Keigo Higashino Malice

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    Malice
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    18. December 2014 um 02:00

    Kurz vor seinem Umzug nach Kanada wird der Bestsellerautor Kunihiko Hidaka ermordet in seinem Arbeitszimmer aufgefunden. Vor Ort trifft Kommissar Kyôichiro Kaga überrascht auf einen alten Bekannten aus den Tagen, als sie beide als Lehrer gearbeitet hatten: Den Kinderbuchautoren Osamu Nonoguchi. Jener hatte einen Termin mit Hidaka und wurde misstrauisch, als dieser zum verabredeten Zeitpunkt nicht im Haus anzutreffen war. Gemeinsam mit der eilig herbeigerufenen Ehefrau Hidakas machte Nonoguchi im Arbeitszimmer den traurigen Fund. Kaga steht zunächst vor einem klassischen Locked Room Mystery. Aber das wird schnell löchrig, denn bei den Zeugenaussagen, die er aufnimmt, gibt es Unstimmigkeiten. Kaga wird misstrauisch und weitet seine Ermittlungen aus. So wie es aussieht, waren Nonoguchi und Hidaka vielleicht doch nicht so gut befreundet wie behauptet. Und nicht nur Kaga kennt Nonoguchi von früher; Hidaka ging mit Nonoguchi mehrere Jahre lang auf dieselbe Schule. Wie auch schon in "Verdächtige Geliebte" weiß man bei diesem Roman ziemlich schnell, wer der Täter war. Denn um die eigentliche Tätersuche geht es in beiden Fällen nicht. Während im erstgenannten Buch das "Wie" eine zentrale Rolle spielt, dreht sich hier alles um das "Warum". Ohne ein vernünftiges Motiv kann Kaga eine Anklage vergessen. Allerdings ist dem Täter so leicht nicht beizukommen. Zwar gibt es klare Fehler in Alibi und Zeugenaussage, die für einen Verdacht bestens ausreichen, aber vor Gericht käme man nicht weit damit. Mit Rückendeckung durch seinen Vorgesetzten gräbt Kaga tiefer in der Vergangenheit. An "Malice" muss man über weite Strecken alleine rätseln. Higashino verrät beileibe nicht alles, was Kaga vermutet oder ermittelt. Oft erfährt man es erst im Augenblick eines Verhörs und im schlechtesten Fall noch viel später. Also klebt man an förmlich an den Seiten und liest und liest und liest, um möglichst bald eine Passage zu finden, die Licht ins Dunkel bringt. Immer wieder stößt man an seine Grenzen, denn Higashino versteht es, Hoffnungen und Ideen zu wecken, die sich kurz darauf als grundfalsch erweisen. Zwischen Kaga und dem Täter entspannt sich ein sehr spannendes Katz-und-Maus-Spiel, aus dem Kaga unbedingt als Sieger hervorgehen muss. Die Serie um Kyôichiro Kaga hat Higashino bereits Mitte der 1980er Jahre begonnen und bis heute (Stand Dezember 2014) neun Bücher dazu geschrieben. Von der Kaga-Serie ist meinen Recherchen zufolge bisher allerdings nichts in Deutsche übertragen worden. "Malice" wurde erst in diesem Jahr von Minotaur Books ins Englische übersetzt und ist bis dato offensichtlich das einzige englische Werk aus dieser Reihe. Wer Keigo Higashino als sehr guten Autoren entdeckt, stößt leider schnell auf das Problem mit fehlendem Nachschub. Parallel zum Lesebefehl geht hiermit ein Übersetzungsbefehl raus: Von Higashino muss mehr her! Ergänzung der Rezension am 17. Dezember 2014: In der Frühjahrsvorschau vom Klett Cotta Verlag wird just dieser Roman für das Programm 2015 in deutscher Übersetzung angekündigt! Der Rückmeldung des Verlags zufolge wird es künftig mehr Werke aus der Kaga-Serie auf Deutsch geben und damit können sich deutsche Higashino-Fans schon viel mehr Nachschub versprechen. Klingt das nicht gut?

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