Katja Lange-Müller

 3.8 Sterne bei 125 Bewertungen
Autor von Böse Schafe, Drehtür und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Katja Lange-Müller

Katja Lange-Müller, geboren 1951 in Ostberlin, lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. 1986 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis, 1995 den Alfred-Döblin-Preis für ihre zweiteilige Erzählung »Verfrühte Tierliebe«, 2002 den Preis des ZDF, des Senders 3sat und der Stadt Mainz, 2005 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 2008 den Preis der LiteraTour Nord, den Gerti-Spies-Preis und den Wilhelm-Raabe-Preis. Im Jahr 2012/2013 war sie Stipendiatin der Villa Massimo, erhielt den Kleist-Preis und war 2013/2014 Stipendiatin der Kulturakademie Tarabaya Istanbul. 2017 erhielt sie den Günter-Grass-Preis.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Katja Lange-Müller

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Cover des Buches Böse Schafe9783462301137

Böse Schafe

 (81)
Erschienen am 05.05.2011
Cover des Buches Drehtür9783596298891

Drehtür

 (27)
Erschienen am 25.07.2018
Cover des Buches Die Letzten9783462301151

Die Letzten

 (7)
Erschienen am 21.09.2009
Cover des Buches Verfrühte Tierliebe9783596181643

Verfrühte Tierliebe

 (4)
Erschienen am 01.05.2009
Cover des Buches Das Problem als Katalysator9783462050905

Das Problem als Katalysator

 (1)
Erschienen am 08.03.2018
Cover des Buches Kasper Mauser, Die Feigheit vorm Freund9783596295616

Kasper Mauser, Die Feigheit vorm Freund

 (0)
Erschienen am 01.10.1993
Cover des Buches Die Enten, die Frauen und die Wahrheit9783462301144

Die Enten, die Frauen und die Wahrheit

 (0)
Erschienen am 12.10.2009
Cover des Buches Vom Fisch bespuckt9783462030730

Vom Fisch bespuckt

 (0)
Erschienen am 01.10.2001

Neue Rezensionen zu Katja Lange-Müller

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Rezension zu "Drehtür" von Katja Lange-Müller

Melancholischer Blick aufs Leben
wbetty77vor 6 Monaten

Der Roman „Drehtür“ ist 2016 beim Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen.

Asta Arnold ist 63 Jahre alt und kehrt nach jahrzehntelangem Einsatz als Krankenschwester für diverse Hilfsorganisationen zurück nach Deutschland. Die Sprache ist ihr fremd geworden sowie auch der normale zwischenmenschliche Umgang.

Als sie am Münchner Flughafen landet, führt ihr erster Weg hinaus durch die Drehtür, um zu rauchen. Asta ist Kettenraucherin. Sie steckt sich eine Zigarette nach der anderen an und schaut dabei durch die Scheibe in das innere das Flughafengebäudes. Sie sieht die Menschen kommen und gehen, sitzen und liegen. Dabei entdeckt Asta Personen, die auf irgendeine Weise Leuten ähneln, die in ihrem Leben eine Rolle gespielt haben. So erinnert sie sich, während sie rauchend vor der Drehtür steht, an Fragmente ihres unsteten Lebens. Doch sind ihre Erinnerungen wahrhaftig?


Erinnert man sich tatsächlich nach vielen Jahren noch ganz genau? Dichtet die eigene Fantasie nicht manchmal etwas hinzu, um Erlebtes zu verschönern oder zu verdrängen. Asta blickt zurück auf ihr bewegtes Leben. Sie denkt über das Helfen nach, das sie zu ihrem Beruf gemacht hat. Ist Helfen in Wirklichkeit nur ein Reflex, der bei manchen Menschen nur stärker ausgeprägt ist.


Beim Lesen lernt an Asta besser kennen, doch man kommt ihr nicht nah. Allerdings ist niemand Asta jemals nah gekommen, das begreift man im Laufe des Buches. Die deutsche Sprache ist der Figur fremd geworden. Einzelne Wörter fallen ihr ein und sie seziert sie auf das Genauste. „Urlaub“, die Zusammensetzung scheint für sie trostlos; altes Laub, moderig, schimmelnd.


Es ist ein kurzweiliges Buch. Eine Momentaufnahme einer bisher rastlosen Frau, deren Leben zwischen Vergangenheit und ungewisser Zukunft schwebt, da sie keine Ahnung hat, wie ihre weiteres Leben als Rentnerin aussehen soll. Es ist eine melancholische, nachdenkliche Geschichte über eine einsame Frau.

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Rezension zu "Drehtür" von Katja Lange-Müller

Eine kettenrauchende Krankenschwester erinnert sich ans Helfen und im Stich gelassen werden
simone_richtervor 2 Jahren

Die Hauptfigur Asta in diesem Episoden-Roman, steht am Münchner Flughafen neben einer Drehtür an der Raucherzone, raucht Zigarette um Duty-free-Zigarette und fremdelt mit Ihrer Muttersprache. Sie hat 22 Jahre lang bei einer internationalen Hilfsorganisation als Krankenschwester gearbeitet und steht nun zwischen der ehemaligen helfenden Berufstätigkeit und dem erzwungenen Ruhestand, weil sie zum Schluss ihren Kollegen auf den Keks ging.

Dabei erinnert sie sich an Krankenhaus-, Tier-  und Liebesgeschichten, die oft verpfuscht sind auf rund 200 kurzen Seiten. Das sind genaue Milieustudien um Menschlichkeit. Die Storys wirken nach und haben sich bei der aufs Abstellgleis Geschobenen in Situationen und Gespräche eingebrannt und Asta erinnert das lakonisch und pointiert.

2016 war dieses beiläufig erzählte, aber schön sarkastische Buch für die Longlist des Buchpreises nominiert, was berechtigt war als stimmig melancholischer Geschichtenband. Und diese Prosa hält ein wahlloses Lebensresümee wie man glaubt, aber es soll auch auf ein Lebensfinale hinauslaufen, der ins Trudeln geratenen Protagonistin.

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Rezension zu "Drehtür" von Katja Lange-Müller

Die Gedanken einer Gestrandeten
Walli_Gabsvor 2 Jahren

Eine „Drehtür“ spielt eine wesentliche Rolle in dem gleichnamigen Roman von Katja Lange-Müller. Würde man ihn als Theaterstück inszenieren oder gar verfilmen, wäre sie der bedeutendste Teil der Kulisse. Denn Hauptfigur Asta Arnold bewegt sich kaum von ebendieser Drehtür weg, die sie aus dem Gebäude des Münchener Flughafens zu einem Aschenbecher geführt hat, wo sie nun eine Camel nach der anderen raucht. Die Ich-Erzählerin kommt gerade aus Nicaragua, wo sie als Krankenschwester für eine internationale Hilfsorganisation gearbeitet hat, bis sie ihre Arbeitgeber mit einem One-Way-Ticket nach Deutschland in den unfreiwilligen Ruhestand schickten. Da steht die Gestrandete nun und kommt irgendwie nicht mehr vom Fleck. Was bleibt der ewigen Helferin noch, wenn ihre Hilfe nicht mehr erwünscht ist? Asta Arnold raucht und lässt ihren Gedanken freien Lauf; und so liest sich der gesamte Roman wie ein einziger Stream of Consciousness. Immer wieder fallen der Protagonistin Reisende, im Flughafen Angestellte und einmal sogar eine Katze ins Auge, die in ihr Erinnerungen an frühere Wegbegleiter auslösen – teils so starke Erinnerungen, dass sie glaubt oder glauben will, vielleicht sogar diese alten Bekannten selbst am Münchener Flughafen zu sehen. Doch sie spricht keinen von ihnen an, stattdessen raucht sie und denkt an vergangene Zeiten. Einige ihrer Erinnerungen sind so ausführlich, dass sie fast Kurzgeschichtencharakter haben, andere bleiben Fragmente. Sie führen zu nichts, außer zu neuen Beobachtungen und neuen Geschichten. Asta Arnold blickt auf ein bewegtes Leben zurück, dass man als Leser doch nur sehr auszugsweise kennenlernt, weil sie an das, was ihr nicht genehm ist, nur kurz oder gar nicht denken mag, eventuelle Zusammenhänge für sich behält. Und obwohl die Figur dadurch nicht komplett erfassbar wird, wächst sie einem irgendwie ans Herz und man wünscht sich fast, man könnte sie von dieser Drehtür wegführen, in der Hoffnung, das könnte Asta dazu bringen, nach vorne zu blicken. Denn wie die Tür kreist die Protagonistin seit ihrer Ankunft am Flughafen nur um sich selbst, ohne Ziel. Ob sie den Absprung schließlich schafft, sei hier nicht verraten.

„Drehtür“ ist in einem saloppen, trotzig-starken Ton geschrieben, durch den man sofort eine Beziehung mit der aus Nicaragua Entlassenen aufbaut. Man taucht mit ihr in ihre Erinnerungen ein und am Ende auch wieder daraus hervor. Nach der Lektüre fragte ich mich leicht desorientiert, was das jetzt war und kann diese Frage kaum beantworten. Aber ich habe Asta Arnold gerne Gesellschaft an ihrer Drehtür geleistet und werde an die ein oder andere ihrer Anekdoten sicher noch einmal zurückdenken.

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"Böse Schafe", ist eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen in Ost- und Westdeutschland. Welche anderen Romane über diese Ost-West-Konflikt kennt ihr noch?
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