Kazuo Ishiguro Der begrabene Riese

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Inhaltsangabe zu „Der begrabene Riese“ von Kazuo Ishiguro

Britannien im 5. Jahrhundert: Nach erbitterten Kriegen zwischen den Volksstämmen der Briten und Angelsachsen ist das Land verwüstet. Axl und Beatrice sind seit vielen Jahren ein Paar. In ihrem Dorf gelten sie als Außenseiter, und man gibt ihnen deutlich zu verstehen, dass sie eine Belastung für die Gemeinschaft sind. Also verlassen sie ihre Heimat, in der Hoffnung, ihren Sohn zu finden, den sie seit langer Zeit nicht mehr gesehen haben. Ihre Reise ist voller überraschender Begegnungen und Gefahren, und bald ahnen sie, dass in ihrem Land eine Veränderung heraufzieht, die alles aus dem Gleichgewicht bringen wird, sogar ihre Beziehung.

Ein Meistererzähler, ohne Frage. Grandioses Finale am Schluss, hat mich ein bisschen erschüttert und nachdenklich zurückgelassen...

— Franzihoffmann

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  • "Der begrabene Riese" - Kazuo Ishiguro

    Der begrabene Riese

    halloundaufwiedersehen_

    20. January 2017 um 17:26

    Vielen dürfte Kazuo Ishiguro vor allem durch seine Romane „Was vom Tage übrig blieb“ (1989), für das er den 'Booker Prize' bekam und „Alles, was wir geben mussten“ (2005) bekannt sein. Beide genannten Werke wurden mit namhaften Schauspielergrößen verfilmt, die Bücher sind weltweite Bestseller - So viel zu den grundlegenden Fakten. Doch was machen Ishiguros Geschichten aus? Sie berühren und bewegen den Leser sowohl inhaltlich, als auch durch dessen bildhaft schöne und leise Sprache, die selten geworden ist, seitdem moderne Literatur oft eine klare, präzise und lautstarke Wortwahl bevorzugt. In seinem neuesten Roman „Der begrabene Riese“ vermischt Ishiguro nun sämtliche Genres und schafft ein Werk, welches sich zwischen Literatur, Historie und Fantasy bewegt und wirklich alles ist, nur nicht gewöhnlich. Auch hier überwiegen leise Töne und Naturbeschreibungen, sodass man meint, man stünde tatsächlich im Wald und atme dessen frischen Duft ein. Aber, worum geht es in „Der begrabene Riese"? Wir befinden uns mit Axl und Beatrice im Britannien des 5. Jahrhunderts. Das Paar wird in ihrem Dorf als Außenseiter behandelt, weshalb sie sich dazu entschließen, sich auf die Reise zu ihrem Sohn zu machen, den sie schon lange Zeit nicht mehr gesehen haben. Dabei treffen sie auf allerhand mysteriöse und zauberhafte Gestalten (Drachen, Ritter, Merlin usw.) und sie lernen, dass ihre Welt unter einem Nebel des Vergessens liegt, weshalb alle Figuren praktisch vergangenheitslos sind. Dieser Nebel ist im Begriff alles und jeden einzuhüllen, sie sozusagen auszulöschen. Wird es Axl und Beatrice gelingen ihre Erinnerungen und somit sich selbst zu bewahren? „Der begrabene Riese“ ist ein Roman, in dem sich zwischen den Zeilen wohl jeder wiederfinden kann, denn nicht nur die Protagonisten sind von dem Nebel betroffen, sondern irgendwie wir alle. Das Leben rauscht nur so vorbei und wir vergessen, was wirklich zählt, wer wir wirklich sind. Hier bietet das Buch viel Raum für Interpretation, die jedem selbst überlassen ist. Ishiguros so wunderbar zarte Sprache und sein Erzählgeist tragen den Leser von der ersten Minute an und ziehen ihn in eine Art traumhaften Sog, dem man sich nicht entziehen kann, geschweige denn möchte. Einziger Nachteil der ausführlichen Beschreibungen Ishiguros sind die Längen, die der Roman dadurch teilweise aufweist. Zusätzlich sollte man, meiner Meinung nach, ein wenig Historie- und Fantasy affin sein – oder sich eben komplett auf die Geschichte einlassen können, dann begeistert das Buch und lässt einen auch lange Zeit später noch in Gedanken darin eintauchen, so lange man nicht dem Nebel des Vergessens begegnet.

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  • Der begrabene Riese

    Der begrabene Riese

    Minoo

    02. March 2016 um 16:40

    Nachdem mich bereits "Alles, was wir geben mussten" des Autors restlos begeistert hat, war mir schnell klar, dass ich auch sein neustes Werk lesen möchte. Der Klappentext war vielversprechend, ebenso Titel und Aufmachung. Wie schon bei "Alles, was mir geben mussten" hatte ich zunächst kleine Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden. Ansonsten haben die Bücher aber, abgesehen von dem genialen Schreibstil, nichts gemein. Die Geschichte ist, vor allem zu Beginn, sehr ruhig. Was mich jedoch vom ersten Satz an begeistern konnte, war Kazuo Ishiguros wundervoller Schreibstil. Für diesen braucht man jedoch die richtige Stimmung und so ist "Der begrabene Riese" in meinen Augen ein Buch, dass die wenigsten Leser "verschlingen" werden. Viel mehr handelt es sich um ein Buch, dass man zu dem richtigen Zeitpunkt lesen muss, um den Schreibstil, der sehr ruhig, beschreibend und poetisch ist, genießen zu können. Dementsprechend lange habe ich gebraucht "Der begrabene Riese" zu beenden. Die Welt, die Ishiguro beschreibt ist von Beginn an sehr düster und atmosphärisch. Fantasy und Realismus treffen aufeinander und verschiedene Mythen spielen eine große Rolle. Bei den Protagonisten handelt es sich um ein älteres Ehepaar, dass sich auf die Suche nach ihrem Sohn macht. Ich empfand die beiden als sehr authentisch und mochte sie auch sehr gerne, wobei mir Axl noch ein wenig sympathischer war. Ein Mann, der selbst im hohen Alter seine Frau noch Prinzessin nennt (und hierbei ist Ishiguro weit entfernt davon kitschig zu sein) und der liebe Umgang mit seiner Frau zeichnete ein perfektes Bild von einem alten Mann, der seine Frau nach all den Jahren noch liebt wie am ersten Tag. Bei "Der begrabene Riese" handelt es sich in meinen Augen nicht um einen Fantasyroman. Die Fantasywesen wie bspw. Kobolde und Drachen sind viel mehr als eine Metapher zu verstehen. Bei "Der begrabene Riese" handelt es sich um einen historischen Roman, der mit verschiedenen Elementen als Symbol spielt. Diese Symbole wie bspw. der Nebel sind nicht immer sofort zu durchschauen und doch beginnt der Leser nach und nach zu verstehen, was Ishiguro mit diesem Roman erzählen möchte. Er beschäftigt sich mit der Frage, ob es besser ist in Unwissenheit zu leben anstatt unter der Last der Erinnerungen zu leiden. Es geht um den Menschen, die Liebe und so vieles mehr, dass man nur schwer in Worte fassen kann, es sei denn man heißt Kazuo Ishiguro ;) Fazit: Ein Buch, das keineswegs leicht zu lesen ist. Doch für den Schreibstil Ishiguros sowie die ruhige Geschichte die dennoch spannend wird, lohnt sich die Mühe.

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  • Der begrabene Riese, rezensiert von Henriette Kreimeyer

    Der begrabene Riese

    Splashbooks

    04. February 2016 um 12:20

    Der britische Schriftsteller Kazuo Ishiguro hat fast zehn Jahre nach seinem letzten Roman nun ein ganz besonderes Werk veröffentlicht. 1989 erhielt der Autor den Bookerprize für seinen Roman " Was vom Tage übrig bleibt" und hat insgesamt bis heute nur acht Bücher veröffentlicht. Genauso wirkt sein Roman auch. Sehr durchdacht. Ein Fantasybuch, dass gar nicht so richtig eins ist, denn über England im 5 Jahrhundert ist historisch gesehen nichts bekannt. So füllt der Autor eine vergessene Zeit mit Leben und verbindet eine fiktive Geschichte mit fantastischen Elementen, die sich aber wie selbstverständlich einfinden. Ishiguro schafft es durch Wahl von Zeit und Ort einen Roman zu schreiben, der außerhalb unserer Gesellschaft spielt und dennoch, anders als in vielen anderen Fantasyromanen, eine Welt zu erschaffen, an die man sofort glaubt, wo einem nichts unreal erscheint. Zum einen hängt es bestimmt damit zusammen, dass er typische Assoziationen mit dem Mittelalter aufgreift und ausschmückt. Es gibt Ritter, Klöster mit Geheimgängen und viel Grausamkeit. Genauso gibt es aber Drachen und Kobolde und natürlich die Liebe. Zum anderen schafft er es durch seine bildliche Sprache, dass der Leser an der Seite von Beatrice und Axl wandert.Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/23068/der_begrabene_riese

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  • Philosophische Parabel

    Der begrabene Riese

    letusreadsomebooks

    29. January 2016 um 12:39

    Nach erbitterten Kämpfen zwischen Briten und Sachsen ist Britannien im 5. Jahrhundert verwüstet. Dem älteren Paar Axl und Beatrice wird deutlich zu verstehen gegeben, dass sie in ihrem Dorf nicht mehr willkommen sind, da sie eine Bürde für die Gemeinschaft sind. In der Hoffnung, ihren Sohn zu finden, verlassen die beiden ihre Heimat. Die Reise der beiden ist voller überraschender Begegnungen und Gefahren. Schon bald ahnen sie, dass ihrem Land Veränderungen bevorstehen, die alles aus dem Gleichgewicht bringen können, sogar ihre Beziehung. Gemeinsam mit dem alten Paar Axl und Beatrice reist der Leser durch ein vom Krieg gezeichnetes Land, das bevölkert wird von mythischen Wesen und Gestalten. Da sind zum Beispiel König Artus, Merlin und die Ritter der Tafelrunde, aber auch Menschenfresser und Drachen. Das Land ist befallen von einem geheimnisvollen Nebel, der die Erinnerung unterdrückt. Zunächst war ich überrascht, denn so viel Märchenhaftes hatte ich nicht erwartet. Nach der Lektüre muss ich aber sagen, dass Kazuo Ishiguro für Der begrabene Riese genau die richtige Form gewählt hat. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, ob das Erzählte wirklich die Realität spiegelt oder der Fantasie der Figuren entspringt. Erst nachdem Axl und Beatrice dem Kämpfer Wistan begegnen und von seiner Mission erfahren, hatte ich das Gefühl, richtig zu verstehen, worum es im Roman geht. Vor dieser Begegnung war ich beim Lesen etwas verunsichert. Ich fand zunächst keinen roten Fanden in der Handlung und hatte keine klare Vorstellung davon, was das Ganze eigentlich soll. Aber dann, nach vielen Andeutungen und kurzen Erinnerungen, fand ich es immer spannender, Axl und Beatrice bei ihrer Reise zu begleiten und mit ihnen das Geheimnis des Nebels zu lüften. Während des Lesens sind mir Axl und Beatrice sehr ans Herz gewachsen. Die tiefe Zuneigung der beiden zueinander wird von Ishiguro sehr eindrücklich beschrieben und wirkte auf mich in keiner Weise zu kitschig. Vor allem das Ende des Buches, das bereits früh angedeutet wird, war sehr emotional und melancholisch und regt zum Nachdenken an. Letztlich geht es um die Frage, ob es besser ist, in Unwissenheit in den Tag zu leben, dafür in Frieden und Ruhe, oder in Freiheit, aber mit der Last der Erinnerungen, die sowohl das einzelne Leben, als auch den Zusammenhalt einer Gemeinschaft bedrohen können. Was den Stil des Romans betrifft war ich an manchen Stellen etwas zwiegespalten. Die altertümlich anmutenden Dialoge sind wunderbar gestaltet und toll zu lesen, ebenso wie die Beschreibung der Liebe zwischen Axl und Beatrice, die sehr detailliert und in vielen Facetten dargestellt wird. Ab und zu bin ich aber auch über Wörter gestolpert, die nicht recht in den Lesefluss passten. Ein paar Mal ist mir der Begriff „Tohuwabohu“ aufgefallen, der mir sehr unpassend erschien. Ob das nur ein Problem der Übersetzung ist, kann ich nicht beurteilen. Nachdem ich mich richtig auf den Roman einlassen konnte und mich in die Handlung reingefunden hatte, war ich wirklich sehr begeistert. Die Art des Erzählens und die philosophischen Fragen, die Ishiguro scheinbar so einfach verarbeitet, haben mich sowohl emotional mitgenommen, als auch zum Nachdenken angeregt.

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  • Meisterliche Schreibkunst meets eine außergewöhnliche Liebesgeschichte.

    Der begrabene Riese

    Schmidtchen

    17. January 2016 um 20:21

    Meinung: Drei Monate habe ich an diesem Roman gelesen, wie ich mit Schrecken festgestellt habe; ABER nicht aus jenen Gründen, die naheliegend erscheinen mögen. Sätze, Abschnitte und ganze Kapitel musste ich einfach doppelt und dreifach lesen, weil die Magie der Worte von Kazuo Ishiguro mich nicht losgelassen hat. Der feinsinnige, philosophische, vergessene Weg der beiden gealterten Protagonisten Beatrice und Axl lässt den Leser nachdenken und ist doch durchsichtig genug, ihn nicht bis zum Ende vor ein vollständiges Rätsel zu stellen. Man ahnt, weiß, auf was der Roman zusteuert; der Verbleib des Sohnes der beiden, ist kaum ein unlösbares Mysterium und liegt doch unter dem Nebel des Vergessens – dem der beiden Protagonisten. Folgen wir den Spuren von Axl und Beatrice aus dem kleinen Dorf, in dem sie nicht willkommen sind und aus dem es sie herausschlägt, nachdem ein Lichtstrahl im Nebel in Axl etwas Unbeschriebenes ausgelöst hat und die beiden sich an die Existenz eines Sohnes erinnern, der nicht weit von ihnen wohnt. Der Fährmann, der zu einer Insel im Meer übersetzt, auf der man miteinander lebt ohne sich wiederzuerkennen, auf die man nie gemeinsam kommt, für die es wenige Ausnahmen gibt, in denen die wahre Liebe stärker ist, als das was üblicherweise geschehen wird, ist keine überraschende Metapher, aber eine unbestreitbar Schöne. Der Fährmann bleibt vorerst ein Punkt auf dem Weg, den sie nehmen, doch es deucht einem, man wird ihn wiedersehen, ob man will oder nicht. Ist das Vergessen ein Segen, der Grund für wahre Liebe oder bringen die Erinnerungen, die an guten und schlechten Zeiten zugleich verhaftet sind, uns erst die Erkenntnis darüber, was uns in wahrer Liebe verbindet, wie uns die Fehler und das Verzeihen formt und einander näherbringt? Eine große, eine schwierige Frage bei der uns der Roman an die Hand nimmt, uns Möglichkeiten und Gedanken aufzeigt. Bekommen wir auch eine abschließende Antwort? Das muss tatsächlich – ja es mag ein Klischee sein - jeder für sich entscheiden. Ich sage: Ja. Für Liebhaber der Fantasy sei angemerkt, dass es sich trotz Drachen, begrabenen Riesen, Merlin und Arthur nicht um einen klassischen Fantasyroman handelt. Vielmehr um eine tiefe Liebesgeschichte vor fantastisch angehauchter Kulisse. Fazit: Wir werden in unseren Leben vergessen, wir werden erinnern, wir werden darüber lachen, wir werden darüber weinen, es wird uns helfen, es wird uns schaden; mit Sicherheit aber wird es uns helfen die Dinge klarer zu sehen und abzuwägen, was es bedeutet wahrhaft zu lieben. Gruß Schmidtchen

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  • Anders

    Der begrabene Riese

    jaylinn

    16. January 2016 um 09:55

    Diese Rezension erscheint auch auf meinem Blog www.zeilenliebe.wordpress.com. Allgemeines: Der begrabene Riese ist Ende August 2015 im Blessing Verlag erschienen. Vom Autor Kazuo Ishiguro könnte einigen bereits Alles, was wir geben mussten bekannt sein? Mit einem Einband aus Leinen kommt Der begrabene Riese recht hochwertig daher. Haptisch auf jeden Fall ein schönes Buch. Auch optisch überzeugt das Cover durch das relativ schlichte und doch interessante Design. Die Qualität des Buches ist jedoch nicht gut. Ich bin eine vorsichtige Leserin und gehe mit Büchern gut um. Nach dem Lesen war das Buch aber leider völlig schief und verzogen. Bei einem recht hochpreisigen Buch wäre ich als Leser davon enttäuscht. Inhalt: “Britannien im 5. Jahrhundert: Nach erbitterten Kriegen zwischen den Volksstämmen der Briten und Angelsachsen ist das Land verwüstet. Axl und Beatrice sind seit vielen Jahren ein Paar. In ihrem Dorf gelten sie als Außenseiter, und man gibt ihnen deutlich zu verstehen, dass sie eine Belastung für die Gemeinschaft sind. Also verlassen sie ihre Heimat in der Hoffnung, ihren Sohn zu finden, den sie seit langer Zeit nicht mehr gesehen haben. Ihre Reise ist voller überraschender Begegnungen und Gefahren, und bald ahnen sie, dass in ihrem Land eine Veränderung heraufzieht, die alles aus dem Gleichgewicht bringen wird, sogar ihre Beziehung.” (Random House) Meine Meinung: Ich habe von diesem Buch etwas völlig anderes erwartet. Aufmerksam wurde ich durch eine Empfehlung in einer Zeitschrift, der beschriebene Inhalt sprach mich auf Anhieb an. Ich bereue es jedoch, nicht in einer Buchhandlung hinein gelesen zu haben. Die Erzählform dieses Romans ist, um es positiv auszudrücken, etwas anders. Es handelt sich nicht um eine gängige Erzählform, eigentlich kann ich kaum beschreiben, was Ishiguro ganz genau macht. Inhaltlich fehlt es mir an Spannung, die Handlung kommt sehr schleppend in Gang und es gibt viele Längen. Ishiguro spricht den Leser direkt an und appelliert an Erfahrungen, möchte Assoziationen in den Köpfen der Menschen erzeugen. Ich kann mich trotzdem nicht mit seinem Buch identifizieren und mir fiel es schwer, bis zum Ende durchzuhalten. Nichtsdestotrotz habe ich den Roman komplett gelesen, um zu schauen, ob sich irgendetwas ändert und er mich doch noch überzeugen kann. Viele Rezensionen zu diesem Buch sind so positiv, dass ich fast das Gefühl hatte, einen anderen Roman zu lesen als alle anderen. Für mich passiert hier zu wenig und auch die Auflösung der Geschichte konnte mich nicht überzeugen. Fazit: Für eine literarisch begeisterte Zielgruppe, die gerne Allegorien liest.

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  • Phänomenal!

    Der begrabene Riese

    Saruna

    04. November 2015 um 12:21

    Wochenlang habe ich jeden Freitag in der Berufsschule das Plakat des englischen Covers angestarrt und auf einmal sah ich in unserer Buchhandlung die deutsche Ausgabe- nicht ganz so schön wie die englische, aber immer noch sehr majestätisch mit dem geschwungenen Baum, der an den keltischen Lebensbaum erinnert, in blauer Leinen gebunden, sodass es schon von aussen einen ruhigen Eindruck erweckt- ich musste es einfach kaufen! Und Gott sei Dank, tat ich dies. Denn das Buch macht nicht nur im Regal einen super Eindruck, nein, es ist auch Inhaltlich absolut phänomenal. Kazuo Ishiguro verzaubert mit seiner Wortgewandtheit und einem unglaublichen, intensiven Schreibstil. Gemächlich erzählt er uns die Geschichte von Axl und Beatrice, welche im fünften Jahrhundert nach Christus in Britannien leben. Ein seltsamer Nebel des Vergessens scheint sich über die Bewohner der Insel zu legen, doch das alte Ehepaar erinnert sich nach und nach daran, dass es einen Sohn hat und macht sich auf die nicht ungefährliche Suche nach ihm. Ihre Reise ist voller Überraschungen, faszinierenden Begegnungen und bald schon merken sie, dass eine Veränderung über das Land kommt, welche alles aus dem Gleichgewicht bringen wird, auch ihre Beziehung…. Ein magisches Buch, wunderschön und faszinierend. Für Alle die gerne abtauchen und dem hektischen Alltag entfliehen wollen. 

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  • Wunderbar mit Tiefe erzählt

    Der begrabene Riese

    michael_lehmann-pape

    23. September 2015 um 13:24

    Wunderbar mit Tiefe erzählt Der „begrabene Riese“, den Oshiguro in dieser ruhig und mit großer Sprachkraft erzählten Geschichte „im Hintergrund“ später im Buch ständig präsent mitschwingen lässt, ist eine der größte Gefahren für die Menschheit. Nicht nur in jener überschaubaren geographischen Gegend mit ihrer ebenso überschaubaren sozialen Struktur, in der die Handlung des Buches spielt. Zu einer Zeit, in der die Erinnerung an König Artus und seine Idee eines übergreifenden Friedens (nach großen Schlachten und einer entscheidenden Schlacht) noch in der Atmosphäre mitschwingt, aber dennoch bereits Jahrzehnte zurückliegt. Nicht soweit, dass nicht noch der ein oder andere Begleiter des Königs noch am Leben wäre (wie man im Buch sehen wird), doch soweit dennoch, dass das Leben ganz andere Formen angenommen hat. Wenn, ja wenn man denn überhaupt noch den Vergleich hätte. Denn für einen solchen müssten die Menschen sich ja zunächst einmal erinnern. Zumindest im Groben. Doch eine seltsame, kollektive Amnesie scheint über dem Landstrich zu liegen. Schon was gestern war, oder letzte Woche, vor weniger vor Jahren oder zu anderen Phasen des eigenen Lebens entfällt den Gedanken ständig. Ob der Nebel etwas damit zu tun hat, der über dem Land liegt? Das alte Ehepaar Beatrice („Meine Prinzessin“) und Axl (der in seiner Vergangenheit ein ganz anderes eben geführt zu haben scheint, als es in diesem höhlenartigen Bau des Dorfes erscheint) teilt gemeinsam das Gefühl, etwas wichtiges und wesentliches des gemeinsamen Lebens (und des Lebens an sich) nicht so recht greifen zu können. Beide machen sich auf, ihren Sohn zu suchen. Einige Dörfer weiter, so die dunkle, erinnernde Ahnung, muss dieser leben. Darin wird Beatrice auch von einer Frau bestärkt, die eines Tages eine kurze Rast am Rand der Dorfbehausung hält. In einem Umfeld eines friedlichen Miteinander von Britanniern und Sachsen (ein Erbe des großen Königs wohl, an den sich niemand mehr so recht erinnert) drohen dennoch Gefahren, lauern Wesen im Dunkel der Nacht, werden Menschen angegriffen. Handfest erscheint den beiden fast nur der Kämpfer Wistan, Ein Mann mit einer Mission. Der Retter eines Kindes und eines ganzen Dorfes. Ein Abgesandter, der selbst verfolgt wird. Doch viel tiefer reicht die Mission des Wistan, als Axl zu Beginn erkennt. Wie ist es besser? In Unwissenheit, fast nur für den konkreten Tag zu leben, dafür aber in Ruhe, oder in Freiheit, dafür aber mit Risiko und den Lasten, die das Leben dem einzelnen Menschen und dem Zusammenhalt der Menschen untereinander aufbürdet? Das ist die philosophische Frage, die Oshiguro in diesem Roman mehr und mehr in den Vordergrund rückt. Da, wo der (scheinbare) Frieden bedroht wird und wo man sich zu entscheiden hat. Im Buch zwischen dem gro0en Plan des Artus oder gegen die unweigerlichen Konsequenzen dieses Plans. Mit großer Sprachkraft, voll altertümlich anmutender Dialoge, mit großer Liebe zu seinen Figuren und mit einer sehr genauen, zu Herzen gehenden Beschreibung der Liebe zwischen Beatrice und Axl (die Oshiguro bis zur Neige in ihrer Tiefe auslotet) nimmt der Autor den Leser in großer Ruhe mit auf die Reisen im Buch. Die Suche nach der eigenen Vergangenheit, die Vergewisserung der eigenen Liebe und die große Frage nach Freiheit oder Frieden, die im Buch als Gegensätze erscheinen werden. „Schon seit einer ganzen Weile – eigentlich seitdem der Name Artus zum ersten Mal gefallen war – empfand Axl ein bohrendes Unbehagen“. Denn er selbst ist mit all dem, was ist, sehr verbunden gewesen. Auch wenn er es nicht mehr erinnert. Ein Unbehagen, das sich nicht lösen wird bis ganz zum Schluss. Und dann auf eine Art sich lösen wird, die in dieser Form kaum in Axls Sinne sein wird. Und dennoch Liebe zeigt und von Liebe getragen handelt. Wie überhaupt der Schluss des Buches mit großer, emotionaler Kraft gestaltet ist und im Leser noch lange nachhallt. Da ist tatsächlich ein ungewöhnlicher „Klang von Stille“ bei der Lektüre, wie es „Die Zeit“ formuliert. Der anrührt, der innerlich mit hineinzieht, der akribisch diese Welt des 5. Jahrhunderts in England auferstehen lässt und den Leser bis zum Ende nicht loslässt. In dieser Geschichte von Wissen und Unwissenheit, von Leben, Liebe, Sterben und Tod, von Hoffnung und Realität, von Respekt und Kampf.

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