Katja Kullmann Echtleben

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Inhaltsangabe zu „Echtleben“ von Katja Kullmann

Vor zehn Jahren hat uns Katja Kullmann die Generation Ally erklärt. Inzwischen hat sich die Welt mehrmals überschlagen: In der Gesellschaft geben Wirtschaftskrisen, Flexibilisierung, Erosion der Mittelschicht den Takt vor. Auf der persönlichen Ebene stellen sich die Fragen konkret: Bin ich noch bereit, meine Ideale zu verraten, um meinen sozialen Status zu halten? Was ist der Ausweg, wenn mein individualisiertes Lebenskonzept in die Sackgasse führt? - Da helfen Coolness, Ironie oder Flucht in Lifestyle-Marotten nicht weiter. Scharfsichtig und unterhaltsam zeichnet Katja Kullmann den emotionalen Klimawandel innerhalb ihrer Generation nach. Und sie zeigt, wie vermeintlich alte Werte mit neuem Leben gefüllt und vom Muff des Konservatismus befreit werden können. Sich einmischen, kämpfen für das, was wichtig ist, sich gegen den Wind stellen: Wie kann das heute aussehen? Wer soll es tun, wenn nicht wir selbst? Es gibt doch nichts zu verlieren. "Wenn man Jahre damit verbracht hat, sich alle Optionen offen zu halten, Anstellungen zu vermeiden, Beziehungen zu managen, sich auszukennen und auch ironisch zu bleiben, wenn der eigene soziale Status prekär wird - dann wächst die Sehnsucht nach dem Echtleben." Katja Kullmann

Ein bisschen traurig, ein bisschen zuviel Berlin Berlin, aber genug Silberstreifen, weshalb es definitiv zu empfehlen ist.

— ichundelaine
ichundelaine

Hervorragend. Auf den Punkt gebracht, mit dem Finger in der Wunde der digitalen Bohème.

— ekoepping
ekoepping

Leider nur ein netter Einblick in die Berliner Welt der Selbstständigen. Existenzangst vs. Freiheit. Die neue Generation? Ein Teil davon ...

— Buchstabenliebhaberin
Buchstabenliebhaberin

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  • Echtleben in Berlin???

    Echtleben
    ichundelaine

    ichundelaine

    29. March 2017 um 09:51

    Was tut eine Generation, der nachgesagt wird, dass sie Heiapopeija sei (J. Fischer), sich nicht festlegen könne? Eine Generation, von der verlangt wird, flexibel zu sein und on top auch bitteschön noch Sicherheiten an zu häufen und Kinder in die Welt zu setzen? Ein Teil davon zieht nach Berlin und schreibt genau darüber ein Buch! So schlimm sich das auf den ersten Blick anhört (Schon wieder ein Berlin Berlin Roman, IGITT!) ist es aber nicht, ganz im Gegenteil. Katja Kullmann, ursprünglich aus der hessischen Provinz, zieht mit guten Universitätsabschlüssen und viel kreativer Energie in die Welt (Berlin) hinaus um all die Versprechen und Träume einzulösen, doch dann kommen die „Nuller Jahre“ (2000-2010) und so ziemlich alles geht irgendwie den Bach runter: Die Arbeit im „kreativen Sektor“ hört sich zwar glamourös an, wird aber so bescheiden bezahlt, dass man beim Amt aufstocken muss, Freunde streichen die Segel in der Hauptstadt und gehen wieder zurück in die heimische Provinz, manche werden zu Hyperkapitalisten. Dazwischen Leute wie Katja Kullmann, die irgendwie ihre Ideale nicht verraten, aber trotzdem gerne eine Festanstellung hätten, die altruistisch Freunden helfen, obwohl sie selber nicht viel haben. Die sich bei irgendwelchen After-Work Feten am Buffet den Bauch voll schlagen, weil der Kühlschrank leer ist und sich auf Stipendien bewerben, wenn am Ende des Geldes noch Monat ist. Ein liberaler Zyniker mag behaupten, dass dies alles Luxusprobleme seien, aber ich spreche niemandem seine Probleme und deren Gravität ab. Auch bin ich nicht der Ansicht, dass Frau Kullmann, in ihrem Buch irgendwen oder irgendeine Gruppe verurteilt. Ganz im Gegenteil. Mit einem Augenzwinkern beschreibt die „ihren Stamm“, die neuen Berliner Bohemiens und bewundert Menschen, die sich über ihre künstlerische Freiheit und Authentizität keine Gedanken machen und einfach bei Aldi an der Kasse sitzen, auf dem Land wohnen, zwei Mal im Jahr nach Malle fahren, Window Color als Hobby haben und trotzdem irgendwie glücklich sind. Das Buch ist in einzelne Geschichten, die lose chronologisch zusammenhängen, gegliedert und liest sich unfassbar gut. Das ist kein „Lasst uns alle mal an Wetten-Dass…-Samstage denken“ Generationen Roman, das ist mehr und bestimmt nicht für jeden.

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  • Rezension zu "Echtleben" von Katja Kullmann

    Echtleben
    capkirki

    capkirki

    Geht gar nicht! Dieses Buch ist eine einzige Ansammlung von Selbstmitleidstiraden und Arroganz. Auf der einen Seite macht sich die Autorin über die "einfache Sekretärin" lustig, deren Job ja so sinnlos ist, dass sie sich wundert, dass die Frau trotzdem ihr Leben genießt, Mann und Kinder hat, in Urlaub fährt etc. auf der anderen Seite regt sie sich über die Überheblichkeit anderer auf, die es im Leben tatsächlich geschafft haben. Auf der einen Seite ist es absolut spießig auf dem Land zu wohnen und so wie seine Eltern zu werden (denn dann ist man "gescheitert"), aber Karriere machen und zu den Gewinnern zu gehören, ist auch ganz schrecklich, denn die Zitat: "Gewinner drücken aufs Gas, quengelig und garstig, in ihre moccafarbenen Speerspitzenautos, die so angenehm schnurren, wenn man sie wertvoll genug betankt und auch sonst gut behandelt. Oh mögen euch eure vergifteten Aktienportfolios schnellstmöglich unter den Fingern zerbröseln, oh mögen eure antiken Schränkchen zusammenkrachen und auf eure Ming-Vasen fallen, eure Faberge Eier und Murano Glas Sammlungen zerschlagen, oh mögen eure Leipziger-Schule-Sammlungen zu Staub zerfallen, die Privatschulen eurer weltgewandten Kinder wegen Asbestbefundes auf unbestimmte Zeit geschlossen werden und eure Art-deco-Sessel unter der Last eurer gebildeten Gesäße kollabieren, auf dass ihr mit Bandscheibenvorfällen in Krankenhäusern eingeliefert werdet, die Privatpatienten aus Prinzip nicht behandeln und falls doch, dann mögen sie euch zur Rekonvaleszenz ein Sech-Bett-Zimmer anbieten, auf dessen Fernsehapparat, per Mehrheitsbeschluss, 24 Stunden am Tag ein Tiernamen-Bingo-Kanal läuft. Lautstärke-Volume 12." "In" ist nur wer "hip" ist, von einer Ausstellung zur nächsten rennt, wer "kreativ" ist, wer nicht weiß, ob er gerade in Toronto oder Dortmund oder in Berlin oder Moskau ist (die Autorin scheint diese Städte tatsächlich nicht auseinander halten zu können, schließlich verbringt sie ja ihr Leben in "Asphalt Landschaften" und wird das auch nicht ändern) Btw. Deutschland spielt dabei keine große Rolle und das findet sie auch ganz gut so. Dass sie von ihrer selbst gepriesenen Kreativität nicht leben kann und dann auf Hartz IV angewiesen ist, das liegt nicht an ihr, das liegt einzig an der bösen Gesellschaft. Nicht sie ist schuld, sondern die "Anderen", die sie verachtet. Zum einen springt mich aus fast jedem Satz der Neid an, sie hat es nicht geschafft also sind die, die es geschafft haben, entweder Spießer, Verlierer oder rücksichtslose Kapitalistenschweine. Ich hab das Buch auf Seite 168 abgebrochen, es hat meinem Blutdruck nicht gut getan. Der Autorin möchte ich einfach raten, erwachsen zu werden. Und wenn sie es denn mal schafft, Eigenverantwortung zu übernehmen, mit sich und ihrem Leben zufrieden zu sein, dann legt sich vielleicht auch der Neid auf die „Anderen“, die Spießer, die Erfolgreichen, die Gewinner, die Sekretärinnen, die Firmenberater (mit denen ihrer Meinung nach eh niemand befreundet sein will), die Menschen mit kleinem Häuschen in Vororten und die Menschen, die eben keine Billy Regale kaufen, sondern eher Einzelstücke, eben alle anderen, die vielleicht nicht „hip“, aber in ihrem Leben angekommen sind.

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  • Rezension zu "Echtleben" von Katja Kullmann

    Echtleben
    Nil

    Nil

    19. May 2012 um 17:50

    Nach 127 Seiten abgebrochen, da inhaltsschwach! Ich lese die meisten Bücher immer zu Ende, fast schon zwanghaft, aber bei richtig schlechten Büchern schaffe ich es nicht und ‚Echtleben‘ gehört eindeutig in diese Kategorie. 'Echtleben - Warum es heute so kompliziert ist, eine Haltung zu haben' ist ein Sachbuch der Autorin Katja Kullmann. Die Dame ist Teil der hippen Medienwelt und anscheinend nicht mehr ganz so hip wie mir scheint, sonst hätte sie nicht ein so inhaltsschwaches Buch mit so viel Wut und Selbstmitleid geschrieben. Das Buch ist in 15 Kapiteln unterteilt, wobei man sich nach Abschluss eines jeden Kapitels nicht so sicher sein kann was die Autorin mit diesem Sammelsurium an Bekanntenbeschreibungen, überheblichen, hämischen Mittelklassebemerkungen (normal erscheint hier ein Schimpfwort) uns mitteilen will. Es geht eigentlich im Kern nur um 2 Dinge in diesem Buch: 1) Um Geld, dass die Autorin und vieler ihrer Bekannten nicht haben um einen (ihrer Meinung nach) angemessenen Lebensstil zu führen und um 2) Alles und Jeden denn die Autorin uncool findet. Selbst Bekannte und Freunde werden dort brutal lächerlich gemacht wie eine Bekannte die außerhalb von Frankfurt aufs Land zieht mit Kind und Kegel oder der uncoole Unternehmensberater auf dessen Terrasse sie sich dann doch ganz gerne aufhält. Geschrieben ist das Ganze in einem völlig überholten „Hippster-Slang“. Man kann kaum eine Seite lesen ohne über eine „In-Vokabel“ zu stolpern (Easy Economy, no-go area, Alphamädchen und viele mehr…). Man liest zwischen den Zeilen den unbändigen Drang der naiven Autorin sich von allem zu distanzieren was langweilig und durchschnittlich ist, aber stahlt gleichzeitig eine Sehnsucht nach Sicherheit aus. Da frag ich mich: Was denn nun? Und das leider nach jeder Seite. Das Werk ist auch nicht durch und durch schlecht. Nein, es finden sich auch gute Gedankengänge wieder und sehr gute Zitate und Ideen Dritter (alles in den Materialien am Ende zu finden), aber die Wut und das fehlende Gefühl für das echte schwellende Problem ist Katja Kullmann abhandengekommen. Ein gesellschaftskritisches Buch, dass vor allem eine Branche und einen Lebensstandard thematisiert ist es fast nicht wert publiziert zu werden. Beispielsweise gibt es ein Kapitel für die „Airbag-Eltern“ die das Leben der Kinder noch lange mitfinanzieren, obwohl sie schon eigene Kinder haben. Ja, natürlich sollte es so nicht sein, obwohl man schon Vollzeit arbeiten geht, aber was machen die vielen tausenden jungen Menschen die auf das Polster der Eltern nicht zurück greifen können? Vielleicht hab ich die Zeilen von Katja Kullmann nicht verstanden, denn die Zielgruppe dieses Romans ist sicherlich nicht der Durchschnittsakademiker, nein, es sind sicherlich die oberen 10,000 der Medienschaffenden, die zu cool sind für diese Welt, aber leider zu arm um es uns zu zeigen. Falls sie sich das Werk wider Erwartens schon zugelegt haben, kann es wenigstens als Wohnaccessoire genutzt werden, da der Einband ganz nett gestaltet wurde, lesen würd ich es nicht.

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