Kayla Ancrum

 3.9 Sterne bei 51 Bewertungen
Autorin von Wicker King.

Lebenslauf von Kayla Ancrum

Eine besondere und starke Stimme der Gegenwart: Kayla Ancrum ist in Chicago, Illinois aufgewachsen. Sie ging auf die Dominican University, wo sie eigentlich Modemarketing studieren wollte. Dann wurde sie jedoch zu einem Studium in englischer Literatur verlockt, nachdem sie sich mehrere Nächte mit Literaturkritik auseinandersetzte und andere Studenten kennenlernte. Derzeit lebt sie in Andersonville, wo sie während der Arbeit Bücher schreibt, wenn keiner zuschaut. Kayla Ancrum ist bisexuell setzt sich für die Representation von LGBTQ+ in der Literatur ein. Ihr Debütroman „The Wicker King“ erschien an Halloween 2017, die deutsche Übersetzung folgte 2018. Am liebsten beschäftigt sie sich mit Prokrastination, sozialer Gerechtigkeit, Fanfiction und unlustigen Memes.

Alle Bücher von Kayla Ancrum

Wicker King

Wicker King

 (51)
Erschienen am 21.09.2018

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VanaVanilles avatar

Rezension zu "Wicker King" von Kayla Ancrum

Das düstere Geheimnis hinter "Wicker King"
VanaVanillevor 4 Tagen

August und Jack brauchen sich. Sie kennen sich von Kindesbeinen an, können nur untereinander vollkommen sie selbst sein und halten sich aneinander fest. Wohin Jack auch geht, August folgt. Was auch immer Jack verlangt, August gehorcht. Sie sind der Wicker King und sein Ritter; sie sind beste Freunde. Und vielleicht sind sie sogar mehr. Doch als Jack beginnt seltsame Halluzinationen zu sehen, geraten ihre Beziehung und das einst so fantastische Spiel langsam aus dem Ruder. 

Wicker King ist eines der sonderbarsten Bücher, die ich je gelesen habe. Das liegt vor allem daran, dass ich es anfangs in kein eindeutiges Genre einsortieren konnte. Was sich zu Beginn noch wie ein ganz normaler YA-Roman anfühlte, entwickelte sich zwischenzeitig zu einem Fantasytitel, bei dem ich nie sicher sein konnte, was Realität und was Illusion war. Mir gefiel diese fantasievolle Zwischensequenz zwar sehr – erinnerte sie mich doch an eine Geschichte von Maggie Stiefvater – doch stellte sich bald darauf heraus, dass sie eine viel tiefere, sehr ernste Bedeutung hatte (was mir gleich noch mehr gefiel).

Die Geschichte rund um August und Jack ist alles andere als eine zuckersüße Highschool-Story. Sie ist düster, sie ist unanständig und sie ist manchmal sogar ganz schön sexy. Ich würde das Buch als den dunklen Zwilling von Nur drei Worte (alias: Love, Simon) bezeichnen, ohne die Romane dabei vergleichen zu wollen (denn das kann man eigentlich nicht). Die Autorin traut sich eine Vielzahl ernster Themen anzusprechen, wofür ich ihr allein schon fünf Sterne geben würde. Sie erzählt von unterdrückter Homosexualität, psychischen Erkrankungen, emotionaler Abhängigkeit und Kindesvernachlässigung. Ihr Nachwort macht deutlich, dass ihr dabei vor allem der letzte Punkte am Herzen lag. Leider muss ich sagen, dass genau dieses Thema am wenigsten herausstach und ich es verstehen kann, dass ihr Roman einiges an Kritik einstecken muss, weil viele Leser*innen die eigentliche Botschaft hinter der Geschichte nicht nachvollziehen können.

August und Jack sind beide labile Persönlichkeiten, deren Handlungen nicht immer verständlich sind. Während man bei Jack irgendwann erahnen kann, was mit ihm los ist, kann man das Verhalten von August nur als fragwürdig bezeichnen (auch wenn es schlussendlich Sinn ergibt). Man mag beim Lesen verwirrt, wütend, vielleicht auch abgestoßen sein, doch bin ich mir ziemlich sicher, dass die Autorin genau diese Gefühle hervorrufen wollte, um aufzuzeigen, wie gefährlich es sein kann, wenn Menschen mit psychischen Störungen keine professionelle Hilfe bekommen und auf sich allein gestellt bleiben. Ein erwachsener, reflektierter Mensch wird das erkennen. Mir stellt sich jedoch die Frage, inwieweit auch jüngere Leser*innen das so interpretieren und ob sie nicht vielleicht die falschen Schlüsse aus der Geschichte ziehen könnten.

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ThePassionOfBookss avatar

Rezension zu "Wicker King" von Kayla Ancrum

Wicker King
ThePassionOfBooksvor 9 Tagen

Jack und August verbindet eine tiefe Freundschaft und ich war beeindruckt, was August alles auf sich nimmt um für seinen besten Freund da zu sein und ihm zur Seite zu stehen. Die Halluzinationen von Jack werden mit der Zeit immer gravierender und ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es sich anfühlen muss so etwas zu erleben. Während am Anfang alles nur ein Spiel ist, wird es zum Ende hin bitterer Ernst. 

Der Einstieg gefiel mir zunächst trotz sehr kurzer Kapitel sehr gut und ich konnte mich gut in die Charaktere und ihren Alltag einfinden. Die einzelnen Abschnitte sind oftmals nur eine oder zwei bis drei Seiten lang, wodurch man sehr flott mit dem Lesen voran kommt und das Tempo recht hoch ist. Je weiter die Geschichte voranschreitet umso zäher wurde sie für mich. Mir haben die Emotionen der beiden Protagonisten gefehlt und die Handlung verlief mir zu glatt und oftmals wurde es auch etwas verwirrend. 

Letztendlich bleibe ich nach dem Lesen des Buches verwirrt zurück und bin mir unschlüssig was ich von der Geschichte halten soll. Ich hätte mir einen spannenderen Verlauf gewünscht und mehr Energie. Das brisante Thema bekommt leider nicht den nötigen Tiefgang und so bleibe ich doch enttäuscht zurück. 

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Melli_Burks avatar

Rezension zu "Wicker King" von Kayla Ancrum

Siehst du die Wahrheit?
Melli_Burkvor 24 Tagen

Der Klappentext:

Lass dich mitnehmen in die Welt von Jack und August! Aber gibt es sie wirklich?

Ein Brand in einer alten Lagerhalle. Am Tatort zwei Siebzehnjährige, einer davon (der vermutliche Brandstifter) mit Verbrennungen, die beide in die Psychiatrie eingeliefert werden. Einige Monate zuvor: In der Schule hängen August und Jack mit völlig verschiedenen Typen rum, privat verbindet die beiden aber seit Langem eine intensive Freundschaft. Doch Jack, Vorzeigeschüler, Spitzensportler, Mädchenschwarm, entwickelt immer stärkere Halluzinationen und driftet mehr und mehr in eine Fantasiewelt ab. In dieser ist er der König, der »Wicker King«, und August ist sein Ritter. Um Jack nah zu bleiben und zu verhindern, dass dieser sich endgültig in seiner Scheinwelt verliert, lässt sich August auf das Spiel ein: Er begibt sich gemeinsam mit Jack in dessen Fantasiewelt hinein und steuert sie beide damit genau auf die Katastrophe zu, die er verhindern wollte.

Worum geht es?

Jack und August könnten unterschiedlicher nicht sein.

Jack ist DER Vorzeigeschüler, bei allen beliebt und muss sich um so gut wie nichts Sorgen oder Gedanken machen. August dagegen muss sehen wie er zurecht kommt, kümmert sich aufopferungsvoll um die Menschen, die ihm wichtig sind und vergisst dabei zu oft sein eigenes Wohl. Die Beiden sind, abseits ihrer unterschiedlichen Welten, die besten Freunde. Auch dann noch, als Jack plötzlich zu halluzinieren beginnt und in der Welt eines Siels lebt, das die Beiden früher als Kinder immer gern gespielt haben. Jack fühlt sich dazu berufen, eine dringende und wichtige Mission zu erfüllen und August setzt alles daran, ihm dabei zu helfen.

Meine Meinung zum Buch:

Erstmal vorweg - auch wenn es hier um eine vermeintliche Fantasiewelt geht, ist das Buch keineswegs Fantasy.

Das Buch zeigt vielmehr, wie die beiden Jugendlichen aufeinander reagieren und miteinander verbunden sind. Jack in der Rolle des Anführers, August in der Rolle des aufopferungsvollen Freundes. Und August hält auch noch dann an Jack fest, als dieser sich zunehmend in seiner eigenen Welt verliert und jegliche Kontakte kappt. August kann nicht aus seiner Haut und trotz der Warnungen seiner Mitschüler, er solle sich professionelle Hilfe für seinen Freund suchen, hält er weiter daran fest das Problem alleine in den Griff zu bekommen.

Daraus entwickelt sich eine Abhängigkeit, der August nicht mehr zu entfliehen vermag, bis es schließlich zum "großen Knall" kommt. Je weiter die Handlung fortschreitet, umso mehr verändert sich auch die Aufmachung des Buches. Im Prinzip zeigt sich an der Farbe der Seiten, wie es um Jacks geistige Gesundheit bestellt ist. Sind die Seiten anfangs noch ganz normal, werden sie zum Ende hin immer dunkler, sind zum Schluss sogar ganz schwarz. Dennoch war das Ende sehr überraschend, lasst euch also von dem "offensichtlichen" nicht täuschen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und man wird direkt mitten in die Geschichte hineingeworfen. Die Kapitel sind extrem kurz, teilweise nur 1-2 Seiten lang und schildern kurze Abschnitte und Episoden aus Jacks und Augusts Leben und wie es zu alldem kam. Gewöhnungsbedürftig, tut aber der Handlung keinen Abbruch.

Trotzdem hat mir irgendwie so das gewisse Etwas gefehlt. Das Buch war gut, keine Frage und das Thema hat mich auch in meinem privaten Umfeld sehr beschäftigt. Trotzdem reicht es nicht ganz für die volle Punktzahl.

Fazit:

Wie weit würde man gehen für einen anderen Menschen? Was würde man alles tun für denjenigen, den man liebt? Mit diesen und anderen Fragen sieht man sich in "Wicker King" konfrontiert. Jack und August sind zwei wirklich gelungene Charaktere, die Handlung ist stimmig und interessant und wartet mit einem überraschenden Ende auf und der unausweichlichen Frage, wer von beiden schlussendlich die größere Last zu tragen hat.

Ein interessantes Jugendbuch, bei dem mir einfach noch der letzte Funke zum fünften Stern gefehlt hat. Wer trotzdem gerne mal etwas abseits der gängigen Lektüre lesen möchte, der macht hier nichts verkehrt. Von mir gibt es dafür 4 von 5 Sterne.

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