Katja Bohnet

 4.1 Sterne bei 40 Bewertungen
Autor von Messertanz, Kerkerkind und weiteren Büchern.
Autorenbild von Katja Bohnet (©Droemer Knaur / Markus Röleke)

Lebenslauf von Katja Bohnet

Katja Bohnet, Jahrgang 1971, studierte Filmwissenschaften und Philosophie, bevor sie ihr Geld mit Fahrradkurier-Fahrten, Porträtfotos und Zeitungsartikeln verdiente. Sie lebte im Südwesten der USA, in Berlin und Paris, arbeitete im Kibbuz und bereiste vier Kontinente. Jahrelang moderierte sie eine Livesendung auf der ARD und schrieb als Autorin für den WDR. 2012 verfasste sie ihren ersten Roman. Ihre Erzählungen wurden in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht, u.a. im Rahmen des MDR Literaturwettbewerbs 2013. Heute lebt sie neben vielen Büchern, Platten und Kindern zwischen Frankfurt und Köln.

Neue Bücher

Fallen und Sterben

 (2)
Neu erschienen am 02.03.2020 als Taschenbuch bei Knaur Taschenbuch. Es ist der 4. Band der Reihe "LKA-Ermittler Rosa Lopez und Viktor Saizew".

Alle Bücher von Katja Bohnet

Cover des Buches Messertanz9783426516744

Messertanz

 (18)
Erschienen am 01.12.2015
Cover des Buches Kerkerkind9783426520932

Kerkerkind

 (16)
Erschienen am 01.02.2018
Cover des Buches Krähentod9783426522325

Krähentod

 (4)
Erschienen am 01.03.2019
Cover des Buches Fallen und Sterben9783426524367

Fallen und Sterben

 (2)
Erschienen am 02.03.2020

Neue Rezensionen zu Katja Bohnet

Neu

Rezension zu "Fallen und Sterben" von Katja Bohnet

Neues von Rosa und Viktor.
Thomas_Lawallvor 14 Tagen

Neulich, in einer der ganz großen Hallen Deutschlands. Frei nacherzählt:

"Mooooment, bitte nicht drängeln. Herr Fitzek, das gilt auch für Sie. Wenn Sie vielleicht hier neben Herrn Strobel ... danke. Volker und Michael, sieh an, herzlich willkommen! Wir dachten an die beiden Plätze zwischen Susanne und Rita ... vielleicht möchten Sie auch ... links von Frau Jos und Herrn Brown wäre noch ein Plätzchen frei ...

Vereine bitte auf die reservierten Plätze auf Empore 3, Mörderische Schwestern e. V. bitte in die Mitte. Ich gehe davon aus, dass Sie Ihre Waffen an der Garderobe ... ja ... selbstverständlich ... danke ... eine für den Notfall ... gerne. Herr King ist ... ach ... mal wieder mit Porsche auf einen Ausflug ... das gönnen wir ihm, schließlich hat er nicht oft Gelegen ... Frau Hoffman, das freut uns nun besonders! Äh, Sie haben da einen Blutfleck an ... ist so? Aha. Gut. Ungewöhnlich halt, gell?

Herr Elsberg, Herr Winslow, Ihre Einladungen bitte. Entschuldigung ... Ursula, Anne, Beate ... hallo übrigens ... nehmt die beiden doch bitte gerade mit ... vielen Dank. Wir warten dann noch auf Leena, Nicola und Franz ...

... und inzwischen darf ich Sie alle recht herzlich in diesen heiligen Hallen begrüßen und mich schon einmal vorab herzlich bedanken, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Frau Bohnet bei ihrer aktuellen Lesung die Ehre zu erweisen. Fragen können Sie gerne im Anschluss ... ja ... bitte, wenn es ... wie bitte? Der Herr ganz hinten ... ach, Herr Burger, ich hab Sie gar nicht ... ja ... ja ... keine Sorge, selbstverständlich wird Frau Frost heute Abend ebenfalls hier sein.

Wie Sie alle wissen schreibt Frau Bohnet Kriminalromane, so wie die meisten von Ihnen dies ebenfalls seit vielen Jahren versuchen. Wie Sie aber auch wissen, haben Sie alle bisher nur davon träumen können, das Genre in einer auch nur annähernd adäquaten Intensität bereichern zu können. Nicht zuletzt deshalb sind Sie heute hier. In diesem Zusammenhang freut es mich ganz besonders, dass Sie sich für das nach der Lesung stattfindende Schreibseminar, unter der Leitung von Hazel Frost, vollzählig eingeschrieben haben.

"Fallen und Sterben" setzt neue Maßstäbe. Man denke nur an Kapitel 2 "Schon da", jenes filmreife Herantasten zum Tatort. Nicht ganz zufällig in der Nähe, telefoniert Rosa Lopez mit Gunnar Scholz, ihrem Chef, der sie mit nüchternen Anweisungen, welche nichts Gutes bedeuten und die sie nur mühsam, wie in Zeitlupe, an sich herankommen lässt, versorgt. Wie im Vorspann eines unheilschwangeren Leinwandthrillers ziehen Bilder des hektischen Treibens der Innenstadt, den unvermeidlichen Staus, flankiert von grauen Wohnkasernen und den Kulissen der üblichen Baustellen, hin zu einem Ort des Grauens: Berlin Alexanderplatz.

Allein diese drei Seiten sind der Beleg dafür, wie es um Bohnets Kunst bestellt ist, die wie aus dem Ärmel geschüttelt wirkt, beiläufig unverbindlich und bescheiden, sich jedoch in eine Präzision und atmosphärische Dichte steigert, welche nur durch Projektion auf eine übergroße innere Leinwand begreifbar erscheint.

Die Grenzen von Realität und Fiktion lösen sich langsam auf. Sie kennen das. In einer Lesepause ertappt man sich immer wieder dabei, sich zu fragen, ob die Räumlichkeit, in der man sich gerade befindet, Fiktion ist, weil man gerade aus der Realität gefallen ist oder umgekehrt!

So wie es uns in dieser Halle vielleicht gar nicht gibt, könnte es sich auch mit der LKA-Ermittlerin Rosa Lopez und ihrem bedauernswerten Kollegen Viktor Saizew verhalten, und doch scheint es unmöglich zu sein, jene Charaktere als banale Erfindung in entsprechenden Schubladen abzulegen. Bohnets Figuren gibt es wirklich. So oder so. So wie es uns ebenfalls nur so oder so gibt.

Den Alptraum des neuen Falles, die beiden einzigartigen, ständig mit ihren Traumata kämpfenden Hauptdarsteller und Workaholics Rosa und Viktor, sowie die neue, höchst markante schwedische Kollegin Nette Hansen erlebt man als Beobachter und mitunter als fast peinlich berührter Voyeur sehr direkt und unmittelbar.

Faszinierend und schockierend zugleich ist die Erkenntnis, dass Rosa und Viktor auf der einen Seite perfekt auf Ermittlungsebene funktionieren, im Gegensatz zum wahren Leben, was auch immer das sei, und jedes erdenkliche Verbrechen aufzuklären in der Lage sind, auf der anderen Seite aber genau jenen Mord und Totschlag brauchen, um sich selbst in der Aufklärung dieser Aufgabe zu definieren und einzig darin ihren Lebenssinn zu sehen ...

Worin liegt das Geheimnis der überwältigenden Metaphorik der Autorin, sowie die Fähigkeit, Storyboards in mühsamer Kleinarbeit in literarische Bilder zu verwandeln? Wir werden es gleich erfahren, denn jetzt habe ich das große Vergnügen, den Platz für die heutige Hauptdarstellerin freizumachen:

Frau Bohnet - bitte."

"Guten Abend." (Licht geht aus)

"Als ein Deckel über das Loch geschoben wurde, ahnte ich, dass es das Ende war ... "

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Rezension zu "Kerkerkind" von Katja Bohnet

Grandiose Fortsetzung
Buchstabenrattevor 4 Monaten

Nachdem ich im Vorjahr bereits den ersten Teil dieser Thrillerreihe verschlungen habe (die Rezension verlinke ich euch unten), musste ich natürlich auch den nächsten Teil lesen. Dieser fängt genauso fesselnd an, wie der erste aufgehört hatte. Zeitlich sind wir etwa ein halbes Jahr später. Statt im eiskalten Winter steuern wir diesmal mit sehr heißen Temperaturen auf einen Rekordsommer zu. Ein größerer Zeitsprung hätte auch eher der Handlung geschadet, da es dann zunehmend schwieriger geworden wäre, einige Punkte aus dem ersten Teil aufzulösen.
Immer wieder bekommt man beim Lesen den Verdacht, was es mit den Morden eigentlich auf sich hat und wer dahinter steckt. Doch erst zum Schluss wird es wirklich klar und da ist es für die Ermittler aber schon fast zu spät.
Ohne zu Spoilern ist es schwer hier etwas zu schreiben, da es eigentlich keine unwichtigen Passagen gibt. Man liest das Buch sehr zügig und flüssig, ohne irgendwo ins "Stolpern" zu geraten.
Auch der kleine Cliffhanger vom Ende des ersten Teils wird im Rahmen der Nebenhandlung hier aufgelöst.
Obwohl die Fälle an sich abgeschlossen sind, sollte man aufgrund der interessanten Nebenhandlung auch beim ersten Teil beginnen.

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B

Rezension zu "Krähentod" von Katja Bohnet

spannender Thriller
buch_ueber_kopfvor 9 Monaten

Inhalt:

Sniper-Morde in Berlin und Moskau: der dritte außergewöhnliche Thriller von Katja Bohnet mit den Ermittlern Rosa Lopez und Viktor Saizew vom LKA Berlin

Viktor Saizew vom LKA Berlin gönnt sich einen seltenen Urlaub in Moskau, als in seiner unmittelbaren Nähe ein Mann per Kopfschuss liquidiert wird. Der Tote war ein bekannter Schriftsteller, und absurderweise wird Viktor als Tatverdächtiger vernommen. Kurz darauf stirbt in Berlin eine russische Journalistin, erschossen auf offener Straße. Rosa Lopez erkennt Gemeinsamkeiten zwischen den Taten – und muss eilends nach Moskau reisen, als Viktor mit einer Waffe in der Hand aber ohne Erinnerung an die letzten Stunden in einer riesigen Blutlache aufgefunden wird.

 

Meinung:

Am Anfang hatte ich leichte Startschwierigkeiten. Durch die vielen russischen Namen, die zumindest ich mir nicht sofort alle merken konnte, und deshalb oft zurückblättern musste, ist das Buch nicht immer leicht zu lesen. Das Glossar habe ich leider erst am Ende entdeckt (das hätte mir somit mein Namensproblem erleichtert :D).

Trotzdem ist die Story raffiniert aufgebaut. Man erfährt auch viel über die familiären Hintergründe der Protagonisten, die sehr emotionsreich sind. Es gibt zu diesem Thriller zwei Vorgänger, die es aber nicht braucht, um diesen Teil zu lesen, weil jeder Thriller einen in sich abgeschlossenen Fall beinhaltet. Es wird genügend auf die einzelnen Hintergründe eingegangen, um alles in seinem Kontext zu verstehen.

Die Autorin überzeugt mit ihrem bildgewaltigen Schreibstil, indem sie schnell Spannung aufbaut und diese dann rasant steigert, bis der Spannungsbogen beinahe nervenzerreißend wird. Ich fand es auch sehr schön, dass der Titel des Romans im Laufe der Geschichte gut zu erkennen war und toll dazu passte. Auch das Cover passt perfekt dazu, rot wie Blut und schwarz der Tod. Die Gegend, in der dieser Thriller überwiegend spielt, Moskau und Umgebung, ist sehr realistisch beschrieben, ebenso das politische Umfeld, sodass ich mir alles genau vorstellen konnte. Es war keine leichte Kost, aber für Krimifans wie mich sehr zu empfehlen.

 

Fazit:

Mit diesem Roman ist der Autorin ein hochkarätiger, packender Thriller gelungen, der einen mit seiner tiefgründigen Art sofort gefangen nimmt.

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