Ich bin immer auf der Suche nach Büchern, die das Leben König John (Lackland) aufgreifen. Meist wird er als blutrünstiger, brutaler und vor allem willkürlicher Herrscher dargestellt. In diesem Buch soll man angeblich sein Leben aus einem anderen Blickwinkel erfahren.
Schon die ersten Seiten lassen darauf schließen, dass John keine einfache Kindheit hatte. Seine Mutter, die berühmte Königin Alienor hatte sich wohl direkt nach seiner Geburt von ihm abgewandt. Kein Wunder, dass sie neben all den Intrigen gegen König Henry keine Zeit für ihren jüngsten Sprössling hatte. Aber Johns Streben nach der Aufmerksamkeit seiner Mutter und sein Leben im Schatten des strahlenden Richard Löwenherz, könnten für Johns Neid und Unzufriedenheit eine Erklärung sein.
Es war spannend, diese Einblicke zu erfahren. Leider waren es nur sehr kurze Einblicke in Johns Kindheit. Denn kaum hatte man sich in seine Lage hineinversetzt, wurde im nächsten Absatz aus Sicht eines anderen Erzählers an einem anderen Schauplatz ein völlig anderer Handlungsstrang aufgegriffen. Oftmals erfuhr man erst nach einigen Absätzen wer hier erzählte bzw. wo man sich befand.
Nach einigen dieser abrupten Wechsel verlor ich so allmählich die Geduld. Was ich in anderen Büchern toll fand, nervte mich hier nur noch. Irgendwann stellte sich bei mir die Vermutung ein, dass die beiden Autorinnen einzelne Handlungsstränge verfassten und diese dann willkürlich aneinanderreihten und hofften, damit die Spannung zu erhöhen. Für mich bewirkte es allerdings das genaue Gegenteil und ich hab nach ca. 100 Seiten abgebrochen. Da sie mit ihren Ansätzen meine Neugier geschürt hatten, wie Johns Leben vielleicht tatsächlich verlaufen ist, nahm ich das Buch erneut zur Hand. Aber bereits nach wenigen Seiten stellte sich der bekannte Frust über die Szenenwechsel ein und ich beschloss es nun endgültig sein zu lassen.



