Trennung: Roman

von Katie Kitamura 
3,7 Sterne bei6 Bewertungen
Trennung: Roman
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UlliAnnas avatar

Ein wenig langatmig, wenn auch außergewöhnlich

SomeBodys avatar

Trotz vieler unnötiger Szenen fand ich dieses Buch letzten Endes doch glaubwürdig.

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Inhaltsangabe zu "Trennung: Roman"

Eine junge Frau reist im Auftrag ihrer Schwiegermutter nach Griechenland. Sie soll deren Sohn suchen. Die Schwiegermutter weiß nicht, dass das Paar längst getrennt lebt. In den steinigen, verbrannten Landschaften auf der Peloponnes geht die junge Frau den Spuren ihres Ex-Mannes nach. Sie beginnt Mutmaßungen anzustellen, die Vergangenheit zu hinterfragen. Gerade, als sie sich eingesteht, wie wenig sie ihren Mann eigentlich kannte, wird er tot aufgefunden. Warum hält sie nun, da die Trennung unwiderruflich ist und sie etwas wie Trauer empfindet, die Fiktion ihrer Ehe weiterhin aufrecht? Eine neue großartige Stimme aus Amerika – selten wurden die Abgründe der Gefühle so durchdrungen wie von Katie Kitamura.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783446256026
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:256 Seiten
Verlag:Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum:30.01.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    serendipity3012s avatar
    serendipity3012vor einem Jahr
    Der Fremde im Anderen

    Der Fremde im Anderen

    Die Erzählerin in Katie Kitamuras Roman „Trennung“ und ihr Mann Christopher gehen schon seit einiger Zeit getrennte Wege, doch fast niemand weiß, dass die Ehe zerrüttet ist – nur ihr neuer Freund. Der Noch-Ehemann hatte darum gebeten, die Trennung zunächst noch geheim zu halten. So ist es auch nicht allzu ungewöhnlich, dass die Schwiegermutter, zu der die Erzählerin stets ein sehr schwieriges Verhältnis hatte – nie schien sie gut genug für den Sohn zu sein – sie anruft und auffordert, dem Sohn nach Griechenland zu folgen. Sie ist in Sorge, da sie seit längerem nichts von ihm gehört hat. Die Erzählerin beschließt, ihn zu suchen und bei der Gelegenheit endlich um die Scheidung zu bitten und die Trennung somit offiziell zu machen.

    Als sie in Griechenland und in Christophers Hotel ankommt, ist dieser nicht zu finden. Sie stellt sich dem Personal als seine Frau vor, spürt eine vielsagende Feindseligkeit bei einer der jungen Angestellten und mutmaßt, dass ihr Ex mit ihr geflirtet hat. Oder mehr als das. Sie erkundet die Umgebung, es ist eine karge Gegend, in die es normalerweise nur selten Touristen verschlägt. Schließlich kommt es zu einer unerwarteten Wendung.

    „Trennung“, der dritte Roman der amerikanischen Autorin Katie Kitamura (aber wohl der erste, der ins Deutsche übersetzt wurde), kommt nach einem starken Start zunächst etwas schwer in Gang. Sobald die Hauptfigur in Griechenland angekommen ist, muss sie sich zunächst ein wenig einfinden, und mir ging es beim Lesen ähnlich. Diese kurze Zeit, die der Roman braucht, um dann durchzustarten, scheint aber letztlich nötig, um die Erzählerin vorzustellen und ihre Gedankenwelt kennen zu lernen. Sie analysiert ihre Umwelt, vor allem aber die eigene Innenwelt stets scharf, auch wenn sie dadurch immer ein wenig Distanz zu ihren Gefühlen wahrt und sie nicht zur Schau stellt, auch dem Leser gegenüber nicht.

    Sie beginnt an diesem Ort fern von Zuhause und auch fern von ihrem neuen Partner ganz allein und mit viel Zeit zum Nachdenken, ihre Beziehung zu Christopher Revue passieren zu lassen und teilweise mit anderen Augen zu sehen. Christopher war oft untreu, letztlich führte das zur Trennung der beiden, die aber, das wird im Laufe der Geschichte immer deutlicher, noch nicht ganz vollzogen ist, und das nicht nur aus dem Grund, dass sie noch ein Geheimnis ist. Die Erzählerin lässt in der griechischen Pampa auch die Hotelangestellten in dem Glauben, dass sie eine – wenn auch nicht unproblematische so doch irgendwie funktionierende – Beziehung mit Christopher führt. Auch wenn man zu Beginn des Romans sicher ist, dass sie längst mit ihrem Exmann abgeschlossen hat, kommen später leise Zweifel auf. Mehr noch: Hat sie Christopher jemals wirklich gekannt? Wie viel kann man überhaupt vom anderen kennen, selbst wenn man ihn liebt, was die Erzählerin zweifellos getan hat? „Trennung“ gerät so zu einer Geschichte über ganz grundsätzliche Fragen und veranschaulicht sehr überzeugend, dass gewisse Grenzen kaum überschreitbar sind – und sei es zwischen Liebenden. Für die Erzählerin scheinen diese Frage und das Nachdenken über sie nötig, um die Trennung wirklich endgültig zu vollziehen.

    Kitamuras Roman ist so am Ende auch die Geschichte eines Abschieds, des Abschieds der Protagonistin von einem Mann, einem Lebensentwurf, einer Zukunft. Ihre Sprache ist reduziert, teils unterkühlt, sehr analytisch. Hat man sich einmal darin eingefunden, findet man als Leser dann auch den Zugang zu den Gefühlen der Protagonistin, die sie stets leicht unter Verschluss hält. „Trennung“ zeigt das Auseinandergehen zweier Menschen und das Innenleben einer der beiden Teile dieser ehemaligen Beziehung. Ein Roman, der seine Kraft erst nach und nach entfaltet, mich dann aber nicht mehr losgelassen hat.

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    JulesBarroiss avatar
    JulesBarroisvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein beunruhigender, psychologischer Roman, eine hypnotische Meditation über Untreue und die Unerkennbarkeit des Ehepartners.
    Das Entflechten zweier Leben

    Trennung - Katie Kitamura (Autor), Kathrin Razum (Übersetzer), 256 Seiten, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (30. Januar 2017), 22 €, ISBN-13: 978-3446254459

     

    Die unbenannte Icherzählerin, von Beruf Übersetzerin, hat mit ihrem notorisch treulosen Ehemann Christopher die Trennung, die Scheidung vereinbart. Noch halten sie es geheim. Doch Isabella, ihre feindselige und unangenehme Schwiegermutter, vermisst ihren Sohn und fordert sie die junge Frau auf, nach Griechenland zu reisen, um ihn zu finden. Widerwillig stimmt sie zu. In ihrem Herzen ist sie nicht einmal sicher, ob sie ihn finden will.

    In einer abgelegenen Region im zerklüfteten Süden von Griechenland trifft sie im Hotel, wo er ein Zimmer gemietet hat, auf Kostas, Stefano und Maria. Aber auch diese vermissen Christopher.

    Es ist ein hypnotisierender, psychologisch straffer Roman über das Ende einer Ehe und die Geheimnisse, die wir alle mit uns tragen.

    Jedes der 13 spannenden Kapiteln zieht die Spannungsschraube enger an. Am Anfang des siebten gibt es einen Mord. Kitamura lässt ihn ungelöst. Anstatt einen Whodunit-Krimi zu liefern, präsentiert uns die Autorin ein Bouquet von unvorhergesehenen, aber psychologisch durchdringenden Konsequenzen.

    Es ist eine Geschichte der Intimität, Untreue und über die Kluft, die uns vom Leben des anderen trennt. Es geht auch und vor allem um die Erzählungen, die wir für uns selbst erschaffen.

    Die Erzählerin beschreibt den Athener Verkehr und die Peloponnesische Küste, aber es sind ihre innere Landschaft, ihre Vorstellungen, Vermutungen, Spekulationen, Gedanken und Gefühle, die die Erzählung beherrschen. In der wilden Landschaft spürt sie den Zerfall ihrer Beziehung und entdeckt, dass sie viel weniger von dem Mann versteht, als sie dachte. Die Autorin zieht uns in die Erfahrung einer Frau am Rande der Katastrophe. „Eines der Probleme, wenn man glücklich ist – und ich war sehr glücklich gewesen, als Christopher und ich uns verlobten -, ist, dass man selbstzufrieden und phantasielos wird.“ (Seite 237/238)

    Dieses atemberaubende Porträt einer ehelichen Entfremdung, dieser minutiös beobachtete Roman der Untreue ist ein fesselndes, stilistisches Meisterwerk, das uns Leser erstaunt aber auch betroffen und verunsichert zurücklässt. „Die wahre Schuld finden wir nicht im Dunkeln oder bei irgendwelchen Fremden, sondern in uns selbst.“ (Seite 251)

    Katie Kitamura schreibt in einer präzisen und gedämpften Prosa, durch die kühl beobachtenden Augen einer jungen Frau.  

    Dieser beunruhigende, psychologische Roman, diese hypnotische Meditation über Untreue und die Unerkennbarkeit des Ehepartners wird Sie in seinen Bann ziehen. „Vielleicht sind Mann und Frau und Ehe nur Wörter, hinter denen sich eine viel fragilere, turbulentere Realität verbirgt, als eine Handvoll Silben oder ein noch so langer Text sie erfassen können.“ (Seite 252)

    Für alle Leser, die tiefgehende Untersuchungen von anspruchsvollen Beziehungen und interessante und aufschlussreiche Charakter-Studie lieben, ist dieser Roman eine überzeugende Entdeckung. Tauchen Sie ein in eine gute Geschichte.

    Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Hanser Verlages

    https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/trennung/978-3-446-25445-9/

    Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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    UlliAnnas avatar
    UlliAnnavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wenig langatmig, wenn auch außergewöhnlich
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    SomeBodys avatar
    SomeBodyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Trotz vieler unnötiger Szenen fand ich dieses Buch letzten Endes doch glaubwürdig.
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    andrea1978s avatar
    andrea1978vor einem Jahr
    leserins avatar
    leserinvor 2 Jahren

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