Katja Maybach Die Stunde unserer Mütter

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Inhaltsangabe zu „Die Stunde unserer Mütter“ von Katja Maybach

In ihrem neuen und zugleich persönlichsten Roman „Die Stunde unserer Mütter“ erzählt Katja Maybach, inspiriert durch ihre eigene Familiengeschichte, von zwei unterschiedlichen Frauen in den Kriegs- und Schicksalsjahren 1940 bis 1945. Kraftvoll, gefühlsstark und authentisch zeigt dieser Roman den immer schwerer zu bewältigen Alltag, die Bedrohung durch die Gestapo und selbst durch Nachbarn und vermeintliche Freunde, die Hilflosigkeit aber auch den Widerstand gegen den Hass, der sich immer weiter ausbreitet. Doch zugleich erzählt Katja Maybach in „Die Stunde unserer Mütter“ auch vom Bewahren der eigenen Menschlichkeit und von der Liebe, die verloren geglaubt ist und dennoch zum Moment der Hoffnung wird. Durch die eingeflochtenen Feldpostbriefe und Tagebuchauszüge von Katja Maybachs eigenem Vater erhält dieser Roman seine besondere Kraft und Wahrhaftigkeit. Im Mittelpunkt stehen Maria und Vivien, die einander nie besonders sympathisch waren – und jetzt eine Schicksalsgemeinschaft bilden, aus der nach und nach tiefe Freundschaft entsteht. Dabei sind die beiden Frauen denkbar unterschiedlich: Während Maria, die ihren Mann, den Forstbeamten Werner, gegen den Willen ihrer Familie heiratete, mittlerweile an ihrer Ehe zweifelt, schmerzt die Engländerin Vivien jede Minute der erzwungenen Trennung von ihrem Mann Philipp. Maria ringt bei jedem Feldpostbrief Werners mit sich, die Distanz, die zwischen ihnen entstanden ist, zu durchbrechen und ihm ein paar liebevolle Worte zu schreiben. Vivien dagegen, die nur deshalb in der Kleinstadt vor den Toren Münchens Zuflucht gesucht hat, um ihren Mann, der im Widerstand tätig ist, nicht zu gefährden, wartet nur auf ein Zeichen, um zu ihm zurückzukehren. Während Maria zu ihrer verträumten Tochter Anna nur schwer Zugang findet, sind Vivien und ihre Tochter Antonia einander sehr ähnlich. Doch je schmerzhafter die täglichen Einschränkungen werden, je näher der Krieg ihnen kommt und je größer die Gefahren von Denunziation und Anfeindungen werden, desto enger rücken die beiden Frauen zusammen …

Wunderbarer Roman über Frauen, die in Kriegszeiten über sich hinaus wachsen. Viel Hoffnung, viel Leid, aber nie kitschig. LESENSWERT!

— Nil
Nil

Ein sehr bewegendes und gefühlvolles Leseerlebnis!

— Gina1627
Gina1627

Ein außergewöhnlich berührendes Buch.

— pallas
pallas

wirklich ein sehr gutes Buch, dass einem an manchen Stellen richtig unter die Haut geht

— thiefladyXmysteriousKatha
thiefladyXmysteriousKatha

Ein ganz besonderes Kleinod von der Autorin Katja Maybach. Für alle, die einen gut geschriebenen historischen Roman zu schätzen wissen!

— TochterAlice
TochterAlice

Durch die große Sensibilität und gleichzeitiger Ausdrucksstärke trägt dieser Roman eindeutig die Handschrift von Katja Maybach - Lesen!

— SigiLovesBooks
SigiLovesBooks

Wunderbar zu lesendes Buch über das wohl wichtigste Kapitel unserer Zeitgeschichte!

— pixi17
pixi17

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  • Leserunde zu "Die Stunde unserer Mütter" von Katja Maybach

    Die Stunde unserer Mütter
    KatjaMaybach

    KatjaMaybach

    Hallo, liebe Leserinnen und Leser,"Die Stunde unserer Mütter" ist mein neuer und zugleich persönlichster Roman. Inspiriert haben mich Feldpostbriefe und Tagebuchauszüge von meinem eigenen Vater. Es geht um das Leben zweier Frauen während der Schicksalsjahren 1940 bis 1945: die Bedrohung durch die Gestapo und sogar durch Nachbarn und vermeintliche Freunde, die Hilflosigkeit aber auch den Widerstand gegen den Hass, der sich immer weiter ausbreitet. "Die Stunde unserer Mütter" ist ein Roman über das Bewahren der eigenen Menschlichkeit und über die Liebe, die verloren geglaubt ist und dennoch zum Moment der Hoffnung wird. Ich möchte euch zu einer Leserunde zu meinem neuesten Roman einladen!InhaltIm Mittelpunkt stehen Maria und Vivien, die einander nie besonders sympathisch waren – und jetzt eine Schicksalsgemeinschaft bilden, aus der nach und nach tiefe Freundschaft entsteht.Dabei sind die beiden Frauen denkbar unterschiedlich: Während Maria, die ihren Mann, den Forstbeamten Werner, gegen den Willen ihrer Familie heiratete, mittlerweile an ihrer Ehe zweifelt, schmerzt die Engländerin Vivien jede Minute der erzwungenen Trennung von ihrem Mann Philipp. Maria ringt bei jedem Feldpostbrief Werners mit sich, die Distanz, die zwischen ihnen entstanden ist, zu durchbrechen und ihm ein paar liebevolle Worte zu schreiben. Vivien dagegen, die nur deshalb in der Kleinstadt vor den Toren Münchens Zuflucht gesucht hat, um ihren Mann, der im Widerstand tätig ist, nicht zu gefährden, wartet nur auf ein Zeichen, um zu ihm zurückzukehren. Während Maria zu ihrer verträumten Tochter Anna nur schwer Zugang findet, sind Vivien und ihre Tochter Antonia einander sehr ähnlich.Doch je schmerzhafter die täglichen Einschränkungen werden, je näher der Krieg ihnen kommt und je größer die Gefahren von Denunziation und Anfeindungen werden, desto enger rücken die beiden Frauen zusammen…Zu meiner PersonIch war bereits als Kind eine echte "Suchtleserin", was beinahe automatisch zum eigenen Schreiben führte. Schon mit zwölf Jahren schrieb ich meinen ersten Roman und einige Kurzgeschichten. Doch ich hatte immer schon eine zweite Leidenschaft: die Mode. Und so gewann ich mit fünfzehn Jahren den Designerpreis einer großen deutschen Frauenzeitschrift für den Entwurf eines Abendkleides. Mit siebzehn ging ich nach Paris und wurde zuerst Model in einem Couture Haus, später eine erfolgreiche Designerin.Nach einer schweren Krankheit begann ich, Romane zu schreiben. Bereits mein Debüt-Roman "Eine Nacht im November" war ein großer Erfolg und wurde in Frankreich ein Bestseller. Heute lebe ich in München, meine Kinder sind bereits erwachsen.Zusammen mit Droemer Knaur verlose ich 15 Exemplare von meinem Roman "Die Stunde unserer Mütter" unter allen, die bereit sind, sich an der Leserunde zu beteiligen und im Anschluss eine Rezension zu schreiben.Habt ihr Lust, dabei zu sein?Dann antwortet bitte bis zum 28.05. auf folgende Frage:Die Briefe und Tagebucheinträge meines Vaters haben mich inspiriert.Schreibt ihr auch Briefe? Führt ihr vielleicht ein Tagebuch? Oder bevorzugt ihr lieber Emails und Blogs?Ich freue mich auf eure Antworten!Ich würde mich freuen, euch auch auf meiner Facebook Seite begrüßen zu können.Eure Katja Maybach

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    grit0707

    grit0707

    22. June 2017 um 10:31
    Lese_gerne schreibt Ich vermute mal, dass hinter dieser bayerischen Kleinstadt Schrobenhausen steckt. Später ist mal die Rede von einem Spargelbauern. Und Augsburg und Pöttmes liegen ganz in der Nähe.

    Ich hätte noch mehr nördlich getippt. Geisenfeld ist dann je hinter Pfaffenhofen/ Ilm. Ggf. Neustadt an der Donau. Da weiß ich auch, dass es Internierungslager gab.

  • Gradioser Roman über starke Frauen in einer turbulenten Zeit!

    Die Stunde unserer Mütter
    Nil

    Nil

    21. June 2017 um 11:15

    ‚Die Stunde unserer Mütter‘ ist eine Entdeckung für die ich lovelybooks sehr dankbar bin! Im Buchhandel hätte ich in der Fülle der Neuerscheinungen sicher nicht zu diesem Roman gegriffen. Dafür ist der Titel etwas zu dramatisch, das erneute Aufgreifen des 2. Weltkrieges weniger interessant und das nostalgische Cover etwas kitschig. Aber hier bei lovelybooks in einer Leserunde hatte ich wenig zu verlieren und habe enormes gewonnen und einen grandios guten Roman entdecken dürfen! DANKE! Katja Maybach ist eine Autorin, die scheinbar vielen sehr gut bekannt ist und auch bereits viele Romane veröffentlichte. Für mich war ‚Die Stunde unserer Mütter‘ ihr erster Roman und ich bin überzeugt! Mein SUB ist bereits gewachsen… Die Geschichte ist gut strukturiert, super geschrieben, spannend und die Charaktere mit einer plastischen Tiefe gezeichnet, die man sich wünscht. Wir lernen in diesem Roman nach und nach die vier Protagonistinnen kennen: Marie und ihre Tochter Anna sowie Vivien mit ihrer Tochter Antonia. Den Rahmen der Handlung setzt der 2. Weltkrieg und wir befinden uns zu Beginn bereits im Jahr 1940. Der Roman ist einerseits eine Familiengeschichte und andererseits die Erfahrungen einzelner Personen im 2. Weltkrieg. Es ist ein Roman über Courage und Feigheit zugleich, es ist ein Roman über die Auswirkungen des Kriegs auf das Familienleben, Träume und Lebenspläne und es ist ein Roman über die Veränderungen des Zeitgeistes, die Veränderungen der inneren Haltungen, besonders bei den Frauen der Zeit. In diesem Roman sind ganz deutlich die Frauen im Fokus und wie sich ihre Einstellung und ihre Haltung durch die Abwesenheit der Männer durch gewonnenes Selbstvertrauen in das eigene Handeln verändert. Geschrieben ist es von Katja Maybach wunderbar flüssig. Man folgt der Handlung ohne Probleme. Der Roman macht einige zeitliche Sprünge, die dem Roman eine gewisse Dynamik verleiht. FAZIT: Wer gerne Familiengeschichten liest in Kombination mit historischen Stoffen ist hier bestens aufgehoben. Zugreifen, eintauchen und entdecken – es lohnt sich!    

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  • Schon das kreative Cover macht Lust auf mehr ...

    Die Stunde unserer Mütter
    engineerwife

    engineerwife

    20. June 2017 um 12:48

    Obwohl gerade in letzter Zeit doch so einige Romane zu diesem Thema den Markt zu erobern versuchten, ist es der Autorin wunderbar gelungen sich von der breiten Masse abzuheben. Wie schon im Klappentext vermerkt ist es ein sehr persönliches Buch, das sich sicher des Öfteren mit der Geschichte ihrer eigenen Familie deckt. Es ist großartig, dass in Katjas Familie ein reger Austausch zu diesem dunklen Kapitel unser aller Geschichte stattgefunden haben muss, denn sonst hätte der Roman sicher nicht mit so viel Liebe zum Detail und sicherlich auch Herzblut geschrieben werden können. In vielen Familien wird die Thematik ja doch mehr oder weniger tot geschwiegen. Die Autorin nimmt uns mit in eine kleine deutsche Stadt während fünf der härtesten Jahre des Zweiten Weltkriegs. Vor langer Zeit hörte ich mal einen amerikanischen Countrysong mit dem Titel: „War is Hell on the Homefront too!“ der mir im Zusammenhang mit diesem Buch immer wieder präsent wurde. Sicher hatten es viele Männer schwer, die armen Soldaten direkt an der Front aber auch diejenigen, die mit den „Richtigen“ politisieren mussten um sich und ihre Familie über Wasser zu halten. Den alltäglichen Kampf um das Überleben kämpften aber vor allem auch die Frauen. Die Aussagen „Einfach mal ein bisschen zurückstecken!“ oder „Den Gürtel enger schnallen!“ trafen nun so gar nicht mehr zu, da steckte viel mehr dahinter. Neben der schwelenden Angst denunziert zu werden wegen Beherbergung ausländischer Personen war auch das schlichte Zusammenleben für Maria und Vivien zusammen mit ihren beiden Töchtern jeden Tag eine neue Herausforderung. Die beiden Frauen waren mutige Kämpferinnen, die sich nicht unterkriegen ließen, wenn auch am Ende nicht alles gut wurde. Das Buch strahlt jedoch auch viel Hoffnung aus und lässt einen als Leser wieder an das Gute im Menschen glauben. Ich habe das Buch fast in einem Rutsch gelesen, es ließ sich einfach nicht mehr aus der Hand legen. Meine absolute Lieblingsstelle ist in der Tat der Titel, der sich im letzten Viertel auf Seite 287 des Buchs wiederfindet:Daraufhin hoben viele Frauen gleichzeitig die Hände und segneten Vivien und Maria, die verlegen und doch tief gerührt abwehrten. "Komm" flüsterte Antonia Anna leise zu. "Hier haben wir beide nichts verloren. Das ist die Stunde unserer Mütter".

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  • Die Stunde unserer Mütter - der zweite Weltkrieg hat soviel und auch die Menschen verändert

    Die Stunde unserer Mütter
    Lese_gerne

    Lese_gerne

    20. June 2017 um 00:09

    Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größte unter ihnen.***********************Deutschland 1940: Maria und ihre Schwägerin Vivien sind sehr verschieden. Als Viviens Mann Philipp sie von München auf das Land zu ihrer Schwägerin Maria schickt müssen sich die beiden Frauen arrangieren. Philipp riskiert sein Leben, in dem er Juden bei sich versteckt. Um Vivien, die Engländerin ist, nicht in die Gefahr zu bringen, bittet er sie zusammen mit ihrer Tochter Antonia zu Maria und ihrer Tochter Anna zu ziehen. Annas Vater Werner ist, wie viele andere Männer, im Kriegsdienst eingezogen. Nachdem Vivien Philipp vermisst und es fast keinen Tag ohne ihn aushält verhält sich Marias Zuneigung zu Werner ganz anders. Sie zweifelt langsam an ihrer Ehe. Wie soll sie nur mit Werner umgehen wenn er beurlaubt wird? Aber Marias Zweifel an ihrer Ehe ist nicht das einzige Problem. Verrat, Anfeindungen und Gefahren machen ihr das Leben in dieser schwierigen Zeit schwer.**************************"Die Stunde unserer Mütter" ist schon das vierte Buch von Katja Maybach, das ich gelesen habe. Dieses Buch bietet sehr viele verschiedene Charaktere, wie Viven, die als Engländerin immer elegant angezogen ist und eine noble Blässe hat. Der Krieg wird sie verändern. Sie wird später Hosen tragen und Maria unterstützen und somit nicht mehr viel Zeit für Eleganz und modernen Schnickschnack haben. Oder ihre Tochter Antonia, die auf den ersten Seiten des Buches sehr überheblich wirkt. Schließlich hat sie in der Großstadt schon mehr Schulstoff durchgenommen als die Kinder auf dem Land und findet die Wiederholungen in der Schule langweilig und öde. So wenig sich Antonia und Anna am Anfang verstehen umso herzlicher werden sie mit jeder Seite im Buch. Interessant ist auch die Person Nadja, eine russische Angestellte bei Maria, die noch viel Leid erfahren wird. Katja Maybach hat im Buch original Feldpostbriefe und Tagebucheintragungen ihres Vater übernommen. Werner im Buch übernimmt die Rolle ihres Vaters, Maria die Rolle ihrer Mutter und Anna, die ihrer Schwester. Die Geschichte wird aus der Sicht von zwei verschiedenen Personenkreisen erzählt. Zu einem von Maria, Anna, Werner, Vivien, Antonia und Philipp und zum anderen von Elsa und Friedrich, die Eltern von Maria und Philipp, die in Speyer wohnen. Friedrich war nie mit der Wahl von Maria Werner zu heiraten einverstanden. Im Buch begeben sich Maria und Vivien selbst öfter in Gefahr. Das rechne ich ihnen hoch an. Auch das Ende des Buches war für mich sehr überzeugend. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für die Zeit des Nationalsozialismus interessiert.

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  • Eindrucksvoller und gefühlsstarker Einblick aus Frauensicht in eine dunkle Zeit deutscher Geschichte

    Die Stunde unserer Mütter
    SigiLovesBooks

    SigiLovesBooks

    19. June 2017 um 23:54

    "Die Stunde unserer Mütter" von Katja Maybach erschien 2017 (TB) im Verlag Droemer-Knaur. Nach zahlreichen Roman-Erfolgen hat die Autorin mich auch dieses Mal sehr überzeugt und ist ihrer literarisch unverkennbaren Handschrift, die sich durch viel Einfühlungsvermögen in die Figuren, ein spannendes und gut recherchiertes (Frauen)thema, große Emotionen und überzeugende Charaktere auszeichnet, treu geblieben. Das Cover wirkt wie ein Foto aus der Zeit der Romanhandlung; dem zweiten Weltkrieg und damit einem der dunkelsten Kapitel deutscher Zeitgeschichte..."Deutschland 1940: Maria und Vivien könnten unterschiedlicher nicht sein. Maria zweifelt mittlerweile an ihrer Ehe mit Werner, ihre britische Schwägerin Vivien schmerzt hingegen jede Munute der erzwungenen Trennung von ihrem Mann Philip, der sein Leben riskiert, indem er Juden bei sich versteckt. Während Maria bei jedem Feldpostbrief Werners mit sich ringt, ein paar liebevolle Worte zu schreiben, wartet Vivien nur darauf, zu Philip zurückkehren zu können. Doch je schmerzhafter die täglichen Einschränkungen und je größer die Gefahren von Denunziation und Anfeindungen werden, desto enger rücken Maria und Vivien zusammen". (Quelle: Buchrückentext)Die Geschichte von Maria und Vivien mit ihren Töchtern Anna und Antonia spielt in einer bayrischen Kleinstadt; Maria lebt mit Anna auf dem Land, als Philip beschließt, seine englische Frau Vivien und Antonia, ihre Tochter, zu Maria zu bringen, um sie aus der Gefahrenzone seines politischen Widerstands zu bringen. Entgegen der Annahme beider Frauen, dass es schwierig werden könnte, zusammen zu leben, gestaltet sich dieses besser als gedacht: Auch die beiden Mädchen freunden sich mehr und mehr an und unterstützen sich, zeigen sich solidarisch.Während Vivien unter der Trennung zu ihrem Mann leidet, litt die Ehe zwischen Maria und Werner, der an der Front ist, bereits seit einiger Zeit unter Spannungen, die es Maria erschweren, ihm liebevolle Worte zu schreiben...Während die vier Hauptprotagonistinnen, die sich als mutig und stark erweisen, dem Leser immer mehr ans Herz wachsen und sehr authentisch und facettenreich dargestellt werden, treten die Männer als Nebenfiguren in den Hintergrund (eine Ausnahme stellt Friedrich dar, der Vater von Maria, der einem für ihn schier unglaublichen Familiengeheimnis auf die Spur kommt). Das Leben der Frauen und Mädchen beschreibt die Autorin in den letzten Kriegsjahren, wobei Kriegsereignisse mit einfließen, die ein rasches Ende des Krieges in weite Ferne rücken. Auch das furchtbare Denunziantentum und die unmittelbare Nähe eines Frauenlagers finden im Roman ihren Ausdruck: Maria und Vivien möchten helfen und fahren für den Bäcker, der im Untergrund Widerstand leistet, Brot ins Frauenlager aus, in das kleine Informationen für die Insassen eingebacken ist: Ein nicht ungefährliches Unterfangen, das Mut erfordert und hier Solidarität unter Frauen thematisiert, die auch in Kriegszeiten durchaus ihren Ausdruck fand. Auch die Liebe existiert zu Zeiten des Krieges: So erleben sowohl Anna als auch Antonia ihre erste Liebe und die Hintergründe sind teils so dramatisch, dass beide 'Romanzen' sich wundervoll in den Roman einfügen, ohne trivial oder klischeehaft zu wirken. Dafür ist der Schreibstil Katja Maybachs viel zu bewegend, authentisch, gefühlvoll und ausdrucksstark. Meiner Meinung nach liegt ihre größte Stärke darin, Emotionen, die im Leser geweckt werden, prägnant und dennoch detailreich zu beschreiben, so dass man schon an einigen Stellen ein paar Tränen wegdrücken muss. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Romanende erhalten und das Ende ist bewegend, stimmig und voller Hoffnung:Nach der Kapitulation lassen Maria, Vivien, Anna und Antonia die Gläser auf das Leben, die Liebe - und die Freundschaft erklingen; eine kraftvolle und wunderbare Schlussszene; auch über die Entwicklung der sympathischen Charaktere der Großeltern (Friedrich und Elsa) freut man sich mit!Fazit:Ein rundum gelungenes, stimmiges, sehr gefühlvolles und authentisches Buch, das ich absolut weiterempfehlen möchte: Besonders berührend die Solidarität der Frauen, die dem Roman den Titel gaben und starke Charaktere aufleuchten, die die dunkle Zeit an der Heimatfront durchstehen müssen - und diese mit Bravour meistern! Berührend auch die Tatsache, dass dies der persönlichste Roman Katja Maybachs ist, da Familienerinnerungen und die Feldpostbriefe ihres Vaters in ihn verwoben sind. Ich freue mich auf weitere Romane der von mir sehr geschätzten Autorin und vergebe 5 Sterne.

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  • Großes Gefühlskino!

    Die Stunde unserer Mütter
    Gina1627

    Gina1627

    19. June 2017 um 20:16

    Eine sehr bewegende und wunderschöne Familiengeschichte, die einen mitnimmt und berührt! Vivien und ihre Tochter Antonia zieht es aus Sicherheitsgründen im Jahr 1940 aus der Stadt München in ein bayrisches Dorf zu Ihrer Schwägerin Maria und deren Tochter Anna. Hier suchen sie Schutz vor dem Krieg und erleichtern Philip, Viviens Ehemann, die Rettung unzähliger verfolgter Juden, denen er ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben, aus dem Untergrund hilft. Die Sorge um ihn und die Trennung  machen ihr schwer zu schaffen. Marias Ehemann Werner steckt mitten im Kriegsgeschehen. Ihre Sehnsucht nach ihm hält sich in Grenzen und die Beantwortung  seiner Feldpostbriefe ist mehr Pflichtgefühl wie Bedürfnis. Die Kriegswirren, Entbehrungen  und Gefahren schweißen die zwei Frauen und ihre Töchter immer mehr zusammen und eine Freundschaft fürs Leben entsteht. „ Die Stunde unserer Mütter“ war mein erster Roman von Katja Maybach, den ich von ihr gelesen habe und ich bin sehr dankbar, dass ich dieses  Buch während einer Leserunde kennenlernen durfte. Sie hat es geschafft, das ich ein Fan ihres sehr gefühlvollen, feinfühligen und emotionsgeladenen Schreibstiles wurde. Sie erzählt eine wunderschöne Familiengeschichte, die durch die Inspiration der Feldpostbriefe ihres Vaters entstanden ist und viele wahre und authentische  Begebenheiten enthält. Man spürt, dass sie hier viel Herzblut in ihre Geschichte hineingelegt hat. Ihre Charaktere im Buch sind sehr lebendig, interessant und liebevoll ausgearbeitet. Katja Maybach erzählt in zwei verschiedenen Erzählsträngen, die durch ihren Kontrast sehr viel Spannung und Gefühl  ins Geschehen bringen. Zum einen aus der Sicht von Maria, Vivien und ihren Töchtern Anna und Antonia, durch die man mitten in den Kriegswirren steckt. Hier erlebt man die ganzen Auswirkungen, ob es Denunziation, Misstrauen, Angst, Not oder um gegenseitige Hilfe geht. Ihrer Unterschiedlichkeit, das gemeinsame Erleben und die Entwicklung  von ihnen in den Zeiten des Nationalsozialismus kann man nur Respekt zollen. Sie sind wunderbare starke Frauen und Persönlichkeiten!  Im zweiten Erzählstrang stehen Elsa und Friedrich, Marias Eltern, im Mittelpunkt. Ihre zwischenmenschlichen Probleme wurden sehr einfühlsam umgesetzt.  Zwei Menschen, deren Liebe durch Geheimnisse, Missverständnisse, unterschiedliche Lebensvorstellungen  und der Weiterentwicklung ihrer Charaktere auf eine harte Probe gestellt wird. „Die Stunde unserer Mütter“ ist ein außergewöhnliches und wunderschönes Buch, bei dem mir zwischendurch vor lauter Rührung, die Tränen gekommen sind. Ein unvergleichliches Leseerlebnis! Ich war tief beindruckt von diesem Roman und kann hier nur eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen!  Mit Katja Maybach habe ich für mich eine neue Autorin entdeckt, von der ich auf jeden Fall noch mehr Bücher lesen werde. Verdient vergebe ich 5 wundervolle Sterne.

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  • Rezension zu "Die Stunde unserer Mütter" von Katja Maybach

    Die Stunde unserer Mütter
    aba

    aba

    19. June 2017 um 18:53

    Unbeugsame FrauenDie Schriftstellerin Katja Maybach hat mit ihrem neuesten Roman "Die Stunde unserer Mütter" eine Geschichte über eine große Freundschaft zwischen zwei Frauen und ihren jeweiligen Töchtern geschrieben, die mich tief berührt hat. Zwei Frauen, so mutig und aufrichtig, dass man einen großen Respekt für sie empfinden muss.Mitten im Zweiten Weltkrieg sehen sich Maria und ihre Schwägerin Vivien dazu gezwungen, zusammen zu leben. Sie bewältigen den Alltag in den schwierigen Zeiten und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen, obwohl sie es alles andere als einfach haben: Marias Mann, wie fast jeder andere Mann im Deutschland der 40er Jahre, kämpft an der Front, und Viviens Mann riskiert sein Leben, indem er Juden versteckt.Maria und ihre Tochter Anna, und Vivien und ihre Tochter Antonia sind charakterstarke Romanfiguren, an die ich lange denken werde. Den Nationalsozialismus nehmen sie nicht als selbstverständlich hin und das Konzentrationslager, das praktisch vor ihrer Tür liegt, ignorieren sie nicht, wie es sonst Millionen Deutschen getan haben.Vier Frauen mitten im Zweiten Weltkrieg. Katja Maybach hat es geschafft, diese Thematik so darzustellen, dass es in keinem Moment melodramatisch wird. Das Leben mit der Angst, die Routine, die immer mehr zum Kampf wird und die Gefühle, die ständig harten Proben unterworfen werden, das alles schildert die Autorin so eindrucksvoll, dass man die Verzweiflung der Frauen spürt, wenn sie nicht wissen, wie es weiter geht, und man bewundert sie, wenn sie unter den schwierigsten Umständen weiter kämpfen.Katja Maybachs Frauen - aber auch die Männer - sind keinesfalls glatte und unfehlbare Romanfiguren mit konventionellen Moralvorstellungen. Sie sind einfach Menschen, aber nicht solche Menschen, wie es sie überall gibt. Denn mutige, unbeugsame und konsequente Menschen trifft man nicht an jeder Ecke. Fehler machen sie auch, wie jeder andere und genau das macht sie zu wirklichkeitsnahen Figuren. Das gefällt mir am besten an den Romanen von Katja Maybach.Eine weitere Besonderheit, die diesen Roman kennzeichnet, ist, dass Frau Maybach Inspiration in ihrer eigenen Familie gefunden hat. Briefe ihres Vaters vermitteln außerdem authentische Eindrücke des Lebens eines Soldaten an der Front.Zu so einer Familie zu gehören, die Material für einen bewegenden Roman liefert, ist sicherlich eine großartige Sache und ein Grund, stolz zu sein!Dieses Buch zu lesen hat mir großes Vergnügen bereitet. Ich habe jede Seite genossen und mich von der Leidenschaft, mit der Frau Maybach ihre Geschichte geschrieben hat, anstecken lassen.Auf ein neues Buch von Katja Maybach muss ich diesmal nicht lange warten. "Der Mut zur Freiheit" erscheint im Dezember 2017. Ich freue mich jetzt schon auf neue, ungewöhnliche und unkonventionelle Heldinnen mit spanischem Blut und viel Temperament.Ich wünsche "Die Stunde unserer Mütter" viel Erfolg und viele Leser, die bereit sind, vier bemerkenswerte und von der Norm abweichende Frauen in ihre Herzen aufzunehmen.

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  • Eine emotionale und berührende Geschichte über starke Frauen in düsteren Zeiten

    Die Stunde unserer Mütter
    grit0707

    grit0707

    19. June 2017 um 13:04

    Klappentext: Im Mittelpunkt stehen Maria und Vivien, die einander nie besonders sympathisch waren – und jetzt eine Schicksalsgemeinschaft bilden, aus der nach und nach tiefe Freundschaft entsteht. Dabei sind die beiden Frauen denkbar unterschiedlich: Während Maria, die ihren Mann, den Forstbeamten Werner, gegen den Willen ihrer Familie heiratete, mittlerweile an ihrer Ehe zweifelt, schmerzt die Engländerin Vivien jede Minute der erzwungenen Trennung von ihrem Mann Philipp. Maria ringt bei jedem Feldpostbrief Werners mit sich, die Distanz, die zwischen ihnen entstanden ist, zu durchbrechen und ihm ein paar liebevolle Worte zu schreiben. Vivien dagegen, die nur deshalb in der Kleinstadt vor den Toren Münchens Zuflucht gesucht hat, um ihren Mann, der im Widerstand tätig ist, nicht zu gefährden, wartet nur auf ein Zeichen, um zu ihm zurückzukehren. Während Maria zu ihrer verträumten Tochter Anna nur schwer Zugang findet, sind Vivien und ihre Tochter Antonia einander sehr ähnlich. Doch je schmerzhafter die täglichen Einschränkungen werden, je näher der Krieg ihnen kommt und je größer die Gefahren von Denunziation und Anfeindungen werden, desto enger rücken die beiden Frauen zusammen …Meine Meinung:„Die Stunde unserer Mütter“ ist das erste Buch, das ich von Katja Maybach gelesen habe und es wird sicherlich nicht das letzte sein. Die Geschichte von Maria und Vivien ist sehr emotional geschrieben und gibt viele Hintergrundinformationen aus der eher düsteren Geschichte Deutschlands. Maria und Vivien mussten in dieser Zeit über sich hinauswachsen, um ihre Lieben und sich zu schützen. Sie müssen sich verändern und Dinge tun, die sie selbst vorher nicht für möglich gehalten hätten. Auch ihre beiden Töchter, Anna und Antonia werden in dieser Zeit erwachsen und lernen die Greuel des Krieges kennen, indem Antonia angefeindet wird, da sie englische Wurzeln hat, und beide dann im Lazarett arbeiten und verwundete Soldaten pflegen. Das Buch ist spannend und authentisch geschrieben und man fiebert regelrecht mit den Frauen mit als sie anderen Frauen in einem Internierungslager helfen möchten und dabei selbst in Gefahr geraten. Fazit:Mich hat das Buch „Die Stunde unserer Mütter“ sehr bewegt. Einmal mit dem Lesen begonnen, konnte ich das Buch kaum noch aus den Händen legen. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.  

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  • Die Tapferkeit unserer Mütter

    Die Stunde unserer Mütter
    pallas

    pallas

    19. June 2017 um 11:47

    Katya Maybach präsentiert mit dem beeindruckenden Roman "Die Stunde unserer Mütter" einen sehr persönlichen und authentischen Roman der Extraklasse.Sie ließ sich durch die Briefe ihres Vaters inspirieren, der diese während des Krieges zwischen 1940 bis 1945 von der Front aus nach Hause schrieb. Sie wob die emotional höchst mitreißenden Themen weiter und dehnte die Geschichte um die schicksalshaft beteiligten Familien aus. Über ihre geschickte Erzählkunst, die eine kraftvolle Bildsprache und charaktervolle Romanfiguren einsetzt um die dramatischen Geschehnisse auf's Beste zu inszenieren, gelingt der Autorin ihre Leser zu tiefst an das Thema des Romans zu binden. Die Schicksalsjahre der Ehefrau Maria und Vivien, der Ehefrau ihres Bruders Philip stellen dem Leser auf drastische Weise vor Augen, wie unfasslich der Alltag dieser Menschen von Kampf und Überleben dominiert wurde und wie schwer es in dieser Zeit war das Leben der Töchter Anne und Antonia auch nur annähernd zu verbessern.Die menschlichen Fähigkeiten dieser Frauen sind schlichtweg beeindruckend und wird durch die hervorragende literarische Recherchearbeit der Autorin perfekt und überzeugend herausgestellt. So gab der tapfere Mut der Frauen sogar Inhaftierten die zum Überleben notwendige Hoffnung.Die vielen eingeflochtenen Feldpostbriefe geben in authentischer Weise Zeugnis über die Grausamkeit des Krieges, zeigen aber auch, dass die in den Briefen eingewobene Liebe des Menschen auch einen warmen Funken der Hoffnung an den in Mühe und Not zurückgebliebenen Partner spendet. Das nur schwer erträgliche Leben, welches die beiden Frauen Maria und Vivien gemeinsam meistern, schweißt diese in starker Freundschaft zusammen. Vivien vermisst ihren Ehemann Philip sehr, der im Münchner Widerstand aktiv ist. Die langen Kriegsjahre hingegen drohen Maria von ihrem Mann Werner zu entfremden. Es schleichen sich schließlich sogar Zweifel an ihrem Mann in ihr Herz, den sie einst aus Liebe und gegen den Willen ihrer Eltern heiratete. Katja Maybach ist ein Begriff für vorzügliche Literatur. In meinen Augen hat sie sich mit diesem Roman sogar bei der ohnehin schon hohen Qualität ihrer Werke nochmals an Exzellenz übertroffen.Die hervorragend inszenierten Protagonisten, die wie aus dem Leben gegriffen erscheinen, dabei stark und authentisch in der Story in atemberaubender Kulisse agieren, schaffen im Leser ein berührendes, hinreißendes Kopfkino der Spitzenklasse.Auch das Schicksal der Töchter Anna und Antonia beleuchtet eindrucksvoll die düstere Geschichte der Zeit um 1940. So manche Szenen gehen dem Leser direkt an's Herz. So habe ich mit diesen lieben Romanfiguren stark gelitten und auch so manche Tränen vergossen. Während die Protagonisten an ihren Schicksalen wachsen, kann der Leser seine Erfahrungswelt mit ihnen vertiefen. Auch dies ist ein Zeichen sehr guter Literatur: Die Nachhaltigkeit, die dem Leser über die Lektüre hinaus Horizonte erweitert.Die Gestaltung des Umschlagbildes ist in meinen Augen hervorragend gelungen. Ich denke auch hier ist der Einfluß der Autorin auf das Design spürbar. Die zentrale Aussage des Werkes ist gut getroffen und hat daher einen hohen Identifikationswert in der Buchhandlung. Designarbeit, die heutzutage auch nicht mehr selbstverständlich ist. Das Buch ist tiefgründig, kraftvoll und sehr emotional.Katja Maybach bewies erneut ihr enormes Talent, historische Fakten in einer spannenden Geschichte einzubinden und dabei hochwertvolle Botschaften für den Leser bereit zu stellen.Ein großer Dank daher an die Autorin für die viele Mühe, die dieses Werk zweifelsohne gekostet hat. Ich freue mich schon sehr auf das kommende Werk

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  • besondere Frauen in schweren Zeiten

    Die Stunde unserer Mütter
    thiefladyXmysteriousKatha

    thiefladyXmysteriousKatha

    19. June 2017 um 11:09

    Die Stunde unserer MütterAn dieser Stelle möchte ich mich als erstes einmal herzlich bei lovelybooks, dem Verlag und Katja Maybach dafür bedanken, dass ich dieses Buch im Zuge einer Leserunde testlesen durfte. Die Lektüre war nicht nur emotional, sondern wirklich etwas ganz besonderes für mich. Das Buch hat mir viel gegeben und es ist eine absolute Leseempfehlung an alle, die gerne Bücher aus der NS-Zeit lesen. Klappentext/Kurzbeschreibung In ihrem neuen und zugleich persönlichsten Roman „Die Stunde unserer Mütter“ erzählt Katja Maybach, inspiriert durch ihre eigene Familiengeschichte, von zwei unterschiedlichen Frauen in den Kriegs- und Schicksalsjahren 1940 bis 1945. Kraftvoll, gefühlsstark und authentisch zeigt dieser Roman den immer schwerer zu bewältigen Alltag, die Bedrohung durch die Gestapo und selbst durch Nachbarn und vermeintliche Freunde, die Hilflosigkeit aber auch den Widerstand gegen den Hass, der sich immer weiter ausbreitet. Doch zugleich erzählt Katja Maybach in „Die Stunde unserer Mütter“ auch vom Bewahren der eigenen Menschlichkeit und von der Liebe, die verloren geglaubt ist und dennoch zum Moment der Hoffnung wird. Durch die eingeflochtenen Feldpostbriefe und Tagebuchauszüge von Katja Maybachs eigenem Vater erhält dieser Roman seine besondere Kraft und Wahrhaftigkeit.Im Mittelpunkt stehen Maria und Vivien, die einander nie besonders sympathisch waren – und jetzt eine Schicksalsgemeinschaft bilden, aus der nach und nach tiefe Freundschaft entsteht.Dabei sind die beiden Frauen denkbar unterschiedlich: Während Maria, die ihren Mann, den Forstbeamten Werner, gegen den Willen ihrer Familie heiratete, mittlerweile an ihrer Ehe zweifelt, schmerzt die Engländerin Vivien jede Minute der erzwungenen Trennung von ihrem Mann Philipp. Maria ringt bei jedem Feldpostbrief Werners mit sich, die Distanz, die zwischen ihnen entstanden ist, zu durchbrechen und ihm ein paar liebevolle Worte zu schreiben. Vivien dagegen, die nur deshalb in der Kleinstadt vor den Toren Münchens Zuflucht gesucht hat, um ihren Mann, der im Widerstand tätig ist, nicht zu gefährden, wartet nur auf ein Zeichen, um zu ihm zurückzukehren. Während Maria zu ihrer verträumten Tochter Anna nur schwer Zugang findet, sind Vivien und ihre Tochter Antonia einander sehr ähnlich.Doch je schmerzhafter die täglichen Einschränkungen werden, je näher der Krieg ihnen kommt und je größer die Gefahren von Denunziation und Anfeindungen werden, desto enger rücken die beiden Frauen zusammen …Meine MeinungWas für ein Buch! Ich finde, der Verlag hat mit seinem Internettext und den Adjektiven "kraftvoll, gefühlsstark und authentisch" genau die richtigen Worte gefunden, um diese Geschichte angemessen einzuordnen. Von der ersten Seite an bis zur letzten lässt einen diese Geschichte nicht mehr los und als Lesender spürt man deutlich die bedrohliche Stimmung der NS-Zeit. Bereits zu Anfang, wo noch alles recht ruhig scheint, aber die Russin Nadja, welche bei Maria wohnt, bereits beobachtet wird und ahnt, dass man auch sie vertreiben bzw. einsperren könnte, fand ich die Atmosphäre des Buches sehr dicht und man konnte den Arierstolz bzw. Ausländerhass der NSDAP-Anhänger zwischen den Zeilen fühlen, auch wenn sie im Text selten Auftritte hatten. Es war wie ein bedrohliches Lauern im Hintergrund. Dieses Gefühl müssen so viele Menschen in dieser Zeit verspürt haben und ich muss Katja Maybach ein großes Lob dafür aussprechen, dass sie es so authentisch einfangen konnte.Sicherlich muss es ganz furchtbar sein, wenn der eigene Mann (oder in Annas Fall der Vater) an der Front ist und man kaum etwas von ihm hört. Ich fand es aber auch sehr authentisch, dass Eheprobleme in solch einer Situation nicht einfach vergessen werden, sondern man sich mit der Zeit sogar entfremden könnte, was sicherlich bei vielen Paaren passiert ist. Marias Gedanken zu Werner waren interessant zu verfolgen und die Entwicklung ihrer Gefühle hatte ich so nicht kommen sehen. Aber auch die Geschichte rund um Friedrich und Elsa war sehr interessant. Elsa leidet sehr unter der Distanz zwischen ihr und ihrem Mann und man hat deutlich gemerkt, wie sehr sie sich seine Zuneigung zurück wünscht, aber auch in vielen Punkten nicht seiner Meinung ist. Ihre geheime Identität, auf die ich hier nicht aus Spoilergründen eingehen möchte, hat mich zwar keines Falls überrascht, aber ich fand es sehr interessant zu sehen was für eine Frau hinter solch einer Position/Figur/Rolle steckt (mir fällt kein passendes Wort ein, ohne ihre Tätigkeit zu verraten). Aber auch Friedrich hat es nicht leicht im Leben und er muss einige schweren Offenbarungen verdauen. Man lernt anhand seines Weges viel über das Verzeihen und somit auch für das Leben.Viviens Geschichte war ebenfalls absolut fesselnd. Ihr Mann schickt sie weg, um sie nicht in Gefahr zu bringen, da er sehr ehrenhafte Dinge tut, die auch wirklich gefährlich waren. Seine "Fehler", die sich im Laufe der Geschichte entpuppen sind durchaus menschlich und diese Perspektive der Geschichte war interessant zu verfolgen. Dass sogar Engländer wie Vivien und Antonia nicht gerne in Deutschland gesehen wurden, war mir neu, da ich immer dachte, sie würden in etwas als "arisch" durcchgehen und wären daher toleriert worden. So kann man sich irren. Es muss schrecklich sein einen Teil der eigenen Identität verstecken zu müssen.Annas Geschichte zeigt, dass auch in Kriegszeiten berufliche Träume existiert haben und man vielleicht gerade in einer solchen Zeit an diesen festhalten muss.Antonias Geschichte hat mich besonders bewegt (Geschichte mit Thomas), da sie einiges mitmachen musste, aber trotzdem ein hilfsbereiter Mensch bleibt.Vor allen Frauen dieser Geschichte (und auch vor einigen Männern natürlich) kann man nur den Hut ziehen. Die Tatsache, dass Katja Maybach Feldpostbriefe und Tagebucheinträge ihres Vaters verarbeitet hat, machten das ganze so erschreckend real und gaben dem Buch einen ganz besonderen Charakter. Ich denke, hätte ich das nicht gewusst, hätte mich das Buch auch absolut beeindruckt, aber so war es einfach nochmal eine Nummer authentischer.Ich kann mich nur nochmal wiederholen: Was für ein tolles Buch! Auch der Schreibstil ist sehr gelungen. Loben kann man auch, dass Katja Maybach, im Gegensatz zu anderen Büchern aus dieser Zeit, nichts verkitscht, sondern sehr angemessen schreibt und Umstände darstellt. Sicherlich war dies nicht mein letztes Buch der Autorin und dieses hier wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.Wer ein gut recherchiertes, authentisches und kraftvolles Buch über das Schicksal zweier Frauen und ihrer Töchter in der NS-Zeit lesen möchte, ist hier genau richtig!5 verdiente Sterne gibt es daher von mir für "Die Stunde unserer Mütter."

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  • Eine sensationelle Geschichte!

    Die Stunde unserer Mütter
    zauberblume

    zauberblume

    18. June 2017 um 15:07

    "Die Stunde unserer Mütter" ist der neueste Roman der Autorin Katja Maybach. Ich habe mich schon riesig auf dieses Buch gefreut. Und die Autorin hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Eine Geschichte, die den Leser bis tief in die Seele berührt.Der Inhalt: Wir befinden uns in Deutschland im Jahr 1940. Mitten in den Kriegswirren, viele Männer befinden sich an der Front und die Frauen kämpfen ums nackte Überleben. Maria und ihre Tochter Anna leben in einer bayerischen Kleinstadt. Auch ihr Mann kämpft als Offizier und Maria zweifelt mittlerweile an ihrer Ehe mit Werner. Dann ist da ihre Schwägerin Vivien, die in München lebt. Aus Sicherheitsgründen soll sie in dieser schweren Zeit mit ihrer Tochter Antonia zu Maria aufs Land ziehen. Denn ihr Mann Philip riskiert sein Leben, indem er Juden in ihrer Wohnung versteckt. Vivien vermisst ihren Mann schmerzlich und wartet nur darauf, bald wieder nach München zurückkehren zu können. Doch in Zeiten großer Not verstehen sich die zwei ungleichen Frauen immer mehr und wachsen zu einer Einheit zusammen. Gemeinsam versuchen sie diese schlimme Zeit zu überstehen ......Der Autorin ist wieder ein absoluter Bestseller gelungen. Für mich ein Lesehighlight. Schon von der ersten Seite an bin ich eingetaucht in die Geschichte von Maria und Vivien. Auch wenn Maria in einer Kleinstadt lebt, sind sie vor Anfeindungen nicht geschützt. Und dann haben sie ja noch dieses schreckliche Lager direkt vor Augen. Auch den Beitrag, den die beiden geleistet haben, fand ich unglaublich.  Und als es eines Nachts an der Türe von Maria gepocht hat, blieb mir fast das Herz stehen. Die Frauen hatten doch überhaupt keine Chance sich irgendwie zu wehren. Durch diesen Roman wird uns auch diese schlimme Zeit, die auch mein Vater als Kind erlebt hat, wieder vor Augen geführt. Welches Gefühl muss das gewesen sein,  in ständiger Angst zu leben in der Hoffnung auf ein Lebenszeichen eines Angehörigen. Und wie lange waren diese Feldpostbrief unterwegs (es ist berührend, dass die Geschichte Feldpostbriefe des Vaters der Autorin enthält) und wie viele haben ihre Empfänger nie erreicht. Ich fand es wunderbar, dass Maria und Vivien eine Einheit gebildet haben, um so sich und ihre Töchter zu schützen. Mit wie viel Leid, Not, Elend und Schicksalschlägen wurde alle konfrontiert. Doch irgendwie haben sie diese Zeit überstanden. Auch Anna und Antonia haben an ihren Träumen festgehalten. Hoffentlich sind ihre Wünsche in Erfüllung gegangen. Eine mitreißende und packende Geschichten mit vielen Emotionen. Ein Wahnsinnsroman, der mich wirklich sehr berührt hat und bei dem beim Lesen kein Auge trocken blieb. Für mich ein absoluter Bestseller. Schon allein indem Cover steckt so viel Gefühl. Für mich einfach genial. Selbstverständlich vergebe ich gerne 5 Sterne und freue mich auf den nächsten Roman der Autorin.

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  • Das Schicksal der Daheimgebliebenen

    Die Stunde unserer Mütter
    TochterAlice

    TochterAlice

    18. June 2017 um 09:25

    Eine dramatische und bewegende Familiengeschichte schildert die Autorin Katja Maybach in ihrem Roman "Die Stunde unserer Mütter" und taucht dabei tief ein in die Geschichte des nationalsozialistischen Regimes - hier geht es um die letzten Jahren, also die Zeit des zweiten Weltkriegs. Thematisiert wird aber nicht das Leben an der Front, sondern das der Daheimgebliebenen, also der Frauen sowie der Eltern der Soldaten. Hier geht es um Maria, wohnhaft in einer bayrischen Kleinstadt, die von ihrem Bruder Philipp gebeten wird, seine englische Frau Vivien und ihre Tochter Antonia bei sich aufzunehmen, da er in der gemeinsamen Wohnung Juden unterbringen und somit vor der Deportation schützen will. Auch Maria, deren Mann Werner an der Front ist, hat eine Tochter im Teenageralter und so geht es hier um Mütter und um Töchter und auch um die Generation davor, nämlich um die Eltern von Maria und Philipp, wohnhaft in der Pfalz. Ein Konzept, das nicht neu ist bei Katja Maybach, doch der historische und auch dramatische Kontext ist wie jedesmal vollkommen unterschiedlich zu den Gegebenheiten der vorherigen Romane und  wird wie immer eindringlich geschildert.Wie immer jedoch bei Katja Maybach - und das mag ich ganz besonders gern - sind es die Frauen, denen eine ganz besondere Rolle und Relevanz zukommt. Diesmal erlebt der Leser die letzten Jahre des Nationalsozialismus fern von der Front sehr realitätsnah und authentisch, zudem hat Katja Maybach wie immer sorgfältig recherchiert und mitreißend geschrieben. Eine Autorin, auf die man sich verlassen kann, sowohl hinsichtlich der historischen Einbettung als auch der Erzählkunst, die so gekonnt ist, dass es schwer ist, die Lektüre vor dem eigentlichen Ende zu unterbrechen. In diesem Roman hat mich ganz besonders die Einbindung des eigenen Familienschicksals der Autorin bewegt - sie hat nämlich Briefe ihres Vaters von der Front und auch andere Elemente aus ihrer eigenen Vergangenheit - bzw. der ihrer Familie - in die Handlung eingebunden.Was ich noch an den Romanen von Katja Maybach schätze: ihre Protagonisten sind keineswegs durchgehend Sympathieträger. Im vorliegenden Buch fiel es mir bis zum Schluss schwer, Verständnis für einige Handlungen ganz besonders der beiden Töchter Antonia und Anna zu entwickeln, was aber meiner Lesebegeisterung keinen Abbruch tat. Was man auch von Katja Maybach kennt: sie steht nicht unbedingt für ein überraschendes Ende. So ist auch diesmal wieder die Entwicklung in groben Zügen vorauszusehen. Doch auch das stört kein bisschen! Alles in allem macht dieses Buch große Lust auf weitere Roman von Katja Maybach, soweit man die noch nicht alle verschlungen hat. Der vorliegende ist wärmstens zu empfehlen für jeden, der gerne einen gelungenen, in die Zeit des 2. Weltkriegs spielenden Roman liest und es liebt, sich von der Geschichte entführen zu lassen, darin zu schwelgen. Ein Buch, das eher die weibliche Leserschaft adressiert, doch aufgrund der atmosphärischen Schilderung und der vorzüglichen Rechercheleistung auch dem ein oder anderen historisch interessierten Herren - sofern er einer süffigen Erzählweise mit romantischen Elementen nicht abgeneigt ist - eine interessante Lektüre bescheren könnte

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  • Eine ergreifende Familiengeschichte

    Die Stunde unserer Mütter
    Betsy

    Betsy

    14. June 2017 um 19:53

    Deutschland 1940: Maria nimmt auf Bitten ihres Bruders Philipp, dessen Ehefrau Vivien und Tochter Antonia bei sich auf, da dieser um ihre Sicherheit fürchtet. Während Maria bislang nicht unbedingt ein gutes Verhältnis zu ihrer Schwägerin hatte, verstehen sich ihre Tochter Anna und Viviens Tochter Antonia sehr gut, bis es wegen eines Jungen zu Eifersüchteleien zwischen ihnen kommt. Unterdessen rücken Maria und Vivien immer näher zusammen, da sich das Zusammenleben weit angenehmer gestaltet als angenommen. Während Vivien allerdings ihren Mann schrecklich vermisst und voller Sorge um ihn ist, hat Maria Probleme damit ihrem Mann Werner auf seine Feldpostbriefe zu antworten, da es um ihre Ehe schon vor dem Krieg alles andere als rosig stand, dennoch ist für beide diese Ungewissheit schwer zu ertragen und über kurz oder lang muss jeder aus der Familie den einen oder anderen Verlust ertragen. Angelehnt an ihre eigene Familiengeschichte ist dies ein sehr persönliches Werk der Autorin, der es sehr gut gelingt den Leser in diese Zeit hineinzuziehen und mitzuerleben wie die Frauen dieser Geschichte, jede auf ihre Weise trotz allen Widrigkeiten nicht den Mut verlieren und am Leben, sowie ihrer Familie festzuhalten. Die Autorin schafft es in nur wenigen Worten viel in die Handlung hineinfließen zu lassen und auch mit teilweise recht kurz gehaltenen Szenen sehr viel zu vermitteln. Trotz der Zeit in der die Geschichte spielt, bildet der Krieg selbst nur eine gewisse Rahmenhandlung, da letztendlich der Fokus auf der Familie, besonders aber den Frauen liegt, die sich hier durchschlagen, Mut beweisen und trotz allem ihre Ideale nicht zu verraten. Wir nehmen dennoch quasi nebenbei auf wie ängstlich die Stimmung in ihrem Dorf ist, wo selbst die Nachbarn einen schnell denunzieren können, wie viel schwerer es ist an Lebensmittel zu kommen, auch wenn unsere Protagonisten, durch die Stellung der Männer in ihrer Familie noch recht gut davon kommen, dem Wissen, dass nicht weit entfernt ein Frauenlager errichtet wurde, in dem schreckliches passiert, die Sorge um Angehörige, die persönlichen Auswirkungen des Krieges und die Hoffnung auf sein baldiges Ende. Generell erzählt die Geschichte in vielen kleinen Episoden vom Leben der Frauen und zugleich auch von 3 Generationen dieser Familie die diesen Krieg miterleben. Neben Maria und Vivien sowie ihren Töchtern, geht es hier auch um Marias Eltern, Friedrich und Elsa, wobei dieser Handlungsstrang sich irgendwie nicht so ganz stimmig in die Geschichte einfügte wie der Rest. Zwar geht auch Elsa engagiert hier ihren Weg, aber anders als im Rest der Geschichte bekommt auch Friedrich viel Raum und als einziger Mann wird sogar aus seiner Sichtweise erzählt. Vor allem weil Marias Eltern nie direkt mit ihrer Tochter oder den anderen agierten, sondern nur per Brief miteinander in Kontakt standen und trotz wichtigen Bezügen zur Geschichte der Familie, doch irgendwie so ein ganz eigenes Drama hatten, das letztendlich wenig mit der Handlung um Vivien und Maria zu tun hat, sondern dieses nur umrahmt, dennoch steht auch hier neben dem Kriegsalltag ihre zwischenmenschliche Beziehung im Vordergrund, in der sich vor allem Elsa nach mehr körperlicher Nähe zu ihrem Mann sehnt. Während so manchem Handlungsstrang also mehr Bedeutung zugemessen wird als man es erwarten würde und dafür lieber anderes gerne weiterverfolgt hätte, ist es nichtsdestotrotz ein sehr berührendes Werk mit vielen liebevollen Details am Rande und man kann das Buch fast gar nicht aus der Hand legen. Leider gibt es im Verlauf der Geschichte noch einen kleinen Zeitsprung von 3 Jahren, was ich persönlich etwas schade fand, weil danach sehr viel zur selben Zeit auf einmal passiert, dennoch vermittelt das Buch, das was es sollte, nämlich das Bild einer Familie und den 3 Generationen darin, die hier ihr Leben leben und versuchen anderen zu helfen bzw. beizustehen, jeder eben so wie es in seiner Macht steht. Überraschenderweise haben sie auch viel Glück dabei, was ihren hochrangigen Beziehungen zu verdanken ist, die diesmal aber wenigstens den „Guten“ zu gute kommt, die selbstlos versuchen anderen zu helfen. Vorrangig geht es hier um die Frauen, die hier Zusammenhalt und Mut beweisen, sowie trotz aller persönlichen und kriegerischen Ereignisse, zeigen, dass man dennoch hoffnungsfroh in die Zukunft blicken kann. Manches im Verlauf der Handlung konnte mich durchaus überraschen und verblüffen, weil man es so nicht erwartet hätte, wobei dann andererseits diese Wendungen dann sehr schnell vonstatten gingen und es mir persönlich zu schnell wieder zur nächsten Person bzw. zur nächsten Szene ging. Der Schluss punktet vor allem durch eine sehr aussagestarke Szene zwischen Marie, Vivien und ihren Töchtern, die noch einmal zeigt wie sehr diese vier Frauen miteinander gewachsen sind und nun jede auf ihre Weise das Leben in Angriff nimmt. Alle sind hier letztendlich an einem neuen Abschnitt ihres Lebens angekommen, weshalb man zwar erfährt in welche Richtung es für sie geht, man allerdings nicht genau weiß was aus ihnen wird. Ein toller Abschluss, der dann etwas gedämpft wird, weil noch eine andere kurze Abschlussszene kommt, die meiner Meinung nach ruhig davor hätte stattfinden können, da zwar auch diese sehr schön ist, aber nach dem eigentlich starken Ende wieder etwas deplaziert wirkte, zumindest mir ging es so beim Lesen. Alles in allem ist es ein wunderbares Ende, das aber nicht zu verklärt ist, da die Familie durchaus auch einige Verluste hinnehmen muss, was es dann auch realistischer macht. Fazit: Hut ab vor der Autorin, die hier Teile ihrer eigenen Familiengeschichte nimmt und in einer wunderbar feinfühligen Geschichte verarbeitet. Sie schafft es in wenigen Worten sehr viel zu vermitteln und stellt hier vor allem die Frauen in den Vordergrund, während die Männer hier zu den Nebenfiguren degradiert werden, auch wenn es hier um viel zwischenmenschliches geht, wozu diese natürlich sehr beitragen. Die Familie besteht aus starken Charakteren, die zu jener Zeit sehr viel Mut beweisen und auch handeln. Dennoch sind sie desgleichen nur Menschen und machen ihre Fehler, was einen teilweise enorm überrascht, aber dem Ganzen auch den realistischen Anstrich gibt. Man wird regelrecht in die Geschichte dieser Frauen hineingezogen und der Autorin gelingt dabei die Gradwanderung zwischen gefühlvoll und kitschig sehr gut, was wohl auch daran liegt, dass keine Szene zu sehr ausgeweitet wird, selbst wenn man sich das manchmal wünschen würde. Zwar passierte oftmals sehr viel auf einmal und der Handlungsstrang um Marias Eltern fügte sich für mich nicht so ganz in den Rest der Geschichte ein, aber alles in allem eine sehr empfehlenswerte und berührende Geschichte mit einem wunderbaren Ende in der die Frauen zeigen wie stark sie sein können und wie sehr man in einer Familie miteinander verbunden sein kann.

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    • 2
  • Starke Frauen in dunkler Zeit

    Die Stunde unserer Mütter
    Katjuschka

    Katjuschka

    13. June 2017 um 14:42

    1940: Maria lebt, seit Ehemann Werner an der Front ist, mit Tochter Anna allein in einer Kleinstadt bei München.Als sie auf Bitten ihres in München lebenden Bruders Philipp dessen Frau Vivien und die gemeinsame Tocher Antonia aufnimmt, ist sie zuerst nicht begeistert, denn die aus England stammende Schwägerin ist ihr bisher nicht wirklich sympathisch gewesen.Aber die Frauen versuchen das beste aus der Situation zu machen. Nicht zuletzt die Liebe zu Bruder, bzw. Ehemann eint die beiden.In der Nähe ihres Wohnortes ist ein mit Stacheldraht umzäuntes "Frauenlager". Aber erst als Marias russische Haushaltshilfe Nadja, die eigentlich schon längst zu Familie gehört, von der SS abgeholt wird, beginnen die Frauen sich Gedanken zu machen.Maria und Vivien versuchen, zumindest im Kleinen, Widerstand zu leisten und werden enge Freundinnen.Aber auch Anna und Antonia müssen mit dem Alltag in Nazi-Deutschland, zwischen Pubertät, BDM und HJ zurechtkommen und lernen miteinander klarzukommen.1945, Deutschland hat bereits offiziell kapituliert, riskieren Maria und Vivien ein weiteres, ein letztes Mal ihr Leben, um das vieler anderer zu retten. Es ist, wie Anna und Antonia feststellen, "die Stunde ihrer Mütter"!Katja Maybach ist wieder ein bewegender, wunderbar recherchierter Roman gelungen, der einen sofort mitnimmt in die dunkelste Zeit deutscher Geschichte - und das ohne gängige Klischees zu bedienen.Inspiriert durch ihre eigene Familiengeschichte seht ein Stück Alltag im Vordergrund, wie er so sicher kein Einzelfall war.Die Männer im Krieg, müssen die Frauen an der "Heimatfront" allein klarkommen und wachsen nicht selten über sich hinaus.Bei Maria und Vivien sind Lebensmittelknappheit und Angst vor Verrat - und um ihre Männer- ihr täglicher Begleiter.Anna und Antonia erleben erste Verliebtheit und müssen ganz nebenher schnell erwachsen werden.Die Entwicklung der vier Hauptprotagonisten wird hier ganz langsam und vorsichtig - und trotzdem eindringlich - vermittelt.Aber auch "Nebencharaktere" wie z.B. die neugierige Nachbarin oder der wortkarge Bäcker sind wichtige Säulen der Geschichte.Den Schreibstil kann ich nur als fesselnd beschreiben. Abwechselnd wird aus der Sicht der vier Frauen erzählt und man ist dadurch jederzeit an deren Seite und lebt, liebt, leidet und hofft mit Ihnen.Das Buch endet, trotz Verluste und Rückschläge, voller Hoffnung und mit einem positiven Blick in die Zukunft.Ein wunderbarer Roman mit Tiefgang und von meiner Seite aus eine klare Leseempfehlung!

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    • 5
  • Sehr emotional

    Die Stunde unserer Mütter
    Maerchenfee

    Maerchenfee

    11. June 2017 um 11:36

    Inhaltsangabe: Maria und Vivien sind Schwägerinnen und standen sich bis jetzt nie ziemlich nahe. Doch es ist Krieg und Viviens Mann Philip riskiert sein Leben indem er Juden bei sich zu Hause versteckt. Da seine Frau Engländerin ist, ist es für sie und die gemeinsame Tochter Antonia besser, wenn sie vorübergehend bei Maria und ihrer Tochter Anna wohnen. Obwohl die beiden Frauen sehr unterschiedlich sind, Vivien leidet ohne Ende unter der Trennung von Philip, Maria stellt ihre Ehe immer mehr in Frage und auch die beiden Töchter konkurrieren sehr miteinander, gelingt es den vieren, in den Wirren des Krieges immer mehr zusammenzuwachsen. Meine Meinung: Mit dieser Geschichte hat mir Katja Maybach wiedereinmal bewiesen, warum sie eine meiner Lieblingsautorinnen ist. Sehr fesselnd und berührend beschreibt die Autorin, wie Maria und Vivien trotz der schweren Zeit sich nie haben unterkriegen lassen, im Gegenteil, sie wachsen über sich hinaus. Auch sie riskieren ein paar Mal ihr Leben, um sich für andere einzusetzen. Daher verdienen sie meine ganze Hochachtung. Auch Anna und Antonia müssen in ihrem jungen Leben schon viel Leid erfahren, was sie aber nur noch stärker macht. Sehr berührt hat mich an dieser Geschichte, dass hier die Autorin ihre eigene Familiengeschichte mit hat einfliesen lassen. Es gab viele Situationen, wo ich Tränen in den Augen hatte. Wunderbar zur Geschichte paßt auch das Cover, was etwas vergilbt wirkt. Ich habe das Buch an einem Wochenende verschlungen, die Autorin versteht es sehr gut, den Leser von Anfang an in die Geschichte eintauchen zu lassen und zu vermitteln, wie schwer die damalige Zeit wirklich war. Das Buch kommt auf meine Jahresbestenliste, ich kann es uneingeschränkt weiterempfehlen und freue mich schon auf das neue Werk von Katja Maybach, was Ende des Jahres erscheint.

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