Kazuki Kaneshiro

 4.1 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von GO! und Fly, Daddy, Fly.

Alle Bücher von Kazuki Kaneshiro

GO!

GO!

 (6)
Erschienen am 01.08.2016
Fly, Daddy, Fly

Fly, Daddy, Fly

 (1)
Erschienen am 01.06.2012

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Rezension zu "Fly, Daddy, Fly" von Kazuki Kaneshiro

Ein langes Training, ein Ausbruch aus dem Alltag - ein toller Roman
Zen-Colavor 4 Jahren

Seine Tochter wird brutal und grundlos zusammengeschlagen - vom Nachwuchsboxstar einer hiesigen Oberschule mit gutem Ruf. Der Vater und Ich-Erzähler, Hajime Suzuki, ist ein siebenvierzigjähriger, in nahezu allen Kategorien durchschnittlicher Mensch. Ein Angestellter, der morgens aus dem Haus geht und spät heimkehrt; der seine Frau und Tochter mehr als alles schätzt und sie um jeden Preis beschützen würde. Dass er das täte, glaubte er zumindest bisher. Doch als es zur Begegnung mit dem Täter und ihm kommt, demütigt er nicht nur seine Tochter, sondern verliert auch sein Gesicht.
Er muss sich dem Kampf stellen. Im gemeinsamen Training mit einigen Schülern einer anderen nahe gelegenen Schule beginnt die Vorbereitung ...

Leider liegen von dem Autoren erst zwei Publikationen auf Deutsch vor. Nachdem mich bereits sein Debüt »Go!« sehr positiv überrascht hatte, konnte mich nun auch »Fly, Daddy, Fly« überzeugen - ein knapper, grandioser Roman; wenngleich er »Go!« nicht ganz erreicht.

Kazuki Kaneshiro scheint ein Mann knapper Worte bzw. Romane zu sein. Keine großen erzählerischen Schnörkel, kommt er stattdessen nach einer kurzen Einführung schnell zur Sache, baut die Geschichte ebenso schnell auf und bringt sie nicht weniger rasch zum Ende. Längen hat der Roman keine. Dafür Spannung und die ein oder andere berührende kleine Szene. Ein wenig musste ich bei »Fly, Daddy, Fly« an die Rocky-Filme denken. Ein Underdog im Training für den großen Kampf - das ist kein neues Muster, wird hier aber gekonnt umgesetzt. Der Ausbruch aus einem starren Alltag, das Kräfte zehrende Hinarbeiten auf ein Ziel, die Entfremdung innerhalb der eigenen Familie … alles wird sehr gut nachvollziehbar geschildert. Daneben greift Kaneshiro auch in seinem zweiten Roman das Thema der Zainichi-, der in Japan lebenden Koreaner auf, wenn auch nur am Rande.

Wer häufiger japanische Romane liest, wird bald die üblichen Verdächtigen an Übersetzer(inne)n kennen. Die hier tätige Katja Busson war mir vorher fremd, sie macht ihre Sache aber recht ordentlich; natürlich kann ich das Buch nicht mit dem Original vergleichen, es liest sich auf Deutsch jedoch sehr flüssig. Die einzige Auffälligkeit ist, dass sie besonders am Anfang häufig Sätze wie »[...] dass der Unterschied zwischen Fujita und mir, der ich kaum weniger arbeitete ...« schreibt; das »Ich« in der Form liest man so nicht besonders häufig, kommt hier aber oft vor.

Fazit: Ein knapper, starker Roman, der - wie gesagt - nicht an seinen ersten rankommt, aber dennoch die volle Punktzahl verdient. Hoffentlich kommt bald mehr von diesem wunderbaren Autor ...

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