Katja Schneidt Wir schaffen es nicht

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Inhaltsangabe zu „Wir schaffen es nicht“ von Katja Schneidt

Katja Schneidt arbeitet seit fast 20 Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe. Sie unterstützt Menschen bei den ersten Schritten in Deutschland, begleitet sie zu Behördengängen, gibt Deutschkurse, ist Ansprechpartnerin bei Sorgen und Nöten, kümmert sich, wenn Kinder nicht zur Schule geschickt werden oder Frauen nicht ohne Begleitung zum Arzt wollen. Sie ist für die Menschen da, die in großer Zahl nach Deutschland kommen. Und sie zieht eine ernüchternde Bilanz, indem sie sagt: „Nein, Frau Merkel, wir schaffen das nicht!“ Im Lauf ihrer Arbeit musste Katja Schneidt feststellen, wie überfordert Politik, Verwaltung und Behörden wirklich sind. Wie wehrlos der deutsche Staat denjenigen gegenüber ist, die Gastfreundschaft mit einem Selbstbedienungsladen verwechseln, wie groß das Unverständnis vieler Flüchtlinge unserer Kultur gegenüber ist und wie unzureichend ein Heer an freiwilligen Helfern eine durchdachte, organisierte Integrationspolitik ersetzen kann. Katja Schneidt sagt, wo die Probleme liegen und was sich ändern muss, damit Flüchtlinge in der neuen Heimat ankommen und auch unsere Gesellschaft von all den neuen Bürgern profitiert. Derzeit tut sie es nicht. Und Katja Schneidt weiß, wovon sie spricht.

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  • und wir haben doch viel geschafft

    Wir schaffen es nicht

    Frenx51

    24. August 2017 um 15:52

    Katja Schneidt hat selbst jahrelange Erfahrungen in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe und zieht in ihrem Buch die Bilanz, dass der Optimismus der Bundeskanzlerin nicht möglich ist, denn „wir schaffen es nicht“ und warum nicht beschreibt sie in ihrem Buch. Seit der Flüchtlingswelle 2015/2016 sind viele weitere Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Viele Deutsche begannen danach sich für sie zu engagieren-Unterkünfte wurden errichtet, Projekte ins Leben gerufen aber viele arbeiteten auch ehrenamtlich mit ihnen-begleiteten sie zu Ärzten, Behörden oder gaben Deutschunterricht. Die Erfahrungen sind vielfältig, doch viele hatten auch Ängste durch den großen Zustrom und mögliche Probleme. Gegen die Ängste versuchte Angela Merkel Zuversicht zu schaffen mit ihrem berühmten Satz „wir schaffen das“. Doch die Autorin Katja Schneidt zweifelt daran, denn es gibt viele Probleme und Schwierigkeiten. Ich arbeite selbst als Sozialarbeiterin mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen und habe ebenso wie die Autorin einen Blick in die Thematik. Einigen Gedanken der Autorin kann ich somit zustimmen, denn es war nicht alles rosig. Ich kann ihr zustimmen, dass zu Beginn vieles schwierig verlief, es gab wenig bezahlte Fachkräfte, fehlende Unterkünfte oder Überforderung von Behörden, jedoch ist das Buch bereits von 2016 und mitten in der Krise geschrieben und vieles hat sich heute verbessert. Natürlich gibt es immer noch Punkte, die verbessert werden, u.a. die Integration oder auch die Schaffung von Wohnraum etc. Nun aber zu den eigentlichen Aussagen der Autorin und ihrem Standpunkt „wir schaffen es nicht“. In ihrem Buch setzt sie sich in verschiedenen Kapitel mit Themen auseinander, die ihren Standpunkt belegen und einen umfassenden Überblick schaffen sollen. Für ihre Argumente nutzt sie ihre Erfahrungen in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe. Was mich an ihrer Themenauswahl und ihren Aussagen stört ist, dass der Großteil sich auf negative Aspekte bezieht. Meiner Meinung nach gibt es ebenso genügend positive Aspekte, die Flüchtlinge mitbringen und die uns und unsere Gesellschaft bereichern, die man vor allem sieht, wenn man mit Flüchtlingen arbeitet. Umso schwieriger ist es für den Leser, positive wie negative Aspekte aus dem Buch zu filtern und sich eine eigene Meinung zu bilden. Es werden viele Aspekte und auch Infos zur eigenen Person immerzu wiederholt-jeder Leser weiß bereits zu Beginn, dass sie Flüchtlingshelferin und Mitglied der SPD ist, mit einem türkischen Mann verheiratet war und zum Islam konvertiert ist. Die Wiederholungen erschweren das Lesen und bewirkten bei mir, dass ich die Autorin weniger ernst nahm, weil ich das Gefühl hatte, sie versucht durch die Infos zu ihrer Person, sich unangreifbar und allwissend zu machen. Einige Aspekte haben mich wütend gemacht und ließen mich hinterfragen, welchen Zweck die Autorin verfolgt. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Ich finde es fragwürdig, dass wenn man 20 Jahre in der Flüchtlingshilfe arbeitet den Zuwachs in der eigenen Stadt, erst wirklich mitbekommt, wenn man ehrenamtlich hilft und dann trotzdem fast ausschließlich negative Einblicke beschreibt. Die Autorin setzt einen Fokus auf Vergewaltigungen und sexuelle Belästigungen durch Flüchtlinge und bemängelt, dass diese nicht angeklagt werden. Dem kann ich zum Teil zustimmen, jedoch ist in Deutschland das Rechtsystem allgemein noch nicht soweit, dass alle Fälle, die auch von Deutschen begangen werden verurteilt werden bzw. so verhandelt werden, dass Opfer Angstfrei eine Anzeige oder Aussage machen können. Außerdem sollen alle Gefährder abgeschoben werden, damit pauschalisiert sie, dass alle Personen, die möglicherweise einen Terroranschlag planen etc., Flüchtlinge sind, dass viele der Gefährder in Deutschland geboren oder aufgewachsen sind, beachtet sie wiederrum nicht. Insgesamt sollte das Buch deutlicher recherchiert und anders aufgebaut werden. Sie vermittelte mir ebenso häufig das Gefühl, dass sie viele ehrenamtliche Helfer schlecht redet, da diese nur das positive sehen oder nicht ausgebildet werden. Doch meiner Meinung nach ist jeder ehrenamtlicher Helfer ein wichtiger Helfer, der sich in der Arbeit auch weiter entwickeln kann und Angebote, die Ehrenamtliche Helfer fördern wurden ebenfalls geschaffen. Das Buch der Autorin schafft einen Einblick in Aspekte, die sie als Schwierigkeiten in der Flüchtlingshilfe beschreibt. Leider kann der authentische und ehrliche Einblick, welcher die Gesamtsituation berücksichtigt, was das Ziel der Autorin war, erst erlangt werden, wenn man auch positive Aspekte aufführt, Menschen nicht alle in eine Schublade wirft und besser recherchiert.

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  • Rechtspopulistische Propaganda im Gewand des Wohlanständigen

    Wir schaffen es nicht

    ZiskaLuraf

    20. March 2017 um 11:22

    Die Autorin hat zweifelsohne gewisse Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten. Dementsprechend bietet das Buch einen Einblick in typische Anekdoten, wie sie auch mir aus der Geflüchtetenarbeit wohlbekannt sind. Themen wie der tägliche Kampf mit Bürokratie, übersteigerte Hoffnungen oder kulturelle Lernprozesse kommen zur Sprache - allerdings in sehr vereinfachter Weise und ohne größeres transkulturelles Einfühlungsvermögen. Stattdessen blitzt hier und da das Selbstdarstellungsinteresse der Autorin durch, wenn von der langjährigen Parteimitgliedschaft, dem scheinbar unermüdlichen Engagement etc. die Rede ist (aber solche Figuren kennt wahrscheinlich jede/r der/die ehrenamtlich tätig ist) Soweit, so erträglich... zum Problem wird dies spätestens dann, wenn man die Auswahl der Anekdoten betrachtet. Positivbeispiele fehlen weitgehend, stattdessen werden Klischees bedient und Verallgemeinerungen erzeugt: etwa wenn es um Wohnungssuche, Sprachkurse, Bildung oder Rolle und Agieren von Flüchtlingshelfern geht. Die nur anekdotische Evidenz wird hierbei zur allgemeinen Tatsache erhoben. Sowas geht nicht - außer freilich, wenn man nicht objektive Berichterstatterin, sondern lieber Demagogin sein möchte.Tatsächlich lässt das Buch eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Migrationspolitik vermissen, gaukelt aber eine ebensolche vor. Das wäre noch kein großes Problem, wenn es tatsächlich nur um alltägliche Erfahrungsberichte ginge. Aber die Autorin versucht als selbsternannte Expertin auch politische Lösungen zu entwickeln. Das aber geht nicht ohne belastbare Zahlen, Daten und Fakten. Diese werden nur äußerst spärlich geliefert. Es gibt eine ganze Reihe Studien der Bundesanstalt für Arbeit, die sehr genau differenzieren, wie es um das Bildungsniveau von Geflüchteten bestellt ist. Der Großteil der Menschen mit guter Bleibeperspektive aus Syrien, Irak und Iran haben zumindest eine Berufsausbildung; bei IranerInnen und SyrerInnen ist der Anteil an Hochschulabsolventen ebenfalls bemerkenswert. Darauf, wie auch auf Kriminalstatistiken von 2015 oder 2016 geht die Autorin nicht ein. Dadurch erhält das Buch eine propagandistische Dimension, die im Gewand des Wohlanständigen daherkommt. Die Autorin verleiht sich selbst eine Aura der Unangreifbarkeit, indem sie betont, SPD-Mitglied, Muslima und Flüchtlingshelferin in Personalunion zu sein. Wir wissen freilich seit Funny van Dannen: "Auch lesbische schwarze Behinderte können ätzend sein." Das gilt nun mal auch für sozialdemokratische muslimische Flüchtlingshelferinnen. Und wer das ganz genau wissen möchte, sei auf das FB-Profil der Autorin verwiesen, wo mit David Irving auch schon mal ein Holocaustleugner zitiert wird. Auf der anekdotischen Ebene ist das Buch wenig hilfreich um einen soliden Einblick in den HelferInnenalltag zu vermitteln.Auf der politischen Ebene dagegen sind die Positionen Wasser auf die Mühlen rechtspopulistischer Demagogen. Gegenüber organisierter kommunaler Flüchtlingshilfe ist das Machwerk hingegen entsolidarisierend, da keine konstruktive Kritik zustande kommt. Wem in diesem Bereich hingegen an einer aufrichtigen und glaubwürdigen Debatte gelegen ist, der findet beim Verein Veto von Raffael Sonnenschein, welcher kommunale Helferkreise vertritt einen sinnvolleren Rahmen.

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  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 24.09.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   239 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  646 Punkte Beust                                          ---   302 Punkte Bibliomania                               ---   201 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  397,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 253 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   130,5 Punkte Code-between-lines                ---  136 Punkte eilatan123                                 ---   53 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   168 Punkte Frenx51                                     ---  82 Punkte glanzente                                  ---   82 Punkte GrOtEsQuE                               ---   78 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   157 Punkte Hortensia13                             ---   130 Punkte Igelchen                                    ---   25 Punkte Igelmanu66                              ---  178 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   122 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte katha_strophe                        ---   53 Punkte Kattii                                         ---   78 Punkte Katykate                                  ---   110 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   142 Punkte Kuhni77                                   ---   114 Punkte KymLuca                                  ---   103 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   259 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   226 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   92 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  131 Punkte Nelebooks                               ---  235 Punkte niknak                                       ----  285 Punkte nordfrau                                   ---   97 Punkte PMelittaM                                 ---   213 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   115 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 65 PunkteSandkuchen                              ---   205 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   178 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   279 Punkte SomeBody                                ---   178,5 Punkte Sommerleser                           ---   198 Punkte StefanieFreigericht                  ---   213,5 Punkte tlow                                            ---   149 Punkte Veritas666                                 ---   117 Punkteverruecktnachbuechern         ---   61 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   179 Punkte Yolande                                       --   171 Punkte

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  • Kritik muss ein

    Wir schaffen es nicht

    Tinchen5555

    26. November 2016 um 14:59

    Kritische Auseinandersetzung, die nachdenklich macht!

  • Dennoch hinterlässt das Buch bei mir eine tiefe Skepsis

    Wir schaffen es nicht

    WinfriedStanzick

    28. September 2016 um 13:20

    Dieses Buch der schon durch andere Publikationen einer größeren Öffentlichkeit bekannten Flüchtlingshelferin Katja Schneidt,  erklärt in einer differenzierten Offenheit und Ehrlichkeit, die man so detailliert bisher nicht zu lesen bekam, „warum die Flüchtlingskrise Deutschland überfordert“.Es ist nicht nur eine völlig undurchdachte und unorganisierte Flüchtlingspolitik, die sie dafür verantwortlich macht.  Sie beschreibt auch die Überforderung der Politik, der Verwaltung und der Behörden, mit einer derart großen Zahl von Menschen, ihrer Versorgung, Unterbringung und Integration.Und sie benennt, das in weiten Teilen der Öffentlichkeit herrschende Denkverbot missachtend, weitere Gründe. Sie beschreibt, wie wehrlos der deutsche Staat und seine Institutionen denjenigen gegenüber sind, die unsere Gastfreundschaft verwechseln mit einem Selbstbedienungsladen. Sie benennt den Islam und seine Kultur als die Ursache für das große Unverständnis, das viele Flüchtlinge unserer Kultur gegenüber zeigen.Doch sie benennt nicht nur die Probleme (Kritiker werden ihr natürlich vorwerfen, sie spiele damit der AfD in die Hände), sondern sie macht auch Vorschläge, was sich ändern muss, dass all diese Menschen bei uns wirklich ankommen und unsere Gesellschaft auch von den neuen Mitbürgern profitiert.Dennoch hinterlässt das Buch bei mir eine tiefe Skepsis, vor allen Dingen durch Katja Schneidts von persönlicher Erfahrung geprägte Beschreibungen des Islams und seiner Regeln.In der Vergangenheit dachte ich oft, ein reformierter Islam könne in unserer Gesellschaft ankommen und einen wichtigen Beitrag leisten. In letzter Zeit aber zweifele ich daran immer mehr. Will er sich nicht selbst verraten, wird der Islam immer danach streben, seine Herrschaft auszudehnen und er wird keine wie auch immer geartete Ökumene der Religionen dulden und letztlich auch keine andere Rechte als seine.Wir werden deswegen noch große Probleme bekommen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten.

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  • Irgendwann holt die Realität jeden ein. Manche früher, andere später.

    Wir schaffen es nicht

    R_Manthey

    12. September 2016 um 16:27

    Am Anfang und am Ende des Buches erfährt der Leser, dass dessen Autorin SPD-Mitglied ist. Offenbar kann das nicht oft genug wiederholt werden. Darüber hinaus erfährt man, dass Katja Schneidt eine deutsche Muslima ist und mit ihrer Organisation einst den Hessischen Integrationspreis empfing. Natürlich möchte sie nicht am rechten Rand fischen. Auch das muss offenbar mehrmals wiederholt werden.Mancher Leser kennt die Autorin vielleicht aus ihren anderen Büchern. Sie war mit einem Türken verheiratet und lernte in dieser Ehe, wie man Frauen in der islamischen Welt behandelt. In dieser Zeit konvertierte sie zum Islam, den sie in diesem Buch als widersprüchlich bezeichnet. Sie entschloss sich, für sich die guten Seiten zu sehen und die schlechten auszublenden, wie sie schreibt. Man kann das als naiv ansehen, sollte aber auch wissen, dass man die Religion des Friedens nicht einfach so wie das Christentum bei einem Notar hinter sich lassen kann. Verrat am Islam wird mit dem Tode bestraft. Nun also betätigt sich Katja Schneidt als ehrenamtliche Flüchtlingshelferin in einer hessischen Kleinstadt.Man kann viel aus diesem Buch lernen. Zum Beispiel, welche Auswirkungen eine jahrelange Gehirnwäsche haben kann. Nicht bei der Autorin, sondern bei offenbar vielen ihrer Kolleginnen, die sehr empört auf ihre Erklärungen reagierten und jedes noch so offenkundige Fehlverhalten der illegal nach Deutschland gekommenen Menschen entschuldigen. Im Buch findet man zahlreiche dieser völlig absurden Erklärungen. Schneidts Aussagen, dass ähnliche Vergehen in den Herkunftsländern dieser Leute wesentlich härter bestraft werden, trafen auf Unglauben.Nachdem die Autorin die tatsächliche Lage in ihrem Ort und das tatsächliche Verhalten der hier Asyl suchenden Menschen eindrucksvoll ehrlich beschrieben hat, kommt sie am Ende ihres Buches zu folgenden Ergebnissen:(1) Es fehlen ausreichend viele bezahlte (!) Kräfte, um diese Leute in den ersten Monaten adäquat zu betreuen. Bisher läuft das vorrangig auf ehrenamtlicher Basis, wo sich inzwischen ausreichend Frust angestaut hat.(2) Es fehlt an Wohnraum, Hilfsarbeiterplätzen, Traumatherapeuten und Psychologen.(3) Der muslimische Glaube kollidiert mit der deutschen Kultur. Man müsse insbesondere die Rechte der weiblichen Ankömmlinge stärken.Diese drei Punkte zeigen, dass die Autorin zwar die Realität sehr treffend beschreiben kann - und deshalb lohnt das Lesen dieses Buches - jedoch danach nicht zu den naheliegenden Schlussfolgerungen kommen kann, die der Titel dieses Buches suggeriert. So lange sie nämlich das ganze konkrete Elend mit deutlichen Worten schildert, sind ihre konkreten Schlussfolgerungen viel drastischer und realitätsnaher. Die Naivität, die sie der deutschen Bundeskanzlerin unterstellt, schlägt am Ende des Buches, wenn sie allgemeiner wird, bei ihr leider ebenso zu.Das fängt bereits dort an, wo sie genügend Arbeitsplätze für sehr gering Qualifizierte fordert. Arbeitsplätze entstehen, wenn dafür eine Nachfrage besteht. Sie werden von Unternehmern geschaffen oder im öffentlichen Dienst, aber keineswegs nach den Wünschen Unbeteiligter. Wenn Arbeit bezahlt werden soll, muss sie zunächst einmal nachgefragt werden.Die Mehrzahl der illegal Eingereisten, so lernt man auch aus diesem Buch, ist nicht traumatisiert, sondern vielmehr auf der Suche nach dem deutschen Selbstbedienungsladen, wie es so schön auf dem Cover heißt. Die Zugewanderten stellen völlig unangemessene Forderungen, weiß die Autorin zu berichten. Sie akzeptieren die deutsche Rechtsordnung nur widerwillig und vor allem nur dann, wenn sie ihnen Nutzen bringt.Besonders im Punkt (3) der Autorin zeigt sich ihr Dilemma. Sie kennt die muslimische Parallelwelt in Deutschland. Sie weiß, dass die angebliche Integration der türkischen Zuwanderer auch in der dritten Generation ein Fehlschlag und die Lebenslüge der deutschen Politik ist. Und sie weiß auch genau, warum das so ist. Denn: “Anders als wir es aus dem Christentum kennen, ist der Islam für die Muslime weitaus mehr als lediglich eine Religion. Es ist ein vollumfängliches Lebenskonzept, welches nicht nur das tägliche Leben und die Rolle der Familienmitglieder klar definiert hat. Der Islam regelt darüber hinaus auch einen Großteil der Politik und die gesellschaftliche Ordnung.” Und weiter: “Es reicht ... nicht, von den Flüchtlingen zu verlangen und zu erwarten, dass sie sich hier uneingeschränkt unserer Kultur, unserer Lebensweise und unserem Grundgesetz unterwerfen, da dies nun einmal in weiten Teilen mit den Vorgaben des Korans kollidiert.”Was die Autorin hier deutlich ausspricht, ist die Tatsache, dass sich gläubige Muslime gar nicht in Deutschland integrieren können. Für sie ist der Koran das Gesetz. Doch nicht nur das. Sie müssen auch dazu beitragen, dass sich dieses Gesetz weltweit durchsetzt. Kollidieren ist ein harmloses Wort für den Tatbestand der Unvereinbarkeit.Leider findet die Autorin dann aber nicht die Kraft, dies auch so auszusprechen. Es würde wohl mit ihrem Parteibuch kollidieren. Und leider benutzt sie auch die offiziellen Sprachregelungen der Politik. So spricht sie davon, dass Menschen, die sich nicht mit der gegenwärtigen Politik anfreunden können, Angst hätten. Diese Sprachregelung soll die Betroffenen zu Kindern degradieren, denen man nur die Angst nehmen muss.Doch um Angst geht es überhaupt nicht, sondern um Ordnung, Recht und Gerechtigkeit, die in Deutschland völlig aus den Fugen geraten sind. Merkwürdigerweise kommt die Autorin immer genau auch auf diese Themen, wenn sie persönlich direkt oder indirekt betroffen ist. Dann liest man plötzlich: "Wie kann es sein, dass Menschen, die womöglich vierzig Jahre lang und länger in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, plötzlich gleichgestellt sind mit Menschen, die unter Umständen noch nie in ihrem Leben gearbeitet haben?" Oder es folgen Klagen über die baulichen Zustände deutscher Schulen, das Ausdünnen von Busverbindungen oder Ähnliches. Für das Beheben solcher Defizite sei kein Geld vorhanden, wohl aber für die sogenannten Neuankömmlinge.An diesem Buch sieht man sehr treffend die Zerrissenheit der Autorin. Ist sie persönlich irgendwie tangiert oder weiß sie die Umstände aus ihrer Erfahrung heraus gut einzuschätzen, dann siegen bei ihr die Ehrlichkeit und der gesunde Menschenverstand. Bei allem, was darüber hinausgeht, gewinnen ihr Parteibuch oder die Angst, etwas Falsches zu sagen.Sehr lesenswert, weil die Realität der “Flüchtlingshilfe” genau beschrieben wird.

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