Katja Petrowskaja

 3.8 Sterne bei 35 Bewertungen
Autor von Vielleicht Esther, Misschien Esther / druk 1 und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Katja Petrowskaja

Katja PetrowskajaVielleicht Esther
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Vielleicht Esther
Vielleicht Esther
 (35)
Erschienen am 06.04.2015
Katja PetrowskajaForse Esther
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Forse Esther
Forse Esther
 (0)
Erschienen am 01.10.2014
Katja PetrowskajaMisschien Esther / druk 1
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Misschien Esther / druk 1
Misschien Esther / druk 1
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Erschienen am 29.01.2015

Neue Rezensionen zu Katja Petrowskaja

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Daphne1962s avatar

Rezension zu "Vielleicht Esther" von Katja Petrowskaja

Auf den Spuren der Namen ohne Gesichter
Daphne1962vor 4 Jahren

Katja Petrowskaja, 1970 in Kiew geboren, studierte Literaturwissenschaft in Tartu (Estland) und promovierte in Moskau. Seit 1999 lebt sie in Berlin und arbeitet als Journalistin für russische und deutsche Print- Netzmedien. Seit 2011 ist sie Kolumnistin bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Für ihre Erzählung Vielleicht Esther erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis 2013.  

Zu Recht hat die Autorin dieses Buches den Preis erhalten.  

Eine ungewöhnliche Familienrecherche hat Katja Petrowskaja hier aufgenommen und niedergeschrieben. Es ist keine Generationserzählung wie wir sie kennen. Hier werden die gefundenen Menschen oder die Spuren, die sich noch finden ließen erwähnt. Das Wenige, was es zu finden gab bei der Ukrainisch jüdischen Familie muss lebendig werden. Die Menschen dürfen nicht ausgelöscht bleiben. Die Autorin möchte sie noch einmal zum Leben erwecken. Sie waren mal die Vorfahren aus der die heutige Generation entstammt.  

Die Sprache, die Katja Petrowskaja gewählt hat ist mitreißend und spannend. Sie hat den Blick für die kleinen Fügungen, sie sieht die Zusammenhänge aus dem Großen und erzählt diese zeitweise auch in  Prosasprache. Es ist mitunter auch bedrückend, wenn man sich das Ghetto in Kiew vorstellt.

Vielleicht hieß die Großmutter ihres Vaters Esther oder auch nicht oder auch ähnlich, er weiß es nicht mehr. Seine Erinnerung ist eine andere. Babuschka hat er sie nur genannt. Sie musste zurück bleiben in Kiew, sie hätte die Flucht nicht mehr überlebt. Aber wie war ihr Ende. Sie konnte doch nicht mehr laufen?

Auch hätte die Autorin nicht geahnt, was sie finden würde auf ihrer Reise nach Kiew, Berlin, Wien und Moskau. Es gab da einen Großonkel Judas Stern, der hatte ein Attentat 1932 auf einen deutschen Botschafter verübt. Seine Biografie sollte in der Familie nicht erwähnt werden, weil die Angst zu groß war mit ihm in Verbindung gebracht zu werden. Oder Simon, der ein Waisenhaus für jüdische taubstumme Kinder eröffnete und sich um sie kümmerte. Beklommen macht einen so manches Schicksal, aber auch bewundernswert,

Die Autorin hat einige Gefangenenlager besucht, wo Familienmitglieder gewesen sind. Sie wandelte gedanklich den Menschen nach ohne Anklage an die Täter. Die unfassbare Zahl der Menschen bildlich zu erfassen schier unmöglich, außer man bedient sich einer bereits gesehenen Gruppe und lässt sie gedanklich wieder davon fließen. Ein beeindruckendes und nachhaltiges Buch.

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Schreibschnegels avatar

Rezension zu "Vielleicht Esther" von Katja Petrowskaja

Eine Suche zwischen den Sprachen
Schreibschnegelvor 4 Jahren

Die Familiengeschichte von Katja Petrowskaja erstreckt sich über mehrere Länder und Nationalitäten. In „Vielleicht Esther“ sucht sie in der Vergangenheit nach ihren Verwandten, deren Spuren von Krieg und Zerstörung verwischt wurden. Dabei zeigt sich, dass Erinnerungen ebenso flüchtig und wandelbar sind wie Personenakten und ganze Städte.

Dieser persönliche Bericht einer Reise und einer Suche verlangt einiges vom Leser ab. Die Autorin jongliert mit Namen und Orten, mit russischen Worten und Redewendungen, die sie sprachsensibel ins Deutsche einflicht und damit ihren Stand zwischen den Kulturen illustriert. Langsam und achronologisch umkreist sie Themen und Personen aus ihrer Familiengeschichte, bis sich die einzelnen Puzzleteile auch für den Leser zusammenfügen. Ihre vorsichtige, zögernde Stimme, die alles und jeden hinterfragt, kann anstrengend und langatmig wirken, aber auch sehr intim. 

So machen ihre Schilderungen Personen aus längst vergangenen Zeiten lebendig – bloß um sie dem Leser wieder durch die Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs zu entreißen. Eine persönliche Geschichte, die besonders in Lesern mit eigenen Migrationserfahrungen nachklingen wird.

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