Katja Lange-Müller

 3.8 Sterne bei 121 Bewertungen
Autor von Böse Schafe, Drehtür und weiteren Büchern.

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Böse Schafe

Böse Schafe

 (81)
Erschienen am 01.03.2009
Drehtür

Drehtür

 (24)
Erschienen am 25.07.2018
Verfrühte Tierliebe

Verfrühte Tierliebe

 (4)
Erschienen am 01.05.2009
Das Problem als Katalysator

Das Problem als Katalysator

 (0)
Erschienen am 08.03.2018
Vom Fisch bespuckt

Vom Fisch bespuckt

 (0)
Erschienen am 01.10.2001
Die Enten, die Frauen und die Wahrheit

Die Enten, die Frauen und die Wahrheit

 (0)
Erschienen am 01.01.2006
Kasper Mauser, Die Feigheit vorm Freund

Kasper Mauser, Die Feigheit vorm Freund

 (0)
Erschienen am 01.10.1993

Neue Rezensionen zu Katja Lange-Müller

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simone_richters avatar

Rezension zu "Drehtür" von Katja Lange-Müller

Eine kettenrauchende Krankenschwester erinnert sich ans Helfen und im Stich gelassen werden
simone_richtervor einem Monat

Die Hauptfigur Asta in diesem Episoden-Roman, steht am Münchner Flughafen neben einer Drehtür an der Raucherzone, raucht Zigarette um Duty-free-Zigarette und fremdelt mit Ihrer Muttersprache. Sie hat 22 Jahre lang bei einer internationalen Hilfsorganisation als Krankenschwester gearbeitet und steht nun zwischen der ehemaligen helfenden Berufstätigkeit und dem erzwungenen Ruhestand, weil sie zum Schluss ihren Kollegen auf den Keks ging.

Dabei erinnert sie sich an Krankenhaus-, Tier-  und Liebesgeschichten, die oft verpfuscht sind auf rund 200 kurzen Seiten. Das sind genaue Milieustudien um Menschlichkeit. Die Storys wirken nach und haben sich bei der aufs Abstellgleis Geschobenen in Situationen und Gespräche eingebrannt und Asta erinnert das lakonisch und pointiert.

2016 war dieses beiläufig erzählte, aber schön sarkastische Buch für die Longlist des Buchpreises nominiert, was berechtigt war als stimmig melancholischer Geschichtenband. Und diese Prosa hält ein wahlloses Lebensresümee wie man glaubt, aber es soll auch auf ein Lebensfinale hinauslaufen, der ins Trudeln geratenen Protagonistin.

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Walli_Gabss avatar

Rezension zu "Drehtür" von Katja Lange-Müller

Die Gedanken einer Gestrandeten
Walli_Gabsvor 2 Monaten

Eine „Drehtür“ spielt eine wesentliche Rolle in dem gleichnamigen Roman von Katja Lange-Müller. Würde man ihn als Theaterstück inszenieren oder gar verfilmen, wäre sie der bedeutendste Teil der Kulisse. Denn Hauptfigur Asta Arnold bewegt sich kaum von ebendieser Drehtür weg, die sie aus dem Gebäude des Münchener Flughafens zu einem Aschenbecher geführt hat, wo sie nun eine Camel nach der anderen raucht. Die Ich-Erzählerin kommt gerade aus Nicaragua, wo sie als Krankenschwester für eine internationale Hilfsorganisation gearbeitet hat, bis sie ihre Arbeitgeber mit einem One-Way-Ticket nach Deutschland in den unfreiwilligen Ruhestand schickten. Da steht die Gestrandete nun und kommt irgendwie nicht mehr vom Fleck. Was bleibt der ewigen Helferin noch, wenn ihre Hilfe nicht mehr erwünscht ist? Asta Arnold raucht und lässt ihren Gedanken freien Lauf; und so liest sich der gesamte Roman wie ein einziger Stream of Consciousness. Immer wieder fallen der Protagonistin Reisende, im Flughafen Angestellte und einmal sogar eine Katze ins Auge, die in ihr Erinnerungen an frühere Wegbegleiter auslösen – teils so starke Erinnerungen, dass sie glaubt oder glauben will, vielleicht sogar diese alten Bekannten selbst am Münchener Flughafen zu sehen. Doch sie spricht keinen von ihnen an, stattdessen raucht sie und denkt an vergangene Zeiten. Einige ihrer Erinnerungen sind so ausführlich, dass sie fast Kurzgeschichtencharakter haben, andere bleiben Fragmente. Sie führen zu nichts, außer zu neuen Beobachtungen und neuen Geschichten. Asta Arnold blickt auf ein bewegtes Leben zurück, dass man als Leser doch nur sehr auszugsweise kennenlernt, weil sie an das, was ihr nicht genehm ist, nur kurz oder gar nicht denken mag, eventuelle Zusammenhänge für sich behält. Und obwohl die Figur dadurch nicht komplett erfassbar wird, wächst sie einem irgendwie ans Herz und man wünscht sich fast, man könnte sie von dieser Drehtür wegführen, in der Hoffnung, das könnte Asta dazu bringen, nach vorne zu blicken. Denn wie die Tür kreist die Protagonistin seit ihrer Ankunft am Flughafen nur um sich selbst, ohne Ziel. Ob sie den Absprung schließlich schafft, sei hier nicht verraten.

„Drehtür“ ist in einem saloppen, trotzig-starken Ton geschrieben, durch den man sofort eine Beziehung mit der aus Nicaragua Entlassenen aufbaut. Man taucht mit ihr in ihre Erinnerungen ein und am Ende auch wieder daraus hervor. Nach der Lektüre fragte ich mich leicht desorientiert, was das jetzt war und kann diese Frage kaum beantworten. Aber ich habe Asta Arnold gerne Gesellschaft an ihrer Drehtür geleistet und werde an die ein oder andere ihrer Anekdoten sicher noch einmal zurückdenken.

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Gwendolyn22s avatar

Rezension zu "Böse Schafe" von Katja Lange-Müller

Ich mag Lange-Müllers Stil!
Gwendolyn22vor 5 Monaten

Berlin, 1987. Die Schriftsetzerin Soja lernt einen für sie völlig faszinierenden Mann kennen. Was sie nicht weiß: Er ist krank....

In den Umbrüchen der DDR erzählt die Autorin mit viel Gefühl und in meisterhaftem Erzählstil eine Liebesgeschichte, die sehr eindringlich ist. Zudem auch noch in einer eigenwilligen Sprache, die die Protagonistin differenziert und tiefgründig zu beschreiben vermag.

Ich bin von Katja Lange-Müllers Schreibstil ganz gefesselt gewesen und habe mir vorgenommen, ihr  Werk "Drehtür", das Ende Juli 2018 als TB erscheinen wird, sofort zu lesen.

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