Unter der Mitternachtssonne

von Keigo Higashino 
4,4 Sterne bei51 Bewertungen
Unter der Mitternachtssonne
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Positiv (45):
Dajobamas avatar

Ein tiefgründiger, vielschichtiger japanischer Thriller. Dabei noch sehr unterhaltsam, Leseempfehlung!

Kritisch (1):
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Mühsam zu lesen, deshalb abgebrochen

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Inhaltsangabe zu "Unter der Mitternachtssonne"

Ein zwanzig Jahre alter Mord. Eine Verkettung unlösbarer Rätsel. Ein Detektiv, der entschlossen ist, das dunkle Geheimnis zu entschlüsseln.

Osaka, 1973: Der Pfandleiher Kirihara wird ermordet in einem verlassenen Gebäude aufgefunden. Der unerschütterliche Detektiv Sasagaki nimmt sich des Falls an, der von nun an sein Leben bestimmt. Schnell findet er heraus: Ryo, der wortkarge Sohn des Opfers, und Yukiho, die hübsche Tochter der Hauptverdächtigen, sind in das Rätsel um den Toten verwickelt. Beinahe zwanzig Jahre lang versucht Sasagaki mit zunehmender Verzweiflung, den Mord aufzuklären, in dessen Netz sich Täter, Opfer und Polizei verfangen haben. Bis über alle Grenzen hinaus, bis hin zur Obsession.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783608503487
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:720 Seiten
Verlag:Tropen
Erscheinungsdatum:10.03.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Dajobamas avatar
    Dajobamavor 19 Tagen
    Kurzmeinung: Ein tiefgründiger, vielschichtiger japanischer Thriller. Dabei noch sehr unterhaltsam, Leseempfehlung!
    Unter der Mitternachtssonne

    Keigo Higashino – Unter der Mitternachtssonne

    Dies war mein erstes Buch dieses japanischen Autors und ich muss gestehen, dass mich dieses opulente Werk schwer beeindruckt hat. Trotz des Umfangs von über 700 Seiten habe ich es in wenigen Tagen verschlungen.

    In erster Linie geht es um den Mord an dem Pfandleiher Kirihara vor 20 Jahren, der nie aufgeklärt werden konnte. Der Detektiv Sasagaki gibt diesen Fall nie auf, und er geht dabei an seine Grenzen. Diese Geschichte wird in vielen Handlungssträngen und verschiedenen Zeitebenen erzählt, oft hatte ich schon das Gefühl, der Autor hätte sich in seinem eigenen Labyrinth verlaufen. Sehr lange ist nämlich überhaupt nicht klar, was diese vielen Personen miteinander zu tun haben könnten und was das alles noch mit dem alten Mordfall zu tun hat. So bleiben die Zusammenhänge fast bis zum Schluss unklar, dennoch wird es nie langweilig. Und letztendlich schafft es Higashino doch noch, alles zu einer schlüssigen Auflösung zu führen. Und nichts ist so, wie es anfangs schien.

    Bemerkenswert fand darüber hinaus, wie viele große Themen in einem einzigen Roman auftauchen können. Um nicht zu spoilern, möchte ich diese hier aber nicht genauer benennen. Doch auch die japanische Kultur kommt dabei nicht zu kurz.

    Die wirkliche Herausforderung, die dieses Werk an seine Leser stellt, sind meiner Meinung nach die vielen japanischen Namen, die noch dazu teils recht ähnlich klingen. Eine echte Hilfe ist dabei aber das beiliegende Lesezeichen mit einem Verzeichnis der wichtigen Personen.

    Ich habe die Lektüre sehr genossen. Ein tiefgründiger und vielschichtiger, dabei aber sehr unterhaltsamer Thriller. 

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    BookfantasyXYs avatar
    BookfantasyXYvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Komplex und intensiv erzählter Roman, der aufgrund der Perspektivwechsel zum Durchhalten animiert.
    Mehr Krimi als Thriller

    Tokio im Jahre 1973. Dort wird ein Pfandleiher namens Yosuke Kirihara umgebracht. Der Mord wird zu einer jahrelangen Odyssee und Lebensaufgabe für den Detektiv Sasagaki. Es existieren zwei Hauptverdächtige, deren Leben  Sasagaki über zwanzig Jahre lange verfolgt. Im Mittelpunkt stehen die Hauptprotagonisten und deren Familien, Freunde und Lebenswege, um den Mord aufzuklären.

    Keigo Higashino schuf eine Geschichte, die anfangs verständlich und nachvollziehbar erzählt wird, aber sobald man in die Geschichte weiter eintaucht, nehmen immer mehr Figuren und deren Hintergründe Anteil in dieser Geschichte. Was Higashino sehr gut gelingt, ist die Erzählung aus mehreren Perspektiven und aus zwanzig Jahren Erzählstrang mit verschiedenen Figuren und deren Lebenswege miteinander zu verbinden. Beim Lesen denkt man manchmal schon: Dass der Autor beim Schreiben noch den Überblick behalten hat. Rückblickend kann man jeder Figur eine Art Tagebuch zufügen, weil der Autor die Figuren und deren Entwicklungen sehr komplex und intensiv erzählt. Auf der einen Seite lenkt diese Komplexität von dem Mordfall ab, aber auf der anderen Seite kann die Leserschaft die Emotionen, Beweggründe und Psychologie der Figuren nachvollziehen. Die Spannungen im Buch werden eher durch die Biografien der Figuren aufrechterhalten. Letztendlich könnte man diesen Roman als einen kriminalistischen Gesellschaftsroman bezeichnen, weil der Anteil der Kriminalelemente relativ gering ist.

    Zunächst muss ich anmerken, dass diese Geschichte für mich mehr ein Krimi als ein Thriller gewesen ist, weil die Charaktere ausführlich und tiefsinnig von dem Autor ausgearbeitet wurden. Dadurch wurde die Geschichte sehr komplex, zumal die japanischen Namen für Europäer weniger geläufig sind, muss man schon mit einem Spickzettel für die Namen lesen. Nichtdestotrotz würde ich mich an ein weiteres Buch von Keigo Higashino lesen – aus reiner Neugier.

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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Faszinierend, packend, komplex - lesenswert
    Komplexer Roman, der mich faszinieren konnte

    1973 wird in Osaka ein Pfandleiher ermordet. Es gibt zwar einige Verdächtige, doch der Täter wird nicht gefunden.

    Der Leser begleitet in den folgenden Jahren mehrere Personen durch ihren Alltag. Nicht bei allen ist eine Verknüpfung mit der oben genannten Tat oder eine Verbundenheit untereinander offensichtlich. Erst nach und nach erkennt der Leser Zusammenhänge, ahnt Absichten oder Motive oder womöglich sogar Schuld. Der Roman ist sehr komplex und verlangt aufmerksames Lesen. Die japanischen Namen machen es zudem nicht immer leicht, Charaktere direkt früheren Szenen zuzuordnen. Bei meinem Ebook konnte ich leicht nach Namen suchen, und so gut erkennen, ob diese in früheren Kapiteln schon einmal eine Rolle spielten, wer den Roman in gedruckter Form liest, sollte sich vielleicht eine Liste anfertigen, um den Überblick zu behalten – es lohnt sich.

    Im Laufe der Geschichte lernt man nicht nur die Charaktere immer besser kennen, wodurch diese zunehmend Tiefe erhalten, auch die Beziehungen untereinander und zur Geschichte an sich werden klarer. Wirkt das Geschehen zunächst wie einzelne Episoden, merkt man mit jedem Kapitel mehr, dass vieles enger zusammenhängt als zunächst gedacht. Schon die einzelnen Teile der Geschichte sind interessant zu lesen, ihre Verbindung macht am Ende aber die Faszination aus, die die Geschichte, zumindest auf mich, ausübt.

    Mich hat die Geschichte sehr schnell gepackt, ich kann mir aber vorstellen, dass manch einer seine Zeit benötigt, um sich einzulesen. Es lohnt sich auf jeden Fall am Ball zu bleiben und nicht aufzugeben. Ich fand es ziemlich spannend zu sehen, wie sich nicht nur das Leben der Charaktere entwickelt, sondern dem Leser auch immer mehr offenbart wurde. Sehr gut haben mir auch die zeitlichen Hinweise gefallen, durch Angabe, was z. B. gerade im Kino läuft oder welches Buch momentan in ist, konnte man das Geschehen gut zeitlich einordnen, mir, der ich diese Zeiten selbst miterlebt habe, hat es auch die eine oder andere Erinnerung gebracht.

    Auch mit dem Ende wird womöglich der eine oder andere Probleme haben, ich fand es aber perfekt und sehr passend.

    Sehr viele japanische Autoren habe ich noch nicht gelesen, jedes Mal war ich aber positiv überrascht. So auch hier – der, übrigens bereits 1999 im Original erschienene, Roman hat mich gepackt, mich unterhalten und meine grauen Zellen arbeiten lassen. Ich empfehle ihn daher auch gerne weiter an jene, die komplexe Geschichten mögen und sich auch auf etwas andere Erzählstile einlassen können, und vergebe volle Punktzahl.

    Kommentare: 2
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    SalanderLisbeths avatar
    SalanderLisbethvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein brillant konstruierter Thriller, in dem Higashino sein riesiges Figurenpersonal über einen Zeitraum von 20 Jahren distanziert beobachtet
    Die Wächtergrundel und der Knallkrebs

    Die Frau schritt nun zögernd auf die Leiche zu. Vor dem Sofa blieb sie stehen und schaute auf den Toten hinab. Sasagaki merkte, dass ihr Kinn zitterte. „Ist das Ihr Mann?“, fragte Nagatsuka. Ohne zu antworten, legte die Frau die Hände auf die Wangen und bedeckte mit ihnen schließlich ihr ganzes Gesicht. Ihre Knie gaben nach, und sie sank zu Boden. Netter Auftritt, dachte Sasagaki. Auszug Seite 12


    Am Anfang steht ein Mord

    1973 entdecken spielende Kinder in einem leerstehenden Gebäude zufällig die Leiche des erstochenen Pfandleihers Yosuke Kirihara. Die Ermittlungen unter Kommissar Junzo Sasagaki ergeben, dass das Opfer an diesem Tag einen großen Geldbetrag von der Bank abgeholt hatte und auf dem Weg zu einer Kundin war. Mit dieser Fumiyo Nishimoto, einer alleinerziehenden Witwe, wird ihm ein Verhältnis nachgesagt, was diese bestreitet. Das Geld bleibt verschwunden und trotz großer Bemühungen des ehrgeizigen Kommissars verlaufen auch alle anderen Spuren im Sand. Ein Jahr später stirbt Fumiyo in ihrer Wohnung an einer Gasvergiftung, ob Unfall oder Suizid, wird nie ganz geklärt, und hinterlässt eine zwölfjährige Tochter namens Yukiho.


    In den nächsten Kapiteln ist dann von Kommissar Sasagaki erst mal nicht mehr die Rede. Stattdessen werden die Lebenswege von Ryo Kirihara, dem damals elfjährigen Sohn des Pfandleihers und der gleichaltrigen, bildhübschen Yukiho beleuchtet.


    Die Wächtergrundel und der Knallkrebs

    In diesen Kapiteln erzählt Keigo Higashino sehr ausführlich und detailliert über einen Zeitraum von fast zwanzig Jahren. So wird jedes Kapitel fast zu einer kleinen abgeschlossenen Kurzgeschichte, in der sich die Lebenswege vieler Menschen schneiden. Ein gewiefter Schachzug, denn als Leser grübelt man die ganze Zeit über den großen Zusammenhang und kann ihn nur schwer erahnen. Erst ganz langsam fügen sich die einzelnen Puzzlestücke zu einem Bild zusammen. Das habe ich in dieser Raffinesse noch nicht gelesen. Die Verbindungen und Hintergründe beim Lesen nachzuvollziehen macht einen besonderen Reiz dieses Thrillers aus. Dazu passt, dass der Autor die einzelnen Episoden zuerst für eine Zeitschrift konzipiert und dann diese für seinen 1999 in Japan erschienenen Thriller überarbeitet hatte.


    Yukiho investiert viel in Bildung und gutes Benehmen und wird zu einer auffallend schönen und erfolgreichen Geschäftsfrau. Auch Ryo, den immer eine düstere Aura umgibt, ist sehr umtriebig und nutzt die Wirtschaftsblase der 80er Jahre, um mit dubiosen sowie illegalen Geschäften wie zum Beispiel Erpressung, Bankenbetrug oder Wirtschaftsspionage sein Geld zu verdienen. Beide haben an sozialen Kontakten nur soweit Interesse, wenn sie ihre Mitmenschen benutzen können und sind Meister der Manipulation. Beide verstehen es, Menschen in ihren Bann zu ziehen, aber wo sie auftauchen, geschieht ein Unglück. Der subtile Thrill entsteht durch die Betrachtung dieser beiden rücksichtslosen Intriganten.


    Obwohl sie in den Kapiteln nie aufeinander treffen, ahnt man irgendwann, dass Yukiho und Ryo eine besondere Verbindung haben. Der Kommissar vergleicht das mit einem Beispiel aus dem Tierreich: Grundel und Knallkrebs gehen eine Art Symbiose ein, indem sie sich zum Beispiel vor Gefahren warnen. Diese Kapitel sind auch eine Zeitreise in die 80er Jahre und ermöglichen einen Einblick in die japanische Gesellschaft und fremde Kultur. Es ist der Beginn des Computerzeitalters und man nimmt teil an den Anfängerjahren der Videospiele wie das bekannte Super Mario Bros. oder das Benutzen der ersten Geldkarten. Man lernt dabei auch einiges über die Mentalität der Japaner.


    Cold Case

    Zwanzig Jahre nach dem Tod des Pfandleihers sind die Ermittlungen natürlich schon lange eingestellt. Der Kommissar ist inzwischen in Rente, aber der Fall hat ihn nie losgelassen. Und so verfolgt er beharrlich weitere Spuren, ermittelt auf eigene Faust und engagiert sogar einen Detektiv. Als Leser hat man inzwischen eine Ahnung, aber das Motiv wird erst auf den letzten Seiten enthüllt. Der Autor überrascht mit einer stimmigen Auflösung, wenn zum Schluss alle Handlungsfäden zusammengeführt werden. Es erfordert eine große Aufmerksamkeit, damit man kein Detail überliest.

    Higashino bedient sich einer klaren, fast emotionslosen Sprache. Sein Figurenpersonal ist immens, aber er verzichtet darauf, seine Charaktere psychologisch zu analysieren. Stattdessen berichtet er distanziert und fast dokumentarisch von außen wie ein Beobachter aus der Ferne.

    Eine große Herausforderung waren die vielen japanischen für europäische Ohren ähnlich klingenden Namen für mich. Ohne das beiliegende Namensverzeichnis einschließlich Kurzbiographien der wichtigsten Personen wäre ich verloren gewesen.


    Keigo Higashino hat mit „Unter der Mitternachtssonne“ einen außergewöhnlichen, brillant konstruierten Thriller auf über 700 Seiten kreiert, den ich auch nach dem Lesen nicht so schnell vergessen werde, ganz großes Kino, auch ohne große Action und viel Blutvergießen.


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    Insider2199s avatar
    Insider2199vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Mal ein Krimi ganz anderer Art! Der hoch komplexe Plot fügt sich wie ein Puzzle zusammen und man wird für das "Durchhalten" hoch belohnt!
    Mal ein Krimi ganz anderer Art!

    Mal ein Krimi ganz anderer Art!

    Der 1958 in Osaka, Japan, geborene Autor begann nach dem Ingenieurs-Studium als Kapitän einer Bogenschützenmannschaft mit dem Schreiben von Kriminalromanen. Viele seiner Bücher wurden für Kino und Fernsehen verfilmt und mit Preisen ausgezeichnet. Der vorliegende Roman (nach „Verdächtige Geliebte“ mein 2. Buch von ihm) war sein größter Erfolg und verkaufte sich in Japan mehr als zwei Millionen Mal. Der Autor lebt zurückgezogen in Tokio.

    Inhalt (Klappentext): Osaka, 1973: Der Pfandleiher Kirihara wird ermordet in einem verlassenen Gebäude aufgefunden. Der unerschütterliche Detektiv Sasagaki nimmt sich des Falls an, der von nun an sein Leben bestimmt. Schnell findet er heraus: Ryo, der wortkarge Sohn des Opfers, und Yukiho, die hübsche Tochter der Hauptverdächtigen, sind in das Rätsel um den Toten verwickelt. Beinahe zwanzig Jahre lang versucht Sasagaki mit zunehmender Verzweiflung, den Mord aufzuklären, in dessen Netz sich Täter, Opfer und Polizei verfangen haben. Bis über alle Grenzen hinaus, bis hin zur Obsession.

    Meine Meinung: Vorab sollte man vielleicht wissen, dass dieser Roman in der Zeit von 1997-1999 als monatlicher Fortsetzungsroman im Magazin Subaru erschien. Um dann als Gesamtbuch funktionieren zu können, wurde es dann nochmals vom Autor überarbeitet. Das erklärt dann auch sehr gut, warum man bei dem Lesen das Gefühl nicht loswird, man lese einzelne Kurzgeschichten, denn jedes Kapitel ist in sich abgeschlossen und führt jedes Mal neue Figuren in die Geschichte ein; das beläuft sich am Ende auf bestimmt 30 Charaktere (davon 2 Hauptprotagonisten: Yukiho und Ryo) mit tw. sehr ähnlich klingenden japanischen Namen – ein Umstand, an den man sich erst einmal gewöhnen muss und wo man sich als Europäer vielleicht etwas schwerer tut. Bei dem Papierbuch gibt es ein Lesezeichen mit den wichtigsten Figuren; ich habe das e-Book gelesen und kam gut damit klar, weil man hier sehr einfach die Figur anklicken und nach dieser im Buch suchen kann.

    Dies klingt vielleicht für manchen Leser etwas anstrengend, aber das Buch ist lang und man gewöhnt sich daran. Mir hat es irgendwann sogar gefallen, wie ein Detektiv gewissen Dingen nachzugehen und selbst zu erkunden. So gibt es z.B. keine Zeitangaben in Headline oder Text, sondern nur Ereignisclous („Rocky“ wird im Kino gezeigt usw.), daher muss man sich als Leser selbst auf Entdeckungsreise begeben und das gefiel mir sehr gut, dieses Anregen der eigenen Gedanken – im Gegensatz zu vielen Romanen, die dem Leser zu viel erklären wollen und einem alles auf dem Silbertablett servieren.

    Wenn man also ein wenig Geduld als Leser mitbringt, wird man am Ende dafür hoch belohnt, denn diese Einzelgeschichten formen sich immer mehr wie ein Puzzle zu einem Ganzen zusammen und am Ende bekommt man eine sehr gut durchdachte Auflösung mit interessanten Motiven der Helden und einer fesselnden Aufklärungsarbeit des Detektiv Sasagaki. Im Gegensatz zu „Verdächtige Geliebte“ (hier empfand ich das Ende leider etwas konstruiert), fand ich den Schluss hier sehr glaubhaft und zufriedenstellend.

    Fazit: Mal ein Krimi ganz anderer Art! Der Roman ist zwar mit seinen 700 Seiten sehr umfangreich, aber man wird mit dem „Durchhalten“ hoch belohnt. Mir hat das Lesen unheimlich viel Spaß gemacht, gerade weil das Lesen sich wie ein Puzzle anfühlte, das man als Leser selbst erkunden musste und der Autor einem nicht jede Kleinigkeit erklärte. Der Plot ist komplex und vielschichtig, die Charaktere sehr interessant und mir gefiel besonders, wie die beiden Helden Yukiho und Ryo gerade durch die zahlreichen Nebenfiguren näher beschrieben werden. Richtig, die vielen Namen mag man vielleicht als Manko empfinden, aber ich wüsste nicht wie man diesen hoch komplexen Plot mit weniger Figuren hätte erzählen können und vergebe deshalb die vollen 5 Sterne. Ein Roman, der mir mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben wird! Empfehlenswert für alle Leser, die mal einen Krimi der anderen Art lesen wollen.

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    OliverBaiers avatar
    OliverBaiervor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ich war zuerst begeistert vom Setting doch gegen Mitte des Buches hat es leider deutlich verloren und war sehr sprunghaft..
    Lost in Japan

    Klappentext/Inhalt:


    Ein zwanzig Jahre alter Mord. Eine Verkettung unlösbarer Rätsel. Ein Detektiv, der entschlossen ist, das dunkle Geheimnis zu entschlüsseln. 

    Osaka, 1973: Der Pfandleiher Kirihara wird ermordet in einem verlassenen Gebäude aufgefunden. Der unerschütterliche Detektiv Sasagaki nimmt sich des Falls an, der von nun an sein Leben bestimmt. Schnell findet er heraus: Ryo, der wortkarge Sohn des Opfers, und Yukiho, die hübsche Tochter der Hauptverdächtigen, sind in das Rätsel um den Toten verwickelt. Beinahe zwanzig Jahre lang versucht Sasagaki mit zunehmender Verzweiflung, den Mord aufzuklären, in dessen Netz sich Täter, Opfer und Polizei verfangen haben. Bis über alle Grenzen hinaus, bis hin zur Obsession.

    Mein Eindruck:

    Das Setting in Japan hat mich begeistert und über die Orte und das Japan in den 70 er/ 80 er Jahren habe ich einiges erfahren können. Auch bezüglich des Essens, den Umgang miteinander konnte ich etwas in die japanische Kultur eintauchen. Was mich hin und wieder etwas verwirrt hat sind die vielen japanischen Namen, die manchmal sogar geschlechtsbestimmende Schwierigkeiten für mich gebracht hatten. Zum Glück war das Lesezeichen dabei, auf dem ich immer Wieder mal nachlesen konnte. es waren so viele Protagonisten, das ich schon bevorzugt habe lange Passagen zu lesen, um nicht den Überblick zu verlieren.
    Das Ende war für mich etwa aus dem Ärmel gezaubert und hat mic etwas unbefriedigt zurückgelassen. Ebenfalls war es kein Thriller im herkömmlichen Sinne. Ich hatte überlegt 3 Sterne daher zu vergeben. Da es aber mein erster japanischer "Thriller"war, hätte ich dies etwas ungerecht empfunden. Ich werde sicher von Higashino noch andere Bücher lesen. In einem Artikel habe ich auch gelesen, dass dieses Buch auch als Episodenroman in einer Zeitung erschienen ist und. nachträglich als Gesamtwerk überarbeitet wurde. ich glaube, das merkt man diesem Buch auch etwas an, da diese Struktur auffällig ist.

    Fazit:

    Ich würde dieses Buch Lesern empfehlen, die sich einfach mal etwas wagen wollen und sich auf neues auch einlassen können. Mainstream ist es auf gar keinen Fall und es gibt bestimmt genug Leser, die dieses Buch frustrierte zur Seite legen.

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    raveneyes avatar
    raveneyevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Gelungener Thriller, der sich von der Masse abhebt.
    Zusammenhänge

    Alles beginnt damit, das der Pfandleiher Yosuke Kirihara tot in einem leerstehenden Haus gefunden wird. Doch wie gesagt, es ist erst der Anfang.


    Das Cover ist schlicht und ansprechend gestaltet.


    Erzählt wird der Thriller aus verschieden Perspektiven und über einen längeren Zeitraum. Wobei manche der handelnden Personen nur einmal auftauchen und anderer dafür immer mal wieder. Ich werde an dieser Stelle aber nicht verraten um wen es sich handelt, da soll sich jeder selbst überraschen lassen. Es sei nur soviel gesagt, dass die einzelnen Charaktere gut dargestellt werden und in sich stimmig wirken.


    Die einzelnen Erzählstränge greifen hier wie Rädchen ineinander und lassen bald den roten Faden erkennen, der sich durch die Geschichte zieht und immer wieder Bilder und Zusammenhänge erzeugt, ohne diese direkt zu benennen. Was der Dynamik des Buches etwas ganz eigenes gibt, was es für mich aus der Masse herausstechen lässt. Denn es folgt nicht den gebräuchlichen Wegen und lädt den Leser zum aktiven Mitdenken ein um alle Zusammenhänge zu erkennen und im Blick zu behalten.


    Ein sehr ansprechender Thriller, der eindeutig nicht nach Schema F verfasst wurde und sich damit gekonnt von der Masse abhebt. Gefiel mit gut.

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    Ro_Kes avatar
    Ro_Kevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Der zu komplexe Aufbau hält in Richtung Auflösung nur wenige lichtbringende Momente unter der Mitternachtssonne bereit. 3,5 ★
    Es werde Licht!

    Klappentext (Lovelybooks):

    Ein zwanzig Jahre alter Mord. Eine Verkettung unlösbarer Rätsel. Ein Detektiv, der entschlossen ist, das dunkle Geheimnis zu entschlüsseln.Osaka, 1973: Der Pfandleiher Kirihara wird ermordet in einem verlassenen Gebäude aufgefunden. Der unerschütterliche Detektiv Sasagaki nimmt sich des Falls an, der von nun an sein Leben bestimmt. Schnell findet er heraus: Ryo, der wortkarge Sohn des Opfers, und Yukiho, die hübsche Tochter der Hauptverdächtigen, sind in das Rätsel um den Toten verwickelt. Beinahe zwanzig Jahre lang versucht Sasagaki mit zunehmender Verzweiflung, den Mord aufzuklären, in dessen Netz sich Täter, Opfer und Polizei verfangen haben. Bis über alle Grenzen hinaus, bis hin zur Obsession.

    Meine Meinung:

    Aus einer anderen Rezension erfuhr ich, dass diese Geschichte bereits zwischen 1997 und 1999 in Japan als monatlicher Fortsetzungsroman erschienen ist und vom Autor nochmal überarbeitet wurde, um als Einzelroman veröffentlicht werden zu können.

    Es stimmt, dass der Aufbau etwas sehr episodenhaftes besitzt und man in gefühlt jedem Kapitel auf eine Vielzahl neuer Charaktere trifft, mit oftmals sehr ähnlich klingenden Namen und einige sich im Verlauf der Handlung sogar noch einen Alias zulegen. Hinweise auf die Zeit, in der sich der jeweilige Handlungsstrang befindet, erhält man nur durch eingestreute kulturelle Hinweise, wie z. B. den Erscheinungstermin der ersten Nintendo Konsole. So verlangt die Lektüre ein ausgesprochen hohes Maß an Konzentration und Verknüpfungsgabe. 

    Zumindest schafft es der unterhaltsame aber gleichzeitig sehr nüchterne/unnahbare Schreibstil, dass sich das Lesen für mich nicht anstrengend angefühlt hat, sondern ich bin in einen regelrechten Sog geraten, den ich mir aber selbst nicht genau erklären kann. Es mangelt nämlich an einem Spannungsbogen, da es durch die Struktur immer wieder zu großen Brüchen kommt, was ein Mitfiebern/-rätseln für mich nicht möglich gemacht hat.

    So waren es für mich zahlreiche kleine Episoden, die ich unwahrscheinlich gerne gelesen habe und die mir auch die japanische Kultur, vor allem im zwischenmenschlichen Bereich, näher bringen konnten, jedoch empfinde ich die Auflösung zu enttäuschend, als dass ich ihr den Sinn dieses langen Lesevergnügens zusprechen möchte.

    Fazit:

    Der zu komplexe Aufbau hält in Richtung Auflösung nur wenige lichtbringende Momente unter der Mitternachtssonne bereit. 3,5 Sterne

    Kommentare: 1
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    Sigismunds avatar
    Sigismundvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Mühsam zu lesen, deshalb abgebrochen
    Mühsam zu lesen, dshalb abgebrochen

    ABGEBROCHEN - Der japanische Thriller "Unter der Mitternachtssonne" von Keigo Higashino hat mir überhaupt nicht gefallen, weshalb ich die Lektüre jetzt nach einigen Kapiteln abgebrochen habe: Mit jedem Kapitel wurden neue Handlungsstränge mit neuen Personen ins Spiel gebracht. Die zunehmende Zahl japanischer Namen war mir allmählich zu verwirrend und die Handlungssprünge so irritierend, dass ich keinen "roten Faden" mehr ausmachen konnte und fast den Überblick verlor. Jedes Mal, wenn ich dachte, "jetzt geht's aber endlich los", fing wieder ein neues Kapitel mit neuen Personen an. Nein danke, dafür ist mir meine Zeit zu kostbar!

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    isipisis avatar
    isipisivor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Spannend bis zur letzten Seite! Ich habe es verschlungen!
    Japanische Kultur und Tod...

    Inhalt
    Osaka, 1973: Der Pfandleiher Kirihara wird ermordet in einem verlassenen Gebäude aufgefunden. Der unerschütterliche Detektiv Sasagaki nimmt sich des Falls an, der von nun an sein Leben bestimmt. Schnell findet er heraus: Ryo, der wortkarge Sohn des Opfers, und Yukiho, die hübsche Tochter der Hauptverdächtigen, sind in das Rätsel um den Toten verwickelt. Beinahe zwanzig Jahre lang versucht Sasagaki mit zunehmender Verzweiflung, den Mord aufzuklären, in dessen Netz sich Täter, Opfer und Polizei verfangen haben. Bis über alle Grenzen hinaus, bis hin zur Obsession.

    Meinung
    Dieses Buch ist kein gewöhnlicher Thriller, sondern vielmehr ein grenzgenialer Kriminalfall, verwoben mit der japanischen Kultur und Tradition. Higashino verstand es, mich bis zur letzten Seite zu fesseln.

    "Unter der Mitternachtssonne" ist womöglich kein Thriller im herkömmlichen Sinn. Es wird viel Wert auf die Charaktere, deren Namen schier unmöglich zu merken sind, gelegt und auf die Beziehungen untereinander, wie es für japanische Bücher eigentlich auch typisch ist. Ein besonderes Highlight ist meines Erachtens nach nicht der Kriminallfall selbst sondern vielmehr der Einblick in die japanische Kultur und die dortigen Gepflogenheiten. Der Autor versteht es, den Fall so zu inszenieren, dass sich schlussendlich alle wirren Fäden wie von selbst auflösen.

    Ein definitives "Must-Read"!

    Fazit
    Wem spannungsgeladene Genres zusagen und wer gerne einmal Mordszenarien in anderen Ländern als den herkömmlichen erleben möchte, ist mit "Unter der Mitternachtssonne" gut beraten!

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    nico_kleins avatar

    Ein Mord, der sein Leben bestimmt! 

    In Osaka wird ein Mann tot aufgefunden – ermordet. Der Detektiv Sagasaki nimmt den Fall an. Doch was er zu diesem Zeitpunkt nicht weiß: Die Arbeit an dem Fall deckt ein Netz aus Intrigen und Verdächtigen auf, das Sagasaki die nächsten 20 Jahre nicht mehr loslassen wird ... 

    Bewerbt euch jetzt für die Buchverlosung zu "Unter der Mitternachtssonne" von Keigo Higashino und begebt euch im fernen Japan auf Mördersuche. 

    Und übrigens: Unter allen Gewinnern, die eine Rezension veröffentlichen, werden zusätzlich exklusive Pakete mit weiteren Büchern des Autors verlost. 

    Mehr zum Buch
    Ein zwanzig Jahre alter Mord. Eine Verkettung unlösbarer Rätsel. Ein Detektiv, der entschlossen ist, das dunkle Geheimnis zu entschlüsseln. 
    Osaka, 1973: Der Pfandleiher Kirihara wird ermordet in einem verlassenen Gebäude aufgefunden. Der unerschütterliche Detektiv Sasagaki nimmt sich des Falls an, der von nun an sein Leben bestimmt. Schnell findet er heraus: Ryo, der wortkarge Sohn des Opfers, und Yukiho, die hübsche Tochter der Hauptverdächtigen, sind in das Rätsel um den Toten verwickelt. Beinahe zwanzig Jahre lang versucht Sasagaki mit zunehmender Verzweiflung, den Mord aufzuklären, in dessen Netz sich Täter, Opfer und Polizei verfangen haben. Bis über alle Grenzen hinaus, bis hin zur Obsession.

    Hier findet ihr eine Leseprobe. 

    Mehr zum Autor
    Keigo Higashino, wurde 1958 in Osaka, Japan, geboren. Nach seinem Ingenieurs-Studium begann der Kapitän einer Bogenschützenmannschaft Kriminalromane zu schreiben. Viele seiner Kriminalromane wurden für Kino und Fernsehen adaptiert und mit Preisen ausgezeichnet. Sein größter Erfolg war »Verdächtige Geliebte«, das sich in seiner Heimat mehr als zwei Millionen Mal verkauft hat. Er lebt zurückgezogen in Tokio.

    In dieser Buchverlosung können 
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    Was ihr dafür tun müsst? Bewerbt euch bis einschließlich 25.03.2018 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage:   

    Der Detektiv Sagasaki beschäftigt sich 20 Jahre mit einem Fall. Bei welcher Tätigkeit könnt ihr die Zeit total vergessen und unermüdlich weiterarbeiten? 

    Ich bin schon sehr gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Erfolg! 

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