Katja Kraus

 4 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Freundschaft, Macht und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Katja Kraus

Macht

Macht

 (1)
Erschienen am 24.04.2014
Freundschaft

Freundschaft

 (1)
Erschienen am 19.02.2015

Neue Rezensionen zu Katja Kraus

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Rezension zu "Freundschaft" von Katja Kraus

Nachdenklich
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Ich habe das Buch geschenkt bekommen, da ich gerade eine schmerzliche Trennung von meiner engsten Freundin erleben musste. Dieses Buch ist nicht geeignet, einem bei der Aufarbeitung  der Trauer zu helfen, aber es ist tröstlich von anderen Menschen zu hören, wie sie Freundschaft erleben. 
Leider werden nur berühmte und in der Öffentlichkeit stehende Personen interviewt, aber es ist erstaunlich, mit welcher Offenheit sie über das Thema sprechen. Egon Bahr z.B. beschreibt seine Erkenntnis der tiefen Freundschaft mit Willy Brandt als "unauslöschliche Liebe ohne Sex" und Freundschaft hat für ihn auch mit dem Respektieren der jeweiligen persönliche Grenzen zu tun. Marina Weisband: Manche Freundschaften sind von allen Einflüssen unbeeindruckt, trotzen jeder Entwicklung und haben sich auf eine unzertrennbare Weise mit dem eigenen Leben verwoben, Andere definieren sich mit den Einschnitten neu und einige gehen dabei verloren.  Jürgen Flimm: Freundschaft müsse selbstlos sein, dazu gehört auch Verzicht. Das unterscheidet sie in ihrer moralischen Erscheinungsform auch von der Liebe. 'In Freundschaften geht man nicht fremd!' Und noch viele andere. Jeder definiert Freundschaft etwas anders, aber für jeden ist sie etwas Besonderes, Lebenswichtiges. 
Lesenswert, den Freundschaft betrifft jeden.

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Rezension zu "Macht: Geschichten von Erfolg und Scheitern" von Katja Kraus

Rezension zu "Macht" von Katja Kraus
HeikeGvor 6 Jahren

"Es gab kein Entkommen, ich hatte eine Riesenverantwortung, das Rad musste weitergedreht werden" oder: Macht entscheidet
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Der Begriff des Scheiterns hat Konjunktur. Auch wenn uns die Moderne mit deren verkörpertem Glücksversprechen das Gegenteil souffliert. Denn dieses verheißt uns schließlich die Lösung aller Probleme, wenn man nur mit den Mitteln der Vernunft an ihrer Bewältigung arbeitet. Doch Scheitern gehört trotzdem beinahe zu einer alltäglichen Situation. Schon länger scheitern Ehen, der FC Bayern wurde wieder einmal nicht Deutscher Meister und ist an seinem eigenen Anspruchsniveau gescheitert, Lebensplanungen und -wünsche lassen sich nicht realisieren und werden sodann als gescheitert verworfen. Auch berufliche Wege sind mit Rückschlägen und Enttäuschungen, gelegentlich mit Statusverlust und unangemessener Beurteilung gepflastert. Keine Biografie ist makellos, Bruchstellen findet man in jeder. Doch wir differenzieren. Bilder erfolgsverlassener Leistungsträger, gefallener Helden und orientierungsloser Lenker, jenes publikumsbegleitende Scheitern "großer Karrieren", führt in den seltensten Fällen zu Verständnis und Mitgefühl bei der Bewertung des "Falles", auch wenn es ganz ähnliche Gefühle, dasselbe Spektrum umfasst.
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Siebzehn Frauen und Männern mit exponierten Lebensläufen, einflussreichen Positionen und bedeutungsvollem Auftreten, die alle auf die ein oder andere Art auf den Pfaden der Macht gewandelt und beinahe ausnahmslos "medienwirksam" gescheitert sind, hat sich Katja Kraus angenommen. In sieben Kapiteln lässt Sie Sportler, Politiker, Schriftstellerin und Chefredakteure, Tänzerin und Manager zu Wort kommen und über ihre ganz persönlichen Empfindungen beim medial begleiteten Scheitern erzählen. Dabei treiben sie Fragen an wie: Wann entsteht die Bereitschaft, die eigene Fähigkeit und Überzeugung für eine Sache der öffentliche Bewertung auszusetzen? Ist die Resonanz auf das eigene Tun vielleicht gar eine Droge, die zunehmend ihre Wirkung entfaltet? Welche Voraussetzung eint all diejenigen, die nach Macht und Bedeutung streben? Was ist das für eine Kraft, die zuweilen auch eigene Grenzen und Wesensgrundierungen überwindet, und was passiert, wenn diese Kraft an Wucht verliert? Wird vielleicht gar der Machtwille umso größer, wenn der Staus von außen bedroht ist? Wie verändert sich die Ausübung der Macht in diesem Fall? Wie bereitet man sich vor, wenn der Ausstieg ein zwangsläufiger Prozess geworden ist? Was kommt danach?
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Aus diesen und vielen anderen Fragen zeichnet die Autorin in sieben Kapiteln den Weg von der ersten Erkenntnis, über den inneren Antrieb bis hin zur Spitze, der Auflösung, dem unvermeidlichen "Tag X" sowie dem "Leben danach" nach. Wer allerdings ein neuerliches skandalträchtiges Enthüllungsbuch erwartet, wird enttäuscht sein. Denn Katja Kraus gelingt ein beeindruckendes, bemerkenswert intelligentes und absolut überzeugendes literarisches Debüt. Klischees weiß die Autorin gekonnt zu umschiffen bzw. gar nicht erst zu bedienen. Dabei war ihr ihre eigene Biografie als ehemalige Torfrau des FSV Frankfurt und Managerin im Vorstand des Hamburger SV, treibende Kraft im persönlich durchlebten Veränderungsprozess. Kraus wertet nicht, sondern hinterfragt. Sie urteilt nicht, sondern beobachtet. Analytisch, aber keineswegs trocken, mit einem wohldosierten Maß an Sensibilität und Einfühlungsvermögen erspürt die Autorin selbst minimalste Nuancierungen ihrer Gesprächspartner. Dadurch ermöglicht sie dem aufmerksamen Leser einen ehrlichen und unverzerrten Blick auf so manche Überinszenierung, auch wenn die Wahrhaftigkeit der offenbarten Gedanken und Gefühle letztendlich nur der Befragte selbst kennt. Der rote Faden, der sich durch das komplette Buch zieht, wird dabei unzweifelhaft mit den unzähligen Assoziationen, Synonymen und ebenso vielen Erscheinungsformen der Macht gewebt. Ausgangspunkt bzw. "Aufhänger" ist dabei der Erkenntnispunkt, der Moment, der den Bruch jedes einzelnen, von ihr Interviewten kennzeichnet.
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Fazit: Macht tritt für alle einflussreichen Akteure in unterschiedlichster Gestalt in Erscheinung. "Macht zieht Macht an.", weiß Katja Kraus. Und weiter: "Machtstreben forciert Konkurrenzkampf. Erhöht die Wahrscheinlichkeit des Unterliegens. Nicht nur im Moment des Absturzes, sondern auch im Alltag gibt es immer die Konfrontation mit der machtvolleren Instanz. Der Mächtige wird zum Machtlosen, Machtausübung wird von Machtempfängnis abgelöst. Vor und zurück. Die Handelnden wandeln zwischen den Rollen." Eines wird letztendlich jedoch bei allen Betrachtungen des Scheiterns ersichtlich, wenn auch meist vergessen: Die Faszination für den Außenstehenden ebenso wie die Härte des Aufpralls für den Fallenden entsteht aus der Fallhöhe. "Die spektakuläre Niederlage braucht den vorausgegangenen Erfolgslauf."

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