Katrine Nørregaard

 3.5 Sterne bei 11 Bewertungen

Alle Bücher von Katrine Nørregaard

Katrine NørregaardDie Mittsommerlüge
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Die Mittsommerlüge
Die Mittsommerlüge
 (11)
Erschienen am 14.05.2018

Neue Rezensionen zu Katrine Nørregaard

Neu
Angie*s avatar

Rezension zu "Die Mittsommerlüge" von Katrine Nørregaard

Das ungute leben einer Patchwork-Familie!
Angie*vor 2 Monaten


Inhalt /Klappentext:Zwanzig Jahre war Kristian spurlos verschwunden. Seine Tochter Louise verzeiht ihm nie, dass er die Familie ohne Erklärung verlassen hat. Und auch ihre Mutter versteht Louise nicht. Wieso hat sie ihr Schicksal klaglos ertragen? Doch als Kristians stirbt, können Mutter und Tochter nicht mehr schweigen. Denn er hinterlässt ihnen nicht nur viele Fragen, sondern auch ein idyllisches Sommerhaus am Limfjord – von dem niemand etwas wusste. Zusammen mit Louises Tochter Ida verbringen die Frauen eine Woche in dem Haus. Was hat Kristian dort so viele Jahre getan? Welches Geheimnis hütete er?



Meine Meinung:

Ich habe nun die dreihundertsechsundsechzig Seiten dieses Buches  bewältigt und bin ein wenig enttäuscht zurückgeblieben. In den ersten hundert Seiten geschieht nicht viel. Ich habe ernsthaft ans  Abbrechen  gedacht, aber dann  ballen  sich die Ereignisse und der  Leser  wird fast überrolt davon.  
Die Geschichte dieser Patchwork-Familie war eher ein Psychogramm und die versuchte Darstellung der Seelenlage jedes einzelnen Familienmitgliedes. Drei Frauen, Grossmutter, Mutter und Enkelin erzählen und beschreiben die Situationen aus ihrer jeweiligen  gegenwärtigen Perspektive und streifen auch ansatzweise immer wieder die Geschehnisse der  Vergangenheit in ihren Erinnerungen. Idyllisch und harmonisch sind diese Schilderungen sicher nicht. Sie triefen von unterschwelligem Hass der Protagonistinnen, Unmut, Schuld und unausgesprochenen Verletzungen  gegeneinander. Eine normale, oder gar heile Welt und ein vernünftiges  Miteinander  ist das in meinen Augen nicht.  Wahrscheinlich eher vielen realen, traurigen  Familiengeschichten  treffend abgeschaut und/oder aus dem Erfahrungsschatz der noch recht jungen und begabten Autorin geschöpft. Ihr  Schreibstil ist kein eswegs langweilig oder anstrengend. Sie schreibt flüssig und man kann angenehm durch die  Geschichte  fliegen, wenn man diese  vielen negativen Verletzungen der drei Generationen  gegeneinander   gut verarbeiten kann und nicht an sich  heranlässt. Sehr viel  Melancholie und Düsternis mutet sie dem Leser zu.

Als unpassend empfand ich den Titel des Romans. Er versucht eine heile nordische Welt in einem Ferienhaus am Fjord vorzugaukeln. Dem ist NICHT so. Diese Gehässigkeiten und Konflikte unter den Frauen sind nicht  angenehm  zu verarbeiten für den Leser und haben mir oft das Interesse am Buch und die  Lesefreude verdorben. 

Merkwürdig abweichend, viel zu harmonisch  war auch der Schluss dieser Familiengeschichte, der so gar nicht zu den vorherigen kleinen familiären Katastrophen gepasst hat. Ich möchte nicht Spoilern, aber Luise ist und war eine Betrogene und  Hintergangene  dieser Familie und hat mir am Ende richtig leid getan.
Auch die lasche Handhabung und  tolerante  Einstellung der Familie zum Thema sexuelle Beziehungen innerhalb einer Familie hat mir nicht  gefallen.   

Meine Bewertung: DREI *** Sterne für ein gutes, aber sehr konfliktreiches Buch.

Kommentieren0
4
Teilen
B

Rezension zu "Die Mittsommerlüge" von Katrine Nørregaard

Nicht was ich erwartet habe
booksaremyfirstlovevor 3 Monaten

Der Klappentext dieses Buches hat mich direkt überzeugt. Er versprach ein Abenteuer, vielleicht eine Anlehnung an einen Krimi, jedenfalls aber eine Menge Spannung. Drei Frauen, drei Generationen, verbringen eine Woche in dem Sommerhaus eines Verstorbenen um endlich mehr über die 20 Jahre seines Verschwindens erfahren zu können.

Kristian, ein Autor, der seine 9-jährige Tochter und seine Frau von einem Tag auf den anderen verlassen hat und nach 20 Jahren auf einmal wieder vor der Tür steht, stirbt am Anfang des Buches. Seine Frau nahm ihn kompromisslos zurück, mit seiner Tochter war er bis zum Ende zerstritten. Nun versucht seine Frau endlich wieder eine gute Beziehung zu der Tochter aufzubauen um mit ihr und der Enkelin endlich eine richtige Familie sein zu können.

Louise, die ihrem Vater sein Verschwinden nie verzeihen konnte, lebt in einer Patchworkfamilie und hat selber genügend eigene Probleme als dass sie sich auch noch Interesse an der Vergangenheit ihres Vaters haben könnte. Ihre Tochter Ida, 18 Jahre alt und vernarrt in ihre Großeltern, würde dagegen nur zu gerne das Sommerhaus sehen und Zeit mit ihrer frisch verwitweten Großmutter verbringen.


Es sind viele Probleme, die dieses Buch versucht aufzuarbeiten.


Der Schreibstil des Buches konnte mich leider nicht mitnehmen. Ich fand ihn ziemlich langatmig, er konnte keinerlei Stimmung aufbauen.

Das Buch, abwechselnd geschrieben aus der Sicht von Tochter, Mutter und Großmutter, war am Anfang lediglich eine Alltagsbeschreibung der Familie. Ich musste es tatsächlich zwei Wochen lang aus der Hand legen um es durchlesen zu können. Hätte ich es nicht als Rezensionsexemplar erhalten, hätte ich wahrscheinlich nach den ersten 100 Seiten aufgehört.

Es dauert etwa bis zur Hälfte des Buches, bis die Autorin offenbar beschlossen hatte, ihr Buch könne ein wenig Spannung vertragen. Sie bediente sich einem neuen stilistischen Mittel und baute auf einmal Rückblenden mit ein um die Charakterisierung von Karen voranzubringen. Auch die Handlung trieb sie voran. Nun kam es Schlag auf Schlag: Ein Liebesdrama, Beziehungsdramen, Familiendramen - es gab eigentlich nur noch Drama. (Anmerkung: In dem restlichen Absatz kann es zu einem Spoiler kommen) Es gab eine scheiternde Beziehung, eine ungewollte Schwangerschaft, sehr viel Fremdgehen, eine inzestuöse Beziehung... Es schien fast als würde die Autorin ihren eigenen Charakteren keinerlei Glück gönnen. Nur am Ende doch alles zu einem Happy End werden zu lassen - sogar die inzestuöse Beziehung mit der die ganze Familie einverstanden zu sein scheint.


Dieses Buch hat mich wirklich in keinster Weise überzeugt. Bezogen auf den Klappentext konnte es meiner Erwartung absolut nicht gerecht werden. Ab der Hälfte wurde es zwar spannender und es gab durchaus auch Passagen, die mir gut gefallen haben, aber diese dauernden nicht lange an und die zweite Hälfte des Buches war so überladen mit dramatischer Handlung, dass es so wirkte als gäbe es niemanden mehr, der heutzutage noch ein normales und glückliches Leben führen könnte ohne seinen Partner zu hintergehen.


Kommentieren0
0
Teilen
sommerleses avatar

Rezension zu "Die Mittsommerlüge" von Katrine Nørregaard

Lügen und Verzeihen
sommerlesevor 4 Monaten

Der Roman "Die Mittsommerlüge" ist das Debüt der jungen Dänin Katrine Nørregaard und erscheint im DIANA Verlag.


Für Louise ist es unverständlich, warum ihr Vater sie und ihre Mutter Karen zwanzig Jahre allein gelassen hat. Sie verzeiht beiden nicht und meidet den Kontakt. Nach dem Tod des Vaters erfährt sie von einem Sommerhaus am Limfjord. Dort führte der Vater ein Leben, von dem sie und Karen nichts wussten. Ein Besuch dort bringt Geheimnisse an Tageslicht, die ihr Leben verändern.

In diesem Roman geht es um drei Generationen von Frauen einer Familie. Jede von ihnen hat andere Schwierigkeiten und geht damit anders um. Stück um Stück bekommt der Leser Einblicke in die Figuren, jedes Kapitel wird von einer anderen Figur gesehen.

Diese Perspektive sorgt für tiefe Einblicke in die schwelenden Konflikte, die Sorgen und Ängste der Personen untereinander.

Karen, die Großmutter, ist gerade verwitwet, ihr Mann Kristian hat sie tief verletzt, indem er sich 20 Jahre einfach von ihr abgesetzt hat. Als er eines Tages zurückkehrt, nimmt sie ihn mit offen Armen auf. Sie verzeiht ihm. Nach dem Tod von Kristian erfährt sie von dem Haus Lykkebo, es war seine Heimat in dieser Zeit, deshalb möchte Karen dorthin und seinem geheimen Leben auf die Spur kommen.

Louise ist Karens Tochter, mittlerweile 38 Jahre alt und Altenpflegerin. Sie ist mit ihrem Mann Michael nicht gerade glücklich, sie fügt sich jedoch in ihr Schicksal. Von der Abwesenheit ihres Vaters erfuhr sie, dass er angeblich in Ruhe Bücher schreiben wollte.

Ida ist Louises und Michaels 18-jährige Tochter. Für Ida ist der Kontakt zu den Großeltern selbstverständlich.


Bei diesem Roman fällt der besondere Schreibstil auf. Er wirkt ruhig, ein wenig schwermütig und etwas abgehackt mit kurzen Sätzen. Das macht ihn einfach zu lesen und führt den Leser mitten hinein in die Geschichte voller Gefühle und Lebensträume.
Gerade die Perspektive aus der Sicht der verschiedenen Frauen sorgt für eine große Nähe mit den Figuren.


Die Reise an der Fjord bringt der Familie Zeit miteinander, auch wenn der Vater nicht mehr dabei sein kann, so müssen die drei Frauen sich mit ihrer Vergangenheit beschäftigen und können sich einander annähern. Sie werden sich über ihre Lebensvorstellungen klar, Louise ist erneut schwanger, es könnte eine Risikoschwangerschaft sein und sie zweifelt, ob sie das Kind bekommen möchte.


Man ahnt als Leser recht schnell, was Kristians Aufenthaltsort bedeutet, doch die Familie beim Erkennen des Geheimnisses zu begleiten, sorgt für interessante Einblicke.



Bei diesem Roman mag ich den atmosphärischen und etwas wehmütigen Schreibstil und die Thematik mit der Schwangerschaft. Von dieser jungen Autorin kann man noch einiges erwarten.

Kommentieren0
65
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 15 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks