Ich habe das Buch geschenkt bekommen und muss gestehen, dass ich selbst nicht dazu gegriffen hätte. Aber manchmal hallen gerade diese Bücher am Ende besonders lange nach.
Je Geschichte/Kapitel erzählt die Fußpflegerin von verschiedenen Kunden. Am Anfang habe ich mich mit dem Buch etwas schwer getan, weil man von den Charakteren nur das mitbekommt, was eben auch die Fußpflegerin mitbekommt, wenn die Kunden bei ihr sind. Anders als bei anderen Büchern lernt man die Charaktere also nicht immer besser kennen, sondern bekommt nur das kleine bisschen. Erst mit der Zeit merkt man, dass genau das das Buch ausmacht und dass die Autorin hierdurch ein so authentisches Bild von Marzahn schafft, das man das Gefühl hat, als wäre man selbst dort gewesen, in dem Salon zur Fußpflege.
Katja Oskamp

Lebenslauf
Von Geschichten zum Schreiben inspiriert: Katja Oskamp wird 1970 in Leipzig geboren und wächst in Berlin auf. Für ihr Studium am Leipziger Literaturinstitut kehrt sie in ihre Geburtsstadt zurück, nach ihrem Abschluss in Theaterwissenschaften arbeitet sie am Volkstheater Rostock. Seit 2015 lebt und arbeitet Oskamp wieder in Berlin, im Ortsteil Marzahn als Literatin und Fußpflegerin.
Oskamps literarische Karriere beginnt mit der Kurzgeschichte „Rolf und Mucki und so weiter“, mit der sie beim MDR-Literaturwettbewerb im Jahr 2000 den zweiten Platz belegt. 2003 erscheint ihr erstes Buch, die Erzählsammlung „Halbschwimmer“, die von der Kritik gelobt wird. Ihren Debütroman veröffentlicht Oskamp ein paar Jahre später, 2007 mit „Die Staubfängerin“. Nach „Hellersdorfer Perle“ von 2010 verabschiedete sich Oskamp einige Zeit vom Schreiben und widmet sich ihrer Arbeit als Fußpflegerin. Dabei lernt sie jedoch viele Menschen und ihre Geschichten kennen, die sie inspirieren, wieder zu schreiben. 2019 erscheint als Folge dessen der Roman „Marzahn, mon amour“. Daneben schreibt Oskamp für verschiedene Zeitungen und Online-Medien.
Für ihr literarisches Werk ist Oskamp bereits mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Anna-Seghers-Preis und dem Rausischen Literaturpreis sowie mehreren Stipendien.
Neue Bücher
Alle Bücher von Katja Oskamp
Marzahn, mon amour
Die vorletzte Frau
Marzahn, mon amour
Hellersdorfer Perle
Hellersdorfer Perle
Halbschwimmer
Die Staubfängerin
Die Staubfängerin
Neue Rezensionen zu Katja Oskamp
Katja Oskamps Roman „Die vorletzte Frau“ hat mich sehr berührt, vielleicht gerade, weil er so offen, ehrlich und unaufgeregt erzählt ist. Es ist ein autobiografisch gefärbtes Buch über eine Liebe, die fast zwanzig Jahre dauert und sich im Lauf der Zeit verändert, so wie das Leben selbst.
Die Ich-Erzählerin, Schriftstellerin wie die Autorin selbst, lernt den Schweizer Autor Tosch kennen, als sie dreißig ist und er fast fünfzig. Was zunächst wie eine zufällige Begegnung wirkt, entwickelt sich zu einer intensiven, oft widersprüchlichen Beziehung. Tosch ist charismatisch, selbstbewusst, manchmal auch schwierig, einer, der sich und seine Kunst sehr ernst nimmt. Katja hingegen beobachtet, reflektiert, schreibt, zweifelt und wächst dabei über sich hinaus.
Die beiden leben ihre Liebe mit einer Mischung aus Leidenschaft, Humor und Schonungslosigkeit. Besonders eindrücklich fand ich, wie Katja Oskamp beschreibt, wie sich Nähe und Distanz verschieben, wie sich aus Begehren Alltag entwickelt und wie Krankheit und Verantwortung schließlich alles verändern. Dabei bleibt sie immer ehrlich, ohne zu klagen oder zu beschönigen.
Mich hat beeindruckt, wie klar die Sprache ist. Die Autorin schreibt direkt, manchmal fast scharf, dann wieder zärtlich und voller Wärme. Zwischen den ernsten Momenten gibt es viele kleine Beobachtungen, die einen schmunzeln lassen, etwa, wenn es um die Tochter Paula geht oder um das ganz normale Zusammenleben zweier Menschen, die sich lieben und trotzdem oft aneinander reiben.
„Die vorletzte Frau“ ist kein klassischer Liebesroman, sondern ein Buch über das Leben zu zweit, mit all seinen Höhen und Brüchen, über Verantwortung, Freiheit, Fürsorge und den Mut, sich selbst treu zu bleiben. Katja Oskamp gelingt es, aus persönlichen Erinnerungen etwas Universelles zu machen.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Es ist leise und stark zugleich.
Eine Geschichte mitten aus dem Leben. Katja befindet sich mitten im Leben und hat das Gefühl sich neu orientieren zu müssen. Nachdem sie eine Weiterbildung zur Fußpflegerin absolviert hat, beginnt sie in Mitten im tiefsten Berlin-Marzahn in einem Studio zu arbeiten und erfährt intime Einblicke in das Leben verschiedenster Kunden. Diese schreibt sie auf.
Was für ein herzlicher, unterhaltsame, emotionaler und liebevoller Roman. Katja Oskamp schreibt so wundervoll mitten aus dem Leben, dass mir beim Lesen immer wieder bewusst geworden ist, unfassbar unterschiedlich einzelne Leben verlaufen und auch wie unterschiedlich die Menschen damit umgehen. Fasziniert hat mich auch, welche Rolle die Füße im Leben einzelner Menschen spielen können und mit wieviel Feingefühl Katja Oskamp liebevoll die Geschichten der einzelnen Charaktere Detailreich nacherzählen kann.
Ein kurzweiliger und absolut empfehlenswerter Roman, den ich jedem empfehlen kann, der Geschichten liebt, die ans Herz gehen.
Gespräche aus der Community
Hallo,
von Zeit zu Zeit sehe ich all meine Bücher durch und versuche dann auszusortieren und mir einen Überblick zu verschaffen. Ich merke, dass es mir zunehmend keine "Freude bereitet" zu viele ungelesene Bücher zu Hause zu haben. Denn irgendwie greife ich nur ganz selten nach den Büchern, die schon hier stehen und lese stattdessen die ganz neuen. Ideal wäre es also wohl in meiner Vorstellung, wenn ich einfach nur noch bei Bedarf 1-2 neue Bücher kaufen und direkt lesen würde. Nun kommt das große ABER:
Ich habe gestern abend alle ungelesenen Bücher aus dem Regal geholt, genau angesehen und überlegt. Am Ende hatte ich 3 Stapel: 1. Definitiv behalten, 2. Anlesen und dann entscheiden, 3. Definitiv weggeben
Leider war der Stapel Nr. 3 dann am Ende mit 37 Büchern verhältnismäßig klein, Stapel 1 immerhin etwas kleiner als Stapel 2. Zugleich habe ich nun ein Problem - so viele Bücher kann ich einfach nicht anlesen und so entscheiden.
Deshalb dachte ich mir, vielleicht möchtet ihr mir bei der Entscheidung helfen? Ich hänge euch mal ein Fotos der Bücher an, bei denen ich unsicher bin, ob ich sie behalten möchte. Kennt ihr etwas davon? Und was würdet ihr sagen - behalten oder weggeben? Eine Begründung für eure Entscheidung wäre natürlich spannend. Falls die Bücher auf den Fotos nicht gut genug zu erkennen sind, hänge ich sie euch an.
Ich bin es auch ein bisschen leid, Bücher zu lesen, die mich nicht völlig begeistern. Leider werde ich immer anspruchsvoller und somit ist die Chance, ein echtes Highlight zu entdecken, immer geringer. Aber vielleicht verbirgt sich hier ja doch das ein oder andere.
Ich bin gespannt, was ihr sagt!
PS: Die GEO-Zeitschriften dürfen ignoriert werden ;-)
Hallo,
ich habe tatsächlich ganz viel verschenkt oder einfach raus an die Straße gestellt. Mittlerweile haben sich aber irgendwie auch schon wieder einige angesammelt. Eine neue Runde ist wohl in Kürze nötig.
Danke dir auf jeden Fall für dein Feedback!
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