Keiji Nakazawa Barfuß durch Hiroshima

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Inhaltsangabe zu „Barfuß durch Hiroshima“ von Keiji Nakazawa

Das Leben im Japan des Zweiten Weltkrieges ist von Militarismus, Durchhalteparolen und politischer Unterdrückung geprägt. Die Kindheit des sechsjährigen Keiji ist schwer, und am 6. August 1945 findet sie ihr jähes, endgültiges Ende: Über Hiroshima, seiner Heimatstadt, steigt der Pilz der Atombombe auf. Viele tausend Menschen werden getötet oder sterben bald danach auf grausame Weise, weil sie verstrahlt worden sind. Keiji Nakazawas erschütternde autobiographische Graphic Novel gehört zu den eindrucksvollsten Plädoyers gegen den Krieg, die der Comic hervorgebracht hat.

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  • Rezension zu "Barfuß durch Hiroshima" von Keiji Nakazawa

    Barfuß durch Hiroshima
    HelmuthSantler

    HelmuthSantler

    19. February 2013 um 16:04

    Schmelzendes Fleisch, brennendes Fleisch, verkohltes Fleisch – und mitten drin zwischen rauchenden Trümmern, schreienden Menschen, zwischen Angst, Hunger, Schmerzen und Verzweiflung, zwischen Wahnsinn und Tod, Tod, Tod der kleine Gen, ein Überlebender. Wir schreiben den 6. August 1945: Der Tag, an dem die Sonne auf Hiroshima fiel. Manga, das japanische Wort für Comic, bedeutet in etwa „ungezügeltes Bild“. Und drastisch sind sie, die Zeichnungen von Keiji Nakazawa, mit denen er sein Überleben der atomaren Hölle als Sechsjähriger in Erinnerung ruft. Mehr in dem, was sie zeigen, als wie sie es zeigen: Nakazawa bleibt dem für westliche Augen gewöhnungsbedürftigen Manga-Stil treu, wenn auch nicht allzu heidi-extrem. „Seine Zeichnungen wirken etwas hölzern und wenig nuanciert“, befindet etwa Art Spiegelman, ein anderer ganz Großer des Erinnerungsbuchs. „Sie leisten aber genau das, was jede gute Literatur auszeichnet: Sie erwecken die Figuren zum Leben.“ Schlicht seien sie und von überzeugender Ehrlichkeit: „Die Authentizität der Geschichte macht sie unangreifbar.“ Nach dem Strahlungstod seiner Mutter in den 60ern begann Nakazawa mit seinem Erinnerungswerk. Barfuß erschütterte ab '73 Japan und schrieb Kulturgeschichte: Es brachte den Manga 1978 in den Westen; 1982 erschien Kinder des Krieges, Teil 1, als erster Japan-Comic auf Deutsch – und floppte. Heute liegt uns die Hälfte seines Opus magnum in Übersetzung vor. Band 1 endet mit der Katastrophe. Zuvor geißelt der Autor und Zeitzeuge den japanischen Kriegswahn, die Propagandalügen, die Selbstaufgabe der Menschen für eine nationalistische Ehre, die an jedem Platz der Erde für dieselbe mörderische Verlogenheit steht. Es ist ein Buch voller Gewalt – für den Frieden. Keiji Nakazawa litt seit dem Bombenabwurf an Diabetes und wurde deshalb von den japanischen Behörden als Hibakusha (Atombombenopfer) Nr. 0019760 geführt. 2009 musste er das Zeichnen aufgeben, da seine Krankheit sein Sehvermögen zu stark beeinträchtigt hatte. Am 19. Dezember 2012 verstummte eine der lautesten Stimmen Japans gegen die Nutzung der Atomkraft für immer. Seine Mahnung bleibt bestehen.

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  • Rezension zu "Barfuß durch Hiroshima" von Keiji Nakazawa

    Barfuß durch Hiroshima
    keksikeks

    keksikeks

    14. August 2012 um 15:39

    Der 6. August 1945 bleibt für die Menschen in Hiroshima unvergessen. Sie ahnten nicht, dass sie ab diesem Tag die Hölle auf Erden erleben würden. Keiji Nakazawa verarbeitet in diesen beiden Graphic Novels Erlebnisse und Eindrücke dieses Tages von ihm selbst und Freunden. In "Kinder des Krieges" wird der Alltag von Familie Nakaoka gegen Ende des Krieges erzählt. Hauptfigur ist der sechsjährige Gen. Sein Bruder Akira wird aufs scheinbar sichere Land geschickt. Dort leidet er unter der Kriegspropaganda der japanischen Regierung. Ihr Vater, ein Künstler und Pazifist, wird geächtet und schikaniert, weil er nicht an einen Sieg Japans gegen die USA glaubt und sich gegen die Propaganda wehrt. Bald darauf wird die komplette Familie aus der Gesellschaft ausgestoßen. Der älteste Sohn Koj meldet sich schließlich freiwillig zum Militär, um die Ehre der Familie zu retten. Das Buch endet mit dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima. Das zweite Buch ("Der Tag danach") handelt von dem Horror, der durch die Bombe ausgelöst wird. Gen und seine Mutter überleben den Anschlag, doch sein Vater, seine Schwester und Akira werden unter dem Haus begraben und sterben in den Flammen. Durch den Stress beginnen bei Gens Mutter die Wehen und sie bringt auf der Straße ihre Tochter Tomoko zur Welt. Da sie ihre Tochter nicht ernähren kann, begibt sich Gen auf die Suche nach Reis. Unterwegs trifft er auf viele strahlenerkrankte Menschen. Er sieht das Massensterben und auch ihm setzen die Strahlen nach kurzer Zeit zu. Nachdem der Reis, den Gen schließlich bekommt, von einem Waisenkind gestohlen wird, fliehen Gen und seine Mutter zu einer Freundin. Jedoch müssen sie das Haus aufgrund von Streitereien kurze Zeit später wieder verlassen. Nakazawa zeichnet nur in schwarz-weiß. Damit bringt er die Botschaft des Werkes optimal rüber. Farben hätten hier nur gestört. Der Graphic Novel ist nichts für schwache Mägen, denn obwohl kein Blut an sich zu sehen ist, sieht man verstümmelte Menschen, denen die Haut in Fetzen vom Körper fällt. Auch die Kriegspropaganda der japanischen Regierung hat mich mehrmals schwer schlucken lassen. Insgesamt sind die beiden Bücher grauenvoll ehrlich und gerade deswegen so schockierend. Nach dem Lesen fiel es mir schwer, meinen Tag normal weiter zu leben. Das Buch hat mich zum Nachdenken bewegt. Ich habe noch kein Buch gelesen, dass so brutal und dennoch einfühlsam das Leben im Krieg beschreibt. Und wieder einmal zeigt sich: Nichts kann einen Krieg rechtfertigen. Das unermessliche Leid der Opfer kann man nicht entschuldigen. Nakazawas traumatische Kindheit ist eine Mahnung an alle und zeigt, was Krieg und Waffen mit der Welt anstellen können.

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  • Rezension zu "Barfuß durch Hiroshima" von Keiji Nakazawa

    Barfuß durch Hiroshima
    danielf

    danielf

    16. June 2012 um 15:53

    Selten ein Buch gelesen das mich so nachhaltig beeindruckt hat.
    Mirist auch durchaus bewusst das es ein Manga ist,deswegen war es auch so bewegend.