Katja Schneidt Wir schaffen es nicht

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Inhaltsangabe zu „Wir schaffen es nicht“ von Katja Schneidt

Katja Schneidt arbeitet seit fast 20 Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe. Sie unterstützt Menschen bei den ersten Schritten in Deutschland, begleitet sie zu Behördengängen, gibt Deutschkurse, ist Ansprechpartnerin bei Sorgen und Nöten, kümmert sich, wenn Kinder nicht zur Schule geschickt werden oder Frauen nicht ohne Begleitung zum Arzt wollen. Sie ist für die Menschen da, die in großer Zahl nach Deutschland kommen. Und sie zieht eine ernüchternde Bilanz, indem sie sagt: „Nein, Frau Merkel, wir schaffen das nicht!“ Im Lauf ihrer Arbeit musste Katja Schneidt feststellen, wie überfordert Politik, Verwaltung und Behörden wirklich sind. Wie wehrlos der deutsche Staat denjenigen gegenüber ist, die Gastfreundschaft mit einem Selbstbedienungsladen verwechseln, wie groß das Unverständnis vieler Flüchtlinge unserer Kultur gegenüber ist und wie unzureichend ein Heer an freiwilligen Helfern eine durchdachte, organisierte Integrationspolitik ersetzen kann. Katja Schneidt sagt, wo die Probleme liegen und was sich ändern muss, damit Flüchtlinge in der neuen Heimat ankommen und auch unsere Gesellschaft von all den neuen Bürgern profitiert. Derzeit tut sie es nicht. Und Katja Schneidt weiß, wovon sie spricht.

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  • Rechtspopulistische Propaganda im Gewand des Wohlanständigen

    Wir schaffen es nicht
    ZiskaLuraf

    ZiskaLuraf

    20. March 2017 um 11:22

    Die Autorin hat zweifelsohne gewisse Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten. Dementsprechend bietet das Buch einen Einblick in typische Anekdoten, wie sie auch mir aus der Geflüchtetenarbeit wohlbekannt sind. Themen wie der tägliche Kampf mit Bürokratie, übersteigerte Hoffnungen oder kulturelle Lernprozesse kommen zur Sprache - allerdings in sehr vereinfachter Weise und ohne größeres transkulturelles Einfühlungsvermögen. Stattdessen blitzt hier und da das Selbstdarstellungsinteresse der Autorin durch, wenn von der langjährigen Parteimitgliedschaft, dem scheinbar unermüdlichen Engagement etc. die Rede ist (aber solche Figuren kennt wahrscheinlich jede/r der/die ehrenamtlich tätig ist) Soweit, so erträglich... zum Problem wird dies spätestens dann, wenn man die Auswahl der Anekdoten betrachtet. Positivbeispiele fehlen weitgehend, stattdessen werden Klischees bedient und Verallgemeinerungen erzeugt: etwa wenn es um Wohnungssuche, Sprachkurse, Bildung oder Rolle und Agieren von Flüchtlingshelfern geht. Die nur anekdotische Evidenz wird hierbei zur allgemeinen Tatsache erhoben. Sowas geht nicht - außer freilich, wenn man nicht objektive Berichterstatterin, sondern lieber Demagogin sein möchte.Tatsächlich lässt das Buch eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Migrationspolitik vermissen, gaukelt aber eine ebensolche vor. Das wäre noch kein großes Problem, wenn es tatsächlich nur um alltägliche Erfahrungsberichte ginge. Aber die Autorin versucht als selbsternannte Expertin auch politische Lösungen zu entwickeln. Das aber geht nicht ohne belastbare Zahlen, Daten und Fakten. Diese werden nur äußerst spärlich geliefert. Es gibt eine ganze Reihe Studien der Bundesanstalt für Arbeit, die sehr genau differenzieren, wie es um das Bildungsniveau von Geflüchteten bestellt ist. Der Großteil der Menschen mit guter Bleibeperspektive aus Syrien, Irak und Iran haben zumindest eine Berufsausbildung; bei IranerInnen und SyrerInnen ist der Anteil an Hochschulabsolventen ebenfalls bemerkenswert. Darauf, wie auch auf Kriminalstatistiken von 2015 oder 2016 geht die Autorin nicht ein. Dadurch erhält das Buch eine propagandistische Dimension, die im Gewand des Wohlanständigen daherkommt. Die Autorin verleiht sich selbst eine Aura der Unangreifbarkeit, indem sie betont, SPD-Mitglied, Muslima und Flüchtlingshelferin in Personalunion zu sein. Wir wissen freilich seit Funny van Dannen: "Auch lesbische schwarze Behinderte können ätzend sein." Das gilt nun mal auch für sozialdemokratische muslimische Flüchtlingshelferinnen. Und wer das ganz genau wissen möchte, sei auf das FB-Profil der Autorin verwiesen, wo mit David Irving auch schon mal ein Holocaustleugner zitiert wird. Auf der anekdotischen Ebene ist das Buch wenig hilfreich um einen soliden Einblick in den HelferInnenalltag zu vermitteln.Auf der politischen Ebene dagegen sind die Positionen Wasser auf die Mühlen rechtspopulistischer Demagogen. Gegenüber organisierter kommunaler Flüchtlingshilfe ist das Machwerk hingegen entsolidarisierend, da keine konstruktive Kritik zustande kommt. Wem in diesem Bereich hingegen an einer aufrichtigen und glaubwürdigen Debatte gelegen ist, der findet beim Verein Veto von Raffael Sonnenschein, welcher kommunale Helferkreise vertritt einen sinnvolleren Rahmen.

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  • Kritik muss ein

    Wir schaffen es nicht
    Tinchen5555

    Tinchen5555

    26. November 2016 um 14:59

    Kritische Auseinandersetzung, die nachdenklich macht!

  • Dennoch hinterlässt das Buch bei mir eine tiefe Skepsis

    Wir schaffen es nicht
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    28. September 2016 um 13:20

    Dieses Buch der schon durch andere Publikationen einer größeren Öffentlichkeit bekannten Flüchtlingshelferin Katja Schneidt,  erklärt in einer differenzierten Offenheit und Ehrlichkeit, die man so detailliert bisher nicht zu lesen bekam, „warum die Flüchtlingskrise Deutschland überfordert“.Es ist nicht nur eine völlig undurchdachte und unorganisierte Flüchtlingspolitik, die sie dafür verantwortlich macht.  Sie beschreibt auch die Überforderung der Politik, der Verwaltung und der Behörden, mit einer derart großen Zahl von Menschen, ihrer Versorgung, Unterbringung und Integration.Und sie benennt, das in weiten Teilen der Öffentlichkeit herrschende Denkverbot missachtend, weitere Gründe. Sie beschreibt, wie wehrlos der deutsche Staat und seine Institutionen denjenigen gegenüber sind, die unsere Gastfreundschaft verwechseln mit einem Selbstbedienungsladen. Sie benennt den Islam und seine Kultur als die Ursache für das große Unverständnis, das viele Flüchtlinge unserer Kultur gegenüber zeigen.Doch sie benennt nicht nur die Probleme (Kritiker werden ihr natürlich vorwerfen, sie spiele damit der AfD in die Hände), sondern sie macht auch Vorschläge, was sich ändern muss, dass all diese Menschen bei uns wirklich ankommen und unsere Gesellschaft auch von den neuen Mitbürgern profitiert.Dennoch hinterlässt das Buch bei mir eine tiefe Skepsis, vor allen Dingen durch Katja Schneidts von persönlicher Erfahrung geprägte Beschreibungen des Islams und seiner Regeln.In der Vergangenheit dachte ich oft, ein reformierter Islam könne in unserer Gesellschaft ankommen und einen wichtigen Beitrag leisten. In letzter Zeit aber zweifele ich daran immer mehr. Will er sich nicht selbst verraten, wird der Islam immer danach streben, seine Herrschaft auszudehnen und er wird keine wie auch immer geartete Ökumene der Religionen dulden und letztlich auch keine andere Rechte als seine.Wir werden deswegen noch große Probleme bekommen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten.

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  • Irgendwann holt die Realität jeden ein. Manche früher, andere später.

    Wir schaffen es nicht
    R_Manthey

    R_Manthey

    12. September 2016 um 16:27

    Am Anfang und am Ende des Buches erfährt der Leser, dass dessen Autorin SPD-Mitglied ist. Offenbar kann das nicht oft genug wiederholt werden. Darüber hinaus erfährt man, dass Katja Schneidt eine deutsche Muslima ist und mit ihrer Organisation einst den Hessischen Integrationspreis empfing. Natürlich möchte sie nicht am rechten Rand fischen. Auch das muss offenbar mehrmals wiederholt werden.Mancher Leser kennt die Autorin vielleicht aus ihren anderen Büchern. Sie war mit einem Türken verheiratet und lernte in dieser Ehe, wie man Frauen in der islamischen Welt behandelt. In dieser Zeit konvertierte sie zum Islam, den sie in diesem Buch als widersprüchlich bezeichnet. Sie entschloss sich, für sich die guten Seiten zu sehen und die schlechten auszublenden, wie sie schreibt. Man kann das als naiv ansehen, sollte aber auch wissen, dass man die Religion des Friedens nicht einfach so wie das Christentum bei einem Notar hinter sich lassen kann. Verrat am Islam wird mit dem Tode bestraft. Nun also betätigt sich Katja Schneidt als ehrenamtliche Flüchtlingshelferin in einer hessischen Kleinstadt.Man kann viel aus diesem Buch lernen. Zum Beispiel, welche Auswirkungen eine jahrelange Gehirnwäsche haben kann. Nicht bei der Autorin, sondern bei offenbar vielen ihrer Kolleginnen, die sehr empört auf ihre Erklärungen reagierten und jedes noch so offenkundige Fehlverhalten der illegal nach Deutschland gekommenen Menschen entschuldigen. Im Buch findet man zahlreiche dieser völlig absurden Erklärungen. Schneidts Aussagen, dass ähnliche Vergehen in den Herkunftsländern dieser Leute wesentlich härter bestraft werden, trafen auf Unglauben.Nachdem die Autorin die tatsächliche Lage in ihrem Ort und das tatsächliche Verhalten der hier Asyl suchenden Menschen eindrucksvoll ehrlich beschrieben hat, kommt sie am Ende ihres Buches zu folgenden Ergebnissen:(1) Es fehlen ausreichend viele bezahlte (!) Kräfte, um diese Leute in den ersten Monaten adäquat zu betreuen. Bisher läuft das vorrangig auf ehrenamtlicher Basis, wo sich inzwischen ausreichend Frust angestaut hat.(2) Es fehlt an Wohnraum, Hilfsarbeiterplätzen, Traumatherapeuten und Psychologen.(3) Der muslimische Glaube kollidiert mit der deutschen Kultur. Man müsse insbesondere die Rechte der weiblichen Ankömmlinge stärken.Diese drei Punkte zeigen, dass die Autorin zwar die Realität sehr treffend beschreiben kann - und deshalb lohnt das Lesen dieses Buches - jedoch danach nicht zu den naheliegenden Schlussfolgerungen kommen kann, die der Titel dieses Buches suggeriert. So lange sie nämlich das ganze konkrete Elend mit deutlichen Worten schildert, sind ihre konkreten Schlussfolgerungen viel drastischer und realitätsnaher. Die Naivität, die sie der deutschen Bundeskanzlerin unterstellt, schlägt am Ende des Buches, wenn sie allgemeiner wird, bei ihr leider ebenso zu.Das fängt bereits dort an, wo sie genügend Arbeitsplätze für sehr gering Qualifizierte fordert. Arbeitsplätze entstehen, wenn dafür eine Nachfrage besteht. Sie werden von Unternehmern geschaffen oder im öffentlichen Dienst, aber keineswegs nach den Wünschen Unbeteiligter. Wenn Arbeit bezahlt werden soll, muss sie zunächst einmal nachgefragt werden.Die Mehrzahl der illegal Eingereisten, so lernt man auch aus diesem Buch, ist nicht traumatisiert, sondern vielmehr auf der Suche nach dem deutschen Selbstbedienungsladen, wie es so schön auf dem Cover heißt. Die Zugewanderten stellen völlig unangemessene Forderungen, weiß die Autorin zu berichten. Sie akzeptieren die deutsche Rechtsordnung nur widerwillig und vor allem nur dann, wenn sie ihnen Nutzen bringt.Besonders im Punkt (3) der Autorin zeigt sich ihr Dilemma. Sie kennt die muslimische Parallelwelt in Deutschland. Sie weiß, dass die angebliche Integration der türkischen Zuwanderer auch in der dritten Generation ein Fehlschlag und die Lebenslüge der deutschen Politik ist. Und sie weiß auch genau, warum das so ist. Denn: “Anders als wir es aus dem Christentum kennen, ist der Islam für die Muslime weitaus mehr als lediglich eine Religion. Es ist ein vollumfängliches Lebenskonzept, welches nicht nur das tägliche Leben und die Rolle der Familienmitglieder klar definiert hat. Der Islam regelt darüber hinaus auch einen Großteil der Politik und die gesellschaftliche Ordnung.” Und weiter: “Es reicht ... nicht, von den Flüchtlingen zu verlangen und zu erwarten, dass sie sich hier uneingeschränkt unserer Kultur, unserer Lebensweise und unserem Grundgesetz unterwerfen, da dies nun einmal in weiten Teilen mit den Vorgaben des Korans kollidiert.”Was die Autorin hier deutlich ausspricht, ist die Tatsache, dass sich gläubige Muslime gar nicht in Deutschland integrieren können. Für sie ist der Koran das Gesetz. Doch nicht nur das. Sie müssen auch dazu beitragen, dass sich dieses Gesetz weltweit durchsetzt. Kollidieren ist ein harmloses Wort für den Tatbestand der Unvereinbarkeit.Leider findet die Autorin dann aber nicht die Kraft, dies auch so auszusprechen. Es würde wohl mit ihrem Parteibuch kollidieren. Und leider benutzt sie auch die offiziellen Sprachregelungen der Politik. So spricht sie davon, dass Menschen, die sich nicht mit der gegenwärtigen Politik anfreunden können, Angst hätten. Diese Sprachregelung soll die Betroffenen zu Kindern degradieren, denen man nur die Angst nehmen muss.Doch um Angst geht es überhaupt nicht, sondern um Ordnung, Recht und Gerechtigkeit, die in Deutschland völlig aus den Fugen geraten sind. Merkwürdigerweise kommt die Autorin immer genau auch auf diese Themen, wenn sie persönlich direkt oder indirekt betroffen ist. Dann liest man plötzlich: "Wie kann es sein, dass Menschen, die womöglich vierzig Jahre lang und länger in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben, plötzlich gleichgestellt sind mit Menschen, die unter Umständen noch nie in ihrem Leben gearbeitet haben?" Oder es folgen Klagen über die baulichen Zustände deutscher Schulen, das Ausdünnen von Busverbindungen oder Ähnliches. Für das Beheben solcher Defizite sei kein Geld vorhanden, wohl aber für die sogenannten Neuankömmlinge.An diesem Buch sieht man sehr treffend die Zerrissenheit der Autorin. Ist sie persönlich irgendwie tangiert oder weiß sie die Umstände aus ihrer Erfahrung heraus gut einzuschätzen, dann siegen bei ihr die Ehrlichkeit und der gesunde Menschenverstand. Bei allem, was darüber hinausgeht, gewinnen ihr Parteibuch oder die Angst, etwas Falsches zu sagen.Sehr lesenswert, weil die Realität der “Flüchtlingshilfe” genau beschrieben wird.

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