Katja Thimm Vatertage

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Inhaltsangabe zu „Vatertage“ von Katja Thimm

Eine scheinbar ganz normale Einfamilienhaus-mit-Garten-Kindheit in der Bonner Republik. Doch manchmal, unvermittelt, bekommt die Normalität Risse, und die Tochter merkt: Es gibt da noch etwas anderes. Dieses andere sind Kindheit und Jugend des Vaters, ist die traumatische Erfahrung von Flucht und Vertreibung, von Verlust und Massensterben, vom Leben in zwei totalitären Systemen. Katja Thimm erzählt so eindringlich wie einfühlsam die Geschichte ihres Vaters, die zugleich die Geschichte Hunderttausender „Kriegskinder“ ist. Sie berichtet, wie die schrecklichen Erfahrungen der Vergangenheit fortwirken, in ihrem Vater, der mit zunehmendem Alter immer häufiger von traumatischen Erinnerungen heimgesucht wird, aber auch in ihr selbst und damit in der Generation der 'Kriegsenkel'. 'Katja Thimm beschreibt sensibel, aber nicht sentimental. Sie schreibt berührend, aber vollkommen authentisch. Die Autorin konfrontiert uns mit einem Teil unserer Wirklichkeit auf ebenso beklemmende wie großartige Weise.' Aus der Begründung der Jury für den Egon-Erwin-Kisch-Preis

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  • eBook Kommentar zu Vatertage von Katja Thimm

    Vatertage
    Willy Glaß

    Willy Glaß

    19. October 2016 um 19:51 via eBook 'Vatertage'

    Für Interessierte an der neueren Geschichte ein Muss zum Lesen. Es ist wie ein Dokument - besser geschrieben und angenehmer zu lesen.

  • Humorvolles und liebevolles Portrait des Vaters

    Vatertage
    Biografienwerkstatt

    Biografienwerkstatt

    04. March 2014 um 16:06

    Geschickt verbindet Katja Thimm ihre eigene Geschichte und die Erinnerungen ihrer Kindheit (sie ist Jahrgang 1969) mit der Biografie ihres Vaters, geboren 1931. Es ist eine Annäherung an eine vertraute und gleichzeitig unbekannte Person. Häufig wechselt die Autorin dabei in der Zeitlinie hin und her, beschreibt in parallelen Handlungssträngen die Gegenwart mit dem Prozess der Erinnerungsfindung (Reisen, Interviews, den Alltag im Altersheim, die beginnende Demenz des Vaters) sowie die Erinnerungen selbst. Bei aller Ernsthaftigkeit trifft sie dabei einen leichten und ebenso humor- wie liebevollen Ton, der mich das Buch in einem Rutsch durchlesen ließ. Die Zeitsprünge sind zum einen ein geschicktes Stilmittel, zum anderen verdeutlichen sie die Tatsache, dass uns die Vergangenheit immer und überall einholt und begleitet. Fazit: Unbedingt lesenswert!

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  • dieses buch zeigt zeitnah die geschichte 2 generationen

    Vatertage
    christiane_brokate

    christiane_brokate

    20. June 2013 um 11:34

    Eine scheinbar ganz normale Einfamilienhaus-mit-Garten-Kindheit in der Bonner Republik. Doch manchmal, unvermittelt, bekommt die Normalität Risse, und die Tochter merkt: Es gibt da noch etwas anderes. Dieses andere sind Kindheit und Jugend des Vaters, ist die traumatische Erfahrung von Flucht und Vertreibung, von Verlust und Massensterben, vom Leben in zwei totalitären Systemen. Katja Thimm erzählt so eindringlich wie einfühlsam die Geschichte ihres Vaters, die zugleich die Geschichte Hunderttausender „Kriegskinder“ ist. Sie berichtet, wie die schrecklichen Erfahrungen der Vergangenheit fortwirken, in ihrem Vater, der mit zunehmendem Alter immer häufiger von traumatischen Erinnerungen heimgesucht wird, aber auch in ihr selbst und damit in der Generation der »Kriegsenkel«. »Katja Thimm beschreibt sensibel, aber nicht sentimental. Sie schreibt berührend, aber vollkommen authentisch. Die Autorin konfrontiert uns mit einem Teil unserer Wirklichkeit auf ebenso beklemmende wie großartige Weise.« Aus der Begründung der Jury für den Egon-Erwin-Kisch-Preis mein fazit: dieses buch ist ein erfahrungsbericht und die geschichte vom krieg die autorin hat es so genau beschrieben das man denkt man war dabei. dieses buch macht einen nachdenklich mann muss es erst verarbeiten. die tochter  erfährt jetzt alles  was sein vater nie erzählt hat in der zeit seiner krankheit demenz. eine geschichte die einen berührt und zeigt ws damals war ausserdem zeigt die geschichte wie sich das verhältnis zwischen kindern und eltern verändert bei krankheit alter usw. es ist ein buch zum nachdenken und für alle altersklassen geieignet aber es muss in etappen gelesen werden so ging es mir da ich es eine harte kost fand vorallem da mann ja weiss das es wirklich passiert ist.

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  • Rezension zu "Vatertage" von Katja Thimm

    Vatertage
    goldfisch

    goldfisch

    09. October 2012 um 17:08

    Dieses Buch hat mich beeindruckt. Die Autorin hält die Balance zwischen dem heutigen Leben und der Vergangenheit ihres Vaters. Sie versteht sein Leben und seine Erziehung besser, seitdem er, inzwischen erkrankt, seine Vergangenheit lüftet. Die Flucht aus Ostpreußen, als er nur 13 Jahre alt war, das beschwerliche Leben in der Ex-DDR, das Zuchthaus und immer wieder das Alter und seine beginnende Demenz. Vieles scheint in seinem Kopf durcheinander zu gehen und Katja Thimm hat es für uns sortiert und daraus eine deutsche Geschichte geschrieben.Empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Vatertage" von Katja Thimm

    Vatertage
    Clari

    Clari

    05. May 2011 um 17:36

    Erinnerungen, Beobachtungen und Eindrücke einer erwachsenen Tochter. Nach Arno Geiger hat sich nun wieder eine deutschsprachige Autorin und Journalistin mit ihrem alt werdenden Vater beschäftigt. Eindringlich schildert sie seinen Umzug in ein Heim für betreutes Wohnen und dem damit einhergehenden Verlust an Eigenständigkeit und Selbstbestimmung. Erschreckend für alle erwachsenen Kinder und Leser ist dieser Ausstieg aus der Selbständigkeit, der mit Ängsten und dem Verlust von Würde einhergeht. Die 1969 geborene Katja Thimm wusste wenig bis gar nichts über die ersten dreißig Lebensjahre ihres Vaters und begann erst nach seinem Umzug ins Altenheim sich mit ihm darüber auseinander zu setzen. Sie begleitet ihren Vater während des Prozesses in die Abhängigkeit und lässt in ihre gegenwärtigen Beobachtungen Vergangenheit und Gegenwart einfließen. Nur zögerlich nähert sie sich dem Menschen, der ihr im Leben immer recht fremd geblieben ist. Mit eigenen Erinnerungen gekoppelt erforscht sie seine Vergangenheit, die durch frühe Verluste, Flucht und Vertreibung gekennzeichnet war. Das geschädigte Kriegskind von einst tritt in den Fokus. Mit K. Thimm meldet sich eine Vertreterin der Nachfolgegeneration zu Wort, die wenig von den Ereignissen weiß, denen ihre Eltern in ihrer Jugend ausgesetzt waren oder davon, was ihre Eltern in ihrer Kindheit bedrückt, erfreut oder geängstigt hat. Dieser Vater ist nach der Flucht vor den Russen aus Ostpreußen in dem östlichen deutschen Nachfolgestaat angekommen, in dem kommunistische Dogmen zu Terror und Gewalt ähnlich wie im Nazireich führten. Entstanden ist die individuelle Geschichte eines Menschen, der sich vor seiner näheren Umwelt verschlossen hat und dem mit dem Altern die nur unter schwierigsten Bedingungen erworbene Selbstbestimmung verloren geht. Ein wenig stolpernd springt die Erzählung zwischen den Beobachtungen am Vater, Erinnerungen an eine Polenreise mit ihm und eigenen Erfahrungen in der Kindheit hin und her. Unter den zahlreichen "Elterngeschichten", angefangen von Wibke Bruns mit ihrem Buch "Meines Vaters Land" über Arno Geiger mit "Der alte König in seinem Exil" scheint sich z.Zt. eine intensivere Erforschung alter Eltern und ihrer Vorgeschichten Bahn zu brechen. Mit Aufmerksamkeit beobachtet man hier ein neues oder lange verdrängtes Interesse an den komplizierten und oftmals in Not zustande gekommenen Familienbeziehungen, die ohne unsere ungute Geschichtsvergangenheit vielleicht anders verlaufen wären. Das Erzählte enthält deprimierende Erinnerungen an den Druck, der im Elternhaus von K.Thimm herrschte und an die mangelnde Freude ohne innere Verbundenheit mit dem Vater. Doch ähnlich wie hier mag es in vielen Familien von Nachkriegskindern ausgesehen haben. Als Zeitzeugnis wird das Buch so manche lebendige Erinnerung auch beim Leser anrühren und ist als weiterer Beleg der Auswirkungen unserer desolaten Geschichte mit ihren Folgen zu betrachten.

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  • Rezension zu "Vatertage" von Katja Thimm

    Vatertage
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    13. April 2011 um 11:04

    Auf insgesamt neun Tonbändern hat die Journalistin und Autorin Katja Thimm ihren Vater sein Leben „ eine deutsche Geschichte“ erzählen lassen. Zunächst muss sie bei dem Vater, der viele Fluchterlebnisse und den Terror des DDR-Gefängnisses, in dem er einsaß, nicht vergessen, aber immer erfolgreich verdrängt hatte, heftige Widerstände überwinden, bis er bereit ist, ihr aus seinem Leben zu erzählen. Erst als er selbst zum hilflosen Pflegefall geworden ist, beginnt der Mann, der sein ganzes Leben so vielem getrotzt hatte zu berichten. Es ist einmal wieder die zweite Generation, die mit der Aufarbeitung einer verdrängten Geschichte beginnt. Zwar war Horst Thimm nie Soldat, als Angehöriger der „weißen Jahrgänge“ hat er jedoch erlebt, wie sein eigener Vater und seine Brüder in den Krieg zogen. Nun, im Pflegeheim hilflos geworden, beginnt er mühsam zu erzählen, seine Lebenstraumata tauchen auf, und die Tochter versucht zu verstehen. Dabei versteht sie auch ihr eigenes Leben besser, dessen unbeschwerte Kindheit und Jugend sie in eindrucksvollen und stellenweise sehr emotionalen Texten beschreibt. Es ist eine Art Doppelbiographie, die Katja Thimm da gelungen ist, mit Empathie und Leidenschaft verfasst und gleichzeitig ist ein literarisches Stück deutscher Geschichte vor und nach dem Krieg entstanden, alles eingebettet in eine Gegenwart, die von der Pflege und der Sorge um den dahinsiechenden und von einer Demenz bedrohten Vater dominiert wird. Ein bewegendes und persönliches Dokument aus der zweiten Generation, aus dem man viel auch über seine eigene Geschichte lernen kann, wenn man in einem ähnlichen Alter ist. Mir ging das jedenfalls so – ich musste sehr oft bei der Lektüre an die eigenen Großeltern und Eltern, an die Gespräche, gelungene und noch mehr misslungene.

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