Katrín Jakobsdóttir

 3,9 Sterne bei 32 Bewertungen

Lebenslauf

Katrín Jakobsdóttir, 1976 geboren, war von November 2017 bis April 2024 Premierministerin Islands und war zuvor mehrere Jahre Bildungsministerin. Sie hat Isländische Literatur studiert und ihre Masterarbeit über den Krimiautor Arnaldur Indriðason geschrieben. Ragnar Jónasson und Katrín Jakobsdóttir sind seit langem befreundet und saßen vor fast zehn Jahren gemeinsam in der Jury für einen Krimipreis. »Reykjavík« ist ihr erster gemeinsamer Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Katrín Jakobsdóttir

Cover des Buches Reykjavík (ISBN: 9783442775330)

Reykjavík

(30)
Erschienen am 14.01.2026
Cover des Buches Reykjavík (ISBN: B0CM6NQ6ZM)

Reykjavík

(2)
Erschienen am 31.10.2023

Neue Rezensionen zu Katrín Jakobsdóttir

Cover des Buches Reykjavík (ISBN: 9783442775330)
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Rezension zu "Reykjavík" von Ragnar Jónasson

Minijane
Nordic Noir

Es scheint ein unlösbarer Fall zu sein! 1956 verschwindet die 15 jährige Lara spurlos und auch 30 Jahre später kann sich noch niemand erklären, was damals passiert ist.

Die Schülerin hatte einen Job als Haushaltshilfe auf der kleinen isländischen, fast unbewohnten Insel Videy angenommen, bei einem prominenten Paar, dass hier ein Haus besaß, dass sie im Sommer bewohnten.

Es hieß, Lara hätte spontan gekündigt und wäre dann abgereist. Doch ihre Eltern haben nie wieder etwas von ihr gehört.

Hat die Polizei nicht richtig recherchiert? Davon ist der Journalist Valur Robertsson überzeugt und nimmt sich erneut alle bekannten Fakten vor, befragt Personen, die in den alten Polizeiberichten auftauchen und entdeckt tatsächlich neue Spuren, die ihn in Lebensgefahr bringen.


Ich habe diesen Krimi, den der bekannte Autor Ragnar Jónasson gemeinsam mit der Premierministerin Katrin Jakobsdóttir geschrieben hat gerne gelesen auch wenn es etwas gedauert hat,bis die Geschichte in Gang kam. 

Die letzten 100 Seiten waren dafür umso spannender.

Es gefiel mir auch, wie die Jakobsdóttir und Jónasson die Stimmung auf Island eingefangen haben.Das Buch war wirklich sehr atmosphärisch. Das Ende habe ich ein Stück weit erahnt, mochte das Buch aber trotzdem.


3,5 Sterne

Cover des Buches Reykjavík (ISBN: 9783442775330)
schnaeppchenjaegerins avatar

Rezension zu "Reykjavík" von Ragnar Jónasson

schnaeppchenjaegerin
Solider, atmosphärischer Krimi aus prominenter Feder, aber wenig origineller Vermisstenfall und schon gar kein Thriller

1956 verschwindet die 15-jährige Lára spurlos, nachdem sie ihre Anstellung als Haushaltshilfe bei einem gut situierten Paar auf einer kleinen Insel in der Nähe Reykjavíks unerwartet gekündigt hatte. Die Suche nach ihr bleibt erfolglos, Hinweise auf ein Verbrechen oder einen Selbstmord kann der leitende Ermittler nicht finden.

Dreißig Jahre später nimmt sich ein Journalist dem Cold Case an und entwickelt nach einem anonymen Hinweis den Ehrgeiz, einen mutmaßlichen Mord aufzuklären. Offensichtlich hat jemand etwas gegen Valurs Initiative, denn er begibt sich damit ungeahnt in Lebensgefahr, was den Verdacht erhärtet, dass Lára nicht freiwillig verschwunden ist.

Nach einem kurzen Rückblick ins Jahr 1956 und dem Bemühen des Ermittlers Kristján auch in den Folgejahren Láras Verschwinden aufzuklären, wird die Handlung im Jahr 1986 fortgesetzt und schildert die Recherche von Valur und seiner Schwester Sunna.

Obgleich als Thriller deklariert, liest sich die Geschichte vielmehr wie ein Kriminalroman und konzentriert sich im Wesentlichen auf die laienhaften Ermittlungen der beiden Hauptfiguren, denn nach einer überraschenden Wende wächst Sunnas Rolle in dem Fall.
Der Perspektivwechsel gibt der Handlung zwar einen neuen Impuls, lässt jedoch auch keinen Zweifel mehr an Láras Schicksal. Trotzdem kann weiterhin spekuliert werden, was sich 1956 ereignet hat und wer darin involviert gewesen ist.

Etwas eigenartig mutet dabei an, wie viel mehr ein Journalist und eine Literaturstudentin 30 Jahre später im Vergleich zu den Ermittlern damals herausfinden können. Gerade am Ende wirkt das passive Verhalten der Polizei realitätsfern.

Eindrucksvoller als der wenig originelle Vermisstenfall ist die Darstellung des Lebens auf der abgelegenen arktischen Insel. Aufgrund der übersichtlichen Bevölkerungsanzahl und der daraus resultierenden Kennverhältnisse ist es schwer, anderen zu trauen und riskant, die Ermittlungen durch falsche Fragen zu gefährden. Passend zum Zeitgeist der 1980er-Jahre wird an vielen Stellen zudem deutlich, wie eingeschränkt die Recherchemöglichkeiten damals waren.

"Reykjavík" ist ein solider Krimi aus prominenter Feder, der als Thriller deklariert jedoch falsche Erwartungen weckt. Dennoch bietet der Roman durch die schrittweise Offenlegung einzelner Puzzleteile und Aufklärung des Cold Case eine solide Unterhaltung und versetzt den Leser eindrücklich nach Island ins Jahr 1986. Die Erwähnung realer politischer Ereignisse ist interessant, wirkt ohne Bezug zum Vermisstenfall jedoch überflüssig.

Cover des Buches Reykjavík (ISBN: 9783442775330)
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Rezension zu "Reykjavík" von Ragnar Jónasson

Ron_Robert_Rosenberg
Skandinavien mal anders: eher pastell, statt dark

Eine Pandemie dürfte hautsächlich mit negativen Gedanken behaftet sein. Aber wie so oft im Leben, birgt auch der größte Schatten eine Lichtquelle, aus dessen abgewandter Seite dieser ja entsprungen sein muss – und sei es aus einem Funken Hoffnung.

Der Roman „Reykjavík“ ist ein derartiges Beispiel. Hätte es die Corona-Zwangspause nicht gegeben, wäre dieser Kriminalroman nach Aussage seiner beiden Autoren womöglich nicht entstanden. Dabei handelt es sich bei diesem Duo nicht um irgendjemanden. Hier haben sich zwei gefunden, die nach eigenem Bekunden ihre Leidenschaft zu klassischen Krimis á la Agatha Christie, zu Islands Gesellschaftswandel und ihre nostalgischen Sehnsucht für die Achtziger teilen – obwohl sie durchaus gegenteilige Auffassungen persönlicher Überzeugungen pflegen. Gemeint sind der Bestseller-Autor der Hulda-Trilogie Ragnar Jónasson und die gleichaltrige, seit 2017 amtierende isländische Premierministerin Katrín Jakobsdóttir!

Reykjavík ist also ein Experiment, das gemeinsame Interessen zweier illustrer Persönlichkeiten zu einem schriftstellerischen Ergebnis bündelt. Der gewählte Plot ist betont klassisch für einen skandinavischen Noir: ein verschwundenes Mädchen, eine kleine, spärlich bewohnte Insel (hier die Reykjavík vorgelagerte Insel Videy) und jahrzehntelange Ungewissheit. Die Folge: Ängste, Bangen, Grusel, Verzweiflung. So nimmt die Geschichte auch rasch an Fahrt auf. Das auslösende Ereignis passiert 1956. Der ermittelnde Polizist geht den wenigen Spuren nach – ohne Erfolg. In Abschnitten jeweils einer Dekade treffen wir im Jahr 1986 auf einen begabten Investigativjournalisten, sein Name Valur, der diesem Vermisstenfall neue Impulse gibt. Unterstützt wird er von seiner Schwester Sunna, die sich mit ihrer Magisterarbeit im Fach Literaturwissenschaft schwertut (ein offenbar autobiographischer Wink der Mitautorin, die über den wohl populärsten Isländer Indriðason reüssierte). Nach und nach werden neue Details enthüllt, Verdächtige aufgespürt und das Rätsel seiner Auflösung zugeführt.

Tatsächlich wirkt das Machwerk in seiner Gesamtheit gerade im letzten Drittel wie eine bemühte Flickarbeit verschiedener Versatzstücke, deren Ränder mit heißer Nadel vernäht worden sind. Vermutlich ahnten das auch die Autoren in ihrer Selbsteinschätzung, denn bereits im Nachwort bitten sie die Leserschaft für etwaige Ungereimtheiten um Absolution.

Ich fand den Krimi am Anfang und im Mittelteil sehr spannend (ohne zu wissen, ob hier der Routinier oder die Akademikerin die Feder führte), der Schluss jedoch, insbesondere die Personenzeichnungen, die gekünstelten Dialoge, die logischen Unzulänglichkeiten bezüglich der Polizeiarbeit, überzeugten mich leider nicht. Dafür ist häufig die sentimentale Liebe zu Island zu spüren, wie es früher einmal war, wie es sich über die Jahre entwickelt hat (nicht immer zum Guten) und wie es hätte sein können. Manchmal fühlte ich mich in ein Enid-Blyton-Abenteuer hineinversetzt: wenige „darke“ Momente, dafür viel Taschenlampengefunzel wie durch Kinderhände.

„Reykjavík“ ist auf jeden Fall ein außergewöhnlicher, unterhaltsamer Roman, der unverblümt mit der Prominenz der Urheber kokettiert. Trotz guter Ansätze und einer interessanten Grundidee ist dieser aus einer Pandemie heraus geborene Versuchsaufbau nicht ganz geglückt. Schade eigentlich. Mit Blick auf die dennoch solide Unterhaltung werte ich den Krimi mit wackeligen 4,5 von 5 Sternen.

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