Katrin Seddig Runterkommen

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Inhaltsangabe zu „Runterkommen“ von Katrin Seddig

schöner scheitern in hamburg-niendorf Der Anwalt Erik zieht sich lieber für die Unbekannte vorm Fenster aus als für seine Frau. Doch die Fremde im Garten will nur gucken, nicht berührt werden. Und so sucht Erik Trost in den Armen einer drallen Kneipenwirtin. Sein Chef schmeißt ihn raus, Frau und Kinder verlassen ihn. Der Verfall macht sich breit, Erik trinkt und verkommt, und er ist nicht der Einzige. In beinahe Horváth’scher Manier lässt die Autorin ihre Helden sich durchboxen, Liebe machen und sich um Kopf und Kragen schwadronieren, dass dem Leser das Lachen im Halse stecken bleibt. Ein rasant erzählter Roman über die halsbrecherische Jagd nach dem großen Glück. «Man möchte diese Figuren gern wie eine Familie zusammenhalten und keinen aus den Augen verlieren.» die tageszeitung

Das Leben ist wie ein Garten, lässt du ihn in Ruhe wuchern und kümmerst dich nicht mehr drum, wird er wild und "verkommt" - so auch das Leben, wenn du dich nicht ständig bemühst und dich gehen lässt. Das hat mir in diesem Buch am besten gefallen. Der Garten verändert sich und so auch das Leben an sich. Ein wahres Sinnbild dieser Garten! Eine Geschichte, die nichts schön reden will. Einfach klasse!

— Loony_Lovegood
Loony_Lovegood

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  • Rezension zu "Runterkommen" von Katrin Seddig

    Runterkommen
    dzaushang

    dzaushang

    20. January 2011 um 10:35

    Dani putzt für Martina Büros. Dani putzt im Team mit Tom, intim werden die beiden aber nicht miteinander, auch wenn sich Tom das ganz heftig wünscht. Dani putzt auch Eriks Büro und anschließend kriecht sie in seinem Garten ins hinterste Gebüsch und beschaut sich von dort sein Leben. Leben? Erik ist verheiratet, mit Karin. Intim sind die beiden aber schon lange nicht mehr miteinander, den Höhepunkt hat diese Ehe schon lange überschritten. Sie trinkt, wann hat das angefangen? Ach Gott, was hätte nicht alles aus ihrem Leben werden können, ja müssen. Alles was sie sagt klingt ihm nur noch wie eine Drohung in den Ohren – wann hat das angefangen? Er versteht weder Frau noch Kinder, geht im scheinbar ach so erfolgreichem und arbeitsreichem Anwalt-Sein völlig auf, bis die Blase platzt. Entdeckt, zufällig, was sich da in seinem Garten tut, stellt sich nackt vor die Terrassentür, empfindet seine mechanisch herbeigeführte Befriedigung als einen Akt des Beischlafs mit der Unbekannten. Tom verfolgt Dani, kommt nicht klar mit ihrer Zurückweisung, entdeckt, was da im Garten vor sich geht, schreibt Karin einen lieben Brief. Eriks Traum platzt, endgültig, mit der jähen Erkenntnis: Sie ist eine Putze, einfach nur eine kleine Putze....... Wie tief können Menschen fallen, runterkommen? Der Leser erlebt, in Atem raubender, rasanter Sprache geschildert, den immer schnelleren Zerfall aller Bindungen, die angestrengte, fragile Suche nach neuem Sinn, Glück, Befriedigung, Liebe. Mit neuen, vielfach austauschbaren Menschen, Menschen die einem sonst beim besten Willen niemals nicht untergekommen wären. Wäre nur alles in geordneten Bahnen geblieben. Jeder greift nur noch nach dem anderen, ohne jeden Sinn und Verstand, rein egoistisch gesteuert, in purer Verzweiflung, wie nach einem letzten, vielleicht rettenden Strohhalm, der vor dem Untergang, dem Ertrinken, der Bedeutungslosigkeit rettet. Denkt, dass muss doch jetzt Liebe sein, muss es doch einfach......... Kann dieser Versuch Menschen gelingen, die einmal ganz unten angekommen sind? Oder geht nicht vielmehr, fast zwangsläufig, bei einem Menschen, der solche Erfahrungen macht, etwas kaputt, dass sich nicht so ohne weiteres verdrängen, reparieren lässt. Das einen kennzeichnet für den Rest seines Lebens.....? Neben der Sprache besticht vor allem die Schonungslosigkeit, mit der jede Person betrachtet wird, wie in einem Laborversuch. Faszinierend. Der Leser steht hinter einer dicken, gläsernen Wand und beobachtet – Identifikation mit einer der Figuren ist kaum möglich, wenn nicht gar unerwünscht? Schleicht sich da nicht, vielleicht ein ganz klein wenig, der Gedanke ein: Gott sei Dank?

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  • Rezension zu "Runterkommen" von Katrin Seddig

    Runterkommen
    Greta

    Greta

    21. August 2010 um 22:24

    was an diesem buch am allerschönsten war, außer dem, dass es eins von diesen allerschönstes büchern war: anfangs denkt man, dani sei die wichtigste figur. huch, da könnte etwas passieren. man hielt das nicht für ausgeschlossen: in diesem buch passiert etwas für dani. dani, die, die sich nicht anfassen lässt von menschen. eben, weil das schon immer so war. dani trifft in dem buch gleich zu beginn nämlich auf erik und das hätte ja sein können: dani lässt sich doch sicher irgendwann von erik anfassen. oder von tom. denn beide sind in dani verliebt. zwei männer sind in dani verliebt. irgendetwas wird schon passieren für dani. aber das wird hier anders gelöst. dinge passieren, passieren, passieren, aber weg von dani! dani ist eben keine figur, für die etwas passieren soll. da kommt eher eine doreen in die geschichte und nimmt plötzlich die ganzen berührungen und mehr als die hälfte der handlung für sich ein! und dani bleibt dani. nichts passiert für dani, keine berührung, keine beziehungsnormalität, es gibt keinen erik und keinen tom für dani. aber das ist auch nicht schlecht. nicht für den leser. und auch nicht für dani. ... . "dani würde gerne mehr geld haben und teure hemden kaufen und sich alles kaufen, was teuer ist. auch für tom oder für martina oder doreen. eigentlich auch nicht. eigentlich interessiert sie das überhaupt nicht." . "auf studenten hat er einen hass. sein bruder hat studiert. das thema schneidet man lieber nicht an. 'angela merkel hat auch studiert', merkt er giftig an, 'gebracht hat es nichts. das kostet alles den staat nur geld.' bernds geld vor allem, welches er mit dem kontrollieren von fahrkarten beim hvv verdient, 'eine gefährliche arbeit, da wird nicht jeder mit fertig, und später sind sie zu studiert, um vom arbeitsamt eine gewöhnliche arbeit anzunehmen, so sieht das aus. aber schön studiert.' " . "ihr baumstumpf ist noch da. er ist heiß von der sonne. das moos ist vertrocknet, die tiere in die feuchtigkeit geflohen. sie macht es sich bequem. es duftet süß, und die geräusche sind vertraut, sie bedeuten nichts. die vögel schreien wie immer, die schnecken verfolgen ihren weg, und die unsichtbaren knistern im gebüsch. ein wurm ringelt sich oberirdisch, er wundert sich, weil er auf der falschen seite ist, er bohrt sich wieder ein, wohin er gehört, in die dunkelheit. sie wippt mit den füßen und möchte fröhlich sein. es ist doch schön hier. von ferne hört sie sie reden."

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  • Rezension zu "Runterkommen" von Katrin Seddig

    Runterkommen
    Lesemann

    Lesemann

    12. April 2010 um 14:43

    Gerade lese ich Runterkommen, und bin so froh, dass ich das Buch entdeckt habe. Die Geschichte spielt nicht irgendwo, sondern in Hamburg - und alle Personen, die mir die Autorin vorstellt, haben zwar eine Macke, aber ich kann sie ernst nehmen. Und vor allem die Sprache ist prima: Ich muss lachen und gleichzeitig bleibt einem das Lachen im Halse stecken, weils gar nicht zum lachen ist. Schon jetzt wächst mir das Buch sehr ans Herz.

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