Katrin Bischof Nicht genug

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Inhaltsangabe zu „Nicht genug“ von Katrin Bischof

Erik ist krank; schwer krank. Längst schon hat er sich mit seinem Dasein als Schwerbehinderter abgefunden, der versucht, „das Beste draus zu machen“, als er ganz unerwartet die große Liebe findet - in Gesa, die ihn so annimmt, wie er ist. Mit ihr, die aus einer sehr anderen Welt kommt, scheint für ihn noch so mancher Traum wahr werden zu können. Aber auf das rauschhafte Glück folgt schon bald darauf ein umso tieferer Absturz… Die tragisch verlaufende Liebesgeschichte von Gesa und Erik bildet den Hintergrund, vor dem Fragen aufkommen, die gerade aktuell sehr kontrovers diskutiert werden. Wie stirbt es sich „selbstbestimmt“ in einer Gesellschaft, die den Tod als vermeidbaren Unfall ansieht und seine Realität verdrängt? Die Schwerkranke zwingt, zu „funktionieren“, Rücksicht auf die Ängste ihres Umfelds zu nehmen, „da zu bleiben“, bis zum bitteren Ende?

Leiser Roman über ein Tabuthema

— Blumenlady
Blumenlady

Interesse an Polyamorie? Unbedingt lesen!

— Lena_Marie
Lena_Marie

Persönliche Weiterentwicklung durch Schmerz

— Gaertnerin
Gaertnerin

Lebensnah und authentisch über ein Tabu-Thema - dieser Roman kommt völlig ohne Kitsch aus

— Hexchen123
Hexchen123

Traurig und sehr emotional geschrieben,,,

— Angie*
Angie*

Wenn Liebe nicht genug ist - emotional und anders ist die Beziehung von Gesa, Joke und Erik...

— Jungenmama
Jungenmama

Berührend, unsentimental, relevant. Keine leichte Kost. Klare Leseempfehlung.

— Kleine_Madame
Kleine_Madame

Eine Geschichte, die einen nicht unberührt zurücklässt. Das Buch ist keine locker leichte Zwischenlektüre jedoch ist es sehr zu empfehlen.

— Vanessa_Noemi
Vanessa_Noemi

Bittersüss, intensiv, verstörend, sprachgewandt.

— ConstanzeSteinfeldt
ConstanzeSteinfeldt

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  • Sterben, aber nicht darüber sprechen

    Nicht genug
    Blumenlady

    Blumenlady

    06. January 2017 um 20:32

    Mich hat an dem Roman am meisten beeindruckt, wie es die Autorin schafft, alltägliche, einfache Szenen mit so viel Emotion aufzuladen. Man ist da mittendrin. Gesa, die Figur, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, durchlebt innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne so ziemlich das ganze Spektrum, von Euphorie bis abgrundtiefer Verzweiflung. Gesa wird nicht idealisiert dargestellt und ist nicht frei von weniger feinen menschlichen Regungen, aber sie versucht immer, fair zu sein, und sie bleibt auch dann, als der Spaß vorbei ist und es Erik schlecht geht. Sie ist die einzige, die auch seine Not aushalten könnte. Das macht sie mir sympathisch. Ihr gegenüber stehen die Erik umgebenden Figuren, die sich angesichts seines Gesundheitszustandes nach dem Motto verhalten „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“. Ihre Ängste zwingen den Kranken, „Theater zu spielen“, um sie zu schonen. Das ist natürlich der bequemere, "gängige" Weg. Aber auch der feige. Es wäre befreiend für Erik gewesen, wenn er hätte sprechen dürfen. Das empfindet der mit-leidende Leser sehr deutlich. Das Schweigen von Eriks Umfeld hat mich regelrecht gereizt gemacht. Macht doch die Augen auf, dachte ich an ein paar Stellen, und seht, was das anrichtet. Selbstbestimmtes Sterben sieht anders aus. Der Roman ist ein Plädoyer für mehr Offenheit im Umgang mit Kranken und Sterbenden. Man wird dazu angeregt, darüber nachzudenken, wie man selbst sich in dieser Situation verhalten würde. Die üblichen beschönigenden Floskeln dreschen ("Ach was, du stirbst doch nicht!") – oder den Mut finden, die Wahrheit zuzulassen. Die Sprache ist immer angemessen und unterstützt diese klare Botschaft durch ihre Anschaulichkeit und Ehrlichkeit.

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  • Intensiv und berührend

    Nicht genug
    SheSun

    SheSun

    05. January 2017 um 22:21

    Ich kann mich nicht wirklich daran erinnern, wann ich zuletzt ein Buch gelesen habe, was so sehr die zwischenmenschlichen Beziehungen fokussiert und so viel seelischen Tiefgang zeigt. Manche Sätze musste ich mehrmals lesen, weil sie schön ausformuliert und bestimmte Gedanken einfach auf den Punkt gebracht haben. Ich fand es zudem ganz erfrischend, dass eben nicht so viel passiert ist; es war ziemlich alltäglich und über das Leben sinnierend, was natürlich auch authentisch auf den Leser wirkt.Einige Kritikpunkte gab es dann doch. Zum Einen waren einige Charaktere wie z.B. Robert oder auch Joke und die Kinder ziemlich negativ konnotiert und Gesa sowie Erik fast schon idealisiert, was etwas unrealistisch wirkte. Zum Anderen verlief mir die Trennung von Robert nach 10 Jahren Beziehung (obwohl es am Anfang des Buches auch genau um die Trennungsgründe/-absichten ging) etwas zu spontan und die Annäherung zu Erik fand mir zu schnell statt, dafür dass die Familien sich schon länger kannten und zuvor anscheinend nichts dergleichen passiert war.Trotzdem ist das Buch auf jeden Fall wunderschön zu lesen; ich finde gerade die "psychologisch angehauchten" Gedanken von Gesa und generell die Sprache ziemlich interessant und intelligent.

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  • Von schöner Theorie und harter Praxis

    Nicht genug
    Lena_Marie

    Lena_Marie

    02. January 2017 um 20:58


  • Ein Buch über bedingungslose Liebe

    Nicht genug
    Gaertnerin

    Gaertnerin

    01. January 2017 um 13:50

    Ich habe das Buch von einer Freundin geschenkt bekommen, die davon ganz begeistert war. Und ich muss sagen, auch mich hat diese Geschichte sehr berührt.Über den Inhalt ist schon genug geschrieben worden, dazu sage ich deswegen nichts mehr. Mich hat vor allem der Entwicklungsprozess interessiert, den die Hauptfiguren, Gesa und Erik, durchlaufen. Am Anfang, als Erik noch etwas zurückzugeben hat für das, was er von Gesa bekommt, ist alles noch im Gleichgewicht. Schwierig wird es, als er seine "männliche Rolle" ihr gegenüber nicht mehr meint ausfüllen zu können. Da gerät alles ins Wanken. Er muss erst lernen, dass es Liebe auf einer anderen Ebene gibt, die nichts als Gegenleistung verlangt.Gesa wiederum muss loslassen, zurücktreten, obwohl es ihr das Herz bricht. Sie tut es widerstrebend, aber sie tut es, weil sie meint, dass es das Beste so für ihn ist.Beide müssen sich durch Schmerz weiterentwickeln. Das ist auch für den Leser nicht immer einfach mitzuverfolgen. Aber am Ende begreifen sie dann doch, was sie füreinander waren - und dass ihre Begegnung nicht umsonst war.Sprachlich ist der Roman gut zugänglich. Es steht vieles zwischen den Zeilen. Ein Buch, das bei mir viele Resonanzen ausgelöst hat.

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  • Eine Liebesgeschichte ohne Happy End

    Nicht genug
    Hexchen123

    Hexchen123

    20. December 2016 um 15:32

    Schon lange ist die Beziehung von Gesa und Robert zum Scheitern verurteilt. Es ist mehr die Gewohnheit, welche die Partnerschaft zusammen hält. Bis Gesa eines Tages Erik kennen lernt. Doch Erik ist verheiratet und auch noch schwer krank. Beide fühlen sie sich jedoch stark zueinander hingezogen. Erik und Gesa werden ein Paar, denn Erik und seine Frau Joke führen eine offene Ehe. Und so wagen sie den Versuch einer polyamoren Beziehung. Gesa findet in Erik den Mann, welchen sie schon lange gesucht hat und er ist ihre große Liebe. Leider schreitet die Krankheit von Erik immer weiter voran und die Dreiecksbeziehung droht zu scheitern.Bittersüß ist der Roman „Nicht genug“, welcher ohne Kitsch und Schnörkel sich auf die wahren Gefühle der Protagonisten konzentriert. Schon ab der ersten Seite ist man mitten in der Geschichte. Wir lachen, wir leiden und fühlen mit Gesa und Erik. Vor allem aber wissen wir, dass es in diesem Buch kein Happy End geben wird.Katrin Bischof erzählt uns die Geschichte von Gesa und Erik, wie sich die Liebe erst zart und dann doch rasant entwickelt. Eine Liebe, die auf den Füßen einer polyamoren Beziehung steht, was schon eigentlich für genug Diskussionsstoff sorgt. Aber ein weiterer Handlungsstrang ist die in Schüben fortschreitende und nicht aufzuhaltende Krankheit von Erik und mit ihr kommt die Frage nach einem selbstbestimmten Tod zwangsläufig auf. Und so muss sich der Leser mit einer etwas anderen Art von Liebe auseinander setzen, kann sie miterleben und sich seine eigenen Gedanken dazu machen. Gleichzeit wird Erik immer kränker, die Liebe zwischen zwei Frauen und einem Mann kann dem nicht standhalten und wir müssen zuschauen, wie die Krankheit die Beziehung von Gesa und Erik immer tiefer in den Abgrund führt.Der Schreibstil der Autorin ist unheimlich lebendig und lebensnah. Die Geschichte hätte genau so in unserem Umfeld stattfinden können, als Leser ist man mittendrin. Die Gefühle werden authentisch und lebensnah beschrieben und so kann sich jeder Leser entscheiden wie weit er mitgehen möchte. Der letzte Abschnitt war für mich persönlich der heftigste und ohne Taschentuch ging es leider nicht.FazitWer gerne einen Roman mit Tiefgang liest, für den ist „Nicht genug“ genau das passende Buch. Allerdings lässt es sich nicht mit „Ein ganzes halbes Jahr“ oder ähnlichem vergleichen, da diese Geschichte so aus dem Leben gegriffen geschrieben wurde. Ich mochte das Buch schon ab der ersten Seite und trotz der Dramatik liest es sich zügig weg.

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  • Leserunde zu "Nicht genug" von Katrin Bischof

    Nicht genug
    Tisiphone_71

    Tisiphone_71

    Gesa, Mitte 40, alleinerziehend, hat sich ihren seit langem gehegten Traum erfüllt und ist mit ihrer Tochter in die Niederlande gezogen. Mit Robert, ihrem langjährigen Lebensgefährten, gibt es schon seit längerem unüberbrückbare Spannungen. Aber obwohl Gesa sich bewusst ist, dass sie keine Zukunft mit Robert mehr sieht, scheut sie vor dem letzten, endgültigen Schritt noch immer zurück – und verzweifelt fast daran. Eine scheinbar ausweglose Situation. Doch dann geschieht das völlig Unerwartete: Gesa verliebt sich Hals über Kopf. In Erik. Erik ist Niederländer, schwer an Multipler Sklerose erkrankt – und der Mann von Joke, einer guten Bekannten Gesas. Er erwidert ihre Gefühle, aber es scheint keinen Weg für diese Liebe zu geben. Bis Erik Gesa eröffnet, dass Joke und er eine offene Ehe führen, und ihr eine polyamore Beziehung vorschlägt. Und Gesa lässt sich auf das Abenteuer ein … Ein Roman über den Umgang mit Krankheit, der eigenen Endlichkeit, Liebe, die keine Bedingungen stellt, Mut und Loslassenkönnen. Ich verschenke 10 Freiexemplare, die unter all denen verlost werden, die bis zum 1. Dezember mitmachen. Mich würde vor allem sehr interessieren, was euch an dem "Stoff" meines Romans anspricht. Das Thema ist ja kein leichtes, wie mir jeder versichert. Welche Saite bringt das bei euch zum Klingen? Was macht euch neugierig daran? Ich freue mich sehr auf eure Reaktionen! Mehr zu mir und meinen Büchern: https://www.amazon.de/Katrin-Bischof/e/B01GHAJWWI/ref=ntt_dp_epwbk_0 Das Video zu "Nicht genug": https://www.youtube.com/watch?v=y5MGVKXr0tc Am 2. Dezember werden die Gewinner ausgelost und benachrichtigt. Der Versand der Bücher erfolgt spätestens am 5. Dezember. Eine Woche später, am 12. Dezember, beginnen wir dann mit der Diskussion. Dies ist meine erste Leserunde. Für mich eine sehr spannende Sache. Am Ende gibt es dann auch noch ein Buchpaket mit meinen drei Büchern (natürlich signiert) zu gewinnen.

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    • 82
    Jungenmama

    Jungenmama

    20. December 2016 um 10:47
    Tisiphone_71 schreibt Glaubt ihr, dass so etwas funktionieren kann? Könntet ihr euch das vorstellen? Wenn ja, unter welchen Umständen?

    Ja, ich glaube dass es funktionieren kann, auch wenn es unserer Gesellschaft wohl eher verpönt ist und nicht auf großen Zuspruch trifft. Es gibt ja doch einige bekannte Beispiele... Ich selbst ...

  • Eine traurige Geschichte,,,

    Nicht genug
    Angie*

    Angie*

    19. December 2016 um 14:29

    Inhalt: Gesa, eine Mitte vierzig Alleinerziehende Mutter lebt recht unzufrieden mit dem sehr viel älterem Robert in den Niederlanden. Plötzlich lernt sie den schwerkranken Erik ( er leidet an MS) kennen, verliebt sich und das Dilemma beginnt. Erik schlägt Gesa und seiner Frau Joke eine polyamore Beziehung vor. Gesa hat nun die Kraft, sich von Robert zu lösen. Meine Meinung: Die Autorin schreibt locker, flüssig, leicht und angenehm zu lesen, fast wie im Hörbuch gesprochen. Ich konnte schnell in die Geschichte hineinkommen und mich mit Gesa, Robert, Joke, Erik und den drei Kindern anfreunden. Allerdings war ich oft verwundert, fast verärgert über Gesas inneren Dialog mit und über sich selber und den anderen Figuren. Ihre ein wenig zu psychologischen Äusserungen klangen mir einfach sehr wertend, oft zu aggressiv und dann wieder voller Sympathie für Erik, den sie wie einen strahlenden Liebesheld verehrt hat. Ich konnte mir als Betrachter von aussen nur schwer eine eigene Meinung zum Geschehen und der charakterlichen Entwicklung der Figuren erlesen. Joke fiel zum Beispiel in der Sympathieskala von Gesa einfach hintenüber. Mir hat auch oft die ausführliche Meinung von Joke und Erik auf diese Beziehung gefehlt. Diese drei unglücklichen Menschen schafften es nicht ihren Traum von Liebe zu Dritt zu verwirklichen. Immer wieder treten Neid, Missgunst, Unverständnis auf. Erst als Erik nach langer Zeit (über ein Jahr Funkstille) das Gespräch mit der leidenden und liebenden Gesa sucht, erkennt er seine /Ihre Liebe zueinander. Schade , ich hätte in diesem Buch gern etwas über die Positiven Seiten einer polyameren Beziehung erfahren, gerade auch in Beziehung zu Endlichkeit und Tod und nicht nur über diese Unfähigkeit und Erkenntnis ,dass es einfach nicht funktioniert hat. Das Thema ist sicher auch ein Tabu Thema in unserer Gesellschaft und sehr schwer zu vermitteln.

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  • Wenn Liebe nicht genug ist - emotional und anders ist die Beziehung von Gesa, Joke und Erik...

    Nicht genug
    Jungenmama

    Jungenmama

    19. December 2016 um 13:00

    Der Roman "Nicht Genug" von Katrin Bischof ist keine romantische Liebesgeschichte. Sie ist nicht extrem spannend oder unrealistisch zum Träumen und Schluchzen gemacht, sondern es ist eine Geschichte, wie sie in jeder Stadt passieren könnte. Es ist eine Geschichte aus dem Leben Vierer unterschiedlicher Personen: Gesa und Freund Robert, Joke und Mann Erik, die vielschichtig und kompliziert ist... Die durchgeplante und strukturierte Gesa (über 40 und Mutter) ist nicht mehr glücklich in ihrer Beziehung mit Robert, der nicht viel auf die Reihe bekommt. Eine Trennung ist unausweichlich. Erik verliebt sich in Gesa und sie in ihn, obwohl er schwerkrank und an seine Frau Joke und die Kinder gebunden ist... und doch versuchen Sie gemeinsam dem Schicksal ein paar glückliche Stunden abzuringen... Die Autorin hat einen sehr angenehmen und einfühlsamen Schreibstil. Das Cover beschreibt eine wunderbare Stimmung vom Beginn oder auch Ende des Tages, der unendlichen und schicksalhaften Weite und der Romantik der Sonne über dem Meer... Diese Stimmung findet sich auch immer wieder im Buch, Gedanken, Gefühle und Stimmungen der Charaktere... Katrin Bischof schafft es sie authentisch darzustellen, die Situationen nachempfindbar zu beschreiben und regt so mit ihrer Geschichte über eine polyamore Beziehung zum Nachdenken und Mitfühlen an.

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  • Schön und traurig: "Nicht genug und doch viel zu viel ..."

    Nicht genug
    Kleine_Madame

    Kleine_Madame

    18. December 2016 um 22:23

      Der Roman erzählt die Geschichte der Liebe zwischen Gesa und Erik. Es ist eine leidenschaftliche, fieberhafte Liebe, die nicht lange fackelt, denn sie entsteht vor dem Hintergrund seiner schweren Krankheit, und beiden ist klar, dass ihre Zeit begrenzt sein wird. Hoffnungslos, könnte man sagen. Und doch ist diese Liebe für beide so etwas wie eine Rettung, ein unverhoffter Ausweg, das fehlende Puzzlestück in ihrem Leben. Es gibt keinen „Grund“ für diese Liebe. Sie ist nicht „vernünftig“, alles andere als das. Sie ist einfach, und beide nehmen sie an, ohne zu zögern. Von Anfang an ist klar, dass es für sie niemals „genug“ sein kann. Das ist schön – und traurig. Es ist schön, zu sehen, dass die drei Hauptfiguren – Gesa, Erik und Joke – den Mut haben, in dieser Situation neue, „polyamore“ Wege zu beschreiten, und dabei durchaus Ansätze zu Größe und Selbstlosigkeit zeigen. Man würde ihnen wünschen, dass sie es hinbekommen, zu dritt. Mit echter Freundschaft, offener Kommunikation und Kooperation. Aber unter der Wucht des Schicksalsschlages, der Erik bald darauf trifft, ziehen sie sich auf sich selbst zurück (Erik) und reagieren mit kindlicher Eifersucht und Verteidigung von Besitzansprüchen (vor allem Joke). Dieses Scheitern miterleben zu müssen ist traurig. Eigentliches Thema des Romans ist der Umgang mit dem fortschreitenden körperlichen Verfall, letztendlich die Verdrängung der Möglichkeit des nahenden Todes. Das Unaussprechliche darf nicht ausgesprochen werden, der Kranke, Erik, muss die Fassade aufrechterhalten, seine Ängste bei sich behalten, um die anderen nicht zu belasten, die er mittragen muss. Gesa wäre diejenige, die ihn mittragen könnte. Aber er kann sich ihr nicht öffnen. Auch hier wieder liegen das Schöne und das Traurige so dicht beieinander. Mich hat die Atmosphäre von „Nicht genug“ gepackt. Ich mag die realistischen, niemals auf billige Effekte abzielenden Darstellungen, die „amour fou“ zwischen Gesa und Erik, die sich am Ende dann doch noch als „wahre Liebe“ herausstellt, den souveränen Stil und die facettenreiche Sprache. Und nicht zuletzt ist auch das Hauptthema des Romans ein wichtiges, uns früher oder später alle betreffendes.              

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  • Intensiv und tragisch

    Nicht genug
    Vanessa_Noemi

    Vanessa_Noemi

    11. December 2016 um 20:43

    Inhalt:Gesa ist eine sehr ordentliche und strukturierte Frau, die viel arbeitet. Das kann von ihrem Freund Robert jedoch nicht behauptet werden, denn der liegt meistens auf dem Sofa und tut nichts wenn er zu besuch ist. Als sie eines Tages bei einer Ausstellung der Kinder in der Schule Erik wieder trifft, der Vater von Schulkollegen von Gesas Tochter Elina, und sich danach auch Privat noch mit ihm trifft entwickelt Gesa unerwartet Gefühle für ihn. Es gibt da jedoch zwei Probleme: erstens ist Erik verheiratet und hat zwei Kinder und zweitens leidet Erik an Multiple Sklerose. Als Erik ihr jedoch eröffnet, dass er und seine Frau Joke in einer offenen Beziehung leben, lässt sich Gesa auf das Abenteuer ein und verlässt Robert. Zu Beginn leben sie i einer Glücklichen Beziehung zusammen und erleben tolle Stunden miteinander. Gesa zieht in ein neues Haus und sie haben ein enges Verhältnis. Doch je mehr Zeit vergeht, desto schlimmer wird Eriks Krankheit und auch die Beziehung von allen leidet darunter. Als es zum Schluss ganz schlimm wird mit der Krankheit endet die Beziehung mit Gesa und sie lebt ihr eigenes Leben ohne Erik und Jake weiter so gut es geht. Meine Meinung:Mir hat die Geschichte und die Idee sehr gut gefallen. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Geschichte plätschert so vor sich hin, ohne ein genaues Ziel zu verfolgen und nicht zu wissen in welche Richtung es gehen soll. Jedoch fand ich die Geschichte immer wieder mitreissend und unglaublich spannend. Das Buch hat mich ein bisschen in zwei Richtungen gerissen: auf der einen Seite fand ich es wirklich gut und auf der anderen Seite hat mir irgend etwas gefehlt, um er perfekt zu machen. Mit den Protagonisten bin ich sehr gut klar gekommen, ausser mit Robert, denn der hat den Part des nervenden Freundes sehr gut übernommen. Joke ist sehr unsicher und hat keine eigene Meinung, sondern lässt Erik alles entscheiden. Mein Fazit:Im Grossen und Ganzen hat mir das Buch gefallen, einfach das gewisse etwas hat gefehlt.

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  • Bittersüss

    Nicht genug
    ConstanzeSteinfeldt

    ConstanzeSteinfeldt

    25. November 2016 um 18:56

    Katrin Bischofs erstes Buch ist wie Schokolade. Ihr zweites Werk sind leckere, kleine Erzählpralinen zum Wegschnappen. Und nun ihr drittes Buch: Ich möchte es als Edelbitterschokolade mit Chli zu bezeichnen. Bitterschokolade nasche ich nicht – ich esse sie andachtsvoll Stück für Stück, um wirklich alle Geschmackskomponenten zu erfahren. So auch mit „Nicht genug“. In gewohnter sprachlicher Meisterschaft zeichnet sie hier das Bild einer polyamorösen Beziehung zu dritt: Zwei Frauen, ein Mann, die einander in Liebe und Leidenschaft verbunden sind. Allerdings hat diese Chilischokolade trotz aller Schärfe auch viel Bitternis, denn der Man ist todkrank. So konnte ich das Buch nur in kleinen, vorsichtigen Happen genießen. Zu herzzerreißend ist diese aussichtslose Liebe, zu kurz die gemeinsame Zeit, zu anrührend die gezeichneten Bilder. Wunderbar finde ich auch die unspektakulären kleinen Szenen, in denen durch wenige Worte eine Person so klar angeleuchtet wird, dass man meint, sie zu durchschauen. Katrin Bischofs drittes Buch ist intensiv, verstörend und auch bezaubernd, es berührt und macht nachdenklich. Seine Grundthemen sind Liebe, Leidenschaft, der Tod und das Leben. Wer „Nicht Genug“ gelesen hat, wird sein Leben mit anderen Augen betrachten und es zu einem Fest machen wollen – gerade weil man durch dieses Buch ein wenig mehr davon begreift, wie zerbrechlich es doch ist.

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