Kaye Mary M. und Emil [Übers.] Bastuk Palast der Winde : Roman.

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Inhaltsangabe zu „Palast der Winde : Roman.“ von Kaye Mary M. und Emil [Übers.] Bastuk

Wow, 1211 Seiten Geschichte, aus der ich immer noch nicht zurück bin!

— Suhani
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  • Eine Geschichte von Liebe und Krieg

    Palast der Winde : Roman.

    Suhani

    13. August 2016 um 00:17

    Die Geschichte fängt mit der Geburt von Ashton Hillary Akbar Pelham-Martyn in einem Zeltlager in der Nähe eines Passes im Himalaya, fernab jeder Zivilisation, an. Der Sohn, dessen Vater ein Sprachwissenschaftler, Ethnologe und Botaniker und Mutter eine Waise und zu Zeiten Königin Viktoria als unbürgerlich bezeichnet wurde. Mitten in der indischen Wildnis wächst er mit ein paar einheimischen und seinem Vater auf, denn seine Mutter stirbt schon früh. Als dann auch sein Vater stirbt, nimmt seine Kinderfrau ihn mit, getarnt als Mutter und Kind, und will ihn zu seinen Angehörigen in eine englische Garnison bringen. Doch der Weg ist gefährlich, da gerade die Sepoy-Aufstände überall brodeln und je näher sie bewohnte Orte kommt, desto gefährlicher wird es für sie und dem Kind und immer wieder muss Sita mit dem kleinen "Asok" flüchten und sich auf verborgenen Wegen durchschlagen. So wächst der kleine Ash als ein indisches Kind auf, im Glauben Sita wäre tatsächlich seine Mutter. Im Alter von 9 Jahren verliert er aber auch seine Ziehmutter und schlägt sich ab da alleine durch, nun im Wissen, das er englische verwandte hat - denn Sita erzählt ihm noch am Sterbebett die ganze Wahrheit und übergibt ihm die Papiere und das Geld von seinem Vater, das sie die ganze Zeit bei sich getragen hat. Total verwirrt über den Tod Sitas und das er in Wirklichkeit gar kein Inder ist, schafft er es sich zu einer englischen Garnison durchzuschlagen und kommt von da nach England, zu seinen verwandte. Aus seiner gewohnten Heimat in eine total andere Welt - mit anderen Werten - schlägt er dort nach seiner schulischen Ausbildung den militärischen Weg ein, um letztendlich wieder nach Indien zu können, seiner wirklichen Heimat. Als Soldat zurück, muss er aber feststellen, dass er auch da nicht wirklich zu einer Seite gehört. Als Soldat ist er nicht immer der Meinung über die Einwohner des Landes mit seinen Kollegen und Vorgesetzten und eckt deswegen immer wieder an, so dass er mehrmals versetzt wird. Aber bei seinen einheimischen Freunden ist auch eine Barriere ihm gegenüber entstanden. Nur wenn er sich von der Truppe losmachen kann und sich mit ihnen trifft, dann ist die Nähe wieder da. So hat er auch nur zu den Einheimischen Vertraute, die ihn verstehen und auch raten können. Da die einheimische Sprache immer seine Muttersprache geblieben ist, wird er von seinen Vorgesetzten auch immer wieder zu Einsätzen abkommandiert, in dem es angebracht ist, sich uneingeschränkt mit der Bevölkerung verständigen zu können, so wie deren Gewohnheiten und Sitten zu kennen. Und bei so einem Auftrag trifft er Anjuli (wieder). Anjuli und ihre Halbschwester sollen von einem Reich in ein anderes verheiratet werden und Ash soll bei dieser Hochzeitprozession von mehreren 1000 Personen dafür sorgen, das diese sicher ankommt und der zukünftige Ehemann auch die Abmachungen einhält. Anjuli soll dabei die zweite Frau des Ranas von Bhithor werden. Als Ash gewahr wird wen er da begleitet, kommen die alten Erinnerungen wieder - denn als Kind kannte er Anjuli schon als vierjährige, als er eine ganze zeit im Palast des Radschas von Gulkote als Diener des Prinzen Lalji - Anjulis Halbbruder - tätig war. Dort war sie eine Verbündete unter Verräter und Intriganten für ihn und hat ihm letztendlich damals zur Flucht verholfen. Und so wird aus einer Kinderfreundschaft Liebe - Eine Liebe die nicht sein darf! Doch dann erfährt er nach ein paar Jahren, das der Rana im sterben liegt und seine Frauen bei seiner Verbrennung zur Sati werden sollen. Kann er Anjuli vor die Witwenverbrennung retten? Hört sich alles langweilig und seicht an? Und das alles in über 12oo Seiten verpackt? Über 1200 Seiten ja, langweilig - NEIN! Hier wird praktisch die ganze Lebensgeschichte vom Soldaten Ash erzählt und das zu einer Zeit, in der es in Indien von allen Seiten brodelte. England noch die Besatzer, Inder, die sich befreien wollen. Engländer die Gesetze einführen, die die Bevölkerung aber immer wieder weiß sie zu umgehen, oder gar nicht erst anerkennen. Die Sepoyaufstände, der Kampf um Kabul und Afghanistan, so wie Pakistan. Die Sitten und der Glaube der Hindus und Moslems gegen die der Engländer - und mitten drin Ashton Hillary Pelham-Martyn, nicht Engländer, nicht Inder und doch dem englischen Militär unterstellt mit einer Liebe, die weder bei den Engländern, noch bei den Indern, deren Kastensystem die größte Rolle spielt, anerkannt werden würde. Das alles als eine Fiktion in derzeitige Tatsachen verpackt. Denn Ash ist erfunden, Kundschafter und Offiziere im Regiment nicht und was diese im Buch berichten ist bis auf ein paar Ausnahmen auch alles wahr. Die Geschichte hat M.M. Kaye nach Berichten ihres Vaters geschrieben, der diese Zeit selber mitgemacht hat. Auch ist Anjuli eine fiktive Figur, aber es hat eine Hochzeitprozession gegeben und auch die Geschichte mit der Witwenverbrennung hat es gegeben - obwohl es die Engländer zu der Zeit schon längst verboten hatten. Für mich waren diese 1200 Seiten eine Geschichte, die mich nicht mehr los gelassen hat. Sicher gibt es auch Leser, die einige Längen für sich entdecken und sie haben vielleicht sogar recht damit. Für mich hätte sie noch länger auch nicht gestört. Gerade diese Ausführlichkeit der ganzen Umstände im Leben von dem Soldaten Ash, mit allem was dazu gehört und nicht nur auf die Liebesgeschichte zwischen ihm und Anjuli reduziert, machte das Ganze so interessant wie auch spannend für mich. Dazu die bildlichen Beschreibungen der Gegenden und der Szenen am Indischen Hof, oder die Situationen, wenn sie wieder in Gefahr waren, waren so bunt und lebendig wie das alte Indien selbst.  Hach .... ich könnt noch ewig so weiter schreiben - aber ich will ja nicht spoilern und wer sich an das Buch rantraut, soll es selber erleben :) Die ganze Geschichte ist in sieben Abschnitten erzählt und gibt somit immer einen Abschnitt im Leben von Ash wieder und so sollte man auch nicht schon den Anhang als erstes lesen, da dort ein fetter Spoiler enthalten ist, der die Spannung der Geschichte in einem wichtigen Abschnitt nehmen würde. In diesem Buch gibt es übrigens keinen Anhang, in dem die indische Geschichte aufgelistet ist und auch kein Glossar, das einem wie ein Vokabelheft vorkommt. Das Buch kommt ohne dem aus, da die zeitlichen Gegebenheiten in die Geschichte einfließt und auch die nur sehr wenigen Wörter in Hindi, oder einer anderen indischen Sprache, fließen selbsterklärend mit ein, ohne das man drüber stolpert. Mein Fazit: Eine Geschichte, nicht kitschig wie aus 1001 Nacht, aber ebenso detailliert und bunt. Auf Tatsachen aufgebaut im indischen Reich zur Zeit der Sepoyaufstände. Ein Leben wie es hätte sein können. 1211 Seiten - keine einzige für mich langweilig!

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