Katja Kullmann

 2.9 Sterne bei 65 Bewertungen

Neue Bücher

Echtleben

 (15)
Neu erschienen am 23.09.2018 als Taschenbuch bei Suhrkamp.

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Generation Ally

Generation Ally

 (31)
Erschienen am 11.04.2002
Echtleben

Echtleben

 (15)
Erschienen am 23.09.2018
Rasende Ruinen

Rasende Ruinen

 (2)
Erschienen am 12.03.2012

Neue Rezensionen zu Katja Kullmann

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Rezension zu "Echtleben" von Katja Kullmann

Echtleben in Berlin???
ichundelainevor 2 Jahren

Was tut eine Generation, der nachgesagt wird, dass sie Heiapopeija sei (J. Fischer), sich nicht festlegen könne? Eine Generation, von der verlangt wird, flexibel zu sein und on top auch bitteschön noch Sicherheiten an zu häufen und Kinder in die Welt zu setzen?

Ein Teil davon zieht nach Berlin und schreibt genau darüber ein Buch!
So schlimm sich das auf den ersten Blick anhört (Schon wieder ein Berlin Berlin Roman, IGITT!) ist es aber nicht, ganz im Gegenteil. Katja Kullmann, ursprünglich aus der hessischen Provinz, zieht mit guten Universitätsabschlüssen und viel kreativer Energie in die Welt (Berlin) hinaus um all die Versprechen und Träume einzulösen, doch dann kommen die „Nuller Jahre“ (2000-2010) und so ziemlich alles geht irgendwie den Bach runter: Die Arbeit im „kreativen Sektor“ hört sich zwar glamourös an, wird aber so bescheiden bezahlt, dass man beim Amt aufstocken muss, Freunde streichen die Segel in der Hauptstadt und gehen wieder zurück in die heimische Provinz, manche werden zu Hyperkapitalisten.

Dazwischen Leute wie Katja Kullmann, die irgendwie ihre Ideale nicht verraten, aber trotzdem gerne eine Festanstellung hätten, die altruistisch Freunden helfen, obwohl sie selber nicht viel haben. Die sich bei irgendwelchen After-Work Feten am Buffet den Bauch voll schlagen, weil der Kühlschrank leer ist und sich auf Stipendien bewerben, wenn am Ende des Geldes noch Monat ist.

Ein liberaler Zyniker mag behaupten, dass dies alles Luxusprobleme seien, aber ich spreche niemandem seine Probleme und deren Gravität ab. Auch bin ich nicht der Ansicht, dass Frau Kullmann, in ihrem Buch irgendwen oder irgendeine Gruppe verurteilt. Ganz im Gegenteil. Mit einem Augenzwinkern beschreibt die „ihren Stamm“, die neuen Berliner Bohemiens und bewundert Menschen, die sich über ihre künstlerische Freiheit und Authentizität keine Gedanken machen und einfach bei Aldi an der Kasse sitzen, auf dem Land wohnen, zwei Mal im Jahr nach Malle fahren, Window Color als Hobby haben und trotzdem irgendwie glücklich sind.

Das Buch ist in einzelne Geschichten, die lose chronologisch zusammenhängen, gegliedert und liest sich unfassbar gut. Das ist kein „Lasst uns alle mal an Wetten-Dass…-Samstage denken“ Generationen Roman, das ist mehr und bestimmt nicht für jeden.

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Rezension zu "Generation Ally" von Katja Kullmann

Rezension zu "Generation Ally" von Katja Kullmann
Brentinivor 6 Jahren

Als dieses Buch 2002 erschien, war die neurotische Anwältin aus einer
amerikanischen Kult-Fernsehserie, Heldin einer ganzen Generation - der Generation Ally.
So wie Ally McBeal waren auch die Frauen dieser Generation, damals noch
alle Mitte 30, erfolgreich im Beruf, intelligent, unglaublich charmant
und mit besten Kenntnissen von Life Style bis zum Sex. Deutsche Autorin
Katja Kullmann, zu dem Zeitpunkt noch Expertin in Sachen Arbeit und
Wirtschaft, versuchte mit ihrem Buch, Antworten auf die Frage zu geben, Warum es heute so kompliziert ist, eine Frau zu sein (so
der Originaluntertitel des Buchs). Kullmann schafft das sehr cool und
vor allem präzise, in dem sie die Sozialisation einer ganzen Generation
geboren zwischen Mitte der 1960er und Mitte der 1970er beleuchtet. Dabei
untersucht sie all ihre Hobbys, Vorlieben und Zuneigungen, Träume,
Musikgeschmack, Sommercamps, Trainingsjacken und Trainingslager,
Brausegetränke, Urlaubsreisen, Fernsehsendungen usw. Obwohl eher für das
weibliche Lesepublikum geschrieben, liest sich dieses Buch auch aus der
männlichen Perspektive gut, allerdings bis zum Punkt, in dem Kullmann
anfängt, über bioloische Reifeprozesse bei Frauen zu schreiben. Zum
Glück geschieht dies ziemlich am Ende.

Die Klischees und
Lebensentwürfe der „Töchter der Emanzipation“ (Kullmann), die die
Autorin in ihrem Generationsatlas beschreibt, wurden auch von der Jury
des Deutschen Bücherpreises 2003 anerkannt, als "Genearton Ally" den
Preis in der Kategorie Bestes Sachbuch gewann. Doch nicht nur die
Fachjury war begeistert: Auch ich fand meinerseits das Buch von Katja
Kullmann so gut, vor allem war sie mir Einblicke in eine für mich neue
und unbekannte Generationskultur gegeben hat. Die Autorin öffnet die Tür
zum Verständnis einer deutschen Generation, und macht sie den Lesern
aus anderen Kulturkreisen (wie ich es zu dem Zeitpunkt noch war)
sympathisch, nah und vor allem vertraut.

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Nils avatar

Rezension zu "Echtleben" von Katja Kullmann

Rezension zu "Echtleben" von Katja Kullmann
Nilvor 7 Jahren

Nach 127 Seiten abgebrochen, da inhaltsschwach!
Ich lese die meisten Bücher immer zu Ende, fast schon zwanghaft, aber bei richtig schlechten Büchern schaffe ich es nicht und ‚Echtleben‘ gehört eindeutig in diese Kategorie.
'Echtleben - Warum es heute so kompliziert ist, eine Haltung zu haben' ist ein Sachbuch der Autorin Katja Kullmann. Die Dame ist Teil der hippen Medienwelt und anscheinend nicht mehr ganz so hip wie mir scheint, sonst hätte sie nicht ein so inhaltsschwaches Buch mit so viel Wut und Selbstmitleid geschrieben.
Das Buch ist in 15 Kapiteln unterteilt, wobei man sich nach Abschluss eines jeden Kapitels nicht so sicher sein kann was die Autorin mit diesem Sammelsurium an Bekanntenbeschreibungen, überheblichen, hämischen Mittelklassebemerkungen (normal erscheint hier ein Schimpfwort) uns mitteilen will.
Es geht eigentlich im Kern nur um 2 Dinge in diesem Buch: 1) Um Geld, dass die Autorin und vieler ihrer Bekannten nicht haben um einen (ihrer Meinung nach) angemessenen Lebensstil zu führen und um 2) Alles und Jeden denn die Autorin uncool findet. Selbst Bekannte und Freunde werden dort brutal lächerlich gemacht wie eine Bekannte die außerhalb von Frankfurt aufs Land zieht mit Kind und Kegel oder der uncoole Unternehmensberater auf dessen Terrasse sie sich dann doch ganz gerne aufhält.
Geschrieben ist das Ganze in einem völlig überholten „Hippster-Slang“. Man kann kaum eine Seite lesen ohne über eine „In-Vokabel“ zu stolpern (Easy Economy, no-go area, Alphamädchen und viele mehr…). Man liest zwischen den Zeilen den unbändigen Drang der naiven Autorin sich von allem zu distanzieren was langweilig und durchschnittlich ist, aber stahlt gleichzeitig eine Sehnsucht nach Sicherheit aus. Da frag ich mich: Was denn nun? Und das leider nach jeder Seite.
Das Werk ist auch nicht durch und durch schlecht. Nein, es finden sich auch gute Gedankengänge wieder und sehr gute Zitate und Ideen Dritter (alles in den Materialien am Ende zu finden), aber die Wut und das fehlende Gefühl für das echte schwellende Problem ist Katja Kullmann abhandengekommen. Ein gesellschaftskritisches Buch, dass vor allem eine Branche und einen Lebensstandard thematisiert ist es fast nicht wert publiziert zu werden. Beispielsweise gibt es ein Kapitel für die „Airbag-Eltern“ die das Leben der Kinder noch lange mitfinanzieren, obwohl sie schon eigene Kinder haben. Ja, natürlich sollte es so nicht sein, obwohl man schon Vollzeit arbeiten geht, aber was machen die vielen tausenden jungen Menschen die auf das Polster der Eltern nicht zurück greifen können?
Vielleicht hab ich die Zeilen von Katja Kullmann nicht verstanden, denn die Zielgruppe dieses Romans ist sicherlich nicht der Durchschnittsakademiker, nein, es sind sicherlich die oberen 10,000 der Medienschaffenden, die zu cool sind für diese Welt, aber leider zu arm um es uns zu zeigen. Falls sie sich das Werk wider Erwartens schon zugelegt haben, kann es wenigstens als Wohnaccessoire genutzt werden, da der Einband ganz nett gestaltet wurde, lesen würd ich es nicht.

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