonderes Buch. Hat man „Schwerelos“ erst einmal angefangen zu lesen, kann man nicht mehr aufhören.

    „Schwerelos“ beginnt kurz nach dem Unfall der Laertes und zeigt Carys und Max schwerelos im Weltraum treibend, im freien Fall, darüber nachdenkend, wie sie zum Raumschiff zurück gelangen können, deren einzige Besatzungsmitglieder sie sind. Aufgrund fehlender „Ausrüstungsgegenstände“ ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen und ein gravierendes Problem, welches sie versuchen mit Logik und dem Wissen über Physik, Chemie und Biolgie zu lösen. Dabei gibt es aber keine langatmigen und komplizierten Beschreibungen von Wissenschaft und Technik – es wird leicht verständlich geschildert. Hinzu kommt noch, dass sie nur noch für 90 Minuten Sauerstoff haben. Trotz einiger Erfolge gibt es aber auch Niederlagen. Und während sie nach einem Ausweg suchen, unterhalten und erinnern sie sich zurück an die Zeit, als sie sich auf der Erde kennen gelernt und ineinander verliebt haben. In zwei Handlungssträngen, die abwechselnd erzählt werden, erfährt man zum einen von Carys‘ und Max‘ Kampf ums Überleben im unendlichen Weltall, zum anderen von ihrer sich auf der Erde absolut bewegend und tragisch entwickelnder Liebesgeschichte, die aufgrund des auf der Erde in dieser Zeit herrschenden Systems nicht einfach ist und beide vor folgenschwere Entscheidungen stellt.

    Der Aufbau des Buches ist sehr geschickt, denn dem Leser wird nicht alles gleich und sofort verraten, sodass sich ein kontinuierlicher Spannungsfaden durch das gesamte Buch zieht. Unklarheiten tauchen auf, die später nach und nach erklärt werden, was sich nicht nur auf Begebenheiten aus Carys‘ und Max‘ Leben sowie auf die Mission und den Unfall der Laertes bezieht, sondern auch auf das System dieser von Katie Khan beschriebenen Zukunft, wie es funktioniert und gegliedert ist, und auf den mysteriösen Asteroidengürtel. Denn „Schwerelos“ spielt zu einer Zeit, in welcher Teile der Erde durch Atombomben ausgelöscht worden sind und sich einige Länder zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen haben, in welcher bestimmte Regeln einzuhalten sind, die das Leben jedes einzelnen stark beeinflussen.

    Dieses Science-Fiction-Drama ist bild- und wortgewaltig sowie zeigt erschreckend realistisch die Folgen von Fehlern, sowohl der gesamten Menschheit als auch von einzelnen Personen – aber auch die wahre Liebe zwischen zwei Menschen. Durch Carys‘ und Max‘ Unterhaltung, das Auseinandersetzen ihrer gemeinsamen Erlebnisse und der Regeln ihrer Zeit wird ein tiefgründiger und bedeutungsvoller Aspekt geschaffen. Die Verzweiflung, Aussichtslosigkeit, Hoffnung und Durchhaltevermögen von Carys und Max sind ergreifend und nachvollziehbar, so dass es ein Auf und Ab von Gefühlen verursacht und einem das Herz schwer wird. Die Handlung, sowohl auf der Erde als auch im Weltraum, wird permanent von einer schmerzlichen und ausweglosen Stimmung begleitet, die ein drohendes Unglück vermuten lässt.

    Mit dem Schluss, welches „Schwerelos“ eine weitere Stufe zum besonderen Roman aufsteigen lässt, wird nochmal ein deutlicher Spannungsschub erzielt – und ein absolut emotionales und passendes Ende. 


    Es ist definitiv kein Roman, der besonders rasant oder actionreich ist. Auch macht „Science-Fiction“ einen etwas kleinen Anteil hier aus. Dafür punktet es mit einem wunderbaren Schreibstil und einer nicht alltäglichen Geschichte. Und spielt an einem einzigartigen Ort: im Weltraum.

    Fazit:


    „Schwerelos“ von Katie Khan ist ein herausragender und tiefgründiger Roman, eine Mischung aus Science-Fiction und Drama, welcher in einer bedrückenden Zukunft spielt und mit einer mitreißenden Geschichte von zwei Menschen kombiniert ist.  Mir hat es ausgezeichnet gefallen.

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    lui_1907s avatar
    lui_1907vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Tolle Idee, leider war mir das Ende zu langezogen.
    Allein im All und eine Liebe die eigentlich nicht sein darf

    Katie Khans Roman „Schwerelos“ hat eine tolle Grundidee und auch bis zum letzten Drittel fand ich die Geschichte interessant und spannend. Carys und Max haben bei einer Arbeit am Raumschiff einen Zusammenprall mit einem Asteroiden, da sie keine Leine zum Schiff haben, treiben sie ins All hinab – nur 90 Minuten bleiben den beiden noch. Dann ist der Sauerstoff alle.  Während die Zeit pro Kapitel abläuft, wird uns die Geschichte des Paares auf der Erde erzählt. Die Geschichte spielt in der Zukunft, nachdem Amerika und der Nahe Osten in einen Atomkrieg verwickelt waren. Der Leser erfährt nach und nach die Regeln der neuen Welt – Europia ist die neue „Weltmacht“. Da es den Menschen in der Rotation (man lebt nur für eine gewisse Zeit an einem Ort) bis 35 nicht gestattet ist eine feste Beziehung einzugehen, sind Max und Cary (Mitte 20) sich ihrer Bindung anfangs unsicher – gehen dann aber sogar für ihre Liebe vor ein Gremium um diese Regel „überarbeiten zu lassen“. Daraufhin werde beide ins All geschickt um zu zeigen, wie stark eine junge Liebe sein kann. Der Schreibstil von Khan ist modern und flüssig. Man kann sich gut mit den Hauptcharakteren identifizieren, es ist nicht  kitschig und die Zukunftswelt ist gut beschrieben. Die Story wäre sicher ein super Film ;-)

    Nun kommt das große ABER. Für mich wäre der Roman eine 4-Sterne Bewertung, leider macht es da Ende irgendwie zunichte. Die letzten 6 Minuten liest man dreimal. Einmal opfert sich Max (für mich das beste Ende), dann Cary und am Ende beide. Ja, die Autorin zeigt uns, dass beide nicht ohne den anderen im Leben klar kommen (sie beschreibt auch, wie der jeweils andere bei seiner Rückkehr auf der Erde versucht weiterzuleben), aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es sich dadurch alles künstlich in die Länge zog.

    Fazit: Einfühlsamer SciFi Roman, der mich aber mit einem gemischten Gefühl zurücklässt.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Monaten
    Interessantes Buch mit bleibendem Eindruck

    Ich lese ungern reine Liebesgeschichten. Ich mag sie einfach nicht. Und doch kam dieses Buch daher und zeige mir, dass Liebesgeschichten durchaus ihren Reiz haben können. Erwartet hatte ich mehr Hardcore-Scifi, aber bekommen habe ich eine Liebesgeschichte in einer Utopie, vollgepackt mit Philosophie, die mich noch eine Zeit lang beschäftigen wird. Zwei Menschen, Carys und Max, die sich kennen und lieben lernen. Die Utopie hat eine Paarregel: Menschen dürfen erst mit 35 als Paar zusammenleben und Kinder bekommen. Carys und Max sind aber erst Mitte 20. Was tun also? Während die beiden nach der Zerstörung ihres Raumschiffs im Weltall treiben, verbleiben ihnen nur 90 Minuten Sauerstoff und in Rückblenden und Erinnerungen erfahren wir von ihrem Leben, ihrer Liebe und den Hindernissen in ihrem Weg, der sie dorthin gebracht hat, wo die Geschichte beginnt.

    Ich war anfangs wirklich skeptisch. Die Leseprobe klang vielversprechend und ich wagte den Schritt, das Ebook anzufragen. Es hat auch etwas gedauert, bis ich mit der Geschichte warm wurde. Mit Carys und Max konnte ich anfangs so gar nichts richtig anfangen. Aber Katie Khan hat hier wirklich eine interessante Utopie geschaffen. Die überlebenden Menschen, denen es gut geht, leben in einer Woiwodschaft zusammen. Junge Menschen begeben sich auf Rotation innerhalb der Woiwoden. In jeder leben sie 3 Jahre allein und lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, selbständig zu werden und vor allem, sich selbst kennen. Nicht abgelenkt von festen Beziehungen, können sie sich ganz darauf konzentrieren, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.


    Mal ehrlich, jeder kennt das: man ist ein einer Beziehung, vielleicht sogar verheiratet und trotzdem entwickelt man sich weiter. Gerade in jungen Jahren. Dann ist es oft schwierig, diesen Drang, sich selbst als Mensch zu verwirklichen und trotzdem dem Partner gerecht zu werden, miteinander zu vereinbaren. Immer diese Mischung aus Ehrgeiz und Schuldgefühlen. Ich selbst war sehr jung, als ich in einer festen Beziehung landete. Im Nachhinein habe ich viele Fehler gemacht, genau wie mein damaliger Partner. Es hielt natürlich nicht. Auch die nächste Beziehung hielt nicht. Oder die danach. Erst so richtig aufgeblüht bin ich, als ich länger Single war, und da war ich schon fast 35. Erst da erkannte ich, wer ich wirklich bin, wer ich sein will, was ich kann und was ich will.Danach eine Beziehung einzugehen, meine jetzige, war eine Herausforderung. Ich war definitiv bereit aber ich hatte auch Angst. Meine Erfahrungen hatten mich geprägt, genauso wie seine Erfahrungen meinen Lieblingsmenschen geprägt haben. Je mehr Ballast man im Laufe der Jahre auf der Seele hat, desto schwieriger wird es. Trotzdem fanden wir zueinander zum für uns richtigen Zeitpunkt. Vielleicht ist es genau der Grund, warum mich dieses Buch nicht genervt oder gelangweilt hat. Es bietet einen realistischen Blick auf Beziehungen. Mit allen Höhen und Tiefen. Mit der unbeschwerten Verliebtheit am Anfang und der langsam wachsenden Erkenntnis, dass auch diese Beziehung ohne Arbeit keinen Bestand haben wird. Khan schreibt das sehr realistisch und äußerst treffend. Sie konfrontiert den Leser in einem utopischen, äußerst interessanten Setting mit der Liebe, die nie im Leben für irgendjemanden einfach ist. Wir alle kennen es. Wir alle haben es erlebt, erleben es gerade oder haben es noch vor uns. Es bleibt uns allen nicht erspart. Und das ist wichtig, denn nur so wachsen wir als Menschen für uns selbst und für andere.

    Fazit
    Das Buch hat bei mir echt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Figuren wuchsen vor meinen Augen, entwickelten sich. Ich möchte es nicht als das beste Buch aller Zeiten anpreisen, denn das ist es sicher nicht, aber es hat bei mir genau den richtigen Nerv getroffen. Vielleicht, weil meine eigenen Erfahrungen mit einer neuen Beziehung noch nicht allzu lange her sind. Vielleicht, weil ich erst jetzt nachfühlen kann, was es heißt, den einen Menschen zu treffen, mit dem ich mir vorstellen kann, den Rest meines Lebens zu verbringen. Vielleicht, weil ich mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen kann. Vielleicht, weil das Buch gerade zur richtigen Zeit auf meinem Bluefire-Reader landete. Definitve Leseempfehlung und wahrscheinlich die höchste Bewertung, die ich je für eine Liebesgeschichte gegeben habe.

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    hauntedcupcakes avatar
    hauntedcupcakevor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Unglaublich wort- und bildgewaltig. Für mich ein absolutes Highlight 2017!
    Schwerelos

    Inhalt
    Nach einem verheerenden Unfall sind Astronautin Carys und ihr Freund Max ausser Reichweite ihres Raumschiffs gelangt. Allein in den Weiten des Weltalls müssen sie mit Schrecken feststellen, dass ihre Luft noch für 90 Minuten reicht. Und während die beiden alles versuchen, um ihr Leben zu retten, blicken sie zurück zur Erde, auf der ihre Freundschaft begonnen und sich zu einer Liebe, die nicht sein darf, entwickelt hat...

    Meine Meinung
    Ein Blick auf das Cover und die Inhaltsangabe und ich wusste - dieses Buch werde ich lesen! Schon nach dem ersten Kapitel hat mein Herz wie wild geklopft und ich habe die Spannung richtig genossen. Der Schreibstil ist wunderbar, teilweise poetisch, immer den Gegebenheiten angepasst. Rasant führt die Autorin durch die Geschichte - im Jetzt jeweils in Präsens und mit allwissendem Erzähler, was mich andernorts sicherlich gestört hätte, hier aber wunderbar funktioniert hat.

    Carys und Max wurde auf eine Mission geschickt: Den Asteroidengürtel, welche die Erde vom Rest des Universums abschottet, durchbrechen und der Menschheit wieder Hoffnung geben. Doch unterwegs passiert ein schrecklicher Unfall, und die beiden landen losgelöst von ihrem Raumschiff mitten im Weltall - mit nichts als 90 Minuten Luft im Tank und dem, was sie bei sich tragen. Während sie alles versuchen, um zurück zum Raumschiff zu gelangen oder um Hilfe zu rufen, denken sie zurück daran, wie alles begann mit ihnen. Einer Freundschaft, die zu Liebe wurde, die so nicht sein durfte...

    Mit "Schwerelos" ist der Autorin in unglaubliches Debüt gelungen. Es ist viel mehr als ein Sci-Fi-Roman um Leben und Tod - es handelt von Freundschaft, Individualität, dem Kampf für das Richtige. Mit einem wahnsinnig tollen Worldbuilding und zwei authentischen wie auch sturen Protagonisten erzählt sie die Geschichte einer unsterblichen Liebe.

    Während Carys und Max mit verschiedenen Methoden versuchen, irgendwie näher zurück an ihr Raumschiff zu gelangen, blicken sie zurück auf ihr Leben, darauf, wie sie sich kennen und trotz aller Widrigkeiten lieben gelernt, wie sie sich verstritten und doch nie wirklich getrennt haben, und wie beide für sich einen grossen Kampf führen mussten, der sie hierhin gebracht hat. Und über allem hängt der bedrohliche Countdown, bis ihnen die Luft ausgeht.

    Setting
    Die Erde in der Zukunft ist gebeutelt vom Krieg durch Menschenhand. Amerika ist durch einen Nuklearangriff nur noch Ödnis, der Rest der Welt versucht sich knapp über Wasser zu halten. Und über all dem hängt die dunkle Gefahr des Asteroidengürtels, der die Welt umgibt. Die Länder haben ein gemeinsames Utopia namens Woiwodschaft vom Volk für das Volk geschaffen, in welchem strenge Regeln gelten.

    In Europia, dem grössten Teil der Woiwodschaft, wechseln alle Personen alle 3 Jahre die sogenannte Woiwode (sprich Verwaltungsbezirk/Land) und fangen wieder von vorne an - neue Sprache, neue Freunde, neue Abenteuer. So soll die Individualität der Menschen gefördert werden. Bis zu einem gewissen Alter werden Beziehungen nicht gerne gesehen - die Menschen sollen sich vollkommen auf sich selbst und ihre berufliche Leistung konzentrieren. Erst im späteren Alter wird eine Partnerschaft angestrebt und damit die Gründung der Familie.

    Die Idee des Utopias, der Woiwoden und des Wechsels des Zuhauses hat mir wahnsinnig gut gefallen. Und obschon es sicherlich seinen Reiz hat, alle drei Jahre einen neuen Ort zu besuchen, so ist die Vorstellung, es zu müssen, doch sehr beängstigend. Die Autorin hat eine tolle Welt geschaffen, voller Details, die die Geschichte unglaublich realistisch gemacht hat.

    Charaktere
    Carys ist eine junge, aufstrebende Astronautin, die ausserhalb der Woiwoden aufgewachsen ist und als einzige das Utopia und seine Regeln hinterfragt. Sie ist eine aufgestellte, vorwitzige und doch nachdenkliche Person, die mir mit Fortlauf der Geschichte immer mehr ans Herzen gewachsen ist.

    Max ist Koch und in seinem Leben als Leiter eines seiner Familie gehörenden Supermarktes eher unterfordert und unglücklich. Doch besonders in seiner Familie sind die Woiwodschaft und deren Regeln alles, und so beugt sich Max - bis er in Carys jemanden kennen lernt, der sein ganzes Weltbild durcheinanderbringt.

    Zugegeben, Carys und Max waren mir nicht von Anfang an sympathisch. Beide sind sehr eigensinnige Personen und ihrer eigenen Pärchendramatik konnte ich nicht immer folgen. Dennoch sind sie mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer geworden und ich habe mit ihnen gefiebert und gelitten. Die Charaktere der Geschichte sind so vielseitig und detailliert, wie das Worldbuilding und haben mich vollkommen in ihren Bann gezogen.

    Fazit
    Mit "Schwerelos" ist der Autorin ein bild- und wortgewaltiges Debüt gelungen. Das unendliche Weltall, eine perfekte kleine Welt, eine unsterbliche Liebe und bedingungslose Freundschaft machen dieses Buch zu einem wahren Schatz, den zu erkunden es sich definitiv lohnt! Herzklopfen vorprogrammiert.

    #Lieblingscupcake

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    einz1975s avatar
    einz1975vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Schwerelos, hilflos und doch so liebevoll und spannend. Katie Khan lässt den Leser mitfiebern und bringt uns Max und Carys dicht an Herz.
    Schwerelos

    Selbst, wenn man sich in die Lage versetzten kann, hilflos im All herum zu schweben, ist die Tatsache, dass es wirklich passiert, viel schlimmer. Genau das passiert Max und Carys. Ein junges Pärchen, welche auf eine Mission geschickt wurden und durch einen Unfall ihres Raumschiffs sich jetzt schwebend weit weg von ihrem Schiff befinden. Unter ihnen die Erde und mehr als einmal verfällt man selbst als Leser in den Wunsch diesen Anblick selbst einmal erleben zu können. Doch wie kam es zu all dem? Genau das bleibt lange Zeit ein Geheimnis. Die Autorin schenkt unseren beiden Hauptcharakteren gerade mal Luft für 90 Minuten. Diese Zeit will genutzt sein und vielleicht klappt es ja doch und sie kommen wieder an Bord?

    Mit ein wenig physikalischen und chemischen Versuchen vergeht die Zeit, doch viel wichtiger ist, als Leser lernen wir erst einmal die beiden und unsere eigene Zukunft kennen. Kriege haben in vielen Teilen der Welt zu Hungersnot und Chaos geführt. Einzig Europia scheint noch ein sicherer Zufluchtsort zu sein. Angefangen hat alles, als Asteroiden auf die Welt schlugen und viele kleine blieben in der Umlaufbahn, so dass sich ein undurchdringbarer Gürtel gebildet hat. Das Leben in den sogenannten Woiwoden ist sehr geregelt. Immer wieder wechselt man sein Standort und lernt somit zu leben. Dennoch dürfen Paare erst ab einem bestimmten Alter zusammen Leben und Kinder bekommen.

    Max und Carys lernen sich eher durch einen Zufall kennen, doch es ist bei beiden Liebe auf den ersten Blick. Als Leser erfährt man viele Schicksalsschläge, welche beide durchmachen müssen oder etwa, dass Max seine Familie nicht verstehen kann, dass sie beide doch zusammengehören, trotz ihrer Jugend. Immer im Wechsel vergehen die Minuten im All und die Geschichte ihrer Liebe. Ich gebe zu, dass man hin und wieder nicht genau wissen will, warum Max auf einmal doch nicht mehr will oder es sich anders überlegt, doch dafür entschädigt die Autoren den wissbegierigen Technikfan. Alle Ideen, um doch noch an Bord zu kommen, klingen in der Theorie einfallsreich und brillant.

    Im Endeffekt muss man sich aber irgendwann dem Ende der Zeit nähern und wie genau die Geschichte ausgeht, sollte ich nicht verraten, es sei nur gesagt, lebe dein Leben, solange du es hast. Anfänglich war ich nicht wirklich besorgt und dachte, dass es schon irgendeine Lösung geben wird, aber vielleicht ist es gut, dass nicht immer alles nach Plan verläuft. Mir fehlt nur ein wenig mehr Science-Fiction. Hier hätte sich Katie Khan ruhig ein wenig weiter aus dem Fenster lehnen können, denn wenn man die Erde schon mit solch einer Szenerie überhäuft, wären ein paar mehr Details wünschenswert.

    Fazit:
    Schwerelos, hilflos und doch so liebevoll und spannend. Katie Khan lässt den Leser mitfiebern und bringt uns Max und Carys dicht an Herz. Man will den beiden helfen, jedoch kann man nur hilflos miterleben was passiert, wie ihre Liebe wächst und sich die Welt weiterdreht. Selbst wenn die Science-Fiction nicht allzu weit in die Zukunft schaut, gibt es nette Details, welche auch den erfahrenen Leser gefallen werden. Ein für mich gelungenes Debüt und für den ein oder die andere, der Einstieg in ein neues Genre.

    Matthias

    Autor: Katie Khan
    Klappenbroschur: 415 Seiten
    Verlag: Heyne Verlag
    Sprache: Deutsch
    Erscheinungsdatum: 11.12.2017

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    Readrats avatar
    Readratvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Hm... eigentlich ein guter Roman, konnte mich aber irgendwie nicht packen.
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    AmiLees avatar
    AmiLeevor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender Blick in eine mögliche Zukunft, die Geschichte um Max und Carys hat mir allerdings nur stellenweise gefallen. - 3/5 Sternen
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    sternchennagels avatar
    sternchennagelvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Hat mir sehr gut gefallen!!
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