Kazuo Ishiguro Was vom Tage übrig blieb

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Inhaltsangabe zu „Was vom Tage übrig blieb“ von Kazuo Ishiguro

Stevens dient als Butler in Darlington Hall. Er sorgt für einen tadellosen Haushalt und ist die Verschwiegenheit in Person: Niemals würde er auch nur ein Wort über die merkwürdigen Vorgänge im Herrenhaus verlieren. Er stellt sein Leben voll und ganz in den Dienst seines Herrn. Auch die vorsichtigen Annäherungsversuche von Miss Kenton, der Haushälterin, weist er brüsk zurück. Viele Jahre lang lebt ergeben in seiner Welt, bis ihn eines Tages die Vergangenheit einholt. Das kritische Portrait einer von Klasse und Hierarchien geprägten Gesellschaft und eine bittersüße Liebesgeschichte, erzählt von einem, der seinen Stand nie hinterfragt und der nie auch nur geahnt hat, dass er liebte.
Zum Literaturnobelpreis 2017 jetzt als bibliophlie Sonderausgabe.

Ich war erst etwas verwirrt, aber nachdem ich den Herrn als "Sheldon Cooper seiner Zeit" einstufte, lies es sich ganz amüsant lesen

— buecher-bea

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  • Die traurige, melancholische Geschichte eines vergeudeten Lebens

    Was vom Tage übrig blieb

    awogfli

    18. November 2017 um 07:55

    Dem Nobelpreisträger Ishiguro ist mit diesem Roman eine ganz leise, subtile, hintergründige, melancholische Geschichte über ein völlig vergeudetes Leben gelungen. Der devote Butler Stevens kämpft verzweifelt mit bzw. gegen den Humor seines neuen amerikanischen Dienstherren, der ihm erstmals in seinem Leben ein paar Tage freigibt. Diese will das Haus-Faktotum nutzen, um eine sehr geschätzte ehemalige Mitarbeiterin, Miss Kenton, die möglicherweise in einem Brief angedeutet hat, dass es um ihre Ehe nicht zum Besten steht, zu überreden, wieder im Haushalt des Landsitzes Darlington Hall anzuwerben.Mit dem Auto fährt Stevens durch eine vom Autor grandios beschriebene englische Landschaft zu Miss Kenton und rollt in einem inneren Monolog sein bisheriges Leben auf. Stevens hatte unter seinem bisherigen Dienstherren Lord Darlington keine eigenen Ambitionen, und ist auch noch stolz auf diese Qualitätskriterien eines Butlers, die er internalisiert hat - quasi das Kamasutra des devoten selbstverleugnenden Dienens, ohne die Contenance zu verlieren und dabei auch noch würdevolles Theater zu spielen. Laut Butler Stevens haben dies die Engländer als eine ausschließlich britische Charaktereigenschaft kultiviert. Gleich einem Derwisch managt Stevens für Lord Darlington drei Handlungsstränge in diesem Roman gleichzeitig obwohl es nur einer ist, das nenn ich Multitasking. Erstens die Friedenskonferenz, die Versailles aufheben will, zweitens das Sex-Aufklärungsgespräch mit einem jungen Mann, das mehrmals scheitert und gleichzeitig drittens den Tod des Vaters. Hier kann er sich nicht mehr ausreichend kümmern, ganz der pflichtbeflissene Diener stellt Stevens seine eigene Familie zurück, und Papi verreckt derweil allein in der Dachkammer. Das war eine der traurigsten Szenen in diesem Buch, obwohl es derlei einige gab. Es ist unglaublich, was diese degenerierte, aristokratische, britische Upperclass ihren Domestiken (und ein Butler ist ja nix anderes) damals einzureden vermochte – das ist wirklich die Paradeausprägung des Stockholm-Syndroms. Da wird es auch vom Betroffenen in der nachträglichen Bewertung des Ereignisses nicht als eine vertane Gelegenheit, sondern als eine Butler-Tugend angesehen, wenn man den eigenen Vater zwei Stockwerke höher einsam sterben lässt, sich nicht mal verabschiedet, um die Herrschaft perfekt zu bedienen. Auch darauf, dass man während dieses sklavischen Aktes dann auch nicht mal ein Tränchen zerdrückt, ist man zu allem Überfluss auch noch stolz. Welch eine unnötige Selbstaufgabe, welch ein vergeudetes Leben! Und das nannten die Briten dann typisch englische Eigenschaften. Nach und nach während der Reise durch das Land und im Treffen mit Miss Kenton wird dem Leser auch klar, dass Stevens nicht nur diese Gelegenheit vergeudet hat, sondern sich auch seine große Liebe aus Pflichterfüllung nicht eingestehen konnte. Dadurch hat er Miss Kenton aus dem Haus getrieben. Schrittweise fallen auf dieser Reise und der Beschäftigung mit seinem eigenen Leben einige Verdrängungsmechanismen von Stevens ab. Auch dieser vielgeschätzte Hausherr Lord Darlington, den man als ordentlicher Butler auf keinen Fall beurteilen oder kritisieren durfte, war nicht die verehrte Lichtgestalt an britischer vornehmer Aristokratie und Gentlemantum, die es wert war, dafür sein Leben aufzugeben. Im Gegenteil, dem Leser wird allmählich klar, dass Lord Darlington ein Nazisymphatisant oder sogar ein richtiger Nazi war. Lordschafts Friedenskonferenz, die helfen sollte, Gerechtigkeit für Deutschland nach Versailles wiederherzustellen (was historisch sogar relativ klug und noch kein Verbrechen war), war in Wirklichkeit nur ein Kniefall vor Nazi-Außenminister Ribbentrop, die Einladung der Schwarzhemden auf Darlington Hall rechtfertigt Stevens als Versehen und Anbiederung an eine Dame, die Lordschaft verehrte, und der offene Antisemitismus, die Entlassung von jüdischem Dienstpersonal, war natürlich auch ein Versehen. Auch wenn Stevens diese unvermutet auftauchenden Erkenntnisse doch noch ein bisschen rechtfertigt und verdrängt, dem Leser - insbesondere dem britischen Leser - wird schnell klar, dass der Diener sein Leben an einen schändlichen Nazikollaborateur verschwendet hat. Am Ende ist Stevens frei: frei von seiner großen Liebe, frei von Lord Darlington. Und was macht er mit seiner plötzlichen Souveränität und seinem neugewonnenen Leben? Er widmet sie seinem neuen amerikanischen Dienstherren und will ihm gefallen, indem er versucht, seinen Humor zu lernen.  Wie grotesk! STOCKHOLM-SYNDROM!Warum gebe ich diesem Roman eigentlich nur vier Sterne? Ehrlich gesagt ich weiß es nicht. Vielleicht war mir die Geschichte gar zu melancholisch, zu hintergründig, zu subtil. Es kann aber auch sein, dass ich ob meines heurigen Lesejahres (und dieses war wirklich unerreicht grandios mit so vielen großartigen Büchern), einfach ein bisschen zu unverschämt in meinen Anforderungen geworden bin. Ein Buch muss mich heuer schon komplett vom Hocker reißen, um neben den 10 anderen Werken in der 5-Stern-Kategorie bestehen zu können. Dafür eignet sich einfach dieses leise Werk nicht ganz so, es ist keine Rampensau, obwohl es wundervoll ist. Ach ja den subtilen grotesken Humor, der immer wieder durch die Zeilen blitzt, habe ich auch sehr genossen.Fazit: Absolut Lesenswert!PS: Ich kann mir den Film mit Anthony Hopkins und Emma Thompson in der Hauptrolle geradezu bildlich vorstellen. Wenn er irgendwann nicht zur nachtschlafenen Zeit im Fernsehen gezeigt wird, gibt es hier sicher noch eine Book2movie-Rezension.

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    • 3
  • ein sehr schöner Roman

    Was vom Tage übrig blieb

    jannis1967

    28. October 2017 um 18:51

    Bin auf den neuen  Nobelpreisträger neugierig geworden, und

    mit diesem Buch auch belohnt worden.

    Ein sehr feiner Schreibstil.

    Die Geschichte des Butlers kommt  authentisch  rüber,  sie entwickelt sich

    langsam und subtil.

    Werde jetzt auch die anderen Werke des Autors lesen.

     

  • "Der Abend ist der schönste Teil des Tages"

    Was vom Tage übrig blieb

    buecher-bea

    21. October 2017 um 23:20

    Aufgrund der diesjährigen Auszeichnung mit dem Literaturnobelpreis fragte ich meinen Bruder, ob ich mir seine alte Schullektüre leihen könnte. :) Es ist eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Der Butler des ehrenwerten Hauses Darlington Hall begibt sich auf eine Reise nach Cornwall, um dort seine ehemalige Mitarbeiterin zu treffen und sie wieder für den Stab zu gewinnen. Er erzählt von dieser Reise, aber er erzählt auch von seinen Erinnerungen zu dieser Mitarbeiterin und der Arbeit in Darlington Hall an sich und er sinniert für den Leser darüber, was einen guten Butler ausmacht. Im Plot des Buches geht es zudem um Fragen zu den Themen Schuld und Alter. Dem vor guter Grammatik strotzenden Werk des anekdotenverliebten und wortverzückten ehrenwerten Mr. Stevens irgendwelche roten Fäden in der Handlung zu entnehmen, muss für Schüler und Schülerinnen eine Qual gewesen sein - es sei denn, sie interessierten sich für britische Adelsfamilien und Geschichte. Ich persönlich war erst verwirrt, aber nachdem ich den guten Herrn als "Sheldon Cooper seiner Zeit" einstufte, lies es sich ganz amüsant lesen. Ich finde sogar, da es mehrere philosophische Fragen aufstößt, dass es besonders lesenswert ist, wenn man im Anschluss in einem Kreis darüber diskutieren kann.

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    • 2
  • Very british

    Ein untadeliger Mann

    vielleser18

    Ein untadeliger Mann ist der Auftaktband einer Trilogie - aber durchaus auch als abgeschlossener Roman zu lesen. Zum Inhalt: Es ist die fiktive Geschichte von Edward Feathers, Kronanwalt in Hongkong, der seinen Lebensabend wieder in der Heimat England verbringt. Die Autorin Jane Gardam springt in seinem Leben vor und zurück - es ist wie ein vor- und zurückblättern in seinen Erlebnissen. Erst nach und nach kommt die ganze Wahrheit, die Vergangenheit, die ihn hat so werden lassen, wie er ist, zutage. Edward Feathers hat in seinem 80jährigen Leben vieles erlebt, die einschneidenden Wendungen waren immer die, als er verlassen wurde. Dies begann schon sehr früh und zieht sich wie ein Band durch sein Leben. Die Autorin: Jane Gardam ist eine englische Schriftstellerin, die im Jahr 1928 geboren wurde. Ihr erstes Buch erschien 1971. "Ein untadeliger Mann" erschien unter dem Titel "Old Filth" 2004, die deutsche Übersetzung im Hanser Verlag 2015. Großes Lob auch an die Übersetzerin Isabel Bogdan. Meinung: Jane Gardam ist es gelungen mit einer trockenen, sehr britischen Schreibweise dennoch viel Gefühl zu vermitteln. Als Leser lernt man erst den älteren Edward (The old Filth) kennen, nach und nach leiden wir mit ihm, wenn die Geschichte in die Vergangenheit schweift. Immer wieder sind es diese Szenen, die berühren, die uns mitnehmen in eine andere Zeit des Empires, in der die kleinen (englischen) Kinder, zum Großwerden aus dem Commonwealth nach "Hause" geschickt werden, um als 5,6,7-jährige bei Gasteltern aufwachsen bis sie alt genug sind für die Prep-Internate. Der Erzählstil der Autorin passt zu dem Charakter des Edward Feathers, den ich mir sehr knochig, einsam, skurril, aber auch über die Maßen korrekt und klug vorstelle. Immer wieder sind es die entscheidenden Wendepunkte in seinem Leben, die hier - nicht chronologisch - erzählt werden und m.E. auch glaubhaft darstellen, wie er so geworden ist, wie er ist. Fazit: very british - kühl, tolle Mischung aus ernsten Themen, wie Verlust und Ängsten, aber auch mit einer großen Prise Humor versehen.

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    • 10
  • Very British – eine großartige Tragödie!

    Was vom Tage übrig blieb

    Kopf-Kino

    Es gibt nur eine einzige Situation, in der ein Butler, dem es mit seiner Würde Ernst ist, sich seiner Rolle entledigen darf: Wenn er ganz allein ist. Der Rahmenhandlung des Romans ist (äußerlich) wie ein Reisebericht aufgebaut: Der Ich-Erzähler, Mr. Stevens – seinerseits Butler von Darlington Hall – lässt während einer wenigen Tage andauernden Reise durch Großbritannien seine Gedanken schweifen, sein früheres Leben Revue passieren und erinnert sich an einzelne Ereignisse, die er während seiner Diensttätigkeit bei seinem früheren Herren, Lord Darlington, zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg erlebte. Diese einst glanzvollen Jahren sind längst schon vorbei. Mr. Farraday, der neue amerikanische Eigentümer von Darlington Hall, ist der derzeitige Arbeitgeber von Stevens und bietet Stevens eine einmalige Chance – er darf (sogar mit dem Auto seines Dienstherren) eine Reise machen. Nach anfänglichen Zögern stellt Stevens seinem Reiseziel einem dienstlichen Sinn zu: Er will nach Cornwall, um die dort lebende, ehemalige Haushälterin, Miss Kenton, um sie zur Rückkehr nach Darlington Hall zu bewegen. Dem Autor ist ein sehr lebendiges Bild gelungen – ein englischer Butler der Alten Schule, wie man ihn sich gewiss oftmals vorstellen mag: pflichtbewusst, konservativ, reserviert, bescheiden und seinem Arbeitgeber gegenüber stets loyal. Ein Leben, das keinerlei Raum für eigene Wünsche, für den Menschen Stevens hinter der Rolle eines Butlers zuließ, da es dem Streben und der Maxime der Perfektion im Bedienen gewidmet ist. Die Charakterstudie der Hauptfigur finde ich schlicht und ergreifend, auf ganzer Linie gelungen! Mit der Zeit gelang es mir ansatzweise hinter Stevens (recht subtil gehaltenen) verzerrten Wahrnehmung zu blicken. Der Raum an Mutmaßungen und Interpretationen ist jedem Leser selbst gegebenen, was mir gut gefiel. Die Erzählstimme ist meiner Meinung nach unglaublich authentisch formuliert: zurückhaltend, nüchtern und der Wortwahl entsprechend sehr bedacht gewählt. Solch eine Sprache muss man mögen, da sie gewiss nicht jedermann Sache ist – anderenfalls kann schnell Langeweile aufkommen, was bei mir definitiv nicht der Fall war. Meine Empfehlung ist somit mit Vorsicht zu genießen. Anmerken möchte ich noch, dass der Roman neben dem roten Faden einige Abschnitte enthält, die sich ausschließlich der Thematik beschäftigen, was für den Protagonisten bspw. einen guten Butler ausmacht. Ich persönlich fand jene Abschnitte keineswegs langweilig, sondern sehr interessant, da sie das berufliche Pflichtgefühl, das Stevens ganz und gar ausmacht, verständlicher gestalten. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass dies bei manchen Lesern Langeweile auslösen würde. Dieses Buch ist eine sehr stille Geschichte - die Geschichte einer persönlichen Tragödie. Ich konnte sie nicht mehr aus den Händen legen und möchte sie nicht in meinem Regal missen. Ein »großer« Butler vermag eindeutig nur zu sein, wer auf seine Dienstjahre verweisen und sagen kann, er habe sein Können in den Dienst einer großen Persönlichkeit gestellt – und durch diese in den Dienst an der Menschheit.

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    • 13
  • Ein wundervoll ruhiges Buch

    Was vom Tage übrig blieb

    Pooly

    Eins der schönsten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Wir mussten es für den Englisch LK lesen, aber ich hatte es schon nach einem Tag durch, weil es mir so gut gefallen hat. Ich denke, ich war die einzige aus dem Kurs, die es mochte ... Was ich gar nicht so recht verstehen kann. Das Buch ist wunderschön, nachdenklich, traurig, bewegend, aber auf der anderen Seite auch lustig und einfach schön. Wer Spannung erwartet ist hier aber falsch. Es geht um Werte, um Stolz und im Ideale. Stevens, der so lange in den Diensten für Lord Darlington stand und immer danach gestrebt hatte, ein perfekter Diener zu sein, denkt auf seiner Reise das erste Mal über sein Handeln in der Vergangenheit nach. Und kommt auf den Gedanken, dass er - während seines eigenen Strebens nach seinen Idealen - weder bemerkt hatte, dass sein Herr, der Nazifreund, sich auf einem vollkommenen Irrweg befand, noch dass er selbst Gefühle gegenüber der neuen Haushälterin Miss Kenton gehegt hatte. Nun macht er sich auf den Weg, um sie zu besuchen, denn in den Briefen, die sie ihm schrieb, klang sie unglücklich und allein. Ein wundervolles Buch. Ich kann es jedem ans Herz legen, der auch gern einmal etwas Ruhiges, Nachdenkliches liest.

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    • 10
  • Was vom Tage übrigblieb

    Was vom Tage übrig blieb

    FabAusten

    Großbritannien, 50er Jahre Mr. Stevens arbeitet als Butler auf dem Herrensitz Darlington Hall. Hier kennt er sich aus, bei ihm laufen alle Fäden zusammen, er ist pflichtschuldig und ergeben. Viele Jahre hat er dem adeligen Hausherrn gedient, jetzt steht er im Dienst des neuen amerikanischen Besitzers Mr. Farraday. Wir begleiten ihn auf einer mehrtägigen Reise, deren Ziel es ist, die ehemalige Hausdame Mrs. Kenton zu treffen. Da es schwierig geworden ist, geeignetes Personal zu finden, möchte er sie nach Darlington Hall zurückholen. Während er mit dem Auto durchs Land fährt, erinnert er sich an die vergangenen Dienstjahre. Wir lernen ihn immer besser kennen und sehen, wie er sich in Situationen gegenüber seinem Vater, der Hausdame oder dem Hausherrn Lord Darlington verhalten hat. Er sinniert über seinen Beruf und lässt Ereignisse Revue passieren. In der heutigen Gesellschaft geht es vielfach um Selbstverwirklichung und Selbstdarstellung. Stevens repräsentiert hingegen die völlige Unterordnung . Er ordnet sein Leben und seine Persönlichkeit seinem Beruf und seinem Hausherrn mit allen Konsequenzen unter. Vor allem mit der Konsequenz, seinen eigenen Gefühlen nicht nachzugehen. Es erscheint sogar, als nehme er sie gar nicht wahr. In manchen Passagen wirkt Stevens wie ein Roboter, der vorgefertigte Phrasen abspielt, und es tut richtig weh, mitzuerleben, wie er damit z.B. Mrs. Kenton verletzt. Auch die Sterbeszene seines Vaters, der ebenfalls Butler war und sich immer sehr gefühlskalt gegenüber seinem Sohn gezeigt hat, lässt den Leser erschauern. Stevens Senior gibt endlich seinen Gefühlen Ausdruck, doch sein Sohn kann darauf nicht reagieren, antwortet immer wieder dasselbe und lässt den Moment verstreichen. Stevens gehört zu einer untergehenden Epoche. Seine Lebenseinstellung und sein Berufsethos werden nicht überleben. Der neue, amerikanische Hausherr Mr. Farraday symbolisiert den unaufhaltsamen Wandel. Der Autor hat erneut einen absolut eindrucksvollen Roman geschaffen, der dem Leser noch lange Grund zum Nachdenken schenkt. Er ist ein Gesamtkunstwerk, das ruhig, unaufgeregt, aber, vielleicht gerade deshalb, ergreifend ist. Es werden fundamentale Wahrheiten behandelt. Dennoch werden unendlich viele Interpretationsmöglichkeiten geboten, denn obwohl sich Stevens im Leben zurücknimmt, ist er sehr vielschichtig. Die Verfilmung ist mit Antony Hopkins und Emma Thompson kongenial besetzt und transportiert die Atmosphäre der Romanvorlage perfekt. Auch er ist tieftraurig und zu Tränen rührend. Und irgendwie hofft man doch, dass es irgendwann noch ein Happy-End für Stevens und Mrs. Kenton geben könnte. Man möchte einfach nicht, dass er wie sein Vater endet.

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    • 7
  • Was vom Tage übrig bleibt

    Was vom Tage übrig blieb

    FabAusten

    06. April 2013 um 23:58

    Was vom Tage übrigblieb Großbritannien, 50er Jahre Mr. Stevens arbeitet als Butler auf dem Herrensitz Darlington Hall. Hier kennt er sich aus, bei ihm laufen alle Fäden zusammen, er ist pflichtschuldig und ergeben. Viele Jahre hat er dem adeligen Hausherrn gedient, jetzt steht er im Dienst des neuen amerikanischen Besitzers Mr. Farraday. Wir begleiten Stevens auf einer mehrtägigen Reise, deren Ziel es ist, die ehemalige Hausdame Mrs. Kenton zu treffen. Da es schwierig geworden ist, geeignetes Personal zu finden, möchte er sie nach Darlington Hall zurückholen. Während er mit dem Auto durchs Land fährt, erinnert er sich an die vergangenen Dienstjahre. Wir lernen ihn immer mehr kennen und sehen, wie er sich in Situationen gegenüber seinem Vater, der Hausdame oder dem Hausherrn Lord Darlington verhalten hat. Er sinniert über seinen Beruf und lässt Ereignisse Revue passieren. In unserer heutigen Gesellschaft geht es vielfach um Selbstverwirklichung und die Darstellung des Individuums. Stevens repräsentiert hingegen, die völlige Unterordnung . Er ordnet sein Leben und seine Persönlichkeit seinem Beruf und seinem Hausherrn mit allen Konsequenzen total unter. Vor allem mit der Konsequenz, seinen eigenen Gefühlen nicht nachzugehen. Es erscheint sogar, als nehme er sie gar nicht wahr. In manchen Passagen wirkt Stevens wie ein Roboter, der vorgefertigte Phrasen abspielt, und es tut richtig weh, mitzuerleben, wie er damit z.B. Mrs. Kenton verletzt. Auch die Sterbeszene seines Vaters, der ebenfalls Butler war und sich immer sehr gefühlskalt gegenüber seinem Sohn gezeigt hat, lässt den Leser mitleiden. Stevens Senior gibt endlich seinen Gefühlen Ausdruck, doch sein Sohn kann darauf nicht reagieren, antwortet immer wieder dasselbe und lässt den Moment verstreichen. Stevens gehört zu einer untergehenden Epoche. Seine Lebenseinstellung und sein Berufsethos werden nicht überleben. Mr. Farraday symbolisiert den unaufhaltsamen Wandel. Der Roman ist absolut eindrucksvoll und hängt dem Leser noch lange nach. Er ist ruhig, unaufgeregt, aber ergreifend. Er spricht fundamentale Wahrheiten an. Man kann unendlich viel interpretieren, denn obwohl sich Stevens im Leben zurücknimmt, ist er sehr vielschichtig. Die Verfilmung ist mit Antony Hopkins und Emma Thompson kongenial besetzt und transportiert die Atmosphäre der Romanvorlage perfekt. Auch er ist tieftraurig und zu Tränen rührend. Und irgendwie hofft man doch, dass es irgendwann noch ein Happy-End für Stevens und Mrs. Kenton geben könnte. Man möchte einfach nicht, dass er wie sein Vater endet.

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  • Rezension zu "Was vom Tage übrigblieb" von Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

    Glimmerfee

    05. November 2012 um 16:29

    Mr. Stevens diente seit Jahren auf dem Anwesen Darlington Hall und ist, auch wenn er es selbst nie von sich behaupten würde, ein überaus würdevoller Butler. Als er eine Reise nach Cornwall antritt, beginnt er über sein Leben nachzusinnen und lässt den Leser an seiner Geschichte teilhaben. Dieser Roman ist unfassbar gut geschrieben. Keine Sekunde kam ich auf den Gedanken ein Autor hätte sich lediglich in die Gedankenwelt eines Butlers versetzt, sondern es war als sei Mr. Stevens ein Mensch aus Fleisch und Blut, der uns jetzt teilhaben lässt an all seinen Erinnerungen und Überlegungen. Dieses Buch handelt von einem würdevollen Leben und was es überhaupt heißt ‚Würde‘ zu besitzen. Was macht einen Butler zu seinem großartigen Butler? Kann eine übertriebene Würde vielleicht sogar das eigene Leben ersticken und wann wird es Zeit zuerkennen, dass man sich selbst die Flügel stutzt durch all die Perfektion, die man an den Tag legt? Und was bleibt am Lebensabend eigentlich übrig? Auch geht es um Loyalität und den zweiten Weltkrieg. Sehr korrekt und immer bedacht würdevoll zu sein, schildert Kazuo Ishiguro das Leben des Butlers Stevens. Dabei wird Mr. Stevens nicht nur real, sondern ist zumindest mir sehr ans Herz gewachsen. Dieser Mann, der stets seinen Pflichten nachkommt und sich Gefühlsregungen nur zugesteht, wenn er allein ist. Immer geht sein Dienstherr vor und sein eigenes Leben hat dahinter zurückzustehen. Er zweifelt nie an den Anweisungen seines Herrn und lässt Ereignisse an sich vorbeirollen, ohne das er sich Neugierde oder eigene Überlegungen zugesteht. Die einzige persönliche Zeit des Tages, die er im Laufe der Zeit begonnen hatte sich zuzugestehen waren Gespräche mit der Haushälterin Miss Kenton, die jedoch auch nie länger als eine Viertelstunde dauerten und meistes beruflicher Natur waren. Dieses Buch kommt ohne große Ereignisse und ohne einen bedeutenden Spannungsbogen aus. Es ist eins dieser leisen Bücher, die sich Seite für Seite in das Herz des Lesers schleichen und einen eine Weile begleiten werden. Ich habe das Buch sehr genossen und will nun auch die Verfilmung mit Emma Thompson & Anthony Hopkins sehen.

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  • Rezension zu "Was vom Tage übrigblieb" von Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

    kubine

    12. October 2012 um 14:26

    Stevens ist seit ewigen Zeiten Butler in Darlington Hall. Doch die glanzvollen Jahre sind vorbei. Mr. Farrady, der neue Besitzer, pendelt ständig zwischen Amerika und England. Daher bietet sich Stevens eine Chance, die er seit Jahren nicht hatte – er kann Urlaub machen. Sogar das Auto seines Dienstherren darf er nutzen. Stevens beschließt, nach Cornwall zu fahren. Dort lebt Miss Kenton, die frühere Haushälterin von Darlington Hall. Sie ist unglücklich in ihrer Ehe und vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, sie für Darlington Hall zurück zu gewinnen. Stevens macht sich auf die Reise und lässt dabei sein früheres Leben Revue passieren. „Was vom Tage übrigblieb“ ist ein Weltklassiker aus der Feder von Kazuo Ishiguro, der nicht nur verfilmt wurde, sondern auch 1989 mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde. Man kann es kaum einem Genre zuordnen, da es ein sehr vielschichtiger Roman ist. Ishiguro ist es gelungen, ein lebendiges Bild eines englischen Butlers, so wie man ihn sich oftmals vorstellt, zu entwerfen. Stevens ist konservativ, pflichtbewusst, und loyal seinem Arbeitgeber gegenüber. Persönliche Gefühle und Belange müssen dem hinten an stehen. Er strebt danach, seinen seine Position stets mit der angemessenen Würde auszufüllen. Dies gelingt ihm tadellos, zu Lasten seiner wahren Befindlichkeiten. So steht es für ihn im Vordergrund, seine Arbeit bei einer wichtigen Konferenz in Darlington Hall zu aller Zufriedenheit zu erfüllen, während sein Vater ein paar Stockwerke höher im Sterben liegt. Auch Miss Kenton lässt er nicht an sich heran, obwohl man als Leser meint herauszulesen, dass er doch ein bisschen in sie verliebt ist. Stevens würde das aber vor sich selbst (geschweige denn vor anderen) nie zugeben. Sehr zum Missfallen der Haushälterin, die ähnlich fühlt und ihn mehrmals aus der Reserve zu locken versucht. Neben der herausragenden Charakterisierung seiner Protagonisten, lässt der Autor den Leser aber auch an einem Stück Zeitgeschichte teilhaben. Der Roman spielt in den 30iger Jahren (Rückblick) und in den 50igern. Lord Darlington war ein Anhänger der Appeasement-Politik, die sich gegen die harten Auflagen des Versailler Vertrages nach Beendigung des 1. Weltkriegs Deutschland gegenüber, einsetzte. Dadurch wird, wenn auch indirekt, der Aufstieg der Nazis in Deutschland aufgezeigt. Viele englische Adlige und damit Teile der damaligen britischen Regierung zeigten Verständnis für den aufkommenden Nationalsozialismus. Treffen mit Vertretern aus aller Welt lässt der Autor in Darlington Hall stattfinden, und durch die Berichte Stevens, der eigentlich nur seinen Arbeitsalltag beschreibt, wird der Leser darüber in Kenntnis gesetzt. Dabei wird auch klar, das der Butler in politischen Fragen seinem Dienstherren bedingungslos folgt. Eine eigene Meinung hat er nicht (oder will sie nicht haben). Als er auf der Reise nach Cornwall, damit konfrontiert wird, dass auch der normale Bürger ein Mitspracherecht bei wichtigen politischen Entscheidungen haben möchte, ist er irritiert, da er die Regierung niemals in Frage stellte. Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Manchmal ist er offensichtlich. Etwas wenn Stevens von Lord Darlington damit beauftragt wird, seinen Patensohn aufzuklären. Stevens versucht es mit Metaphern aus der Natur, die der Patensohn aber nicht als Metaphern auffasst. So entspannt sich ein (mehrmals unterbrochenes Gespräch), in dem beide aneinander vorbei reden. Ob es Stevens aber gelingt, dem jungen Mann die „Herrlichkeit der Natur“ doch noch näher zu bringen, bleibt aber offen. An anderer Stelle ist es eher der trockene englische Humor, der meist erst auf den 2. Blick sichtbar wird. Diese ganzen Dinge machen das Buch schon zu einen überaus lesenswerten Roman, aber es trägt auch eine universelle Botschaft: „Carpe Diem – Nutze den Tag“. Stevens ertappt sich bei den Rückblicken immer öfter dabei, die Dinge anders zu bewerten als in der jeweiligen Situation. Er gibt es zwar nicht zu, aber ich glaube, er wünscht sich, in der einen oder andern Situation anders gehandelt zu haben. Im Glauben darauf, dass er das aber auch noch später machen kann, unterließ er es oder war zu pflichtversessen. Am Schluss bleibt ihm nur, das beste aus dem zu machen „was vom Tage übrigblieb.“

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  • Rezension zu "Was vom Tage übrigblieb" von Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. April 2012 um 09:46

    Nachdenkliche Geschichte, man fiebert dem entgegen und hofft beim lesen dieses Buches immer wieder schaffen sie es?, finden sie trotz ihrer Ansichten zueinander?... eine Reise in die Vergangenheit und bittere Wahrheit bzw. Erkenntnis zu sich selbst.Butler Stevens getrieben vom Perfektionismus Ergebenheit, Loyalität, Pflichterfüllung....kein Raum für eigene Wünsche und Ziele..... das Buch regt sehr zum Nachdenken an..ich fands stellenweise sehr traurig aber dennoch auch sehr amüsant....Wie wird die Reise enden für Stevens? Verfilmt mit Anthony Hopkins, kein Schauspieler hätte diese Figur besser verkörpern können.

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  • Rezension zu "Was vom Tage übrigblieb" von Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

    FabAusten

    Was vom Tage übrigblieb .... Großbritannien, 50er Jahre Mr. Stevens arbeitet als Butler auf dem Herrensitz Darlington Hall. Hier kennt er sich aus, bei ihm laufen alle Fäden zusammen, er ist pflichschuldig und ergeben. Viele Jahre hat er dem adeligen Hausherrn gedient, jetzt steht er im Dienst des neuen amerikanischen Besitzers Mr. Farraday. Wir begleiten ihn auf einer mehrtägigen Reise, deren Ziel es ist, die ehemalige Hausdame Mrs. Kenton zu treffen. Da es schwierig geworden ist, geeignetes Personal zu finden, möchte er sie nach Darlington Hall zurückholen. Während er mit dem Auto durchs Land fährt, erinnert er sich an die vergangenen Dienstjahre. Wir lernen ihn immer mehr kennen und sehen, wie er sich in Situationen gegenüber seinem Vater, der Hausdame oder dem Hausherrn Lord Darlington verhalten hat. Er sinniert über seinen Beruf und lässt Ereignisse Revue passieren. ... In unserer heutigen Gesellschaft geht es vielfach um Selbstverwirklichung und Selbstdarstellung. Stevens repräsentiert hingegen die völlige Unterordnung . Er ordnet sein Leben und seine Persönlichkeit seinem Beruf und seinem Hausherrn mit allen Konsequenzen unter. Vor allem mit der Konsequenz, seinen eigenen Gefühlen nicht nachzugehen. Es erscheint sogar, als nehme er sie gar nicht wahr. In manchen Passagen wirkt Stevens wie ein Roboter, der vorgefertigte Phrasen abspielt, und es tut richtig weh, mitzuerleben, wie er damit z.B. Mrs. Kenton verletzt. Auch die Sterbeszene seines Vaters, der ebenfalls Butler war und sich immer sehr gefühlskalt gegenüber seinem Sohn gezeigt hat, lässt den Leser mitleiden. Stevens Senior gibt endlich seinen Gefühlen Ausdruck, doch sein Sohn kann darauf nicht reagieren, antwortet immer wieder dasselbe und lässt den Moment verstreichen. Stevens gehört zu einer untergehenden Epoche. Seine Lebenseinstellung und sein Berufsethos werden nicht überleben. Mr. Farraday symbolisiert den unaufhaltsamen Wandel. ... Der Roman ist absolut eindrucksvoll, da er dem Leser noch lange nachhängt. Er ist ruhig, unaufgeregt, aber ergreifend. Er spricht fundamentale Wahrheiten an. Man kann unendlich viel interpretieren, denn obwohl sich Stevens im Leben zurücknimmt, ist er sehr vielschichtig. Die Verfilmung ist mit Antony Hopkins und Emma Thompson kongenial besetzt und transportiert die Atmosphäre der Romanvorlage perfekt. Auch er ist tieftraurig und zu Tränen rührend. Und irgendwie hofft man doch, dass es irgendwann noch ein Happy-End für Stevens und Mrs. Kenton geben könnte. Man möchte einfach nicht, dass er wie sein Vater endet.

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    • 2
  • Rezension zu "Was vom Tage übrigblieb" von Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. May 2011 um 15:15

    Ein wunderbares Buch: Ja, auf jeden Fall! Eine Liebesgeschichte, wie auf dem Buchrücken angepriesen: Eindeutig Nein! In diesem Fall nimmt die Thematik dafür viel zu wenig Platz in Anspruch. Butler Stevens muss sein Glück nicht finden, denn er ist weder unglücklich noch unzufrieden, das machen die letzten Sätze des Romanes deutlich. Der - mir absolut sympathische - Hauptprotagonist resümiert auf seiner Fahrt durch das malerische England sein Leben, seine Handlungsweisen, Ansichten und kommt zu dem Schluss, weder viel versäumt, noch allzuviel falsch gemacht zu haben. Ihm und seinen Mitmenschen hätte so manches Mal mehr Emotionalität und weniger Rationalität gut getan, das mag durchaus sein. Diese Geschichte ist ein Beispiel dafür, dass Glück eine Sache der persönlichen Definition ist, nicht zwangsläufig aus Mann und Frau, Kind, Haus und Hof bestehen muss, es sich bestens ohne die Erfüllung des allgemeingültigen Klischees gut leben lässt und man anderen Lebenszielen den Vorrang geben kann. Ich bin durchaus ein Freund guter, romantischer Liebesgeschichten, dieses Buch las sich für mich jedoch ganz anders. Kein Roman, der mich im Gegensatz zu vielen anderen Lesern "tieftraurig" zurückgelassen hat. Ein japanisch beseeltes Buch - im englischen Stil geschrieben. Sehr schön!

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  • Rezension zu "Was vom Tage übrigblieb" von Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

    verena scott

    12. May 2010 um 17:40

    sehr schönes und subtiles buch zum thema liebe. man leidet förmlich mit stevens, der seine liebe zu ms kenton selbst nicht zu erkennen scheint und sich erst als es zu spät ist, seine gefühle eingestehen kann. dann jedoch erscheint ihm sein leben sinnlos. trotzdessen ist der roman sehr schön und leicht zu lesen.

  • Rezension zu "Was vom Tage übrigblieb" von Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

    LittleOwlet

    28. September 2008 um 00:45

    Das Erschreckendste ist wohl das Innenleben dieses Butlers: Die Gefühllosigkeit und Gleichgültigkeit, die aber in Wirklichkeit nur eine Unfähigkeit ist, seine eigenen Gefühle zu erkennen, zu akzeptieren und damit umzugehen, um sein Glück zu finden... All das fehlt dem Protagonisten. "Er meint ja nichts böse!" Man kann ihm nichts vorwerfen, im Gegenteil: Er gibt sein Bestes. Aber eben immer nur für andere - und für gerade die Menschen, die nicht an seinem persönlichen Glück, sondern nur an sich selbst interessiert sind. Dass dieses Defizit, sein Leben selbstbestimmter zu führen, anerzogen wurde, steht außer Frage... bei diesem Vater!

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