Katja Wilhelm

 4 Sterne bei 9 Bewertungen

Lebenslauf

Katja Wilhelm, Jahrgang 1975, studierte klassische Archäologie und Ur- und Frühgeschichte an der Universität Innsbruck. Nach ihrem Abschluss war sie beruflich in verschiedenen akademischen Bereichen tätig. Seit 2021 lebt und arbeitet sie hauptberuflich als freie Texterin und Autorin in der Nähe von Innsbruck, Tirol, Österreich.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Katja Wilhelm

Neue Rezensionen zu Katja Wilhelm

Gelungener Auftakt mit Potenzial für mehr

Dieses Buch ist der erste Band einer Reihe und bietet einen soliden Einstieg in das Team der sogenannten Soko „Reha“. Die Einheit besteht aus drei Personen, die alle mehr oder weniger auf dem Abstellgleis gelandet sind, gleichzeitig aber so gut in ihrem Job sind, dass man auf ihre Fähigkeiten nicht verzichten möchte.


Die Charaktere sind teils etwas speziell und bringen alle ihre eigenen Ecken und Kanten mit. Gerade das macht sie jedoch interessant. Trotz ihrer Unterschiede ist der Zusammenhalt im Team stark ausgeprägt. Jeder kennt die Stärken der anderen, sodass die Zusammenarbeit wie ein gut eingespieltes Uhrwerk funktioniert. Besonders deutlich wird das, als Hilde unter Verdacht gerät und vom Dienst suspendiert wird. Erst dann merkt man, wie sehr ein einzelnes Zahnrad im Gefüge fehlt und welche Auswirkungen das auf das gesamte Team hat.


Die Geschichte ist spannend erzählt, und natürlich wollte ich unbedingt herausfinden, was hinter den Taten steckt. Nach und nach kristallisiert sich zwar heraus, wer möglicherweise dahinterstecken könnte, doch die Autorin setzt die einzelnen Puzzleteile mit viel Fingerspitzengefühl und Spannung zusammen. Dadurch bleibt die Neugier bis zum Schluss erhalten.


Das Ende schließt zwar einen Teil der Handlung zufriedenstellend ab, lässt aber gleichzeitig noch viele Fragen offen und bereitet den Boden für weitere Bände der Reihe.


Ein kleiner Kritikpunkt betrifft für mich das Setting. Die Geschichte hätte theoretisch an vielen Orten spielen können. Gerade weil ich mich auf Wien als Schauplatz gefreut hatte, hätte ich mir gewünscht, dass die Stadt stärker in die Handlung eingebunden wird. Immer wieder musste ich mich selbst daran erinnern, dass die Geschichte tatsächlich dort spielt und nicht in einer beliebigen anderen Großstadt.


Insgesamt ist der Auftakt gelungen und bietet eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren und einem funktionierenden Spannungsbogen. Zwar sehe ich insbesondere beim Setting noch etwas Luft nach oben, dennoch hat mich das Buch neugierig auf die Fortsetzung gemacht, und ich freue mich darauf, das Team der Soko „Reha“ in weiteren Fällen zu begleiten.

Soko "Reha"

Eine Leiche an der Müllinsel, eine tote Medizinerin im Nobelviertel – zwei höchst ungewöhnliche Ermittlergruppen müssen sich erst wechselweise, dann gemeinsam um eine Reihe von mysteriösen Todesfällen kümmern, die Wien erschüttern. Turbulente Tage führen quer durch die Stadt und bis ins Südburgenland.

Die Soko „Reha“ besteht aus drei Personen, die man aus unterschiedlichen Gründen am liebsten schon ausrangiert hätte aus dem Polizeidienst: Major Cornelius Metz ist der Leiter, Gruppeninspektorin Hilde Attensam eine nicht nur physisch eindrucksvolle Persönlichkeit und Kevin Wiesinger als Dritter im Bunde findet als gewitzter Hacker im Handumdrehen allerlei Details heraus, welche für die Aufklärung eines Falles ausschlaggebend sein können. Das zweite Team wird repräsentiert durch die jüngste Chefinspektorin Wiens, Nezren Güren, eine strebsame Frau mit türkischen Wurzeln, welche in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebt und ihren Kollegen Luka Jović, ein Serbe, der so gut wie keines der vermeintlichen „Jugo-Klischees“ erfüllt. Auf originelle Art und Weise wird ermittelt, befragt und in Archiven gesucht, ein Tierheim weckt Aufmerksamkeit und plötzlich steht sogar Hilde im Lichte eines Verdachtes. Sumpfgruben und Zeitungsredakteure werden zum Thema, aus zwei Leichen werden bald mehr. Bisweilen chaotisch und mannigfaltig wie die Polizistentruppe selbst geht es quer durch die Kapitel, rasch wechselnde Szenen und Blickwinkel sorgen für Abwechslung, aber auch für Irritation. Besonders die grammatikalisch fragwürdigen Gendersternchen (Polizist*innen, Kolleg*innen, Exoten aus aller Herr*innen Länder, …) unterbrechen leider immer wieder den Lesefluss und stören einfach den Inhalt eines Kriminalromans. Am Ende gibt es Lösungen, aber ganz fertig ist die Sache dennoch nicht – ob Folge 2 mit Metz & Co. Licht ins Dunkel bringen wird?

Ein Reihenauftakt mit sehr speziellen Figuren, Wien als Kulisse darf beim nächsten Mal gerne etwas prominenter auftreten. 3 Sterne. 

 


Titel                                  Tödliches Wien

Autor                                Katja Wilhelm

ASIN                                B0FWKFKRZT

Sprache                           Deutsch

Ausgabe                          ebook (330 Seiten) 

Reihe                               Major Metz ermittelt

Erscheinungsdatum        2. Februar 2026

Verlag                              Ullstein

Intrigen, Machtkampf und andere Geheimnisse

Dieser Krimi soll Auftakt einer neuen Reihe aus Wien sein. Worum geht’s? 

Major Cornelius Metz kehrt nach einer persönlichen Krise zur Mordkommission Wien zurück. Er leitet die Soko Reha, ein Team von Außenseitern und Missliebigen im Wiener Polizeidienst, bestehend aus Metz, Hilde Attensam und Kevin Wiesinger, dem IT-Wunderknaben, der immer dort etwas findet, wo andere längst aufgegeben hat. Zunächst hat man wenig zu tun. Dann wird eine Frau bei einer Müllsammelstelle mit einer Flasche erschlagen. Man teilt ihnen diesen Fall zu, weil hier wenige Lorbeeren zu ernten sind.  

Als wenig später in einem der Nobelbezirke eine Ärztin und Forscherin getötet wird, muss Metz mit der höchst ehrgeizigen jüngsten Chefinspektorin Wiens, Nezren Güren, die Fälle tauschen. Denn Güren ist nicht nur türkischstämmig und eine Frau, sondern lebt mit einer Szene-Gastronomin zusammen, was im verknöcherten Gehirn von Hofrat Leo Katzinger, ein NoGo ist. Er traut ihr die Ermittlung in der Haute Volée von Wien nicht zu. Da muss Cornelius Metz her, der aus sehr gutem Haus stammt (O-Ton Katzinger).

Als dann weitere Personen scheinbar wahllos getötet, ja, nicht nur getötet, sondern regelrecht hingerichtet werden, befiehlt Katzinger, die Zusammenarbeit unter der Leitung von Nezren Gören.  

Recht bald kommt Kevin dahinter, dass alle Opfer eigentlich Täter waren, die von der Justiz nicht verurteilt worden sind. Die Spuren führen nicht nur zu einem kleinen privaten Tierheim sondern vor allem in Tiefe menschliche Abgründe. Ist hier ein Rächer im Namen des Tierschutzes am Werk? 

Wenig später ist Hilde Attensam, die 1,80 m große Polizistin mit der kurzen Lunte, im Fokus von Güren und wird als ideale Verdächtige, sie hat Kontakt zu dem privaten Tierheim, vom Dienst suspendiert. Metz und Wiesinger nehmen dies persönlich, pfeifen auf die Zusammenarbeit und entdecken einen Mitspieler in diesem perfiden Spiel, der sein eigenes, tödliches Süppchen kocht. 

Der Täter scheint den Ermittlern immer ein, zwei Schritte voraus zu sein, weshalb sich bald die Frage nach einem Maulwurf in der Kriminalpolizei stellt. 

Meine Meinung: 

Zunächst habe ich gedacht, einen ähnlich humorvollen Krimi, wie die französische Reihe „Kommando Abstellgleis“ von Sophie Hénaff zu bekommen. Doch bald ist klar, dass es sich hier um eine todernste Angelegenheit handelt, in der wenig so ist, wie es scheint. Zahlreiche Querverbindungen schlummern im Verborgenen, die Kevin aus dem Dunkeln der Archive ausgräbt. Zudem scheint es höheren Orts eine besondere Clique zu geben, die ihre eigene Rolle spielen 

„Das Einzige, was noch schwerer aufzufinden war als ein Mensch, der nicht gefunden werden wollte, war ein ehemaliger Polizist, der dem System abgeschworen hatte.“ 

Was höchst ungewöhnlich ist, dass sich das Trio Metz, Attensam und Wiesinger immer noch siezt. Innerhalb der „Firma“ wie Insider die diversen Teams in der Polizei nennen, ist es eigentlich üblich, sich zu duzen. Nun ja, den Hofrat oder Polizeipräsidenten vielleicht nicht. 

Die Autorin spielt mit ihren Lesern Katz-und-Maus, weshalb die Geschichte nicht ganz auserzählt wirkt. Aber es soll ja eine Fortsetzung geben.  

Die Charaktere haben alle so ihre Ecken und Kanten. Nicht alle Personalakten sind blütenweiß, so gilt der Görens Mitarbeiter Lukic als Kameradenschwein.  

Mein Eindruck ist, dass dieser Krimi überall spielen könnte, da kaum Wiener Örtlichkeiten genannt werden.  

Fazit:

Dieser Reihenauftakt ist gespickt mit Andeutungen und hat noch ein wenig Luft nach oben, weshalb er 3 Sterne erhält. 

 

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

9 Bibliotheken

1 Merkzettel

Worüber schreibt Katja Wilhelm?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks