Katja Kullmann

 3,3 Sterne bei 181 Bewertungen
Autor*in von Stars, Generation Ally und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Katja Kullmann, geboren 1970, ist Essayistin und Sachbuchautorin. 2011 erschien ihr vieldiskutiertes Buch Echtleben. Warum es heute so kompliziert ist, eine Haltung zu haben.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Stars (ISBN: 9783446288768)

Stars

(88)
Neu erschienen am 21.07.2026 als Taschenbuch bei Hanser Taschenbuch.

Alle Bücher von Katja Kullmann

Cover des Buches Stars (ISBN: 9783446288768)

Stars

(88)
Erschienen am 21.07.2026
Cover des Buches Generation Ally (ISBN: 9783821839189)

Generation Ally

(31)
Erschienen am 11.04.2002
Cover des Buches Die Singuläre Frau (ISBN: 9783446269392)

Die Singuläre Frau

(18)
Erschienen am 14.03.2022
Cover des Buches Echtleben (ISBN: 9783518469446)

Echtleben

(16)
Erschienen am 25.09.2018
Cover des Buches Die Singuläre Frau (ISBN: 9783423352123)

Die Singuläre Frau

(4)
Erschienen am 14.09.2023
Cover des Buches Rasende Ruinen (ISBN: 9783518062180)

Rasende Ruinen

(2)
Erschienen am 14.03.2012
Cover des Buches Die Singuläre Frau (ISBN: 9783742422996)

Die Singuläre Frau

(5)
Erschienen am 16.03.2022

Neue Rezensionen zu Katja Kullmann

Cover des Buches Stars (ISBN: 9783446288768)
Lesekosmoss avatar

Rezension zu "Stars" von Katja Kullmann

Lesekosmos
Durch die Sterne zum Star

Was für eine herrliche Persiflage auf die Astrologie-Szene – und mit einigen Seitenhieben auch auf jene Esoterik, die sich gerne um sie herum versammelt. Katja Kullmann nimmt in ihrem ersten belletristischen Roman „Stars“ eine Welt aufs Korn, in der die Sehnsucht nach Orientierung offenbar umso größer wird, je weniger Orientierung die Wirklichkeit zu bieten hat. Und sie tut das erfreulicherweise nicht mit dem Degen, sondern mit dem Florett.

Die Protagonistin Carla Mittmann hätte eigentlich das geistige Rüstzeug, um gegen kosmische Heilsversprechen einigermaßen immun zu sein. Sie hat Philosophie studiert, ist belesen, intelligent und mit den großen Denkern der Geistesgeschichte bestens vertraut. Nur mit dem eigenen Leben weiß sie nicht so recht etwas anzufangen. Aus einer Mischung aus mangelnder Initiative, Bequemlichkeit und den Zufällen des Lebens landet sie in der Serviceabteilung einer Möbelfirma. Dort bleibt sie neun lange Jahre hängen. Ihr Leben ist nicht wirklich schlecht, aber es findet irgendwie auch nicht statt.

Nebenher betreibt Carla eine Horoskop-Website. Nicht, weil sie an Astrologie glaubt, sondern eher zum Spaß und als kleinen Zuverdienst. Dann steht eines Tages ein Schuhkarton vor ihrer Tür, gefüllt mit 10.000 Dollar und ohne erkennbaren Absender. Carla nimmt das als Wink des Schicksals – oder zumindest als willkommene Gelegenheit, einen solchen darin zu sehen – und gibt ihrem Leben endlich eine neue Richtung, indem sie aus der Hobby-Astrologie ein Geschäftsmodell macht.

Und siehe da: Es funktioniert.

Aus der trägen, gelangweilten Angestellten wird eine erfolgreiche „Astrophilosophin“ mit kontinuierlich wachsender Expertise und fast unangreifbarer Professionalität, schließlich eine gefragte Star-Astrologin mit zahlender Kundschaft, Medienauftritten und Zugang zu gesellschaftlichen Kreisen, von denen sie vorher weit entfernt war. Das eigentlich Vergnügliche daran ist jedoch, wie sich dabei die Grenze zwischen Hochstapelei und Überzeugung immer weiter verschiebt. Carla beginnt schließlich, selbst an das zu glauben, was sie ursprünglich mit reichlich Distanz ihren Kunden verkauft hat. Oder glaubt sie nur, dass sie daran glaubt? Genau diese Unsicherheit zieht sich eigentlich durch den ganzen Roman. Ein amüsanter Spannungsbogen.

Kullmann erzählt dabei nicht nur eine Geschichte über Astrologie. Sie erzählt über Menschen, die bereitwillig viel Geld dafür bezahlen, dass ihnen jemand eine Geschichte über ihr eigenes Leben erzählt. Eine Geschichte, die erklärt, warum sie sind, wie sie sind, warum Dinge geschehen und was als Nächstes kommen könnte. Dass dafür heute statt eines Philosophen auch einmal Saturn, Pluto oder ein Aszendent zuständig sein können, gehört zu den wohl sehr realistischen Absurditäten unserer Zeit.

Im ersten Drittel hätte „Stars“ allerdings durchaus etwas Straffung vertragen. Die Geschichte braucht eine Weile, bis sie Fahrt aufnimmt. Manche philosophische Abschweifung und manche Beschreibung von Carlas Angestelltendasein ist länger geraten, als es für den Roman unbedingt notwendig gewesen wäre. Auffällig ist zudem der Erzählstil: Über weite Strecken wird mit indirekter Rede gearbeitet. Das schafft Distanz und ist zunächst gewöhnungsbedürftig, entwickelt aber zunehmend einen eigenen Rhythmus und Charakter. Einen Punktabzug in der B-Note gibt es leider dafür - und das ist sicher etwas ganz Subjektives -, dass eine Kerngeschichte des Plots unaufgeklärt bleibt.

Aber alles in allem ist Katja Kullmann eine ausgezeichnete Geschichtenerzählerin. Bisweilen erinnert die Art, mit der sie ihre Protagonistin von einer eigentlich ziemlich gewöhnlichen Ausgangslage immer tiefer in eine zunehmend absurde Lebensgeschichte hineinmanövriert, sogar ein wenig an Jonas Jonasson – nur deutlich moderner und intellektueller. Kullmann kommt schließlich aus dem Essayistischen und Journalistischen und versteht es entsprechend gut, gesellschaftliche Beobachtungen beinahe beiläufig in eine Geschichte einzubauen. Dass sie schreiben kann, hatte sie ohnehin lange vor ihrem Romandebüt bewiesen: Für „Generation Ally“ erhielt sie bereits 2003 den Deutschen Bücherpreis in der Kategorie Sachbuch.

Besonders gelungen ist der Schluss. Gerade als man meint, Carla habe sich von ihrer eigenen Geschäftsidee endgültig überzeugen lassen und sei vom astrologischen Saulus zum kosmischen Paulus geworden, schlägt Kullmann noch einmal einen Haken. Mehr soll darüber nicht verraten werden. Nur so viel: Die letzten Seiten lassen manches, was vorher geschah, noch einmal in einem etwas anderen Licht erscheinen – und verraten vielleicht auch ein wenig mehr über Kullmanns eigene Haltung zur Astrologie, als sie sich auf den gut 250 Seiten zuvor anmerken lässt.

Ein kluger, amüsanter und wunderbar zeitgemäßer Roman über Orientierungslosigkeit, Lebensunlust, Astrologie, Selbsttäuschung, Geschäftssinn und die so verbreitete und unverwüstliche Sehnsucht danach, dass irgendwo da draußen doch jemand – oder wenigstens irgendein Planet – einen Plan für unser Leben haben möge.

Cover des Buches Stars (ISBN: 9783446282469)
MrsHetfields avatar

Rezension zu "Stars" von Katja Kullmann

MrsHetfield
ist ganz kurzweilig

          Ich habe mir unter dem Titel und auch unter dem Coverbild erst etwas ganz Anderes vorgestellt. Nachdem ich die Kurzbeschreibung gelesen habe, war ich aber total interessiert an dem Buch und es hat mir auch richtig gut gefallen. Man kann es ganz locker in einem durch lesen. Es ist super geschrieben, zum Teil tiefgreifend und zum Teil aber auch echt lustig und es hat mich sehr gut unterhalten. Der Inhalt ist zwar relativ oberflächlich und eine richtige Essenz konnte ich auch nicht feststellen, aber die Protagonistin ist sehr bildhaft dargestellt und mir auch sehr sympathisch. Wichtige Fragen werden aber bis zum Schluss nicht beantwortet und das finde ich sehr schade. So wirkt das Buch auf mich ziemlich unvollendet. Das Ende des Romans kommt auch sehr plötzlich und wie "abgeschnitten", das gefällt mir leider nicht so sehr. Deshalb ziehe ich ein paar Punkte ab.

        

Cover des Buches Stars (ISBN: 9783446282469)
julemausi89s avatar

Rezension zu "Stars" von Katja Kullmann

julemausi89
Astro-Nonsens

Das Buch gewinnt viel durch seine glänzende Aufmachung, dieses Cover war für mich der ultimative Hingucker und hat sofort mein Interesse geweckt. Danach kam die Ernüchterung, beim Lesen.

Carla verdient sich nebenbei was, indem sie als Cosmic Charlie Horoskope erstellt. Genau dieser Nebenjob war es ürbigens auch, der sie das Philosophiestudium gekostet und sie zu einem öden Job im Möbelversandhandel verdammt hat. Bis ein unerwartetes Ereignis sie dazu bringt, den Job zu kündigen und alles auf eine Karte zu setzen.

Dieses Astrothema war es eigentlich, das mich so für dieses Buch gewonnen hat, mein Interesse geweckt hat. Gemeinsam mit dem unerwarteten Geldgeschenk hatte das viel Potential für Action und Spannung.
Stattdessen wird das Geld im Schrank begraben, gemeinsam mit dem Drive der Story. So plätschert die Erzählung vor sich hin, das Astro-Thema wirkt auf mich zudem austauschbar.

Die angebliche Erfolgsgeschichte vom rasanten Social Media-Aufstieg ist beliebig und hätte ihr mit jedem anderen Thema genauso passieren können.

So bleibt das Buch relativ mittelmäßig, einzig die letzten beiden Seiten haben einen unrewarteten Twist reingebracht, der mich wieder aufwecken konnte.

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