Kazuto Tatsuta Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima 1

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Inhaltsangabe zu „Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima 1“ von Kazuto Tatsuta

Kazuto Tatsuta lässt sich als Aufräumarbeiter in der Ruine des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi anstellen, das in Japan als »1F« zum Synonym für ein nationales Trauma geworden ist. Neutral und sachlich beschreibt er seine Arbeit, das Gelände, die Prozedur des Anlegens der Schutzanzüge. Er erzählt von der Angst der Kollegen, die größtenteils aus dem evakuierten Gebiet stammen, von den Subunternehmen bei denen er angestellt ist und denen Verbindungen zur Yakuza nachgesagt werden, von der Radioaktivität ─ nach zwei Monaten hat sein Körper die jährliche Strahlenhöchstdosis aufgenommen und er muss pausieren. Zeit, um als Augenzeuge unter einem Pseudonym seinen Manga zu zeichnen und in Bildern festzuhalten, was von offizieller Seite verschwiegen wird. In seinem Bericht verwischt Kazuto Tatsuta die Grenze zwischen Unterhaltung und Journalismus. Als Augenzeuge ist es dem Mangaka möglich, die Arbeit im Kraftwerk nach dem Super-Gau detailgetreu zu schildern ─ und auch die Stimmung unter den Kollegen einzufangen.

Interessante Einblicke ins Leben der Arbeiter. Allerdings hatte ich mir mehr richtige Story und auch mehr zu Katastrophe selbst erwartet

— beyond_redemption
beyond_redemption

Ein interessanter und detaillierter Einblick in die Aufräumarbeiten nach der Katastrophe in Fukushima.

— Catori
Catori

Dies ist ein interessanter Bericht über den Ablauf der Aufräumarbeiten. Wer mehr über die Katastrophe wissen will ist hier falsch...

— AvaLovelace
AvaLovelace

Ein wirklich interessanter Einblick in die Aufräumarbeiten nach der großen Katastrophe!

— SofiaMa
SofiaMa

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  • Reaktor 1 F - Aufgeben gilt nicht

    Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima 1
    Catori

    Catori

    06. March 2017 um 11:50

    Seit die Region um Fukushima am 11. März 2011 durch einen verheerenden Tsunami verwüstet und durch die ausgetretene Radioaktivität im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kaum bewohnbar wurde, sind inzwischen 5 Jahre vergangen. Kazuto Tatsuta ist ein Mangaka, der einer der vielen tausend Männer wurde, die bis dato bei der Dekontaminierung und der Schadensregulierung am zerstörten Reaktor halfen.Seine gesammelten Eindrücke hielt er mit dieser Mangareihe fest, die voraussichtlich in 3 Bänden abgeschlossen sein wird und seit diesem März bei Carlsen Manga erscheint. Handlung„Ist das Ihr Ernst?“ Als Tatsuta nach der Katastrophe in Fukushima gezielt nach einem Helferjob in der atomar verseuchten Region sucht, stößt er bei der Arbeitsagentur in Tokyo auf Unverständnis. Auch Freunde und Familie befürchten, dass er sich dabei einer viel zu hohen Strahlung aussetzen und gesundheitliche Schäden davontragen könnte.Doch getrieben von Neugier, dem Wunsch zu helfen und der Hoffnung, die Wahrheit über die Situation vor Ort selbst zu sehen, sucht der Autor weiter nach einem Job. Dabei muss er unerwartet viele Hürden der Bürokratie überwinden und hartnäckig bleiben, bis er nach langer Zeit schließlich endlich sein Ziel erreicht und eine erste Arbeitsstelle auf dem Reaktorgelände antreten kann.Zunächst landet er bei einem der vielen Subunternehmen, die für Tepco arbeiten und wird Teil eines Teams, das einem der vielen Pausenräume zugeteilt ist. Dort kümmert man sich um die Versorgung der vielen Arbeiter, die direkt am Reaktor ihren Dienst verrichten und vor dem Betreten des eigentlichen Pausen-bereiches peinlichst genau auf eine Verstrahlung gecheckt werden und ihre benutzten Schutzoveralls entsorgen müssen. Doch auch viele weitere Aufgaben halten Tetsuta hier ganz schön auf Trab – und er lässt in seinen Beschreibungen nichts außen vor. Auch die Umstände, die beispielsweise  bei einem Toilettengang entstehen, werden genau erklärt. Schließlich gilt es, den Pausenbereich jederzeit so gut wie möglich vor Strahlung zu schützen – das gilt auch fürs stille Örtchen!Da die tägliche Strahlenhöchstdosis von jeder Person streng überprüft und eingehalten werden muss, sind die tatsächlichen Arbeitszeiten am Reaktor meist sehr kurz und so werden die Pausenräume auch zum Hauptschauplatz dieses Mangas. Schnell merkt man, dass trotz der surrealen und gefährlichen Arbeitskulisse ansonsten eigentlich alles ist wie auch sonst überall: herumblödelnde Kollegen, die auch gern mal lockere Witze über Verstrahlungssymptome reißen, Raucherpausen (die nur eben in ungelüfteten Räumen stattfinden müssen) und lebhafte Unterhaltungen beim täglichen Feierabendbier.Häufig werden auch die harten Arbeitsbedingungen thematisiert: die Arbeit in den dichten Strahlenschutzanzügen führt unter den sommerlichen Temperaturen nicht selten zu einem Kreislaufkollaps und lässt die Männer förmlich in ihrem eigenen Schweiß baden. Auch der Unmut über die teils dubiosen Umgangsarten der Subunternehmer mit den Arbeitern und die meist eher unzureichende Entlohnung dringt immer wieder durch.Das Erzähltempo ist recht gemächlich und wenn man nicht wüsste, dass es sich hier um einen Manga über die Arbeiten an einem zerstörten Atomreaktor handelt, könnte man „Reaktor 1F“ beinahe dem Slice of Life-Genre zuordnen. Der Mangaka veröffentlichte diese Mangareihe übrigens unter einem Pseudonym und veränderte auch fast alle Namen der Unternehmen und der anderen Arbeiter, die Teil seiner Erzählung wurden. Zwar beschönigt er weder, noch stellt er alles negativ dar – jedoch ist seine bemüht neutrale Sichtweise für japanische Verhältnisse in manchen Punkten immer noch unverblümt.Viele Schilderungen sind sehr interessant und als Leser lernt man eine ganze Menge  über die Situation vor Ort und die  Schutzmaßnahmen (wie man z. B. feststellt, ob eine Atemmaske wirklich dicht ist) – allerdings gehen die Beschreibungen oft fast ein bisschen zu sehr ins Detail. ZeichnungenWie für Seinen-Manga üblich, ist die Panelaufteilung sehr klar strukturiert, was das ruhige Erzähltempo unterstützt. Die Zeichnungen selbst sind sehr detailliert und realistisch gehalten, besonders was die Hintergründe angeht. Neben genauen Darstellungen der Arbeitssorte und der verlassenen, geisterhaften Häuser in der Umgebung werden aber auch die Arbeitsmaterialien und die Schutzausrüstung auf das Genaueste wiedergegeben.So bekommt der Leser regelmäßig anschauliche Übersichtskarten oder Lagepläne an die Hand, mit deren Hilfe er bei Lust und Laune jederzeit nachvollziehen kann, wo genau sich die Handlung gerade abspielt oder wie etwas funktioniert. Aufgelockert wird der realistische Zeichenstil mit chibiartigen Darstellungen der Personen, die gelegentlich als erklärende „Männchen“ im Manga eingesetzt werden. FazitWer daran interessiert ist, einen intensiven Einblick in das Alltagsleben und die Gedankenwelt der Arbeiter in Fukushima zu erhalten, sollte sich „Reaktor 1F“ auf jeden Fall einmal anschauen. Die Handlung an sich ist eher unspektakulär, aber deshalb keineswegs uninteressant. Möglicherweise nimmt die Erzählung ab Band 2 auch an Fahrt auf – immerhin beurteile ich an dieser Stelle nur den ersten Band der Reihe.Die Sicht des Mangaka auf die Situation wirkt manchmal fast naiv – häufig scheint es so, dass er und auch die anderen Arbeiter in dem Glauben leben, dass die Atomkraft ganz sicher wieder unter Kontrolle zu bringen ist, wenn alle Beteiligten nur lang genug ihr Bestes geben. Vermutlich bietet dieser Manga dadurch auch einen guten Einblick in eine scheinbar weit verbreitete Haltung der Japaner gegenüber der Atomkraft. Auf der anderen Seite ist diese Einstellung auch irgendwie bewundernswert: Aufstehen, Staub abklopfen, weitermachen. Aufgeben gilt nicht.*Anmerkung: Ich habe diese Rezension zuerst auf japaniac veröffentlicht. Da ich jedoch aus Zeitgründen aus dem Team ausgestiegen bin, veröffentliche ich meine älteren Rezensionen nun hier in neuer Weise.

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  • Ein besonderer Blickwinkel auf eine Katastrophe

    Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima 1
    dominona

    dominona

    21. November 2016 um 06:15

    Das Jahr 2011 stand im Zeichen eines schweren Atomunfalls und wer sich fragt: was ist eigentlich danach passiert, wie sind die Arbeitsbedingungen dort und wie läuft das generell ab, der kann zu diesem Büchlein greifen. Das Genre war für mich gewöhnungsbedürftig, aber ich denke, das Wesentliche wird klar. Vieles wird wiederholt, zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgegriffen und detaillierter ausgeführt. Natürlich hat der Autor das ganze subjektiv gestaltet, eben weil er vor Ort mitgearbeitet hat, aber das macht das Buch auch authentisch.  Ich glaube aber auch, dass die Menschen absichtlich zu freundlich dargestellt werden, was es für mich wieder surreal werden lässt. Da das hier eine Reihe ist, muss man sich darauf einstellen, dass man nichts abgeschlossenes bekommt und kaufen würde ich mir diese Reihe nicht, aber wenn ich die Fortsetzung in der Bibliothek sehe, greife ich zu.

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  • Sehr schön

    Reaktor 1F - Ein Bericht aus Fukushima 1
    SofiaMa

    SofiaMa

    14. July 2016 um 16:12

    Das Bild ist das einzig farbige auf dem Cover, der Rest ist schwarz und weiß (gut, bis auf den Untertitel, aber den lassen wir jetzt mal außer Acht), sodass der Fokus direkt auf das Bild fällt. Dieses ist meiner Meinung nach recht aussagekräftig, wodurch man direkt weiß, worum es in dem Manga geht. "Reaktor 1F" ist mein zweiter Manga, allerdings der erste, den ich rezensiere (also seid ein bisschen nachsichtig, hehe :D). Soweit ich das als Nicht-Manga-Kenner beurteilen kann, sind die Zeichnungen alle wirklich gut gelungen (also ich kann nicht so zeichnen, das steht fest), der Stil gefällt mir gut. Das Thema ist sehr ernst, wodurch teilweise eine recht bedrückende Stimmung herrscht. Allerdings ist der Manga etwas humoristisch vorgegangen, gerade durch einzelne Bilder habe ich auch mal gut gelacht. Es geht bei "Reaktor 1F" weniger um die Katastrophe selber, sondern eher um die Nachwirkungen und die nicht ungefährlichen Aufräumarbeiten, die hier gut thematisiert werden. Man erhält einen umfassenden Einblick in die Arbeit der Aufräumer. Die Geräte und Aufgaben, sowie die Vorschriften bspw. zum Strahlenschutz werden verständlich erklärt, sodass man sie als Leser gut versteht und nachvollziehen kann. Erst kann man sich die Tragweite der Aufgaben und vielleicht die Aufgaben selber, aber auch die Situationen, in denen die Arbeiter sind, vielleicht nicht so gut vorstellen, aber gerade durch dieses verbildlichende Format des Mangas erhält man einen umfassenden Einblick und einen kleinen Überblick über die Nachwirkungen der Katastrophe auf Umwelt und Menschen. Das alles klingt jetzt erst einmal wie eine reine, trockene Dokumentation, was "Reaktor 1F" allerdings keinesfalls ist. Durch die teilweise auch sehr persönliche Darstellung erschafft der Mangaka einen wirklich interessanten Auftakt, der vereinzelt zwar ein wenig langweilig ist, größtenteils jedoch durchaus packend. Dieser Manga hat wohl die Vorurteile, die ich bis dato über Mangas hatte, aufgeräumt. Bis vor Kurzem war ich immer der Überzeugung, Mangas seien platt gesagt bloße Zeichnungen, die man eh schnell durch hat und einen deswegen auch kaum packen können. Allerdings habe ich nie die Kunst, die dahintersteckt gesehen (wenn ich so darüber nachdenke, extrem dumm von mir..) und ich bin froh, dass ich mich doch herangetraut habe. Zwar hat man so einen 200 Seiten Manga relativ schnell durch (man hat auch ein 200 Seiten Buch schnell durch), allerdings ist es auf keinen Fall so, dass einen Mangas nicht packen können. Mangas sind genauso wertvoll wie Bücher (gut, dass Mangas in Japan eine besondere Ausdrucksform sind, wusste ich schon vorher. Allerdings konnte ich mir das für mich persönlich nie so richtig vorstellen) und ich werde, wenn möglich, auch die beiden Folgebände dieser Reihe lesen. 4,5/5 Sterne.

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