Katrin Himmler , Michael Wildt Himmler privat

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Inhaltsangabe zu „Himmler privat“ von Katrin Himmler

Als Heinrich Himmler und Marga Siegroth sich 1927 kennenlernen, ist die Zuneigung gegenseitig. Das Paar ist sich einig in seinem Antisemitismus (»das Judenpack«) wie in seinem Traum vom Landleben. Himmler, als Funktionär der NSDAP häufig »mit dem Chef« Hitler auf Reisen, rät seinem »Liebchen« aus der Ferne, den »Holunder als Mus einzumachen«; Marga berichtet ihrem Mann stolz, dass ihr Haus »Treffpunkt aller Nationalsozialisten« sei. Während Himmler nach 1933 zum mächtigsten Mann hinter Hitler aufsteigt und als Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei die »Endlösung der Judenfrage« organisiert, schickt er seiner »kleinen Frau«, die für das Rote Kreuz durch das besetzte Polen reist (»der unbeschreibliche Dreck«) »liebe Gedanken zum Muttertag«, brüstet sich mit der vielen »Arbeit« und legt Fotos von seinen Reisen zu den SS-Einsatzgruppen und Waffen-SS-Einheiten bei. Die Harmlosigkeit der Briefe ist nur scheinbar, hinter der kleinbürgerlichen Fassade werden die Gewalt und der Mangel an Empathie sichtbar, die auch das Privatleben der Himmlers prägten.

Verstörende Banalitäten

— Monika58097

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    Himmler privat

    Monika58097

    05. April 2014 um 17:53

    Heinrich Himmler und Marga Siegroth lernen sich kennen und verlieben sich ineinander. Sie fangen an sich zu schreiben. Sie schreiben sich auch noch, als sie längst verheiratet sind und Heinrich Himmler Karriere macht im NS-Regime. Wenn er von Hitler schreibt, so spricht er immer vom "Chef". Marga redet er immer mit "Meine allerliebste kleine Frau" an. Sie wiederum nennt ihn "Mein liebes Liebchen". Die Briefe zwischen den Eheleuten, sie vermuten bisweilen verwirrend naiv und kleinbürgerlich an. Sie schreiben sich Nichtigkeiten, Alltägliches. Gäbe es zwischendurch nicht immer wieder die erklärenden Kommentare der beiden Autoren sowie zahlreiche Fotos, so könnte man meinen, man würde lediglich die privaten, eher harmlosen Briefe eines Ehepaares lesen. Briefe, die sie fast täglich geschrieben und sogar nummeriert haben. Heinrich und Marga Himmler schreiben sich über die Jahre hinweg. Sie schreibt ihm auch in gleicher Weise weiter, obwohl er längst eine Zweitfrau hat, eine so genannte Friedelfrau. Marga konnte nach der Geburt ihrer Tochter keine weiteren Kinder bekommen, doch Himmler wollte Kinder, viele Kinder für den Führer, für das Reich. Dank der Kommentare erfährt der Leser beinahe nebenbei von der Ermordung von Millionen von Menschen. Es wird mobil gemacht für den Endsieg, für die Reichsverteidigung. Marga hilft immer wieder beim DRK mit, während ihr Mann weiter die Karriereleiter erklimmt. Er schickt der Familie immer wieder kleine Pakete. Es mangelt ihnen an nichts, während die Bevölkerung leidet, während das Morden weitergeht. Aus den Briefen erfährt man wenig über diese grausame Zeit. Die Briefe klingen banal, eher nichtssagend. Die Allierten beginnen mit den Flächenbombardements. Die Bevölkerung erleidet schlaflose und angsterfüllte Nächte. Überall Leichen, Brände, Trümmer. Die Luftschlacht um Berlin. Die Rote Armee rückt vor. Millionen Menschen sind auf der Flucht. Todesmärsche, Vertreibung. Wer nicht mithalten konnte, wurde erschossen oder starb vor Erschöpfung. Himmler zieht sich immer öfter krank zurück. Schließlich wurde er abgesetzt. Als er endlich von den Briten verhaftet wird, setzt er seinem Leben durch eine Giftkapsel im Mai 1945 ein Ende. Seine Frau Marga und seine Tochter Gudrun wurden interniert. "Himmler privat. Briefe eines Massenmörders" - dieses Buch ist keine leichte Kost. Es macht fassungslos, es ist verstörend. Ein Briefwechsel zwischen Eheleuten, der an Banalitäten nicht zu übertreffen ist, während Mord und Brutalität an der Tagesordnung waren. Das Bild eines kleinbürgerlich anmutenden Mannes, der zum Vollstrecker eines unsagbaren Massenmordes wurde. Ein Buch, das eine nachdenkliche Leserin hinterlässt.

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