Normal ist anders

von Katja Kulin 
3,4 Sterne bei13 Bewertungen
Normal ist anders
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Anders, aber schön!

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Inhaltsangabe zu "Normal ist anders"

Die Liebe geht seltsame Wege. Manche davon führen direkt durch die Klapse.

Lea kann nichts mehr schlucken. Kein Brot, keine Schokolade, kein Obst. Wenn sie ehrlich ist, will sie auch gar nichts mehr schlucken. Lea leidet unter panischer Angst vor dem Ersticken. Inzwischen ist die 26-Jährige so untergewichtig, dass sie sich entscheiden muss: Sterben oder Therapie. Sie entscheidet sich für Letzteres. In der Klinik werden aus den anfangs so skurril erscheinenden Mitpatienten bald gute Freunde, und ganz unerwartet passiert Lea auch noch das Normalste überhaupt: Sie verliebt sich. In den hochsensiblen Ben, der einen Sammelzwang hat. Er tut ihr gut, aber kann sie seine Liebe überhaupt zulassen? Und dann wird sie rückfällig.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548288000
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:02.12.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Anatolas avatar
    Anatolavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Humorvoll und voller Hoffnung. Auch jeder der keine Erfahrung mit phsychischen Erkrankungen hat, kann hier sich und dem Leben näher kommen
    Keine Angst vor psych. Krankheiten & der Suche nach sich Selbst- leicht und humorvoll mit Aussage


    „Normal ist anders“ von Katja Kulin, erschien 2016 im Ullstein Taschenbuch Verlag und ist ein Jugendroman der sich mit dem Lauf der Dinge und des Lebens, mit den Sorgen und Gedanken einer jungen Frau befasst und einem das Thema psychische Erkrankungen näher bringt und eindringlich beschreibt, jedoch auch die Angst davor nimmt. Letztendlich wird klar, dass jeder sein Päckchen mit sich trägt und es nicht schlimm ist Hilfe zu suchen. Auch das Probleme manchmal der Lösung von etwas tiefer liegendem dienen wird hier klar, alles Inhalte die ich als Botschaft an die Welt sehr befürworte. Das ganze wird hier mit Humor und Charme verpackt, was dem Werk teilweise die Dramatik und den Ernst des Themas nimmt, jedoch den Spaßfaktor des Leseerlebnisses steigert und dem „Angst nehmen“, im Bezug auf dieses Thema dient. Für viel Jugendliche ist diese Erzählweise denke ich der richtige Ansatz und auch mir hat es gefallen, dennoch gibt das starke „Friede, Freude Eierkuchen“ Bild für mich einen winzig kleinen Abzugspunkt.


    Lea ist eine Studentin die, durch ihre psychische Erkrankung die es ihr unmöglich macht feste Nahrung zu sich zu nehmen gezwungen ist ihr Leben und ihren Alltag zu verlassen, um sich in einer Klinik Hilfe zu suchen und gleichzeitig wie nie zuvor mit ihrem Leben und ihrer Vergangenheit konfrontiert zu werden. In der Klinik begegnet sie nicht nur sich selbst, sondern auch vielen anderen mit denen sie Freundschaften schließt die sie und ihre Mitpatienten voran bringen.

    Sie begegnet den unterschiedlichsten Persönlichkeiten, der magersüchtigen Tanja, dem transsexuellen schüchternen Ismael der lieber Hülja wäre, der verrückten Künstlerin Anna, der liebenswerten, bemutternden Ulla und natürlich dem sensiblen Ben mit Sammlerfimmel, in den sie sich schließlich verliebt. Auch dies gestaltet sich zunächst als ein Problem, dessen Lösung in ihrer Vergangenheit, bei ihrer Jugend und Familiengeschichte liegt, doch letztendlich ist ihre Krankheit nicht das Hindernis, sondern die Möglichkeit ihres Lebens, durch die sie zu dem Ursprung ihrer Probleme und letztendlich zu sich selbst findet.

    Inhaltlich stimmt das Gesamtbild. Zu Beginn des Romans, werden Leas Gefühle und Ängste an ihrer Nahrung zu ersticken eindrucksvoll beschrieben. Man kann sich hervorragend in die Situation der Protagonistin hinein versetzen und die Art und Weise wie ihre Angst beschrieben wird, löst sogar beim Leser ein Gefühl der Beklemmung aus. Als der Mitpatient Ben ins Spiel kommt, stößt man sofort auf jemanden, den man als interessanten Charakter bezeichnen kann und wartet sehnsüchtig darauf mehr von ihm zu erfahren und ihn im Laufe der Geschichte besser kennenzulernen. Dies geschieht jedoch bis zum Ende des Buches nicht wirklich. Man empfindet ihn weiter als den geheimnisvollen und sensiblen Charakter und gewinnt ihn, wie auch Lea es tut gern, doch insgesamt bleibt er bis zum Schluss etwas blass und man wartet bis auf die letzte Seite auf mehr. Selbst als seine Vorgeschichte in Spiel kommt, die seine Art und den Grund für seinen Klinikaufenthalt erklären soll, gelingt dies nicht ganz. Die Vorgeschichte wirkte auf mich unerklärlich unglaubwürdig, zu aufgesetzt und nimmt dem Charakter eher mehr, als es ihm gibt. Vielleicht hätte sich die Autorin hier von der Vorstellung lösen müssen, bis zum Ende alles klären zu müssen. Auch die Liebesgeschichte wirkt nicht ganz ausgereift, obwohl sie sehr schöne Ansätze hat, ist auch sie zu blass, stört teilweise und wirkt noch nicht fertig und in einen gelungenen Kontext gestellt. So ist man inhaltlich zwar zwischendurch leicht enttäuscht, das Leseerlebnis stimmt aber letztendlich und die Geschichte fesselt, bis auf die letzte Seite, so dass man gerne weiter liest.

    Stilistisch wird deutlich, dass die Autorin ihr Handwerk versteht. Der Erzählstil ist fesselnd, eindrucksvoll und überzeugend. Besonders die Kursiveinschübe in der Lea über ihre Vergangenheit erzählt gefallen mir als Stilmittel ausgesprochen gut. Zwischen den von ihr erzählten Handlungssträngen gibt es nämlich kleine Passagen die in der zweiten Person geschrieben wurden und Geschichten aus Leas Jugend beinhalten. Durch die ungewöhnliche Wahl in der Grammatik wird man aufmerksam und weiß nicht ob man sich angesprochen fühlen soll oder ob sich der Text nun noch weiter von einem abrückt. Letztendlich wird in einer Therapiesitzung von Leas Therapeut erwähnt, dass sie wenn sie über sich selbst spricht, nicht bei sich selbst sei und immer alles so erzähle, als hätte es nichts mit ihr zutun. Ab diesem Punkt denkt man sich „Genial“. Diese Erzählweise ist raffiniert und lässt Interpretationsfreiraum für den Leser.

    Die Charaktere wirken teilweise etwas dem bekannten Klischee entsprechend, was aber natürlich nicht heißt das es nicht auch Menschen gibt die wirklich in dieses Klischee passen, sind aber dennoch bis auf die eben genannten, lebhaft beschrieben. Es ist eine Welt in die man eintauchen kann, dabei ist teilweise unwichtig das unser Schauplatz eine psychiatrische Klinik ist, doch das mit diesem Buch nun auch ein Medium gibt das uns die Horrorfilmvorstellungen von einem solchen Ort und damit der Sache an sich genommen wird finde ich gut, allerdings sollten wir auch nichts verharmlosen. Letztendlich geht auch der Leser auf eine Reise zu sich selbst und kommt auf seichte, gerade so nicht zu tiefschürfende Art dem Thema psychische Krankheit, etwas dass man oft nicht sehen, verstehen oder dem Körper ansehen kann, näher. Diese sanfte, fast seichte Art ist hier schön, denn sie gibt verunsicherten und verletzlichen Menschen (die mitunter Jugendliche und auch manchmal ich sind) Hoffnung, Mut und Vertrauen in das Leben.

    Ich kann das Buch jedem empfehlen der sich eher leichte und humorvolle Literatur mit Aussage wünscht.

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    klaudia96s avatar
    klaudia96vor einem Jahr
    Anders in einer Welt der gleichen Normalen ...


    Inhalt


    Lea ist anders. Deshalb steckt sie auch in der Psychiatrie. Freiwillig. Denn ihr ist klar, dass sie sich mit ihrer Angst vor dem Schlucken nicht mehr ins normale Leben trauen kann. Die Panik, dass sie ersticken könnte, beherrscht ihren Alltag. Und als sie Ben kennenlernt, der mit seinem Sammelzwang ebenso anders ist wie sie, stellt sie fest, dass Anderssein gar keine Schwäche sein muss – wenn man es nicht zulässt. Kann sie zu ihrer alten Form zurückfinden?


    Meine Bewertung


    Manche Bücher sind dazu geschaffen, meinen Glauben an das Gute im Menschen und in der Welt wiederherzustellen. „Normal ist anders“ gehört auch zu dieser Sorte. Berührend, intim und gleichzeitig nicht zu überladen beschreibt Katja Kulin Seiten an Menschen, die sich nach einem Bruch langsam wieder zusammenfügen und dabei besser verstehen lernen.


    Die Protagonistin Lea beschreibt in dem Buch ihren Alltag zwischen den verschiedenen Persönlichkeiten, die sich in einer solchen Nervenklinik finden. Allerdings sind die meisten Patienten freiwillig dort, es ist sehr frei und eine große Vertrauensbasis da. Lea ist ein eher schüchterner Mensch, will nach ihrer Promotion eine feste Stelle an der Universität bekommen, die allerdings durch ihre akute Schwäche gerade nicht möglich ist. Während sie langsam ihre Vergangenheit aufarbeitet und viel über sich selbst und ihre Angst vor dem Ersticken lernt, trifft sie auf weitere Menschen, die ihr eigenes Schicksal zu schultern haben.


    Die Charaktere fand ich durchweg hinreißend. So wundervolle kleine Details wurden beschrieben, man fühlt wirklich mit jedem einzelnen mit. Besonders Leas Geschichte hat mich zum Nachdenken angeregt, aber auch Ben mit seinem Sammelzwang hat viel zu erzählen, was nach und nach rauskommt. Mein größter Favorit war aber die Transsexuelle Ismail/Hülya: Vom Mann zur Frau entpuppte sich ein Schmetterling, der lange Zeit versteckt gelebt hatte. Ich hatte ziemlich oft Tränen in den Augen, wenn die Charaktere zueinander gehalten und sich gegenseitig unterstützt haben. Denn neben ihren Therapiesitzungen waren es ihre Freundschaften, die sie am meisten aus der Reserve gelockt haben.


    Katja Kulins Schreibstil war unkompliziert und ließ sich sehr leicht lesen. Ich mochte die Rückblicke in Leas Vergangenheit sehr gern, durch die man immer weiter in ihre Jugend und Kindheit vorgedrungen ist und sie besser verstanden hat.


    „Normal ist anders“ ist ein Buch, das mich noch eine Weile lang beschäftigen wird, da ich die Aufarbeitung dieses schweren Alltags wirklich gelungen finde. Ich mag die Positivität, die das Buch versprüht, ohne die schlechten Seiten zu ignorieren, und vor allem die Charaktere sind mir unheimlich ans Herz gewachsen, sodass ich wirklich nicht wollte, dass das Buch endet. Es war einfach von vorne bis hinten stimmig und ein großes Highlight für mich.

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    Libellas avatar
    Libellavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Schönes Buch, Leas Krankheit wird toll beschrieben und behandelt, die Liebesgeschichte wirkt jedoch etwas aufgesetzt.
    Das Leben in einer Klinik muss nicht langweilig sein...

    Von der psychischen Störung, die Lea hat, habe ich davor noch nie gehört. Sie hat Angst zu ersticken, weswegen sie nichts mehr isst. Dadurch wird sie stark untergewichtig und entscheidet sich, in eine Klinik zu gehen. Hier muss sie sich ihren Ängsten stellen und lernt die anderen Patienten kennen, die einige skurrile Geschichten zu erzählen haben. Lea verliebt sich in Ben, ein Patient, der einen Sammelzwang hat. 
    Das Buch ist toll und einfühlsam geschrieben, das Hauptthema bildet Leas Krankheit und die Arbeit daran, sie zu überwinden. Die Liebesgeschichte mit Ben hat mich jedoch nicht überzeugt, sie wirkt aufgesetzt und es wird nicht sehr in die Tiefe gegangen. Man hat das Gefühl, sie ist lediglich da, um das Buch spannender zu machen und Lücken in der Handlung zu füllen. Dennoch hat mir das Buch gut gefallen, da das Leben in der Klinik sehr spannend beschrieben wird. 

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    _Buchliebhaberin_s avatar
    _Buchliebhaberin_vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Anders, aber schön!
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    Leila_Jamess avatar
    Leila_Jamesvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Anders als erwartet. Ein schönes Buch über den Zusammenhalt von Patienten auf Station und ein Stück Normalität
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    _Unspoken_s avatar
    _Unspoken_vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ich liebe diese Geschichte <3
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    GrOtEsQuEs avatar
    GrOtEsQuEvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Der Titel könnte auch "Schön ist anders" lauten...
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    I
    Isabel1997vor 9 Monaten
    lifewithsaskias avatar
    lifewithsaskiavor einem Jahr
    Kuckucks avatar
    Kuckuckvor einem Jahr

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