Kazuo Ishiguro The Remains of the Day

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Inhaltsangabe zu „The Remains of the Day“ von Kazuo Ishiguro

In the summer of 1956, Stevens, the ageing butler of Darlington Hall, embarks on a leisurely holiday that will take him deep into the countryside and into his past.

Ein teils Träger Roman über eine einsame Persönlichkeit

— Falaffelwaffel

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  • Ein "Klassiker"

    The Remains of the Day

    histeriker

    30. April 2017 um 19:53

    Inhalt:Stevens ist ein alternder Butler, der einige Tage Urlaub bekommt. Während seiner Reise erinnert er sich an seine Zeit in Darlington Hall und siniert über die Eigenschaften guter Butler.Bewertung:Wer England und Engländer nicht mag, wer sich mit einem Buch woller Monologe langweilt, der sollte zu diesem Buch nicht greifen. Für die anderen, die das nicht stört oder sie sogar England lieben, ist dies ein Buch zum Empfehlen.Dies Buch ist so englisch, dass man es auf jeder Seite spürt und förmlich riechen kann. Es fängt natürlich mit dem Beruf des Butlers, der wahrscheinlich etwas sehr typisches für England ist, auch wenn ich nicht mit Stevens Äußerung einverstanden bin, dass nur Engländer gute Butler sein können. Dieser Beruf wird hier von fast jeder Seite beleuchtet und die Überlegungen Stevens sind interessant, auch wenn vielleicht jemand sagen würde, dass sie langatmig sind. Dies macht aber das Buch aus, die Monologe bereichern das Buch und der Leser kann sich in den älteren Herren hineinversetzen, der diese hält. Was natürlich nicht unbedingt bedeutet, dass der Leser Stevens unbedingt versteht oder seine Handlungen nachvollziehen kann.Aber dies war der nächste Vorteil des Buches für mich. Stevens ist so in seiner Epoche verfangen (das Buch spielt 1956 mit Rückblicken auf dei 1920er und 30er Jahre), dass er einen in diese Welt entführen kann, auch wenn man als Mensch des 21. Jahrhundert manchmal nur Kopf schütteln kann. Zusätzlich ist Stevens auch noch komplett Butler, was diesen für uns schon fremden Beruf näher bringen kann.Und dann kommen noch die Beschreibungen von Englands Landschaft, die Politik der Zwischenkriegsjahre und tolle Sprache und man hat ein Buch zum Genießen!

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  • Let's Read in English: "The Remains of the Day" von Kazuo Ishiguro

    The Remains of the Day

    TanjaMaFi

    Indeed — why should I not admit it? — in that moment, my heart was breaking Stevens, the ageing butler of Darlington Hall, takes his first holiday in a long time. Soon what starts as a trip into the English countryside turns into a journey into the past and questions the very core of what Stevens' believes inThe Remains of the Day quietly but with utmost power and depth narrates the story of an ever-changing country, its history and the personal struggles of an ageing butler. Discover Kazuo Ishiguro's BookerPrize winning masterpiece with us! Join our  Let's Read in English book club and discuss great novels each month. Usually, there won't be any free books but you are welcome to discuss every book at your own convenience. If you participate actively (around 5 substantial posts), you can also earn a lottery ticket for the raffle at the end of the year! More about the book In the summer of 1956, Stevens, the ageing butler of Darlington Hall, embarks on a leisurely holiday that will take him deep into the countryside and into the past. During his six-day holiday he takes us into his own unrealized love and on a journey through British history.More about the authorKazuo Ishiguro was born in Nagasaki in 1954. In 1960, his family relocated to London where he later studied English and Philosophy.His first novel "A Pale View of Hills" was honored by the Royal Society of Literature with the Winfried-Holtby-Award.Many more awards were to follow. In 1989 he received the Booker Prize for "The Remains of the Day". In 1995, he became an OBE.His works have been translated into 28 languages.That sounds like a novel you'd enjoy? Great, come and join our book discussion. I'm looking forward to a great book club in April with you! You are welcome to discuss the book in English. If you feel more comfortable doing it in German - no problem! Please feel free to use whatever language you are most comfortable with. You love to read in English? Perfect! You can now join the Let's Read in English Challenge 2017 to read and discuss books with other readers. Anything English will also be announced there. 

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  • Die Wahrheit liegt zwischen den Zeilen

    The Remains of the Day

    Schlehenfee

    14. April 2017 um 14:45

    Großbritannien, 1956: Stevens, der alternde Butler des Herrenhauses Darlington Hall bekommt von seinem neuen Arbeitgeber, einem Amerikaner, ein paar Tage frei. Dies ist eine ungewohnte Situation für ihn, hat er doch immer perfekte Professionalität und Loyalität angestrebt. Er fährt nach Cornwall um die ehemalige Haushälterin Miss Kenton zu besuchen. Während der mehrtägigen Reise erwarten Stevens die Erinnerungen an sein bisheriges Leben im Dienste Lord Darlingtons und die Konfrontation mit dem Sinn dieses Lebens, während er gleichzeitig einer aus dem alten Klassensystem ausbrechenden Bevölkerung begegnet. Mein erstes Buch von Kazuo Ishiguro konnte mich absolut überzeugen. Butler Stevens ist genauso prinzipientreu, steif und konservativ, wie man sich Butler in englischen Herrenhäusern nicht erst seit „Downton Abbey“ vorstellt. Durch die Ich-Perspektive der Erzählung lernt man aber nach und nach, Schicht für Schicht quasi, den Menschen hinter der Fassade kennen, seine Fehleinschätzungen, sein Bedauern, seine Geschichte. Auch wenn Stevens sich die Wahrheit nicht selbst eingestehen möchte, so hat Kazuo Ishiguro geschickt die Wahrheit zwischen den Zeilen versteckt. Selbst ich, die an Interpretationen von Literatur in der Schule regelmäßig nichts kapiert habe, konnte für mich vieles herauslesen.Schmunzeln musste ich immer wieder über einige Kuriositäten, die er als Butler ausführen musste, zum Beispiel den Sohn eines Freundes „aufklären“. Doch nicht nur am Ende, wenn man sich als Leser selbst fragen muss, ob man im Alter zufrieden auf sein Leben zurückblicken kann, hat „The Remains of the Day“ einen nachdenklichen und ernsten Unterton. Das Buch lebt von seinem Erzähler und dessen Reflexion, es ist stark charakterbetont. Die Handlung der Gegenwart umfasst die Reise, Beschreibungen der Orte, in denen er übernachtet und der Landschaft. Von den Menschen, denen er begegnet, halten ihn viele für einen Gentleman und behandeln ihn sehr ehrfürchtig, andere möchten mit der „Herrschaft“ nichts mehr zu tun haben und die Möglichkeiten, die ihnen die Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg bietet, ergreifen. Der Autor hat somit auch die Aufteilung der Gesellschaft in Klassen und die Umbrüche der neueren Vergangenheit gekonnt mit einbezogen.Für mich war „The Remains of the Day“ eine große Überraschung im positiven Sinne. Vor allem die subtile Art, wie man als Leser die Wahrheit und den Kern der Erzählung erfährt, konnte mich begeistern.

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  • Eine Geschichte, die nicht ihr volles Potential ausschöpft

    The Remains of the Day

    Falaffelwaffel

    06. October 2016 um 18:01

    Wie bereits im Titel erwähnt, entwarf Kauz Ishiguro eine Tolle Geschichte über den Butler Mr Stevens, leider wirkt das Buch aber an vielen Stellen viel zu lethargisch und wer nach Höhepunkten sucht, der sucht vergebens. Der Roman ist geprägt von den Erinnerungen des Butlers, die sich aber oft in viel zu lange Passagen verlieren, die mich persönlich nur wenig unterhalten konnten. Dennoch ist es lesenswert, denn die eigentliche Handlung, nämlich die Zusammenkunft mit seiner Geliebten, geht nie verloren und hält den Lesefluss aufrecht.

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  • Rezension zu "The Remains of the Day" von Kazuo Ishiguro

    The Remains of the Day

    Marcus_Krug

    13. January 2012 um 14:35

    Ein wunderbares Buch. Schon allein dieses Upper-Class-English, mit welchem Mr Stevens seine sechstägige Reise und noch viele Ereignisse mehr aus seiner Perspektive schildert. Es wird die Geschichte vom Butler und seiner Zeit in Darlington Hall erzählt. Um genauer zu sein geht es um die Ereignisse am Vorabend des 2. Weltkrieges. Aber es geht auch um Miss Kenton mit der sich Mr Stevens nach mehr als dreißig Jahren am Sechsten Tag seiner Reise trifft. Während dieser Reise reflektiert Mr Stevens jene Zeit in den 1930igern im Hinblick auf "Würde" und "Größe" eines Butlers und kommt nach dem Treffen mit Mrs Benn (bzw. Ms Kenton) zu einer für ihn wichtigen Erkenntnis. Daher 5 Sterne für eine so brilliante Charakterstudie, wirklich wunderbar!

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  • Rezension zu "The Remains of the Day" von Kazuo Ishiguro

    The Remains of the Day

    Shiku

    06. January 2012 um 19:12

    England, Juli 1956: Seit Jahrzehnten dient James Stevens als Butler in Darlington Hall. Sein momentaner Arbeitgeber ist der reiche Amerikaner Mr. Farraday, der nun für einige Wochen fort sein wird. Da er keineswegs verlangt, dass seine Angestellten in dieser Zeit im Haus eingesperrt bleiben, schlägt er Stevens vor, sein Auto zu nehmen und sich ein paar Tage frei zu nehmen. Zunächst nimmt Stevens diesen Vorschlag nicht sehr ernst, doch letztendlich entschließt er sich doch dazu – auf seinem Weg will er Miss Kenton, einer ehemaligen Angestellten, die vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges heiratete und wegzog, einen Besuch abstatten. Er erhielt erst vor kurzem einen Brief von ihr, in dem er den Wunsch zurückzukehren rauszulesen meinte, und da er in Darlington Hall eine kompetente Hand mehr gut gebrauchen kann, setzt er diesen Plan auch in die Wirklichkeit um. Doch diese Reise dauert ihre Zeit und Stevens beginnt, sich zu erinnern und über sein Leben nachzudenken – die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg bei Lord Darlington, dem heute nur noch Böses nachgesagt wird, seine Arbeit zusammen mit Miss Kenton und all die Ereignisse, die ihn damals prüften. Nach und nach bildet sich ein Bild der Dinge, die damals geschehen sind – und hätten geschehen können, hätte Stevens seine Chancen ergriffen. Ich würde es vorziehen, zunächst wieder vor dem Schreibstil zu warnen – nicht dass er schlecht wäre, im Gegenteil! Man sollte nur bereit sein, sich auf etwas anderes einlassen zu können. Nein, im Grunde ist der Schreibstil auch gar nicht so anders, nur extrem „posh“, wie meine amerikanische Kommilitonin so passend bemerkte. Stevens dient im Haus eines Lords und das hört man auch sehr deutlich. Er scheint ein unerschöpfliches Kontingent an „indeeds“, umständlichen Formulierungen und einer gewissen Steifheit zu bieten, dass es glatt schon wieder liebenswert wirkt. Am Anfang strengt es zwar noch an, aber das legt sich, sobald man sich daran gewöhnt hat und mit der Zeit entwickelt es auch einen gewissen Reiz – diese Ausdrucksweise ist gewissermaßen das, was auch Stevens repräsentiert. Man muss ihn nicht mögen – ich mochte ihn –, aber seine Angemessenheit kann ihm nicht abgestritten werden. Ähnlich dem Schreibstil ist auch die Erzählweise: ein wenig steif und umständlich. Ständig kommt der Erzähler vom eigentlichen Thema ab, wodurch wir aber all diese Informationen über die Vergangenheit erhalten. Es läuft eigentlich immer nach einem ähnlichen Schema ab: Stevens hat etwas erlebt und dies lenkt ihn auf mehr oder weniger direktem Wege zu einer Erinnerung von damals. Danach kehren wir entweder ins Hier und Jetzt zurück, wenn auch manchmal nur sehr kurz, oder es geht gleich weiter zur nächsten Erinnerung. So gesehen verliert er ständig den Faden, auch wenn das größere Bild später in sich logisch ist. Daran kann man sich gewöhnen, muss man aber nicht. Wer solche ständigen Sprünge nicht mag, wird auch mit diesem Buch keine Freude haben. Ich für meinen Teil war mit jeder Erinnerung immer interessierter, da ich mit jeder neuen Information zum einen besser Bescheid wusste und zum anderen dann erst recht wissen wollte, was damals alles passiert ist. Wer vollständige Aufklärungen liebt, sollte übrigens auch lieber Abstand vom Buch nehmen – manche Erzählstränge bleiben zum Teil im Dunkeln. Zwar deutet der Autor relativ deutlich in einige Richtungen und das meiste kann man sich denken, aber die Details fehlen dennoch. Was mich an dem Buch aber wirklich verrückt gemacht hat – und das meine ich durchaus im positiven Sinne – war Stevens, bei dem ich mir nie sicher sein konnte, woran ich bin. Auch bei den anderen Charakteren kann ich nicht behaupten, dass sie mir sonderlich ans Herz gewachsen wären. Nehmen wir Lord Darlington, der anfangs auch durch Stevens‘ wohlwollende Worte eher sympathisch wirkt, mit späteren Handlungen dieses Urteil aber ins Gegenteil verkehrt, auch wenn Stevens immer wieder beteuert, er sei ein guter Mann. Oder Miss Kenton, die bisweilen extrem kindisch auftritt, aber dann auch wieder sympathisch ist, einfach weil ihre Reaktionen – so überzogen sie bisweilen sind – irgendwo verständlich bleiben. Andere wichtige Charaktere gibt es ehrlich gesagt auch nicht. Stevens … nun, einerseits wirkt er richtig süß mit seinem gestelzten Ausdruck und seinen kleinen Eigenheiten, so zum Beispiel seine Versuche, sich Humor und Schlagfertigkeit beizubringen, weil er das Gefühl hat, dass Mr. Farraday dies von ihm erwarte. Er möchte ganz der perfekte Butler sein und seine Aufgaben so gut es ihm möglich ist erledigen – Loyalität und Würde stehen bei ihm an oberster Stelle. Aber sehr oft scheint er das auch mit Ignoranz zu verwechseln oder zumindest ist das mein Eindruck nach dem Lesen. Es gab so viele Situationen, in denen ich ihn am liebsten geschüttelt hätte, um wenigstens ein paar Emotionen ans Tageslicht zu bringen, aber da war immer nur Professionalität. Das ist es aber noch immer nicht, was mich vor allem anderen weiterlesen ließ. Das nämlich wäre die Tatsache, dass ich seinen Erzählungen nie wirklich über den Weg trauen konnte. Anfangs war das noch kein Problem, doch spätestens bei der dritten Wiederholung einer Aussage – zum Beispiel dass die Gerüchte über Lord Darlington schlichtweg falsch sind – musste ich mich fragen, was wohl geschehen ist, damit er es sich so vehement einreden muss. Denn als nichts anderes erscheint es mir – ob es da um Miss Kentons Wunsch der Rückkehr oder Lord Darlingtons Unschuld geht. Bisweilen wird es ja sehr klar, dass er sich nicht ganz die Wahrheit einzuprägen versucht, da es eben Ereignisse gab, die eine ganz andere Sprache sprechen. Auch Wendungen, die den Eindruck erwecken, er würde genau das Gegenteil von dem empfinden, was er sagt, nährten dieses Misstrauen. Und wenn er eine Erklärung liefert und meint, es würde immer sinnvoller klingen, je länger er darüber nachdenke und noch hinterher schiebt, dass es die Wahrheit wäre, dann weiß ich wirklich nicht, was ich davon halten soll. Warum muss er denn so über die Sinnhaftigkeit nachdenken, wenn es ohnehin die Wahrheit ist? Ob ich nun mit meinen Zweifeln und Vermutungen richtig liege, weiß vermutlich allein der Autor. Nichtsdestotrotz macht es den Reiz des Buches aus und auch wenn ich nie auf die Ebene kam, dass mir die Charaktere wirklich etwas bedeuteten – interessiert war ich allemal und letzten Endes kann ich das Buch nur als lesenswert ansehen. „The Remains oft he Day“ ist anders und ganz gewiss keine Lektüre für entspannte Stunden. Trotzdem ist es gewissermaßen ein Genuss, nach dem man auch über das eigene Leben nachdenken könnte – Kazuo Ishiguro zeigt sehr deutlich, dass man durch vertane Chancen keineswegs ein schlechtes Leben führen muss, dass die Frage, wie es wohl gewesen wäre, aber früher oder später ihren Weg zurückfindet. Und bleibt.

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  • Rezension zu "The Remains of the Day" von Kazuo Ishiguro

    The Remains of the Day

    michella propella

    24. June 2010 um 14:02

    quite astonishing. did i like the book or do i detest it? 250 pages on the dignity of working as a butler one's entire life. only in the end does he realise that he missed something in his life: living his life! quite constructed one knows soon enough what ishiguro is after, and it bores. beware if your english is not that good! on few occasions the formulations had to be reread as it was written in such a posh and stiff style - classic or no classic. every reader has to decide for himself if it is worth reading. test yourself on the first 10 pages - it is not going to change much afterwards.

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  • Rezension zu "The Remains of the Day" von Kazuo Ishiguro

    The Remains of the Day

    Thaila

    03. May 2010 um 19:49

    Mr Stevens ist Butler in einem der großen englischen Herrenhäuser. Mittlerweile ist sein alter Arbeitgeber Lord Darlington jedoch verstorben und das Anwesen Darlington Hall an einen neureichen Amerikaner verkauft, der zwar freundlich ist, die Feinheiten des britischen Butler-Wesens jedoch wenig zu würdigen weiß. Für Stevens ist es an der Zeit Bilanz zu ziehen. Das tut er auf eine eigentümlich umständliche Art und Weise. Der erste Satz des Romans zeigt den eigentümlichen Stil des Romanes: It seems increasingly likely that I really will undertake the expedition that has been preocupying my imagination now for some days. So meandert die Erzählung vor sich hin. Stevens berichtet von der Reise, die er gerade unternimmt, von der Berufswürde der Butler, und von seiner Vergangenheit als Butler von Lord Darlington. Eine Figur taucht dabei in seinen Erzählungen immer wieder auf, Miss Kenton, die ehemalige Haushälterin, die er überreden will nach Darlington Hall zurückzukehren. Was vom Tage übrigblieb ist eine wunderbare, auf eigentümliche Art und Weise zärtliche Parodie auf die britische Standesgesellschaft. Der Butler als wahre Macht in den Häusern des Adels nimmt eine entscheidende Stellung in dieser Gesellschaft ein, auch wenn Mr. Stevens in seinem Standesdünkel dazu neigt, seine Bedeutung in den politischen Geschäften seines Arbeitsgebers ein bißchen überzubewerten. Mr Stevens formalistisch- umständlicher Stil liest sich sehr vergnüglich und man kann sich den steifen, älteren Herrn, der immer darauf bedacht ist, Haltung zu wahren, großartig vorstellen. Aber die Parodie wird im Laufe des Romans zunehmend trauriger, wenn Mr. Stevens beispielsweise ohne erkennbares Bedauern davon berichtet, dass er seinen sterbenden Vater aufgrund seiner beruflichen Plichten nicht mehr hatte an seinem Totenbett besuchen können. Für ihn ist klar: Die Pflichterfüllung gegenüber dem Herrn ist oberstes Gebot. Und so sehen wir einen Mann, dessen Gefühlsleben vollkommen unterdrückt, ja verkrüppelt ist. Ein wunderbar traurig-komisches Buch!

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  • Rezension zu "The Remains of the Day" von Kazuo Ishiguro

    The Remains of the Day

    firlefanz

    15. February 2010 um 13:03

    Manche Bücher liest man langsam, weil sie schwierig sind oder zäh. Dieses Exemplar hier liest man langsam, bzw. man zwingt sich irgendwie es nicht zu verschlingen und durch die Seiten durchzurauschen, weil es so großartig geschrieben ist. Ishiguro erzählt seine Geschichte über die Geschehnisse in Darlington Hall nicht langweilig runter, sondern lässt seine Hauptfigur, den Butler Stevens, selbst von seinen Erlebnissen berichten. Der schweift gerne mal ab vom eigentlichen Thema und erörtert dann seine Ansichten zur Würde des Butlerberufs und verschiedene Anekdoten (herausragend ist vor allem jene, in der sein Herr, Lord Darlington ihn bittet, den, gar nicht mehr so jungen Reginald in das einzuweihen was er "the facts of life" nennt). Dabei ist er genauso, wie man sich einen typischen Butler vorstellt. Steif, stets Haltung bewahrend, loyal und unpersönlich. Das führt zu einigen unfreiwillig komischen Momenten. Ishiguros Sprache ist so plastisch, dass ich ihn ständig vor Augen hatte, den in die Jahre gekommenen Butler, Miss Kenton und die anderen Figuren. Nach und nach werden die Vorgänge aufgedeckt, die letztlich zur Erniedrigung der Hausherren führten. Die Liebe, ja, die spielt auch eine Rolle, aber besonders da wird deutlich, welch ein eingeschränktes und pflichtbewusstes Leben Stevens führt. Ich habe das Buch jedenfalls sehr genossen, werde nicht zögern, es jedem zu empfehlen und Ishiguro ist nun auch mehrfach auf meiner Bücherwunschliste vertreten. Wie sollte es auch anders sein...

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  • Rezension zu "The Remains of the Day" von Kazuo Ishiguro

    The Remains of the Day

    Robert_05_85

    24. January 2010 um 09:32

    »You know you've read a good book when you turn the last page and feel as if you've lost a friend.« … und heute Abend habe ich einen guten Freund verloren. Die Geschichte in »The Remains of the Day« wird von einem in die Jahre gekommenen Butler erzählt, der sich vor dem Hintergrund einer Reise durch Südengland hauptsächlich an vergangene Tage erinnert. Tatsächlich wird inhaltlich nicht allzu viel geboten: Der Roman wird durch Erinnerungen aus früheren Zeiten bestimmt, Rückblicke auf Gäste, die während des 2. Weltkrieges bei seinem Arbeitgeber ein und aus gegangen sind, und Gedanken an das Personal, das Stevens früher geleitet hat – Reminiszenzen vergangener Tage. Der eigentliche Inhalt spielt sich zwischen den Zeilen ab: eine verflossene Liebe, die als solche nie offiziell eingestanden wird, die Thematik des Alterns und des verbleibenden Lebensabends und nicht zuletzt auch ein wenig Geschichtliches, v.a. in Zusammenhang mit Stevens ehemaligen Arbeitgeber Lord Darlington. Wir erfahren zu keiner Zeit zuverlässig, wer und wie er wirklich war. Stevens ist als Erzähler dafür nicht vertrauenswürdig genug. Was können wir von ihm als Erzähler für bare Münze nehmen, wann versucht er seinen Arbeitgeber zu schützen oder wann lässt ihn seine Erinnerung einfach nur im Stich? Stevens betont immer wieder, dass Lord Darlington kein Antisemit war; die Zeitung jedoch schreibt schlecht über ihn und behauptet er würde von den Nazis instrumentalisiert. Man weiß nie so recht, was stimmt und was nicht. Dieses Buch ist einfach wunderschön. Ich hätte anfänglich nicht gedacht, dass es mich mit seinen »leisen Tönen« so begeistern können wird, aber es hat es … Sicherlich kein Buch, das jedem gefällt, aber definitiv einen Versuch wert. Goodbye, old friend.

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  • Rezension zu "The Remains of the Day" von Kazuo Ishiguro

    The Remains of the Day

    Leseratte1248

    22. June 2008 um 19:12

    Dieses Buch stand auf meiner Leseliste fürs Studium und ich habe nicht bereut, es zu lesen.
    Es geht um einen alternden Butler, der nicht mehr weiß, was er glauben soll, als er negative Gerüchte über seinen verstorbenen Herrn hört und zerbricht fast an der Ungewissheit. Dazu kommt die verpasste Chance, die Liebe der Haushälterin nicht angenommen und erwidert zu haben. Es lohnt sich!

  • Rezension zu "The Remains of the Day. Was vom Tage übrigblieb, englische Ausgabe" von Kazuo Ishiguro

    The Remains of the Day

    NonBeliever

    07. June 2008 um 17:14

    unwahscheinlich schön geschrieben, feinfühlig hat kazuo sensible momente eingefangen.
    geschichte wie auch sprache von exquisiter schönheit.
    schaut nicht den film - lest das buch!

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