Kayla Ancrum

 3,9 Sterne bei 90 Bewertungen
Autorin von Wicker King.

Lebenslauf von Kayla Ancrum

Eine besondere und starke Stimme der Gegenwart: Kayla Ancrum ist in Chicago, Illinois aufgewachsen. Sie ging auf die Dominican University, wo sie eigentlich Modemarketing studieren wollte. Dann wurde sie jedoch zu einem Studium in englischer Literatur verlockt, nachdem sie sich mehrere Nächte mit Literaturkritik auseinandersetzte und andere Studenten kennenlernte. Derzeit lebt sie in Andersonville, wo sie während der Arbeit Bücher schreibt, wenn keiner zuschaut. Kayla Ancrum ist bisexuell setzt sich für die Representation von LGBTQ+ in der Literatur ein. Ihr Debütroman „The Wicker King“ erschien an Halloween 2017, die deutsche Übersetzung folgte 2018. Am liebsten beschäftigt sie sich mit Prokrastination, sozialer Gerechtigkeit, Fanfiction und unlustigen Memes.

Alle Bücher von Kayla Ancrum

Cover des Buches Wicker King (ISBN: 9783423762335)

Wicker King

 (90)
Erschienen am 21.09.2018

Neue Rezensionen zu Kayla Ancrum

Cover des Buches Wicker King (ISBN: 9783423762335)spiegelkind_liests avatar

Rezension zu "Wicker King" von Kayla Ancrum

Bedrückend und besonders
spiegelkind_liestvor 9 Monaten

Vorab:

Wer nicht stabil ist, sollte dieses Buch mit Vorsicht genießen. Es handelt von Einsamkeit und Vernachlässigung sowie toxischen Beziehungen.


Aber wo fange ich an?

Wicker King beschreibt die Geschichte von August und Jack, die seit ihrer Kindheit miteinander befreundet sind. Als Kinder haben die beiden sich oft in eine Traumwelt zurückgezogen, doch nun, da sie Teenager sind, fangen eines Tages die Realität und diese Traumwelt an, sich vor Jacks Augen zu vermischen.

Immer wieder sieht der Dinge, die nicht da sind und August begleitet ihn dabei.


Je schlechter es um die Psyche der Protagonisten und vor allem Jack steht, desto dunkler werden die Seiten.

Mich hat das nachhaltig beeindruckt, weil mit dem gesamten Buch als Medium gearbeitet wird, um die Haupt- und Nebencharaktere zum Leben zu erwecken und ihre Psyche zu beschreiben. Es gibt Charaktere zum Hassen und zum Mögen. Manche entsprechen beinahe schon wie Karikaturen einem bestimmten Stereotyp, andere wirken echt und real.


Playlisten, Briefe, Zeichnungen, das alles begleitet die kleinen kurzen Kapitel, die immer nur einen Ausschnitt aus dem wiedergeben, was vor sich geht.


Und immer wieder klingt diese ganz spezielle Verbindung an, die zwischen August und Jack herrscht. Etwas, das mehr ist, als bloß Freundschaft, aber vollkommen untergeht in ihrem inneren und äußeren Chaos.


Trotz der wirklich speziellen Aufmachung hatte ich nicht ein einziges Mal das Gefühl, dass mir etwas entgangen ist, oder eine Szene und ihr Hintergrund zu kurz kamen. 


Nach einigen Kapiteln wollte ich das Buch gar nicht aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Dann wieder folgten Szenen, die mich wütend gemacht haben oder nach denen ich erst einmal einen Augenblick brauchte, bis ich weiterlesen konnte, weil es mich auf anderen emotionalen Ebenen erwischt hat.


Wicker King erzählt die Geschichte von zwei Jugendlichen, deren erwachsenes Umfeld darin versagt hat, sie und ihre Probleme zu sehen. Das was dort passiert ist falsch und alarmierend. Und das sollte man sich beim Lesen unbedingt bewusst machen. Jeder der Charaktere trägt sein eigenes Päckchen mit sich herum. Genau so, wie es auch im echten Leben der Fall ist. 


Die Autorin beschreibt das Geschehen oft mit sehr nüchternen Worten, manche Kapitel umfassen gerade einmal einen Absatz. Klar strukturiert und kühl erzählt. Andere wiederum sind deutlich länger und lassen den Leser für einen Moment träumen. Wenn sie eines perfektioniert hat, dann, das gesamte Buch zu nutzen, um ihre Botschaft zu vermitteln:

Du bist nicht alleine.

Ich sehe dich.


Und trotzdem bin ich zwiegespalten. Hier eine Sternebewertung zu vergeben, fällt mir extrem schwer, weil es so viel zu bedenken gibt.

Weil die Beziehung zwischen August und Jack nicht gesund ist und weil die beiden damit klarkommen müssen. Weil sie daran und an sich selbst wachsen müssen.

Gleichzeitig habe ich mir die Frage gestellt, warum mich das stört. Ja, warum?

Vielleicht, weil es für so viele Menschen Realität ist und vielleicht, weil ich Sorge habe, dass durch das Buch eine Co-Abhängigkeit verherrlicht wird.

Gleichzeitig aber sehe ich ein wahnsinnig empathisches Vor- und Nachwort. Beide braucht dieses Buch genau so sehr wie seine weißen und schwarzen Seiten, seine Bilder, seine Worte.


Und obwohl sie fiktiv sind, hoffe ich, dass August und Jack lernen werden, mehr füreinander zu sein als das, was die Welt aus ihnen gemacht hat.


Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Wicker King (ISBN: 9783423762335)M

Rezension zu "Wicker King" von Kayla Ancrum

Außergewöhnlich
maries-woerterliebevor einem Jahr

Bevor ich Wicker King gelesen habe, war ich in einer richtig schlimmen Readingslump drin. Dann habe ich es innerhalb eines Tages durchgesuchtet und konnte für die nächste Woche kein anderes Buch mehr lesen, weil mein Gehirn bei jeder Seite nur so war „aBeR dAs iSt nIcHt wIcKeR kInG“. Wicker King ist ein unglaublich intensives Buch. Von der ersten bis zur letzten Seite hat es eine wahnsinnig eindringliche, düstere Atmosphäre, die einen nicht loslässt. Der Schreibstil ist schlicht und die Kapitel sehr kurz, was fast noch mehr Spannung aufbaut. Dadurch, das man von Anfang an weiß, wie Jack & Augusts Geschichte enden wird, ist es zwischenzeitlich fast schmerzhaft, weiter zu lesen. ‚Wicke King‘ behandelt viele schwere Themen und sowohl Widmung als auch Nachwort haben mich sehr berührt. Der Umgang mit all diesen Themen ist sehr sensibel und ich habe viel gelernt. (Zwar vor allem ultraspezifisches Wissen oder solche doch recht klaren Infos wie ‚Vernachlässige dein Kind nicht‘ noch einmal verdeutlicht, aber trotzdem.) Sowohl Jack und August als auch alle Nebencharaktere sind sehr gut ausgearbeitet und liegen mir am Herzen. Jacks und August Beziehung ist besonders und mitreißend und auch sehr toxisch. Die Autorin macht allerdings klar, dass sie in eine gesunde Beziehung hineinwachsen.

Außerdem ist ‚Wicker King‘ ein wunderschön gestaltetes Buch mit Akten, Fotos, abgedruckten Briefen, etc. •

Kommentieren0
0
Teilen
Cover des Buches Wicker King (ISBN: 9783423762335)kleine_welles avatar

Rezension zu "Wicker King" von Kayla Ancrum

Einiges war gut, aber vieles leider nicht so
kleine_wellevor einem Jahr

August und Jack sind schon seit ihrer Kindheit Freunde, obwohl sie nicht verschiedener sein könnten. Und doch haben sie ein sehr inniges Verhältnis und zünden gemeinsam eine alte Spielzeugfabrik an. Danach werden beide in der Psychiatrie eingewiesen, aber getrennt voneinander. 

 Das Cover ist so gar nicht meins, deshalb hatte ich auch lange gezögert ob ich das Buch lesen möchte, aber das Jenny es für unseren Lesekreis vorgeschlagen hat, habe ich es mir dann doch besorgt. 

Und die Gestaltung dann im Buch ist echt gelungen. Nicht nur das die Seiten immer dunkler werden und so immer bedrohlicher wirken, auch andere Dinge fallen auf. Wie zum Beispiel dieses Protokoll. Ich mag sowas ja immer sehr gerne.

Allerdings fiel mir der Einstieg ins Buch sehr schwer. Man bekommt kurze, knappe Kapitel um die Ohren geschlagen und scheinbar passt da gar nichts zusammen. Zwischendurch habe ich gedacht, dass es Jack gar nicht wirklich gibt, so wenig habe ich verstanden.

Was hält die beiden nur zusammen?

Das habe ich mich immer wieder gefragt. Abhängigkeit? Liebe? 

Man bekommt einfach sehr wenig Details geliefert und ich konnte mir kein richtiges Bild von allem machen. Nicht von der Beziehung zwischen August und Jack, aber auch nicht von den beiden Protagonisten selber. Für mich waren die beiden nicht greifbar, denn wie im Buch schwebten sie ständig in ihrer eigenen Welt herum und ließen alle anderen außen vor. Und leider meiner Meinung nach auch den Leser. 

Was ich sehr erschreckend finde, ist die Vernachlässigung durch alle Eltern im Buch. Entweder sie leiden an Depressionen oder sind ständig weg, aber niemand ist da, der sehen kann was mit den beiden und vor allem mit Jack los ist. 

Dieses große Thema wird meiner Meinung nach leider nur so am Rande behandelt und geht, wie fast alles im Buch, nicht so richtig in die Tiefe. Das finde ich schade, denn anscheinend hat die Autorin großen Wert darauf gelegt, weil sie es extra in ihrem Nachwort erwähnt. Das ist auch so eine Sache, einerseits war es interessant, aber andererseits bietet sie keine richtige Hilfe an. 

Das Ende klärt dann einige Dinge im Buch auf und vor allem erfährt man etwas mehr über die Beziehung zwischen Jack und August, aber so richtig befriedigend fand ich es nicht, denn ich hätte hier wichtig gefunden zu erfahren was danach passiert. Geht alles so weiter wie bisher oder bekommen beide Hilfe? 

 Mein Fazit: Dieses Buch hat viele interessante Themen. Es geht um eine ungesunde Freundschaft, die zwischen Abhängigkeit und Verzweiflung kreist, außerdem werden beide sehr stark vernachlässigt und klammern sich deshalb an einander. Doch trotz dieser Themen konnte mich die Autorin nicht überzeugen, denn alles wird nur sehr vage angesprochen und ich konnte auch die beiden Charaktere nicht richtig zu fassen bekommen. Ich hätte mir da schon etwas konkreteres gewünscht. Einen Pluspunkt gibt es aber für die tolle Gestaltung des Buches, je weiter man voran schreitet umso dunkler werden die Seiten, das hat etwas sehr dramatisches und zeigt die Düsternis in der sich beide Teenager verfangen auf. Trotzdem bin ich mir nicht sicher ob ich das Buch unbedingt weiterempfehlen würde. 

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Kayla Ancrum im Netz:

Community-Statistik

in 157 Bibliotheken

von 43 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks