Kazuaki Takano

 4.1 Sterne bei 283 Bewertungen
Autor von Extinction, Extinction und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Kazuaki Takano

Kazuaki Takano wurde 1964 in Tokio geboren. Er arbeitet als Drehbuchautor in Hollywood und Japan und erhielt für seine Romane renommierte Preise. „Extinction“ wurde u.a. als bester Thriller des Jahres ausgezeichnet und stand in Japan monatelang auf den Bestsellerlisten.

Alle Bücher von Kazuaki Takano

Extinction

Extinction

 (211)
Erschienen am 11.10.2016
13 Stufen

13 Stufen

 (31)
Erschienen am 13.11.2017
Extinction: Thriller

Extinction: Thriller

 (2)
Erschienen am 02.01.2015
Extinction

Extinction

 (34)
Erschienen am 12.01.2015
13 Stufen

13 Stufen

 (5)
Erschienen am 13.11.2017
Genocide Of One

Genocide Of One

 (0)
Erschienen am 04.12.2014

Neue Rezensionen zu Kazuaki Takano

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Rezension zu "Extinction" von Kazuaki Takano

Brisante Themen, manchmal aber zu langatmig in den Ausführungen
Aleshaneevor 2 Monaten

Ich habe lange überlegt, ob ich das Buch lesen soll oder nicht - und ich bin jetzt nach dem Lesen etwas zweigeteilt. Zum einen hat der Autor viele brisante und wichtige Themen mit eingeflochten, über die Evolution und den Irrglauben der Menschen, dass wir an der Spitze der Schöpfung stehen. Aber auch über die psychologischen Auswirkungen von Angst und wie diese unser Handeln beeinflussen - sei es, um unser eigenes Überleben zu verteidigen, sei es, ganze Völker auszurotten, da "wir" uns bedroht fühlen.
Die Macht, wenn sie denn jemand hat, ist ein zweischneidiges Schwert - wie die Waffe auch kann man sie zum Guten, aber auch zum Schlechten einsetzen.

"Der Mensch ist ein Wesen, das immer kämpfen wird, wenn ihm etwas fehlt."
Philosoph Xunzi, S. 268

Die Ansätze, mit denen Kazuaki Takano hier viele Beweggründe erklärt sind wirklich gut und zeigen deutlich, wo die Missstände sind, die durch den schwärenden Hass Ausdruck finden in den Kriegen und der Verzweiflung vieler Menschen. Es ist allerdings nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn ich denke in solchen Szenarien immer noch einen Schritt weiter und hier war er mir in manchen Momenten zu oberflächlich. Natürlich kann er als rasanten Thriller keine Abhandlung über die psychologische Entwicklung des Menschen einbauen, trotzdem hatte ich oft das Gefühl, dass sich das Denken in eine zu einfache Richtung lenken lässt, wenn man es so leichthin zu erklären versucht.

Aber das ist ein sehr von mir individuelles Gefühl, weil ich mich sehr mit diesem Thema auseinander setze. Dafür wurden in anderen Bereichen wirklich sehr viele spezifische Details und auch Fachjargon verwendet und bis ins Einzelne erklärt, was teilweise schon recht zäh zu lesen war. Vor allem im Handlungsstrang von dem jungen Japaner Kento Koga, der durch die Forschungen seines Vaters in die Ganze Sache verwickelt wird, fand ich doch meist recht farblos durch die vielen medizinischen Ausführungen.

Erzählt wird ja aus verschiedenen Sichtweisen, und so auch von der Eliteeinheit von vier Soldaten, die zu der geheimen Mission nach Afrika geschickt werden. Jonathan Yeager ist einer von ihnen und mit ihm, wie auch mit den meisten anderen Figuren, bin ich nicht wirklich warm geworden. Er war Soldat und ist jetzt eine Art Söldner für Privatunternehmen und ist dringend auf das Geld angewiesen, um seinem kranken Sohn zu helfen. Natürlich hat er in vielen Situationen mein Verständnis gehabt, aber trotzdem war mir - und nicht nur bei ihm - diese dramatisierten Phrasen zu übertrieben.
Viel zu wenig dafür hab ich von dem Kind erfahren, das scheinbar übermenschliche Fähigkeiten besitzt und dessen Existenz alleine die ganze Menschheit gefährdet. Mehr möchte ich dazu nicht verraten - aber ich hatte mir hierzu doch etwas mehr erhofft, auch wenn es ansatzweise schon einige gute Einblicke gab.

"Nach dem Weltfrieden zu rufen, ist leichter, als sich mit seinem Nachbarn zu vertragen", ..." S. 389

"Aber gute Taten gelten ja nur deshalb als tugendhaft, weil sie der menschlichen Natur zuwiderlaufen. Wenn es biologisch normale Handlungen wären, würden wir sie nicht loben." S. 390

"Die modernen Menschen sind erbärmliche Kreaturen, die die letzten 200 000 Jahre damit zugebracht haben, sich gegenseitig umzubringen." S. 390

Auch wenn das natürlich sehr misanthropische Aussagen sind, sind sie doch sehr deutlich und nah am Kern unserer Probleme ... Die Diskussionen in der Handlung sind deshalb auf jeden Fall wichtig um zum Nachdenken anzuregen und sich die Waffenlobby vor Augen zu führen, die das Schicksal aller Länder in ihren Händen halten. Manipulation der Massen vorausgesetzt ist es kein Wunder, dass die Kriegstreiberei immer so weitergeht und man nur Hoffen kann, dass sich ein friedvolles Geben und Nehmen durchsetzen wird. Anfangen müssen wir bei uns selber und vor allem bei den Kindern.

Durch die langatmigen fachlichen Erklärungen und die teilweisen naiv wirkenden Phrasen war es manchmal etwas zäh, andererseits hat es aber viel Potenzial in kleinen Schüben auf viele Missstände hinzuweisen, die wir oft einfach nicht sehen wollen.

© Aleshanee

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Rezension zu "13 Stufen" von Kazuaki Takano

Krimi-Thriller mit Qualität
JasperVormschlagvor 7 Monaten

Derzeit lese ich einen Krimi von dem japanischen Autoren Kazuaki Takano, der durch seinen Thriller „Extinction“ bekannt geworden ist. Um ehrlich zu sein hatte ich bevor ich dieses Buch fand noch nie von Takano gehört, doch durch seine schlichte und für mich ansprechende Aufmachung sprang mir das Buch sofort ins Gesicht.

Es handelt sich um einen Krimi-Thriller, er spielt in Japan. Es geht um den wegen Mordes verurteilten Jun`ichi, der nach abgesessener Haftstrafe versucht ein neues Leben zu beginnen. Dabei hilft ihm sein ehemaliger Gefängnissaufseher, der ihnen beiden einen neuen Job besorgt: für einen undurchsichtigen Rechtsanwalt sollen sie die Unschuld eines zu Tode verurteilten beweisen. Der Haken ist, dass die Vollstreckung jeden Moment anstehen wird – und trotz mehr als sieben Jahre dauernder Recherche alles gegen den Verurteilten spricht…

Kazuaki Takano überraschte mich ein wenig mit einem guten, spannenden, aber schlicht gehaltenen Schreibstil. Ohne brutal oder actionreich werden zu müssen, gelingt es Takano den Leser zu fesseln und mitfiebern zu lassen. Mit immer neuen Spuren, immer weiteren Möglichkeiten, Theorien und zwischenmenschlichen Problemen baut er immer weiter auf, bis alles beinahe unerträglich wird, da man auf die Lösung wartet.

Doch dieses Buch reizt noch mit einer weiteren Seite: auf überlegte Art und Weise stellt der Autor die japanische Gesellschaft, das Rechtssystem sowie die weniger klaren Hirarchien und Höflichkeitsfloskeln vor. Außerdem rechnet er im Laufe des Buches immer mehr mit der Todesstrafe ab, jedoch auf ganz logische und vorsichtige Weise. Er zeigt verschiedene Meinungen und komplett unterschiedliche Persönlichkeiten vor, von denen manche für und manche gegen die Todesstrafe kämpfen. Die Grundeinstellung scheint jedoch zu sein: „Wer nicht bereuen kann, der wird zum Tode verurteilt“. Wer jedoch nicht bereuen kann, ist letztendlich ganz der Willkür des Richters überlassen. Im Fall des Buches handelt es sich um jemanden, der sein Gedächtnis verloren hat und sich nicht an den Mord erinnern kann. Doch kann man ohne Erinnerung bereuen?

Alles in allem könnte man also sagen, dass es sich auch um ein politisch komplett aktuelles Buch handelt, ist doch zwar in Deutschland und Europa, nicht jedoch in vielen anderen Teilen der Welt die Todesstrafe abgeschafft. Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen!

Bei meinem Lieblingsbuchhändler: 13 Stufen

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Rezension zu "13 Stufen" von Kazuaki Takano

Tod mit dem Tod sühnen?
Gwhynwhyfarvor 10 Monaten

Der erste Satz: »Die Todesboten erscheinen um neun Uhr morgens.«

Jun’ichi hat seine Strafe abgesessen, er hatte im Streit jemanden getötet. Seine Familie musste dafür bezahlen, hat alles verloren, die Firma vor dem Ruin, der soziale Abstieg in eine kleine Wohnung, in Japan bezahlt man mit Geld und mit Statusverlust: die gesamte Familie. Je höher die Wiedergutmachung an die Opfer ausfällt, umso geringer die Strafe. Er bekommt von dem Justizangestellten Nangō ein Angebot mit guter Bezahlung. Sie sollen die Unschuld von Kihara beweisen, eines Gefangenen aus der Todeszelle, denn der sitzt möglicherweise unschuldig, seine Hinrichtung steht kurz bevor. Er kann sich an nichts mehr erinnern, er war sturzbetrunken an diesem Tag. Wer sich nicht erinnern kann, kann nicht bereuen. Das japanische Strafrecht sieht bei einem Raubmord mit weniger als drei Getöteten nicht unbedingt die Todesstrafe vor. Wichtig ist die Reue, die begnadigen kann. Nangō hat auch getötet, es ist sein Job, eine Sache, die auf seiner Seele liegt.

»Kihara lauschte angestrengt und versuchte, die einzelnen Geräusche zuzuordnen. Mit Entsetzen hörte er ein leises Keuchen aus dem Lärm heraus. Dann vernahm er das Würgen eines von Todesangst gepeinigten Menschen, der sich krampfhaft erbrach, während er aus der Zelle geführt wurde. Kihara presste sich beide Hände auf den Mund, um den eigenen Brechreiz zu unterdrücken.«

Das Ermittlerduo muss sich beeilen. Was ist damals wirklich passiert? In diesem Roman geht es um den unnatürlichen Tod. Wann ist eine Tötung ein Mord, wann ein Todschlag, wann ist eine Tötung legal. Ist eine Tötung sühnbar? Wenn ja, in welcher Form? In 13 Stufen verläuft die reglementarische Abwicklung der Todesstrafe. Das japanische Verständnis von Recht ähnelt einerseits dem unseren, aber anderseits ist es völlig anders. Eine zerrissene Gesellschaft, verhangen in Traditionen, dem Abbitten, der sozialen Ausgrenzung, ein Roman, der uns das vor Augen hält. Bei der Recherche stößt das Ermittlerteam immer wieder auf Widersprüche, Ermittlungen landen in Sackgassen.

»Hör mal, es geht um die Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten. Vor unseren Augen sind beide Kandidaten am Ersaufen. Der eine ist ein zu Unrecht angeklagter Todeskandidat, der andere ein Einbrecher, der einen grausamen Doppelmord auf dem Gewissen hat. Wenn wir nur einen retten können, für welchen sollen wir uns entscheiden? Es besteht immer die Gefahr, dass Gesetze von Seiten der Mächtigen willkürlich ausgelegt werden.«

An manchen Stellen wirkt die Geschichte sehr sachlich, ist überfrachtet mit Fachinformation, es leidet das erzählerische Moment. Trotz allem lebt die Erzählung von der Auseinandersetzung mit der Todesstrafe, mit dem gesellschaftlichen Problem von Strafgefangenen und ihren Familien. Wendungen und unerwartete Wendungen halten die Spannung bis zum Schluss. Eins ist gewiss, am Ende wird irgendeiner sühnen müssen, sterben. Nur welcher wird es sein?

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Gespräche aus der Community

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LolitaBuettner
Hallo zusammen,

Ich sitze in München und wir haben strahlendes Sommerwetter. Es ist warm, heiß und soooo Sommer. Gestern war ein Feiertag hier in Bayern und obwohl ich absolut gern lese, fiel es mir schwer. Es war zu heiß, vor allem weil ich gerade EXTINCTION von KAZUAKI TAKANO lese.

Wie geht es euch mit dem Lesen bei so einem Wetter?
Lest ihr mehr?
Weniger?
Gar nicht?

Ich freue mich auf euer Feedback.
Jetzt muss ich aber zuerst an meinen Schreibtisch... schreiben, bei dem Wetter... auch so eine Sache.

Liebe Grüße,

Lolita
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