Keiji Nakazawa

 4.6 Sterne bei 79 Bewertungen

Lebenslauf von Keiji Nakazawa

Keiji Nakazawa wurde 1939 als viertes von sechs Kindern in Hiroshima geboren. Sein Vater, sein kleiner Bruder und seine ältere Schwester kamen beim Abwurf der Atombombe am 6. August 1945 ums Leben. Er selbst leidet seitdem an Leukämie und seine Mutter starb 1966 an den Folgen der nuklearen Strahlung. Im Alter von 22 Jahren zog Keiji Nakazawa nach Tokio und begann seine Karriere als professioneller Zeichner. Seine ersten Arbeiten wurden ab 1963 im Monatsmagazin Shônen Gaho veröffentlicht. Fünf Jahre später erschien mit Kuroi ame ni utarete (Unter dem schwarzen Regen) ein erstes Werk, das seine Erinnerungen an die Tragödie von Hiroshima zum Thema machte. Mit Ore wa mita (Ich habe es gesehen) gab er 1972 in einer kurzen Geschichte ein weiteres Mal Einblick in seine persönlichen Erfahrungen mit den Geschehnissen vor und nach der nuklearen Katastrophe. Im gleichen Jahr erschien Hadashi no Gen im Shûkan Shônen Jump, Japans meistverkauftem Manga-Magazin, in dem die autobiographische Geschichte wöchentlich abgedruckt wurde. Bis heute ist diese Arbeit sein bekanntestes Werk, das in zahlreiche Sprachen übersetzt, und unter anderem als Theaterstück und Animationsfilm umgesetzt wurde. Seit 1976 widmet sich eine Gruppe mit dem Namen Project Gen Keiji Nakazawas Schaffen. Die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder aus zahlreichen Nationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, seinen Manga in möglichst viele Sprachen zu übersetzen und damit auch Menschen außerhalb Japans die Möglichkeit zu geben, Gens Botschaft zu hören. Am 19. Dezember 2012 verstarb Keiji Nakazawa im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Keiji Nakazawa

Cover des Buches Kinder des Krieges9783551775016

Kinder des Krieges

 (28)
Erschienen am 22.10.2004
Cover des Buches Der Tag danach9783551775023

Der Tag danach

 (14)
Erschienen am 22.01.2005
Cover des Buches Barfuß durch Hiroshima9783864970030

Barfuß durch Hiroshima

 (7)
Erschienen am 04.02.2012
Cover des Buches Barefoot Gen0867195983

Barefoot Gen

 (0)
Erschienen am 01.03.2009

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Rezension zu "Kinder des Krieges" von Keiji Nakazawa

'Nakazawas Glaube an das Gute im Menschen'
sabatayn76vor einem Monat

‚Für manche Zyniker mag Nakazawas Glaube an das Gute im Menschen >>Barfuß<< zum Kinderbuch abstempeln, doch das Entscheidende ist, dass der Autor, wenn er von seinem eigenen Überleben berichtet, nicht bloß von den Ereignissen erzählt, die er durchlebt hat, sondern von der philosophisch-psychologischen Grundlage dieses Überlebens. Sein Werk ist humanistisch und human, denn es zeigt und unterstreicht, wie notwendig es ist, dass wir Menschen Verständnis füreinander aufbringen, wenn wir noch ein weiteres Jahrhundert erleben wollen.‘ (Seite 9, Einführung von Art Spiegelman)

Ich habe mich bisher nur wenig mit dem Zweiten Weltkrieg in Japan und mit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki beschäftigt, so dass ich mit dem Comic von Keiji Nakazawa eher unbekanntes Terrain betreten habe.

Bereits die Einführung von Spiegelman, dessen ‚Maus‘ ich vor vielen Jahren mit großer Begeisterung gelesen habe, macht jedoch schon so neugierig auf Nakazawas ‚Barfuß durch Hiroshima‘-Reihe, dass ich den ersten Band in einem Rutsch durchgelesen habe. Und nach der Lektüre war mir sofort klar, dass ich auch die restlichen drei Bände der Reihe lesen werde.

Nakazawa erzählt in seinem Comic von Gen, der mit seiner Familie in Hiroshima lebt und dessen Leben von Bombenalarm, Hunger, Schikane und Gewalterfahrungen geprägt ist. Gens Vater kritisiert offen die japanische Politik und den Krieg, wird aus diesem Grunde inhaftiert, was weitreichende Folgen für die Familie hat, die dadurch Ausgrenzung und Willkür erfährt.

Erst spät im Comic kommt es zum Atombombenabwurf auf Hiroshima, und durch den langen Vorlauf gibt Nakazawa diesem Ereignis ein Gesicht und eine persönliche Note, denn bis dahin hat man als Leser über all die Seiten hinweg Gen und seine Familie, aber auch die Nachbarn und viele weitere Bewohner Hiroshimas kennengelernt, und einige der Figuren sind einem regelrecht ans Herz gewachsen.

Mich hat der Comic sehr bewegt, und er hat dafür gesorgt, dass das ganze Ausmaß der Katastrophe nicht nur rational, sondern auch emotional besser verstehbar und einfühlbar wurde. Dabei ist der Comic zudem hervorragend gezeichnet, wobei die Zeichnungen allesamt sehr ausdrucksstark sind.

Zusammen mit der bewegenden Handlung, die übrigens zum Teil auf Nakazawas eigenen Erfahrungen beruht, ist dem Autor eine überzeugende und lehrreiche Geschichte gelungen, auf deren Fortsetzung ich mich bereits sehr freue.

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Rezension zu "Kinder des Krieges" von Keiji Nakazawa

Top Manga
AnnabethAphrodiete97vor 4 Jahren

Dieser Manga ist erschreckend ehrlich, wunder schön, eine tolle Geschichte über einen Jungen der abenteuer erlebt und Traurieg weil er so viel leid sieht auf seienr reise. Diese Emotionen zu vereinen vielen dem zeichner garantiert nicht schwer den diese 4 Bände erzählen sein Lebensweg als junge nach dem abwurf der Atombombe. und iwe makaba es klingt es gibt auch echt lustige stellen doch die meisten sind rührend, traurieg und einfach nur grausam. Doch wer sich für Geschichte interessiert sollte diese Gelebte geschichte lesen den er hat dies zu einer geschichte geschrieben und nicht sachlich damit das jeder gut lesen kann. und wie ich finde ein Must Have im bücherregal um einfach ein bisschen mehr über die geschichte des zweiten weltkrieges und seine grausamkeit zu lernen und zu erfahren wie viel glück der heute über 80 jährige zeichner hatte.

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Rezension zu "Barfuß durch Hiroshima" von Keiji Nakazawa

Rezension zu "Barfuß durch Hiroshima" von Keiji Nakazawa
HelmuthSantlervor 7 Jahren

Schmelzendes Fleisch, brennendes Fleisch, verkohltes Fleisch – und mitten drin zwischen rauchenden Trümmern, schreienden Menschen, zwischen Angst, Hunger, Schmerzen und Verzweiflung, zwischen Wahnsinn und Tod, Tod, Tod der kleine Gen, ein Überlebender. Wir schreiben den 6. August 1945: Der Tag, an dem die Sonne auf Hiroshima fiel.

Manga, das japanische Wort für Comic, bedeutet in etwa „ungezügeltes Bild“. Und drastisch sind sie, die Zeichnungen von Keiji Nakazawa, mit denen er sein Überleben der atomaren Hölle als Sechsjähriger in Erinnerung ruft. Mehr in dem, was sie zeigen, als wie sie es zeigen: Nakazawa bleibt dem für westliche Augen gewöhnungsbedürftigen Manga-Stil treu, wenn auch nicht allzu heidi-extrem. „Seine Zeichnungen wirken etwas hölzern und wenig nuanciert“, befindet etwa Art Spiegelman, ein anderer ganz Großer des Erinnerungsbuchs. „Sie leisten aber genau das, was jede gute Literatur auszeichnet: Sie erwecken die Figuren zum Leben.“ Schlicht seien sie und von überzeugender Ehrlichkeit: „Die Authentizität der Geschichte macht sie unangreifbar.“

Nach dem Strahlungstod seiner Mutter in den 60ern begann Nakazawa mit seinem Erinnerungswerk. Barfuß erschütterte ab '73 Japan und schrieb Kulturgeschichte: Es brachte den Manga 1978 in den Westen; 1982 erschien Kinder des Krieges, Teil 1, als erster Japan-Comic auf Deutsch – und floppte. Heute liegt uns die Hälfte seines Opus magnum in Übersetzung vor.

Band 1 endet mit der Katastrophe. Zuvor geißelt der Autor und Zeitzeuge den japanischen Kriegswahn, die Propagandalügen, die Selbstaufgabe der Menschen für eine nationalistische Ehre, die an jedem Platz der Erde für dieselbe mörderische Verlogenheit steht. Es ist ein Buch voller Gewalt – für den Frieden.

Keiji Nakazawa litt seit dem Bombenabwurf an Diabetes und wurde deshalb von den japanischen Behörden als Hibakusha (Atombombenopfer) Nr. 0019760 geführt. 2009 musste er das Zeichnen aufgeben, da seine Krankheit sein Sehvermögen zu stark beeinträchtigt hatte. Am 19. Dezember 2012 verstummte eine der lautesten Stimmen Japans gegen die Nutzung der Atomkraft für immer. Seine Mahnung bleibt bestehen.

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