Katja Kullmann Rasende Ruinen

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(1)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Rasende Ruinen“ von Katja Kullmann

'Detroit, das sind die USA in nackt und ohne Make-up. Reich und Arm stecken ihre Lebensräume neu ab, und im Augenblick ist ziemlich unklar, wer gerade wen von wo genau vertreibt. Eine strauchelnde Gesellschaft ringt um einen Ort, der keine Mitte mehr hat – ganz wie sie selbst.' Leere, Armut, Gewalt: Detroit gilt als die gefährlichste und traurigste Großstadt der USA. Nirgends hat die Krise so brutal zugeschlagen wie hier. Hunderttausende sind geflüchtet, geblieben sind allein die Verlierer. Doch nun ziehen junge, kreative Leute mit wenig Geld, aber vielen Ideen ins Zentrum der Asphaltwüste, eröffnen Ateliers und Cafés. Investoren und Stadtplaner schwärmen bereits: 'Detroit wird das Berlin der USA.' Katja Kullmann hat Detroit im Herbst 2011 besucht. Mit obdachlosen Jazz-Musikern, superreichen Shopping-Mall-Investoren und Techno-Aktivisten sprach sie über ihr Detroit – und über die brutalen Realitäten einer Gesellschaft, die verzweifelt um ihre Mitte ringt.

Stöbern in Sachbuch

Die Stadt des Affengottes

Aufregender Trip in den Urwald von Honduras. An manchen Stellen etwas zu trocken, aber insgesamt ein interessante Erfahrung.

AberRush

Nur wenn du allein kommst

Volle Leseempfehlung. Sehr beeindruckende Geschichte.

Sikal

LeFloid: Wie geht eigentlich Demokratie? #FragFloid

Großartiges Buch für Jung und Alt zur Erklärung unserer Politik in verständlichen und interessant verpackten Worten!

SmettgirlSimi

Vegetarisch mit Liebe

Jeanine Donofrio beweist mit diesem Kochbuch, dass ein gutes Gericht nicht tausend Zutaten bedarf, um unglaublich lecker zu sein!

buecherherzrausch

Hygge! Das neue Wohnglück

Dank hometours taucht man ein in fremde Wohnungen und erhält tolle Inspirationen um eigene "hyggelige" Wohnmomente" zu schaffen.

sommerlese

Was das Herz begehrt

Ein anspruchsvolles Buch, bei dem sich alles um unser wichtigstes Organ dreht. Umfassend, verständlich und humorvoll.

MelaKafer

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Rasende Ruinen" von Katja Kullmann

    Rasende Ruinen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. March 2012 um 15:33

    Detroit - Das ist Popkultur! Die Großstadt im US-Bundesstaat Michigan brachte uns Motown und Techno, Iggy Pop und Enimen. Glanz vergangener Tag. Der Lack ist längst abgeblättert. Detroit ist heute arm, schmutzig und brutal – von Pop und Kultur keine Spur. Doch es liegt was in der Luft … Die Hamburger Autorin Katja Kullmann reiste im Herbst 2011 nach Detroit, das von Einheimischen "Shithole" genannt wird, und schrieb ein Buch darüber. Die 90 Seiten gliedern sich in sechs Kapitel und lesen sich schnell weg, fast ein wenig zu schnell. Kullmann, die 2001 mit dem Bestseller "Generation Ally" debütierte und 2011 in "Echtleben" ihre Erfahrungen im Kreativ-Prekariat offenbarte, hat die Gabe Sachbücher zu schreiben, die sich wie Romane lesen. Auch "Rasende Ruinen" kombiniert Lerneffekte mit Unterhaltung. Als kleine Unterstützung gibt es in dem Buch sechs Schwarzweiß-Fotografien - nicht spektakulär, nicht ästhetisch, sondern Schnappschüsse des Alltags. "Die Reportage erzählt von einer Reise ins Herz des Molochs", schreibt sie im Vorwort und später weiß man, dass die Betonung hier auf Herz und nicht auf Moloch liegt. Gleich zu Beginn werden Parallelen zu Berlin gezogen, denn auch Detroit sei eine Stadt voller Gegensätze mit dem Glauben an eine neue Kreativwirtschaft und Zukunft. Das Wort Gentrifizierung verirrt sich in Gedankenfäden. Die in der Ich-Form verfasste Reisereportage beginnt mit dem Komfort im Hier und Jetzt, mit Wissen ansammelnden Vorbereitungen und ersten Ausflügen in die Geschichte Detroits, des einstigen Zentrums der amerikanischen Automobilindustrie, das durch Abwanderung und Zerfall gelitten hat. Kullmann schildert nach der Ankunft ihre ersten Eindrücke von der Stadt und nimmt die Leser mit auf ihre Erkundungen. Wir sehen Detroit mit ihren Blicken und Gedanken, in einigen Vierteln "sieht man: nichts". Wunderbar ist ihre Beschreibung des Plattenladens "People’s Records", wo sie 21 Singles kauft und später mit dem Inhaber Brad plaudert. Nach einer Woche hat sie ein Gefühl für die Stadt Später führt sie ein Gespräch mit dem Stadtentwicklungsforscher Prof. Boyle, in dem Kullmann kluge Fragen stellt, aber nur ausweichende Antworten bekommt , in denen die Worte "Hoffnung" und "Herausforderung" dominieren. Gesucht werden Jobs, die auf Talent aufbauen, und erwünscht ist der Zuzug junger Kreativer als Wirtschaftsfaktor. Interessant in dem Gespräch ist vor allem Kullmanns realitätsnahe und ungeschönte Einschätzung Berlins, das in ihren Augen nicht als Vorbild dient. Die weltoffene Autorin lernt die Charity-Lady Strassberg kennen, welche aus dem Marketing kommend ihren eigenen Luxus in ein Hilfsprojekt für Wohnungslose investiert. Scheinbar beeindruckt davon und von der Bekanntschaft mit der Betroffenen Charnell, arbeitet Kullmann schließlich selbst als Ehrenamtliche bei "Earthworks", einem Projekt für autonome Nahrungsproduktion (Urban Farm), und kommt mit Menschen ins Gespräch, mit Hilfesuchenden und Hilfegebenden in Detroit. Doch sie sucht ebenso die Aktivisten, von denen überall die Rede ist, die Mitgestalter, die "creative class". Jene Menschen, die den neuen Puls der Stadt bilden sollen und dem leeren Ort Leben einhauchen. Darunter die junge Designerin Scott und "Underground Resistance", ein politisches Musikerkollektiv der Techno-Szene. Katja Kullmann begegnet ihnen mit "angespanntem Respekt" und Begeisterung. Im Nachwort ihres Reiseberichts gibt es kein Resümee, denn die Autorin erklärt uns nicht Detroit wie es ist, sondern den Augenblick einer Stadt, den sie in vier Wochen eingefangen hat. Sie erkennt die "Selbstzerfleischung" der hiesigen Kreativ-Szene und dankt "den Bürgern von Detroit". Diese standen im Fokus ihrer Betrachtungen. Sie, die Menschen, zeichnen ein Bild ihrer Stadt und ihrer hoffentlich positiven Entwicklung. Katja Kullmann hat ein Buch über Detroit geschrieben, das irgendwie auch ein Buch über Berlin geworden ist, auf jeden Fall ein gutes Buch über die neue Kraft der Veränderung. (c) Regina Sommerfeld, 12.3.2012

    Mehr