"Bin ich mir wenigstens mir selbst lieb und teuer?
Lieb nicht, aber teuer schon." - typisch Ida.
Ein schönes Cover und interessanter Klappentext machten mich neugierig, zumal ich von diesem Roman noch nichts gehört hatte.
Die wunderschöne, leider etwas oberflächliche, Ida ist inzwischen 76 Jshre alt und mittellos. Daher zieht sie mit einem Schrankkoffer zu ihrer Bekannten Elvira in deren Haus in ein Dorf im Berliner Umfeld. Dort soll sie bei der Betreuung von Elviras 15jährigem Enkel Ole und in Haus und Garten zur Hand gehen. Dabei beginnt Ida ihr Leben zu reflektieren. Und manchmal denkt sie ziemlich kluge Sätze. Es geht um so viel in diesem Roman und nicht zuletzt um die Liebe und Beziehung zwischen Müttern und Töchtern.
Die Geschichte wird in abwechselnd, nicht zu langen, Kapiteln erzählt. Meist steckt man in Ida's oder Manuelas Kopf. Im Mittelpunkt der drei Frauen steht Ole, der die mehr oder weniger verbindet und der trotzdem schattenhaft im Nebel bleibt. Das habe ich etwas bedauert, aber gleichzeitig gibt dies dem ganzen etwas Geheimnisvolles.
Mit nüchternen, teils humorigen Beschreibungen bringt die Autorin uns Situationen und Personen näher. Ich mochte den Schreibstil. Die Gedanken und Dialoge entsprechen der Welt genau der Gesellachaftsschicht, die die Autorin hier agieren lässt. Luther würde sagen:Dem Volke aufs Maul geschaut". Das ist ihr gelungen. Zielsicher, genau, punktiert
Ich mochte den Schreibstil. Die Gedanken und Dialoge entsprechen der Welt genau der Gesellachaftsschicht, die die Autorin hier agieren lässt. Luther würde sagen: "Dem Volke aufs Maul geschaut". Das ist ihr gelungen. Zielsicher, genau, punktiert; einfach klasse.
Dies ist mein erstes Buch von Katja Lange-Müller und ich muss sagen, dass es mich sehr positiv überrascht hat. Schön, traurig, humorvoll, unverschleiert, ehrlich. Mit optimalen Ende. Ich habe es sehr, sehr gemocht.


















