Kayla Fleming

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Kayla FlemingWind in den Tamarinden
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Wind in den Tamarinden
Wind in den Tamarinden
 (9)
Erschienen am 11.04.2011

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Rezension zu "Wind in den Tamarinden" von Kayla Fleming

Spannende deutsche Kolonialgeschichte mit unreifer Protagonistin
Faiditvor 7 Monaten

Am Anfang des Romans war ich überzeugt, ein hervorragendes Buch erwischt zu haben, das sogar Prädikat Literatur verdient habe. Die wunderschön poetische Sprache der Autorin ließ selbst ausführliche Umgebungsbeschreibungen nicht langweilig werden, so dass man sich wunderbar in die jeweiligen Situationen einfühlen konnte. Eine sprachliche Perfektion, wie man sie inzwischen leider selten in Büchern findet. Der Roman beginnt mit einer Rückblende auf das Ende des Buches und wechselt dabei mit den Kapiteln jeweils die Szene im Abstand eines Zeitraums von 2 bis 4 Jahren, was die Spannung steigert, da man natürlich wissen möchte, was in der Zwischenzeit geschah und wie die Protagonistin Nora in diese Situation kommen konnte. Dies alles gemischt mit deutscher Kolonialgeschichte und dem gut transportierten Flair Afrikas verspricht sehr gute Unterhaltung.

Der tolle Schreibstil tröstet aber irgendwann nicht mehr über die unsympathische egoistische Protagonistin Nora hinweg, die durch ihre unbedachten Handlungen ihre Mitmenschen teilweise in Lebensgefahr bringt. Diese scheinen Jedoch die durch die Egozentrik Noras ausgelöste Gefahr gar nicht wahrzunehmen oder ihr, wie im realen Leben sicher daraus resultierend, dies wütend nachzutragen. In der Beschreibung des Romans wird Nora als spontan und leidenschaftlich beschrieben. Ich würde sie unreif, gefühlsarm und in hohem Maße rücksichtslos oder zumindest dumm bezeichnen, was dann allerdings nicht mit ihrer perfekten Auffassungsgabe der politischen Zusammenhänge und ihrem Einsatz für soziale Missstände im damaligen Deutschen Reich zusammenpasst. Die Männer an ihrer Seite sind da schon realistischer dargestellt. 

Wie bei allem, wo es des Guten zu viel gibt, wird es unrealistisch und nach spannendem Beginn langweilig, was sich gegen Ende jedoch wieder ändert. Zu viele pathetisch bildhafte Beschreibungen der jeweiligen Handlungsorte in denen eine unselbständige verwöhnte Bankiersgattin agiert. Meiner Meinung nach hätte die Autorin viel mehr Gefühl transportieren können, wenn sie z. B. zwischen Nora und ihrem Patenkind eine schöne Beziehung aufgebaut hätte. Aber in diesem Bereich fehlt es an Einfühlungsvermögen, wie sich ein einjähriges Kind verhält, das sich eben nicht ständig alleine in einem Zimmer ablegen lässt, damit die Protagonistin mal eben eine Stunde an der Reling aufs Meer gucken kann. Ebenso erstaunt war ich über die Beschreibung der Fehlgeburt im siebten Schwangerschaftsmonat, bei der das Kind einfach mal so ohne Ankündigung unten rausfällt…

Ich bekam keinen Bezug zu der Protagonistin, obwohl der Roman durchaus spannend ist und auch an ein, zwei Stellen wirklich berührt. Wenn man über die Protagonistin hinwegsieht, kann man allerdings viel über die deutsche Kolonialherrschaft im Kaiserreich erfahren, was heutzutage gänzlich unter den Teppich gekehrt wird.

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Nachtfalter89s avatar

Rezension zu "Wind in den Tamarinden" von Kayla Fleming

Keine leichte Kost
Nachtfalter89vor 5 Jahren

Dieses wundervolle Buch habe ich im Wühltisch gefunden, das Cover hat mich sofort angesprochen und außerdem ist auf der letzten Seite des Buches sogar noch eine Postkarte zum verschicken dabei, was ich ganz toll finde.
Meine Meinung zum Buch:
Eine wundervolle, spannende und poetische Lektüre mit vielen hoch`s und tief`s von der Geschichte her wie auch beim Lesen. Teilweise musste ich mehrere Lesepausen einlegen, da einige Beschreibungen etwas lang waren, was ich nicht negativ werte, denn die geschrieben Worte waren sehr schön. Es hat sich gelohnt. Die Autorin hat einen beeindruckenden Schreibstil und einige Fremdworte habe ich auch dazugelernt. Ich hoffe sehr das Kayla Fleming in Zukunft weitere Werke verfasst.

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leseratte69s avatar

Rezension zu "Wind in den Tamarinden" von Kayla Fleming

Rezension zu "Wind in den Tamarinden" von Kayla Fleming
leseratte69vor 6 Jahren

Wind in den Tamarinden

Das Buch
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Deutschland 1902.Die aufgeschlossene und leidenschaftliche Nora , kommt sich in der Ehe mit dem reichen Bankier Ludwig Hendrikse, wie in einem goldenen Käfig vor. Nach außen soll sie die glückliche Ehefrau und Bankiersgattin spielen, im inneren fühlt sie sich von ihrem Mann völlig ungeliebt und missverstanden.
Als Nora dann dem jungen Dichter Rainer Offergeld kennen und schätzen lernt, und dieser sich in Nora verliebt ,bietet dieser ihr an mit ihm nach Deutsch Südwest Afrika kommen, um dort ein neues Leben zu beginnen. Nora willigt schließlich ein. Beide beschließen dort Land zu erwerben und eine Farm auf zu bauen. Nora möchte aber nur Freundschaft und nicht mehr, denn sie ist immer noch eine verheiratete Frau. Ihr Mann und auch ihre Schwester sind über ihre Pläne zwar empört, doch sie möchte endlich mal an sich denken.
Und so treten Beide die lange Reise übers Meer an, ohne zu wissen was auf sie zu kommt. Auf der Reise erkrankt Rainer schwer und muss ,als sie ihr Ziel erreicht haben , noch einige Zeit in einem Lazarett verbringen. Deshalb muss sich Nora alleine um den Kauf von Vieh und Land kümmern. Und alles für ihre weiterreise dorthin vorbereiten. Als Rainer genesen ist , treten sie die die letzte Etappe ihrer Reise an . Die wiederum für Beide eine große Herausforderung ist. Denn das Land ist wild und rau. Nora merkt jetzt das sich ihre Gefühle für ihn verändert haben ,dass sie anfängt ihn zu lieben.
In dem Moment als Nora zum ersten Mal ihr Land , auf dem ihr neues Heim entstehen soll erblickt, wird Nora erst bewusst wie viel Arbeit und Strapazen noch auf sie zu kommen.
Nora schafft es mit all ihrem Mut und ihrer Kraft, ein Heim für sich zu erschaffen. Und immer wieder kommen herbe Rückschläge. Doch davon lässt sie sich nicht aufhalten. Umso mehr Nora aufblüht, scheint Rainer zu vergehen. Er scheint nicht die Kraft für dieses Land zu besitzen.
In dem Moment als Nora glaubt es geschafft zu haben, ihr Haus steht ihr Grund und Boden ist bestellt und sie erwartet sogar ein Kind, bricht die Welt erneut für sie zusammen. Denn bevor sie Rainer sagen kann das sie schwanger ist, offenbart dieser ihr ,dass er fortgeht. Für ihn sind diesen ständigen Herausforderungen und Strapazen nichts. Er will wieder zurück nach Deutschland.
Und so ist Nora wieder auf sich alleine gestellt. Sie beschließt alleine weiter zu kämpfen, für das was sie aufgebaut hat. Wird sie es schaffen, ganz alleine mit dem Kind? Denn die Zeiten werden nicht besser. Es scheint ein Krieg auf zu ziehen, zwischen den unterdrückten Einheimischen und den weißen Siedlern.

Meine Meinung
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Ein sehr bewegendes Buch. Hätte nicht gedacht, dass diese Buch so tiefgründig ist und einen so mitreißt. Wind in den Tamarinden ist nicht irgendein Afrika Roman. Ich habe schon viele Romane dieses Genres gelesen , aber selten hat mich ein Buch so nachhaltig berührt.
Die Geschichte ist teilweise sehr traurig. Wenn man sieht, was für Hürden und Schicksalsschläge die Protagonistin Nora erleiden muss, aber immer wieder aufsteht und weiter kämpft. Es ist einfach unfassbar. Teilweise sind auch grausame Szenarien darunter , die aber leider der Realität entsprechen. Und somit in dem Buch auch nicht fehlen dürften.
Mich hat dieses Buch so positiv überrascht, dass hätte ich nicht für möglich gehalten. Es ist zwar nicht so leicht und zügig zu lesen wie manch anderer Afrika Roman, aber das macht dieses Buch gerade zu etwas Besonderem. Ich habe immer darauf gefiebert weiter zu lese. Und nicht bereut dieses Buch gelesen zu haben. Kann es nur sehr empfehlen.

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Gespräche aus der Community

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Elwes avatar
Weiß jemand, ob Kayla Fleming (Wind unter den Tamarinden) unter anderem Pseudonym noch weitere Bücher geschrieben hat? Ich finde ihren Schreibstil so wahnsinnig toll, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, dass das ihr erstes und einziges Buch sein soll ... und würde gern mehr von ihr lesen :) Freue mich über sachdienstliche Hinweise! LG, Elena
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