Katsiuka Settei

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Katsiuka SetteiOnna Shimegawa Kaeshi Bumi Zen
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Onna Shimegawa Kaeshi Bumi Zen
Onna Shimegawa Kaeshi Bumi Zen
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Erschienen am 01.01.1988

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Rezension zu "Onna Shimegawa Kaeshi Bumi Zen" von Katsiuka Settei

Rezension zu "Onna Shimegawa Kaeshi Bumi Zen" von Katsiuka Settei
sabistebvor 6 Jahren

Das japanische Kamasutra – Eine Geschichte ungeschickten Marketings

Auf den ersten Blick sieht dieses Buch harmlos aus, ja sogar fast gelehrt (möglicherweise eines der Probleme). Eine violette Leinenmappe mit goldenen, japanischen Schriftzeichen und Lederschließe, wer würde es nicht gerne im Regal stehen haben? Eine Faksimile-Ausgabe des japanischen Originals aus dem Jahre 1748 aus Osaka. Auch auf den zweiten Blick macht es einen harmlosen, ja fast gelehrten Eindruck. 2 handgenäht asiatisch anmutende Block-Bücher, eine lange gelehrte Einleitung, und auch was der Verlag zu diesem Buch schreibt ist harmlos ja schon fast langweilig:

Im 14. Jahrhundert brachte ein Edelmann namens Imagawa Ryusin ein Werk über die richtige Erziehung junger Männer heraus: Imagawa-Jo. Eine Art japanischer „Knigge“. 300 Jahre danach schrieb eine Frau die Fortsetzung für junge Frauen: Onna Imagawa. Als witzige Antwort darauf ließ der hochkultivierte Holzschnittmeister Katsiura Settei sein Inna Shimegawa folgen, ein einmaliges Gesamtkunstwerk von Schrift und Bild im neu entstehenden Stil des Shunga, der frühlingsnahen Liebeskunst, das uns tiefe Einblicke in alt-japanischen Frauenschicksale und Eroskultur eröffnet.

Das trifft den Inhalt dieses Buches nicht im mindesten! Das erste Bild ist noch harmlos, ein Paravan mit zwei Kissen davor. Das soll Intimität bedeutet und Erotik andeuten, alles noch ganz harmlos. Dann aber... Im alten Japan hing man wohl einem ähnlichen Irrglauben an, wie in Europa. In Deutschland gibt es das Sprichwort „Wie die Nase des Mannes, so sein Johannes.“ In Japan war man der Meinung an der Nase der Frau, die Güte ihrer Vagina ersehen zu können (“Ein Weib mit schwarzen Augen: erstklassige Öffnung”). Frauen Mit Sattelnase (was auch immer das für eine Form sein mag) haben demnach verloren und eine Vagina der letzten Gütekategorie, die sich im (warum auch immer) durch den Abstand Anus zu Vagina bestimmte. Wahrscheinlich waren die japanischen Männer damals nicht allzu Treffsicher, das Buch deutet irgendwie darauf hin, denn nun wird in teils zweiseitigen Zeichnungen erklärt, wie man den Nippel durch die Lasche zieht. Dabei hatten die japanischen Männer das gleiche Problem wie alle heutige Männer, sie halten ihn für größer als er tatsächlich ist, diese männlichen Werkzeuge wären eines Elefanten würdig. In fast IKEA einfachen Schritt für Schritt Anleitung gibt es hier einen do it yourself Guide zur Anwendung des männlichen Fortpflanzungswerkzeuges, incl. Wartung (der Frau wird nahegelegt, es nach Nutzung ordentlich zu säubern) und Behebung von Funktionsproblemen mittels diverser Spielzeuge. Wissenschaftlich wird dann noch das Glied beschriftet und erklärt und darauf hingewiesen, dass eine Frau ab einem gewissen Alter den Wunsch hegt, zu heiraten, um vom Glied eines Mannes zu naschen. Sie lernt aus diesem Buch so nebenbei „Die Frau darf des Mannes Glied nie mit so rauer Hand berühren, als wäre es ein ungeliebtes Stiefkind.“

Etwas ungeschickt ist, dass die Übersetzungen jeweils zwischen den beiden Hälften der beidseitigen Bildern eingebunden ist, aber wer will schon die Gesichter der Protagonisten sehen? Prinzipiell kann man da auch das japanische Original nehmen, da es sich um eine zweisprachige Ausgabe handelt und man wie bei IKEA Anleitungen den Text nicht wirklich braucht. Es soll ja in Korea ein Pärchen gegeben haben, die keine Kinder bekommen konnten, weil er immer den Bauchnabel begattete (soviel zum Thema treffsicher). Mit dieser Bilderbuch hätte er den Nippel treffsicher durch die Lasche gezogen.

Fazit: klassische, erotische, leider unbekannte und verkannte Kuriosität.

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