Katja Brandis Freestyler

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Inhaltsangabe zu „Freestyler“ von Katja Brandis

Was zählt, ist nur der Sieg ...

Für ihren Traum vom Olympischen Gold optimieren »Freestyler« ihre Körper ganz legal mit High-Tech-Prothesen und Implantaten. Die junge Sprinterin Jola ist nicht sicher, ob sie sich operieren lassen will. Der Druck ist hoch: Mit einem modifizierten Körper hätte sie vielleicht eine Chance auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen 2032 - so wie Ryan, der beinamputierte Sprinter, in den sie sich verliebt hat. Aber die neue Technik birgt Gefahren. Und bald geht es nicht mehr nur um den Sieg, sondern um Leben und Tod ...

Leistungssport mal aus einer anderen Perspektive.

— onlysara

Körperoptimierung für den Leistungssport - wie weit würdest DU gehen?

— JanaBabsi

Spannende Geschichte über Leistungssport in der Zukunft...

— nicigirl85

Hochspannend - aber nicht nur das! Ein vielschichtiger Roman über das Leben und Leiden als Hochleistungssportler, hervorragend recherchiert.

— Ideealistin

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  • ein Roman, mit einem sehr interessanten Thema

    Freestyler

    Manja82

    24. July 2016 um 14:23

    KurzbeschreibungWas zählt, ist nur der Sieg ...Für ihren Traum vom Olympischen Gold optimieren »Freestyler« ihre Körper ganz legal mit High-Tech-Prothesen und Implantaten. Die junge Sprinterin Jola ist nicht sicher, ob sie sich operieren lassen will. Der Druck ist hoch: Mit einem modifizierten Körper hätte sie vielleicht eine Chance auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen 2032 - so wie Ryan, der beinamputierte Sprinter, in den sie sich verliebt hat. Aber die neue Technik birgt Gefahren. Und bald geht es nicht mehr nur um den Sieg, sondern um Leben und Tod ...(Quelle: Beltz & Gelberg)Meine MeinungIch habe vor „Freestyler“ schon weitere Romane von Katja Brandis gelesen. Bisher hat sie mich jeweils überzeugen können und so war ich sehr neugierig was mich hier wohl erwarten würde.Die Charaktere dieses Romans sind sehr tiefgründig und facettenreich gestaltet.Jola ist 17Jahre alt und eine Sprinterin. Sie hat einen großen Traum, an Olympia 2032 in Argentinien teilzunehmen. Hierfür könnte sie ihre Beine optimieren lassen, könnte sich Muskeln bzw. Sehnen implantieren lassen nur um schneller zu laufen. Ich empfand Jola als sehr ehrgeizig, zielstrebig und wirklich gut gestaltet.Ryan ist ein weiterer Charakter der Geschichte. Er sitzt im Rollstuhl, bekommt aber Prothesen mit denen er sich nach und nach immer mehr anfreundet. Zwischen Jola und Ryan entwickelt sich eine schöne Freundschaft. Für mich war Ryan wirklich sympathisch und vorstellbar.Es gibt in der Geschichte noch weitere Charaktere. So zum Beispiel Jolas Freundin, die ihre Datenbrille über alles liebt. Sie alle sind ebenso gut gestaltet und dementsprechend beschrieben.Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut. Katja Brandis hat es geschafft mich einzufangen, mir die Atmosphäre ihrer Geschichte näherzubringen. Die Stimmung unter den Sportlern wirkte auf mich greifbar.Die Handlung hat mich wirklich erreicht und ja auch zum Nachdenken angeregt. Sie spielt ja in einer recht nahen Zukunft. Je mehr ich hier gelesen habe desto realer wurde es für mich. Und genau das fand ich erschreckend. Als Leser begleitet man hier Sportler auf ihrem Weg und es zeigt sich das dies eine harte Welt ist, das es schwierig ist.Die Modifikationen, die hier am menschlichen Körper möglich sind, sind sehr interessant beschrieben. Man erfährt aber als Leser das auch diese nicht immer ohne Folgen bleiben. Dadurch wird ja auch der Konkurrenzkampf unter den Sportlern mehr und mehr entfacht. Es ist eben doch nicht alles Gold was glänzt bzw. Erfolg verspricht.Je weiter man zum Ende kommt desto spannender wird die Handlung.Das eigentliche Ende dann empfand ich als passend gewählt. Es schließt den Roman sehr gut ab und nach dem Beenden bleibt man als Leser dann doch nachdenklich zurück.FazitInsgesamt kann ich sagen ist „Freestyler“ von Katja Brandis ein Roman, mit einem sehr interessanten Thema.Sympathisch gehaltene Charaktere, der packende Stil der Autorin sowie eine Handlung, die den Leser in eine nicht allzu ferne Zukunft entführt, in der schnell Spannung aufkommt und die auch sehr zum nachdenken anregt, haben mich hier wirklich auf ganzer Linie überzeugt.Wirklich empfehlenswert!

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  • LL rezensiert

    Freestyler

    lenasbuecherwelt

    30. April 2016 um 12:36

    Ich bin ein großer Fan von Katja Brandis, die in ihren Büchern es jedes Mal schafft, aktuelle Themen in eine großartige Geschichte zu verpacken, die gleichermaßen spannend, als auch lehrreich ist. „Freestyler“ klang in meinen Ohren fantastisch. Jola ist auf dem Weg zu Olympia, allerdings hat sich 2032 einiges geändert: Sportler können ihren Körper optimieren lassen. Jola selbst wird unter ebenfalls unter Druck gesetzt. Ihr Sponsor will sie weiter unterstützen, allerdings nur, wenn sie sich optimieren lässt. Eine interessante Idee, die so viele weitere Fragen aufwirft. Kann der eigene Körper überhaupt noch gut genug sein? Wie viel kann man selbst aushalten? Und machen neue Muskeln wirklich alles besser? Jolas Welt ist geprägt von Leistungsdruck, Disziplin und ständigem Training. Der Sport steht bei allem an erster Stelle. Eigentlich hält Jola von den Prothesen, den künstlichen Muskeln und Gelenken gar nichts. Dann jedoch lernt sie Ryan kennen, der einen Autounfall hatte und dabei nicht nur seine Beine, sondern auch seine Lebensfreude verloren hatte. Nun jedoch kriegt er Prothesen und darf weiter trainieren. Bald ist er mit Jola an der Spitze… Ryan zeigt, wie das Leben und insbesondere der Sport mit einer Behinderung ist. „Freestyler“ entführte mich in eine ganz fremde Welt, die mich schnell in ihre Fänge zog. Bei jedem Wettkampf schlug mein Herz schneller, ich verfolgte nicht nur gespannt Jolas Leben im Stadion, sondern auch zu Hause – und natürlich bei Ryan. Was wäre ein Jugendbuch schließlich ohne die erste Liebe? So trifft Jola auch auf ‚ihren‘ Jungen und ihr Herz schlägt das erste Mal schneller. Dadurch dass Katja Brandis so viele kleine Details der Welt mit in ihre Beschreibungen einbringt, hatte ich bald ein Bild der Zukunft vor Augen, voll mit neuen Entdeckungen und Geräten. Gleichermaßen interessant und erschreckend war hier auch die Datenbrille, bereits heute keine Fiktion mehr, über die die Menschen 2032 alles streamen, was ihnen gerade geschieht.

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  • "schneller, höher, weiter ..."

    Freestyler

    JanaBabsi

    14. March 2016 um 16:43

    Die 17jährige Jola ist Sportlerin - genauer gesagt ist sie Sprinterin - und ihr größter Traum ist es, an der Olympiade im Jahr 2032 in Argentinien teilzunehmen. Sie trainiert sehr hart für ihren Traum, aber ihr Körper hat eine Schwachstelle: Ihre Achillessehne. Wir befinden uns im Jahr 2030 und es gäbe die Möglichkeit, dass Jola ihre Beine optimieren ließe. Implantierte Muskeln/Sehen aus Carbonfaser und sie würde schneller laufen als jemals zuvor. In Jolas Augen ein absolutes NoGo. Entweder sie läuft mit ihren eigenen Körperteilen oder gar nicht. Für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Osaka findet Jola einen Sponsor und sie fliegt voller Energie und Hoffnung nach Osaka. Die Ausscheidungsläufe für das Finale absolviert sie mit Bravour - doch den alles entscheidenden Sprint versaut ihr eine dick angeschwollene und extrem schmerzende Achillessehne. Platzt nun ihr Traum von der Olypmiade?Die Sponsoring-Firma signalisiert Jola, dass sie gerne weiterhin ihr Sponsor sein möchten - wenn sie sich die Beine optimieren lässt. Jolas Eltern würden einer Optimierung niemals zustimmen, aber in wenigen Tagen feiert sie ihren 18. Geburtstag und kann dann über ihren Körper selbst entscheiden. Wird Jola ihre Ansicht zum Thema "Körperoptimierung" ändern oder nicht?Katja Brandis führt den Leser in ihrem Buch "Freestyler" ins Jahr 2030. Gar nicht mehr so weit entfernt von heute und ich glaube tatsächlich, dass viele Dinge, die in diesem Buch noch Fiktion sind, dann Wirklichkeit sein könnten. Die Wettkämpfer werden in verschiedene Sparten eingeteilt. Zum einen gibt es die normalen Sportler, so wie Jola. Zum anderen gibt es die Sportler mit Modifikationen/Optimierungen. In dieser Sparte wird noch einmal unterschieden zwischen Menschen mit Behinderung und Menschen, die sich nur im Sinne des Sportgedanken "schneller, höher, weiter" optimieren lassen. Die "Sport-Optimierungen" sind z. B. Sehnen aus Carbon, die dem Sportler mehr Leistung, für das tägliche Leben aber nicht unbedingt einen Vorteil bringen. Was passiert eigentlich, wenn diese Modifizierungen irgendwann einem natürlichen Verschleiß unterliegen? Braucht man als Mensch dann ein Ersatzteillager? Bei den Optimierungen für Behinderte handelt es sich beispielsweise um Beinprothesen, wie bei Ryan. Ryan hat bei einem Autounfall beide Beine verloren und seine Beinprothesen ermöglichen ihm ein (fast) normales Leben, im Gegensatz zu einem Leben im Rollstuhl, bei dem er vor jeder Treppenstufe kapitulieren muss. Da auch er Sprinter ist, hat er ein Paar "Alltags-Beine" und ein Paar "Sport-Beine", die härteren Anforderungen standhalten. Im Buch wird in diesem Zusammenhang der Sprinter Oscar Pistorius erwähnt, der 2012 bei den Paralympic Games in London im Finale über eine Strecke von 200 Meter die Silbermedaille gewonnen hat. Oscar Pistorius fehlen beide Unterschenkel. Hier der Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=A9Wlp1sTnoYAls Ryan und Jola sich kennenlernen, sitzt Ryan im Rollstuhl. Im Laufe der Geschichte freundet er sich mit seinen Prothesen an und wird zu einem richtig guten (Sports-)Freund für Jola. Ryan ist mir sehr sympathisch. Von Anfang an war mir klar, dass die Beiden ein Paar werden müssen. Aber Jola ist nicht unbedingt meiner Meinung. Sie lässt sich lieber auf einen Typen ein, der sie nicht unbedingt liebt aber doch gut zu beeinflussen versteht. Alle Charaktere, die in "Freestyler" beschrieben sind, konnten mich überzeugen. Sie sind durch die Bank weg lebensecht gezeichnet und die Beschreibungen des Trainings, der Wettkampfvorbereitungen oder -durchführungen lassen auf eine sehr ausführliche Recherche der Autorin schließen. Die Stimmung in einem Olympiastation und auch die Enttäuschung/Freude über Sieg oder Niederlage kann man als Leser wirklich sehr gut mitfühlen. Ebenso der Neid und die Missgunst, die unter verschiedenen Sportlern herrscht.Erschreckend fand ich, dass Jolas Freundin mit ihrer Datenbrille alles, aber auch wirklich alles ins Internet streamt. Datenbrillen sind zwar heute noch horrend teuer, aber keine Fiktion mehr. Und vermutlich wird in einigen Jahren - wenn diese Brillen für Jedermann erschwinglich sind - das Internet mit jeder Menge Datenmüll gefüttert. Operationen an den Augen oder am Herzens sind zwar heute schon möglich, aber Gott sei Dank noch nicht so, wie im Buch beschrieben. Man stelle sich vor ein künstliches Herz zu leasen und es nach Gebrauch wieder an den Hersteller zurückzugeben ....... Im Jahr 2030 bin ich 64 Jahre alt - ich werde mich sicherlich an dieses Buch erinnern. Ich mag die Bücher von Katja Brandis sehr. Genau wie ihr Jugendbuch "Floaters", in dem sie sich mit unserem Plastikmüll in den Weltmeeren auseinandersetzt, beschäftigt sie sich auch in "Freestyler" mit aktuellen Themen und versucht den Leser zu sensibilisieren. Wie weit ist man bereit zu gehen, um seine Träume zu verwirklichen?

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  • Sportlich& spannend

    Freestyler

    MarionHue

    08. March 2016 um 19:37

    Von diesem Buch konnte ich gar nicht genug bekommen!! Hier steckt alles drin, was das Sportlerherz höher schlagen lässt. Jola und Ryan: zwei ganz normale junge Menschen, die davon träumen, einmal bei der Olympiade mitzumachen? Bei weitem nicht!  Ryan hat gerade erst einen schweren Autounfall überlebt, und seine Unterschenkel mussten amputiert werden. Er hätte sich danach beinahe aufgegeben. Aber dann trifft er auf Jola, die seit sie zurückdenken kann, alles für ihre Sprintdisziplin hintenanstellt. Und er verliebt sich.  Doch Jola beginnt ausgerechnet eine heimliche Beziehung mit Till, einem der Trainer, und sieht in Ryan nur einen Freund. Ryan, doppelt verletzt, und im Rollstuhl vielen mitleidigen Blicken ausgesetzt, beginnt zu kämpfen. Nicht um Jola. Nein, sondern darum, wieder laufen und an wettkämpfen teilnehmen zu können. Im Jahr 2030 ist das auch nicht mehr unmöglich. Er erhält Alltagsprothesen, aber auch Carbonfedern, mit denen er zu trainieren beginnt. Sein neuer Traum ist es, mit den Freestylern laufen zu dürfen. Und als er endlich soweit ist, sich mit den Läufern aus Jolas Team zu messen, fiebert Jola mit Vollblut mit ihm mit. Freestyle, die angesagte Diziplin seit einigen Jahren, in den Menschen mit und ohne Behinderung antreten können.  Als Jola wegen einer gerissenen Achillessehne ihren Finallauf bei den Weltmeisterschaften nicht antreten kann, steht ihr Ryan zur Seite. Auch Jolas Traum vom großen Sport könnte zu Ende sein, wenn sie die Möglichkeit sich zu optionieren nicht in Erwägung zieht, zu der ihr ihr Trainerfreund rät. Zunächst wiegelt Jola ab, doch an ihrem 18.Geburtstag haut sie nach Frankfurt ab und lässt sich neue Muskelstränge und eine künstliche Achillessehne ins Bein operieren, bezahlt von ihrem Sponsor. Ab jetzt gehört auch Jola in die Klasse Freestyle. Doch was damit alles zusammenhängt, hat sie vorher nicht durchdacht. Ständige Kontrollen im Krankenhaus, die Gefahr, dass andere Muskeln versagen, die Frage, wie lange die künstlichen Muskeln optimal arbeiten werden. Gemeinsam werden Jola und Ryan von Till trainiert. Jola glaubt in Till trotz der Heimlichtuerei den richtigen Mann an ihrer Seite zu haben. Doch immer mehr erkennt sie, wie  wohl sie sich mit Ryan, der immer für sie da ist, mit dem sie sich am besten austauschen kann, mit dem sie gemeinsam von Olympia träumen kann. Als Jola und Ryan die Entscheidungsläufe für Olympia gewinnen und in die Deutsche Nationalmannschaft berufen werden, glauben sie sich am Ziel ihrer Träume. Doch in Beunos Aires warten jede Menge Überraschungen und unvorhergesehene Wendungen auf sie. Auch ihre Gefühle füreinander werden sie komplett neu überdenken... Katja Brandis ist es wieder einmal gelungen, Fachwissen in eine spannende Jugendstory zu verpacken. Sie erzählt über die Gedanken, Sorgen, Gefühle der jungen Sportler, aber auch über den täglichen Leistungsdruck, den Verzicht, die Anfeindungen und den Siegenstaumel so intensiv, dass man sich selbst bei der Olympiade mit ihren Helden ins Stadion einlaufen sieht. Fünf Sterne *****und mehr:=)

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  • Tolle Unterhaltung, auch für Sportmuffel

    Freestyler

    Spatzi79

    04. March 2016 um 13:24

    Jola ist Leichtathletin und träumt von einer Teilnahme bei der Olympiade. Doch immer wieder hat sie Probleme mit ihrer Achillessehne und so kommt sie irgendwann auf die Idee, sich „optimieren“ zu lassen. Wir befinden uns im Jahr 2030 und die Sportwelt hat sich im Vergleich zu heute ziemlich verändert. Es gibt sogenannte Freestyler, die ihre Körper mit Implantanten und Prothesen aufrüsten und so ungeahnte Leistungen erbringen. Die meisten dieser Freestyler sind aufgrund von Krankheiten oder Unfällen auf die Prothesen angewiesen, so auch Ryan, dem nach einem schweren Autounfall beide Beine unterhalb der Knie amputiert werden mussten. Als Jola und er sich kennenlernen, sitzt er im Rollstuhl und kämpft mit den Schwierigkeiten, die ein Leben als „Behinderter“ mit sich bringt, sei es auch nur eine Stufe zu einem Eiscafé. Für Menschen wie ihn stellen Prothesen eine Chance dar, wieder ein beinahe „normales“ Leben zu führen und darüber hinaus im Sport ganz erstaunliche Leistungen zu vollbringen. Doch es gibt auch Menschen, die sich ohne wirkliche medizinische Notwendigkeit diversen operativen Verbesserungen unterziehen, um mit dem immer weiter steigenden Leistungsdruck mithalten zu können. In diesem Buch wagt die Autorin einen Blick in eine gar nicht so weit entfernte Zukunft. Wenn man sich Bilder von den Paralympics anschaut, sieht man auch heute schon Erstaunliches. Darüber hinaus stellt das Buch die Frage, wieweit man gehen sollte, um die bestmögliche Leistung aus sich und dem eigenen Körper herauszuholen. Ist es überhaupt noch die eigene Leistung, wenn sie auf hochtechnologischen Implantaten und Prothesen beruht? Gewinnt hier wirklich noch der beste Sportler oder vielmehr der mit dem besten Technikerteam im Hintergrund? Die beiden Hauptfiguren Jola und Ryan sind sympathisch und glaubwürdig, ebenso wie die weiteren Nebenfiguren (die natürlich nicht alle sympathisch sind, denn es muss ja auch mindestens einen Fiesling in der Geschichte geben). Sport ist mehr als ein Hobby für soie und dementsprechend sind sie bereit, viel dafür zu tun, damit sich ihre Träume erfüllen. Doch nicht alle ihre Träume haben mit Sport zu tun, sie sind auch ganz normale Jugendliche auf der Suche nach ihrem Platz im Leben und nach der großen Liebe. Ich bin eigentlich ein Sportmuffel und dementsprechend war ich etwas skeptisch, ob mich das Buch trotz der Thematik würde fesseln könne. Da ich die bisherigen Bücher der Autorin aber immer gut fand, habe ich mich darauf eingelassen und wurde nicht enttäuscht. Natürlich spielt das Thema Sport eine große Rolle, dennoch waren für mich mehr die dahinterstehenden Fragen spannend und interessant. Das Buch regt zum Nachdenken an und bietet einigen Diskussionsstoff. Immer wieder finde ich es auch toll, wie die Autorin ihre Phantasie in Bezug auf die Zukunft spielen lässt: manches klingt futuristisch, das meiste jedoch durchaus vorstellbar und gar nicht so weit von den heutigen Möglichkeiten entfernt. Ein unterhaltsames Jugendbuch mit spannender Thematik – auch für Nichtsportler absolut empfehlenswert!

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  • Leistungssport mal anders, jugendgerecht verpackt…

    Freestyler

    nicigirl85

    03. March 2016 um 17:11

    Auf ein neues Jugendbuch von Katja Brandis freute ich mich sehr, habe ich doch gern „Vulkanjäger“ und „Floaters – Im Sog des Meeres“ gelesen. Hier dachte ich allerdings vor Lektürestart, dass das gewählte Thema nicht meins ist als Sportmuffel, aber da mich die Autorin bisher noch nie enttäuscht hat, wagte ich den Sprung ins kalte Wasser und wurde belohnt. Die Geschichte spielt in der nahen Zukunft ab dem Jahr 2030 und entführt uns ins Sportlermilieu. Jola ist eine gute Sprinterin, doch ihr Leistungslevel wäre steigerbar. Mittlerweile ist es möglich den eigenen Körper zu optimieren, doch was für Folgen kann das haben? Lebt Jola mit ihren Defiziten oder wird sie sich dem Verbesserungswahn beugen? Auffällig ist, dass die Autorin mit Jola nicht nur eine interessante Hauptfigur erschaffen hat, sondern auch diverse Nebencharaktere vorstellt, die dem Leser ans Herz wachsen. Mein Highlight hier war ganz klar der Beinamputierte Ryan, der sein Herz am rechten Fleck hat und eine wahre Kämpfernatur ist. Mein Herz konnte er im Sturm erobern. Frau Brandis gelingt es sehr gut die Stimmung unter den Sportlern einzufangen und wie es ist als Team seinen Mann zu stehen. Gerade Nichtsportler wie meine Wenigkeit haben hier einige erhellende Momente. Besonders gelungen empfand ich das Einstreuen von komplizierten Situationen für Menschen mit Einschränkungen, denn gerade für Gehbehinderte ist der Alltag oft nicht leicht, da Treppen unüberwindbar scheinen und Bordsteine wie wahre Felsen demjenigen im Weg liegen. Ungemein eindringlich wird geschildert, was für Modifikationen am menschlichen Körper möglich sind, dass diese aber mitunter nicht folgenlos bleiben. Diese Möglichkeiten fand ich doch sehr erschreckend und hoffe stark, dass es dazu erst einmal nicht kommen wird. Gerade unter Sportlern sorgt so etwas nur noch mehr für Neid und Konkurrenzkampf. Der Jugendroman lädt zum Nachdenken ein, denn sehr bald stellt man sich die Frage wie weit man selbst für den Erfolg gehen würde und ob man das eigene Leben sogar dafür riskieren würde. Fazit: Ein tolles Jugendbuch, das eine interessante Zukunft beleuchtet, die real möglich scheint. Ideal für jung und alt. Lesenswert, von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung. Klasse!

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  • erschreckend und faszinierend zugleich

    Freestyler

    Tara01092012

    29. February 2016 um 10:32

    Das Buch wirkte auf den ersten Blick für mich "futuristisch" wegen den ganzen Hightechprothesen und Implantaten. Doch genauer betrachtet sind solche Themen gar nicht so weit hergeholt und in ferner Zukunft wie zuvor angenommen. Körperoptimierungen sind auch heute ein Thema, zwar in anderen Branchen als dem Sport und in anderer Form, trotzde sind sie nicht ungewöhnlich. Derzeit gehören sie jedoch eher in den Bereich der Schönheitschirurgie. Nach Beenden dieses Buches stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob es irgendwann wirklich Implantate zur körperlichen Verbesserung geben wird?! Da viele Sportler und Fitnessfanatiker immer wieder zu Mitteln greifen, die ihre Leistungen verbessern sollen, ist die Frage auch sicher nicht von ungefähr. Doch zu welchem Preis? Das Buch ist sehr spannend geschrieben, flüssig zu lesen und das Thema real, obwohl es auf den ersten Blick irgendwie ganz anders wirkt. Ich hatte etwas vollkommen anderes erwartet, aber trotzdem wurde ich nicht enttäuscht, sondern überrascht! Die Hauptcharaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen und somit konnte ich mit den beiden mitfühlen und mitfiebern. Leider gab es auch hier unfaire Gegner, die mit unsauberen Mitteln kämpfen, aber die gibt es wohl in jeder Sportart oder in jedem Verein. Sehr gut hat mir auch das Geschehen ausserhalb des Sports gefallen. Jola und Ryan sind echt toll und ein sehr schönes Paar.

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  • Leistungssport in der nahen Zukunft

    Freestyler

    Piranhapudel

    24. February 2016 um 13:46

    Ursprünglich erschienen auf meinem Blog Piranhapudel: https://piranhapudel.de/freestyler-katja-brandis/ Leistungssport, Training, Wettkämpfe, Olympia. Diese Themen sind mir im Grunde nicht unbekannt, dennoch habe ich mich nie näher damit beschäftigt. Als ich dann zum ersten Mal in der Verlagsvorschau "Freestyler" von Katja Brandis entdeckt habe, dachte ich allerdings sofort: Hey, das könnte genial und genial spannend werden. Eines kann ich schon mal vorwegnehmen: Das war es auch. "Freestyler" ist ein Jugendbuch, das auch für Erwachsene ein Lesegenuss sein kann, weil es so viele Themen in sich vereint: Sport, Disziplin und Leistungsdruck. Wie viel kann ich meinem Körper abverlangen? Wann bin ich gut genug? Reicht gut genug überhaupt? Es geht um eine erste Liebe, um Freundschaft, um Sport mit körperlichen Behinderungen. Und das alles angesiedelt im Jahr 2030, eine nahe Zukunft, die sich auf den ersten Blick sehr von unserer Gegenwart unterscheidet, auf den zweiten allerdings erschreckende Ähnlichkeiten aufzeigt. Die Protagonistin Jola ist eine Sprinterin. Jede freie Minute verbringt sie beim Training, stählt und behütet ihre Beine, die das wichtigste für ihren Erfolg sind. Ihr Traum ist es, bei der nächsten Olympiade zu starten, mit ihren ganz normalen Beinen, die sie allein so lange trainiert hat, um die Schnellste zu werden. Von den optimierten Sportlern, die sich freiwillig und ohne Notwendigkeit künstliche Muskeln und andere Körperteile implantieren lassen und in der Freestyle Klasse M antreten, hält sie nicht viel. Eines Nachmittags jedoch sieht sie, wie ein Junge im Rollstuhl das Training beobachtet. Ryan hat seine Beine bei einem Autounfall verloren und seinen Lebenswillen gleich mit, bald jedoch lernt er mit Prothesen zu laufen, fühlt sich wieder besser, und nicht nur das: Er bekommt Carbon-Blades, mit denen er rasend schnell laufen kann. Ryan und Jola trainieren bald gemeinsam und eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden entwickelt sich. Ich bin ganz ehrlich: Wenn da nicht Katja Brandis auf dem Cover gestanden hätte, wäre ich mir nicht so sicher, ob ich mich so auf dieses Buch gestürzt hätte. Bei dem ersten Buch, das ich von ihr gelesen habe, "Floaters", waren es die modernen Piraten und das Problem mit dem Plastikmüll, die mich überzeugt haben. Bei "Freestyler" habe ich meine volle Hoffnung auf die Autorin gesetzt, darauf, dass sie wieder ein packendes Jugendbuch geschrieben hat. Ich wurde nicht enttäuscht. Katja Brandis hat es echt geschafft, dass ich mich nach ein paar Seiten voller Begeisterung und Faszination in ein Thema stürzte, für das ich mich vorher kaum interessiert hatte. Und das lag hauptsächlich an zwei Gründen: an der Atmosphäre und an den überspringenden Gefühlen. Kleine Details, technisch fortgeschrittene Geräte, die wie selbstverständlich in die Geschichte eingestreut sind, lassen die nahe Zukunft vor dem inneren Auge Wirklichkeit werden. Dazu gesellt sich noch der personale Erzähler, der Jolas Leben und Alltag begleitet und den Leser darin eintauchen lässt. Von ihrem alltäglichen Training zu berichten mag im ersten Moment nicht besonders spannend klingen und nach dem ersten Wettkampf ist doch bestimmt auch erst mal die Luft raus. Nein, bei "Freestyler" nicht. Manchmal habe ich mich gefühlt, als würde ich selbst durch die Geschichte sprinten, so sehr ist mein Herz gerast. Bei den Wettkämpfen hatte selbst ich weiche Knie, wie konnte Jola es da nur schaffen, so schnell zu rennen? "Freestyler" besitzt außerdem einige gesellschaftskritische Elemente. Wie weit muss man gehen, um gut genug zu sein? Können die Menschen in dieser nahen Zukunft ohne körperliche Optimierungen überhaupt gut genug sein? Fehlt ihnen da nicht etwas, das andere Menschen schon längst wie selbstverständlich in ihr Leben — oder vielmehr: in ihre Körper — integriert haben? Jola ist eine nachdenkliche Person, die sich nicht von anderen vorschreiben lässt, was sie zu tun und zu lassen hat. Sie wägt ab, überlegt hin und her. So kommt die Kritik an dieser Gesellschaft und am Leistungssport zustande, die man auch auf die Gegenwart projizieren kann, ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Zu guter Letzt: Was wäre ein Jugendbuch ohne erste Male? Eine erste Liebe? Erwachsen werden? Unaufdringlich und glaubwürdig werden auch diese Elemente in die Geschichte eingeflochten und geben Freestyler den letzten Schliff. Ich habe gar keine andere Wahl als dieses Buch einfach allen Lesern, die meine Argumentation angesprochen hat, wärmstens zu empfehlen. Es ist spannend, gefühlvoll, überraschend und einfach gut.

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  • Spannender Jugendroman nicht nur für Jugendliche

    Freestyler

    Idefix040410

    11. February 2016 um 16:16

    Wie weit geht man für olympisches Gold? Wir schreiben das Jahr 2030. Jola ist 17 Jahre jung und eine erfolgreiche Sprinterin, die einen großen Traum hat. Einmal bei der Olympiade in Buenos Aires 2032 laufen dürfen. Bis dahin trainiert sie eisern in München im Olympia – Stadion und bereitet sich gleichzeitig auch auf ihr Abitur vor. Beim Training fällt ihr ein Junge im Rollstuhl auf – Ryan. Bei einem Autounfall wurden ihm beide Beine zerquetscht. Vorher war er in der hiesigen Basketball-Mannschaft erfolgreich, doch das ist nun vorbei. Jola fühlt sich irgendwie zu Ryan hingezogen und zwischen beiden entsteht eine innige Freundschaft. Als Jolas Trainerin erklärt, dass sie sich zur Ruhe setzen wird, übernimmt Till, Jolas heimlicher Freund und ehemaliger erfolgreicher Hürdenläufer das Training, was natürlich einige Probleme mit sich bringt. Auch ihr Zuhause scheint irgendwie nicht mehr so harmonisch zu sein wie früher. Und dann ist da noch ihre Achillessehne, die ab und an schmerzt. Zu den Weltmeisterschaften 2031 in Osaka schafft sie es dann sogar bis ins Finale, muss aber wegen der Achillessehne, die sich entzündet hat, vorzeitig aufgeben. Zum ersten mal denkt Jola über eine Modifizierung nach, um 2032 zu den olympischen Spielen starten zu können. Zu dieser Zeit ist diese Art, sich Prothesen oder künstliche Gliedmaßen, Muskeln, ja sogar Organe einsetzen zu lassen, schon sehr weit fortgeschritten. Und auch Ryan trägt mittlerweile „Blades“ aus Carbon, um sich seinen Traum von Olympia 2032 in der „Freestyle-Klasse“ zu ermöglichen. Dort kämpfen normale Sportler gegen modifizierte Athleten. Doch nicht alle Sportler sind von der Modifizierung von Körperteilen überzeugt. Jola merkt mittlerweile, dass sie mehr Gefühle für Ryan empfindet, als sie zugeben will. Beide schaffen es nach Buenos Aires, aber da geht es schnell nicht mehr um olympisches Gold, sondern ums nackte Überleben. Katja Brandis hat es auch mit ihrem neuen Near Future Roman geschafft, junge und ältere Leser zu fesseln, mich auf alle Fälle. Es war mein erster Roman von ihr und ich bereue, nicht schon eher nach ihren Büchern gegriffen zu haben. Aber das lässt sich ja nachholen. Die Handlung spielt im Jahr 2030 und später und trotzdem hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, dass es irgendwie unrealistisch erscheint, von was da im Buch geschrieben wird. Smartphones werden durch Communicatoren ersetzt, Das Implantieren von künstlichen Gelenken, Muskeln, Sehnen und Organen mit weitaus besserer Leistung als menschliche Körperteile wird immer öfters durchgeführt. Bei den olympischen Spielen gibt es neben den Paralympics eine „Freestyle“ Klasse, wo modifizierte Athleten gegen nicht modifizierte Sportler antreten. Höher, schneller, weiter durch Modifizierung ist der neue Trend. Und es wird auf diese oder ähnliche Weise in nicht allzu ferner Zukunft auch im realen Leben nicht mehr weg zu denken sein, dessen bin ich mir sicher. Die Hauptprotagonistin Jola war mir sehr sympathisch. Bei ihr habe ich dann auch gemerkt, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Typische jugendliche Probleme, der erste Freund, der erste Kuss, das Abitur, der sportliche Ehrgeiz. Mit all den Dingen muss sich Jola auseinandersetzen. Im Laufe der Handlung wird sie ein Stück weit erwachsen, was mir sehr gefallen hat. Die Entwicklung von ihr vom Teenie zur jungen Frau war sehr gut ausgearbeitet. Aber auch Ryan und Till sind authentische Charaktere im Buch. Till ist zwar noch jung vom Alter her, agiert aber mit ziemlicher Reife, wogegen Ryan so manches mal unüberlegt und kopflos handelt. „Freestyler“ lässt sich sehr gut und fließend lesen. Nichts, was überflüssig erscheint oder den Spannungsaufbau abfallen lässt, findet man im Buch. Abwechselnd wird die Geschichte aus der Sicht von Jola und Ryan erzählt. Bei beiden Hauptprotagonisten merkt man, wie liebevoll diese Charaktere von Katja Brandis entwickelt wurden. Mit seinen über 400 Seiten ist das Buch „Freestyler“ eine spannende Geschichte um eine junge Frau im Jahre 2030, die ihren Weg sportlich und privat geht. Das Buch bekommt von mir verdiente 5 Sterne.

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  • Schonungsloser Blick hinter die Kulissen des Hochleistungssports (der Zukunft)

    Freestyler

    Ideealistin

    09. February 2016 um 11:53

    "Freestyler", eine Geschichte rund um über Athletik und Wettkampf - das verspricht erstmal eine ganze Menge Spannung. Wird Jola die Qualifikation schaffen oder nicht? Wird sie das Olympiarennen gewinnen oder nicht? Knackt sie den neuen Rekord, oder lässt sie sich von ihrer Verletzung zurückwerfen? Doch genau um diese Fragen geht es in Katja Brandis neuem Jugendroman nicht - nicht ausschließlich. Klar, da sind die nervenaufreibenden Renn-Szenen, die Stille vor dem Start, die Stadion-Atmosphäre. Vor allem aber geht es um Jola selbst, den Menschen hinter der Leistung. Jola Spiegler, die auch nach einem missglückten Rennen am nächsten Tag wieder in die Schule muss. Der es schwer fällt, sich im Unterricht zu konzentrieren, deren Familie in Schwierigkeiten gerät, die sich in Beziehungsnetze verstrickt und auf der ein ungeheurer Druck lastet: Jedes Rennen muss besser sein als das davor. Ständig muss sie sich weiterentwickeln, ihren Körper an seine Grenzen treiben. Nur, was wenn das nicht mehr ausreicht? Dies ist die eigentliche Frage, um die sich der Roman dreht. Wie weit darf ich gehen, um meinen Körper zu "optimieren"? Wie verändert das meine Identität? Und wenn ich auf natürlichem Wege nicht mehr weiterkomme, was ist mit technischen Hilfsmitteln? In der zukünftigen Kategorie Freestyler ist alles erlaubt: Von künstlichen Muskelfasern bis hin zu Knochenmarkimplantaten. Hauptsache, die Leistung stimmt. Es ist faszinierend, und erschreckend zugleich, mitanzusehen, wie Jola immer tiefer in diese manchmal schon grotesk wirkende Welt der Selbstoptimierung hineinrutscht. Die Illusion des Sprinters als unabhängige Kraftbombe wurde mir als Leser schnell genommen! Jola gehört zu den schnellsten Frauen der Welt, und trotzdem ist sie abhängig von Sponsoren, Trainern und nicht zuletzt den Medien. Einen großartigen Begleiter gibt dabei der vielschichtige Paralympicer Ryan ab, der durch einen Unfall beide Beine verlor und sich seit dem mal wie der größte Mistkerl der Weltgeschichte und dann wieder wie ein echter Freund verhält. Er ist auch der Aufhänger für ein weiteres Thema des Romans: Sport trotz Behinderung. Hervorragend recherchiert, auf eindringliche Weise, mit Frische und immer einer Prise Humor, erzählt Katja Brandis, wie Jola versucht, in dieser Umgebung zu einem eigenständigen Leben, zu sich selbst, und - natürlich - auch zu ihrer großen Liebe zu finden.  Positiv zu erwähnen sind dabei unbedingt noch die außergewöhnlichen Settings, besonders am Ende des Romans, wo es sogar in die Elendsviertel von Buenos Aires geht. Die spannenden Rennen kommen dabei nicht zu kurz, sind aber nicht der Schwerpunkt des Romans. Wer sich also auf eine flott zu lesende seichte Wettkampfstory gefreut hat, dem wird dieser Roman vermutlich nicht gefallen. Wer sich allerdings einen tieferen Blick hinter die Kulissen des Hochleistungssports (der Zukunft) erhofft, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. In "Freestyler" geht es wirklich ans Eingemachte.

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  • Schonungsloser Blick hinter die Kulissen des Hochleistungssports (der Zukunft)

    Freestyler

    Ideealistin

    09. February 2016 um 11:51

    "Freestyler", eine Geschichte rund um über Athletik und Wettkampf - das verspricht erstmal eine ganze Menge Spannung. Wird Jola die Qualifikation schaffen oder nicht? Wird sie das Olympiarennen gewinnen oder nicht? Knackt sie den neuen Rekord, oder lässt sie sich von ihrer Verletzung zurückwerfen? Doch genau um diese Fragen geht es in Katja Brandis neuem Jugendroman nicht - nicht ausschließlich. Klar, da sind die nervenaufreibenden Renn-Szenen, die Stille vor dem Start, die Stadion-Atmosphäre. Vor allem aber geht es um Jola selbst, den Menschen hinter der Leistung. Jola Spiegler, die auch nach einem missglückten Rennen am nächsten Tag wieder in die Schule muss. Der es schwer fällt, sich im Unterricht zu konzentrieren, deren Familie in Schwierigkeiten gerät, die sich in Beziehungsnetze verstrickt und auf der ein ungeheurer Druck lastet: Jedes Rennen muss besser sein als das davor. Ständig muss sie sich weiterentwickeln, ihren Körper an seine Grenzen treiben. Nur, was wenn das nicht mehr ausreicht? Dies ist die eigentliche Frage, um die sich der Roman dreht. Wie weit darf ich gehen, um meinen Körper zu "optimieren"? Wie verändert das meine Identität? Und wenn ich auf natürlichem Wege nicht mehr weiterkomme, was ist mit technischen Hilfsmitteln? In der zukünftigen Kategorie Freestyler ist alles erlaubt: Von künstlichen Muskelfasern bis hin zu Knochenmarkimplantaten. Hauptsache, die Leistung stimmt. Es ist faszinierend, und erschreckend zugleich, mitanzusehen, wie Jola immer tiefer in diese manchmal schon grotesk wirkende Welt der Selbstoptimierung hineinrutscht. Die Illusion des Sprinters als unabhängige Kraftbombe wurde mir als Leser schnell genommen! Jola gehört zu den schnellsten Frauen der Welt, und trotzdem ist sie abhängig von Sponsoren, Trainern und nicht zuletzt den Medien. Einen großartigen Begleiter gibt dabei der vielschichtige Paralympicer Ryan ab, der durch einen Unfall beide Beine verlor und sich seit dem mal wie der größte Mistkerl der Weltgeschichte und dann wieder wie ein echter Freund verhält. Er ist auch der Aufhänger für ein weiteres Thema des Romans: Sport trotz Behinderung. Hervorragend recherchiert, auf eindringliche Weise, mit Frische und immer einer Prise Humor, erzählt Katja Brandis, wie Jola versucht, in dieser Umgebung zu einem eigenständigen Leben, zu sich selbst, und - natürlich - auch zu ihrer großen Liebe zu finden.  Positiv zu erwähnen sind dabei unbedingt noch die außergewöhnlichen Settings, besonders am Ende des Romans, wo es sogar in die Elendsviertel von Buenos Aires geht. Die spannenden Rennen kommen dabei nicht zu kurz, sind aber nicht der Schwerpunkt des Romans. Wer sich also auf eine flott zu lesende seichte Wettkampfstory gefreut hat, dem wird dieser Roman vermutlich nicht gefallen. Wer sich allerdings einen tieferen Blick hinter die Kulissen des Hochleistungssports (der Zukunft) erhofft, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. In "Freestyler" geht es wirklich ans Eingemachte.

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