Keith Stuart

 4,5 Sterne bei 28 Bewertungen
Autor von Tage mit Sam, Das ganze Leben auf einmal und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Keith Stuart

Der Mann, der zufällig Schriftsteller wurde: Keith Stuart ist seit über zwanzig Jahren als Journalist für The Guardian tätig. Seine Spezialgebiete sind Videospiele, Technologie und neue Entwicklungen im digitalen Zeitalter. Zur Belletristik kam er eher zufällig, beziehungsweise führten ihn persönliche Erfahrungen auf diesen Weg. Stuart und seine Frau hatten schon längere Zeit vermutet, dass ihr Sohn Zac Autist ist. Als er sieben war, bekamen sie die offizielle Diagnose. Stuarts 2016 veröffentlichter Debütroman „A Boy Made of Blocks“ („Tage mit Sam“) handelt von dem Verhältnis eines jungen Familienvaters zu seinem autistischen Sohn Sam. Wie Zac im echten Leben teilt auch Sam mit seinem Vater die Leidenschaft für Videospiele. Insbesondere Minecraft wird für die beiden zum unverzichtbaren Ausdrucks- und Kommunikationsmittel. Der einfühlsame, feinsinnige Roman wurde in Großbritannien zum Bestseller und erschien in über 25 Ländern. Auch der zweite Roman des Autors „Days of Wonder“ (2018, dt.: „Das ganze Leben auf einmal“) erzählt eine berührende Vater-Kind-Beziehung. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal die schwer herzkranke, sechzehnjährige Hannah und ihr liebevoller, alleinerziehender Vater. Keith Stuart lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Somerset.

Alle Bücher von Keith Stuart

Cover des Buches Tage mit Sam (ISBN: 9783442489954)

Tage mit Sam

 (24)
Erschienen am 16.12.2019
Cover des Buches Das ganze Leben auf einmal (ISBN: 9783442490806)

Das ganze Leben auf einmal

 (2)
Erschienen am 08.07.2020
Cover des Buches A Boy Made of Blocks (ISBN: 9780751563276)

A Boy Made of Blocks

 (1)
Erschienen am 01.09.2016

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Keith Stuart

Cover des Buches Tage mit Sam (ISBN: 9783442547807)Kitty_Catinas avatar

Rezension zu "Tage mit Sam" von Keith Stuart

Das Leben ist ein Abenteuer
Kitty_Catinavor 2 Monaten

Mit diesem Buch habe ich endlich mal wieder zu einem gegriffen, welches schon viel zu lange ungelesen in meinem Regal stand. Dabei ist es ein wirklich wundervolles Buch, mit einem großartigen Schreibstil, tollen Charakteren und einer zauberhaften Geschichte über ein Kind, das anders ist und einen Vater, welcher irgendwie neben sich steht und erst lernen muss, das Leben wieder zu meistern.


Aber fangen wir, wie immer, beim Schreibstil an. Ganz ehrlich, hätte ich nicht gewusst, dass es sich hier um ein Erstlingswerk handelt, dann hätte ich das niemals gemerkt. Keith Stuart hat nämlich einen Schreibstil, der, obwohl die Geschichte nicht wahnsinnig aufregend ist, es schafft, den Leser mitzureißen. Dieser ist leicht, flüssig und vor allem mit einer gewissen Prise Humor gespickt, welche die oft doch etwas emotionale Stimmung des Buches auflockert und mich mehrmals hat schmunzeln lassen. 


Und auch die Geschichte konnte mich sofort in ihren Bann ziehen. Zwar ist diese, wie schon erwähnt, recht ruhig und verfügt auch nur ab und an über eine gewisse Spannung, dafür ist sie aber sehr intensiv und voller tiefgründiger Gedanken, sowie Kritik am System. Dabei steht vor allem die Beziehung zwischen Alex und seinem Sohn im Vordergrund, die Unsicherheit im Umgang mit einem autistischen Kind und das Zueinanderfinden. Aber auch die Probleme zwischen Alex und Jody, der tragische Verlust eines Menschen in dessen Vergangenheit und das etwas eingestaubte Verhältnis zu seiner Mutter sind große Themen, die in diesem Roman behandelt werden. Klingt im ersten Moment vielleicht viel, aber dennoch hat es Keith Stuart geschafft, alle diese Stränge geschickt miteinander zu verbinden und zu verknüpfen. Und auch das Thema Minecraft hat er sehr gut mit in die Geschichte eingebracht. Durch dieses Spiel bekommt man neben der realen Welt noch ein ganz anderes Setting geboten, welches wie ein Bubble wirkt, in der sich Alex und Sam erst so richtig entfalten können. Und ich persönlich habe damit plötzlich eine ganz andere Sicht auf dieses Spiel bekommen. Was mich aber am meisten beeindruckt hat ist, wie ich mich oft selbst in Alex wiedergefunden habe. Auch ich habe ein etwas anderes Kind und weiß, wie schwer es ist, die richtigen Hilfen zu bekommen. Auch ich weiß, wie schwer es sein kann, an dessen Welt teilzunehmen und auch ich weiß, wie es sich anfühlt, von anderen beurteilt zu werden. Und da ist es egal, wie man es nennt, denn wie der Protagonist schon gleich am Anfang des Romans sagt: „Das Dumme ist nur, dass Etiketten gar nichts bringen. Sie helfen nicht gegen Schlaflosigkeit oder gegen die Wut, wenn man beworfen wird oder etwas kaputt geht.“ Umso schöner war es für mich zu sehen, wie sich sowohl Alex als auch Sam im Laufe der Geschichte weiterentwickeln, wie beide auf ihre jeweils eigene Weise offener werden und sich was trauen. Aber auch die Dynamiken in Alex Ehe, Freundschaften und Familie fand ich sehr interessant und gut beschrieben. Und am Ende habe ich sogar ein paar Tränchen vergossen. Dennoch muss ich aber auch sagen, dass dem Roman hier und da ein paar Seiten weniger gut getan hätten, denn er zieht sich insgesamt doch ein bisschen.


Dafür habe ich aber auch die Charaktere geliebt. Nein, sie sind nicht immer wahnsinnig sympathisch und manchmal konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich nun Alex oder Jody mehr mag und von Zeit zu Zeit konnte ich sie auch gar nicht leiden. Aber das macht sie aus. Sie sind lebendig, vielschichtig, haben Ecken und Kanten. Selbst Sam ist manchmal echt anstrengend und nur selten der strahlende Sonnenschein, was sich erst im Laufe der Geschichte mehr und mehr zum Besseren ändert. Deshalb war er für mich aber auch greifbar und ich konnte mir schon sehr bald vorstellen, wie er tickt und dass es gerade für ihn nicht leicht ist, in einer solch lauten und aufregenden Welt zu leben.


Bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich nicht verstehen kann, warum dieses Buch so unbekannt ist. Klar, es geht mit Autismus auch um ein recht nischiges Thema, aber dafür ist es von jemandem geschrieben, der sich damit im wahrsten Sinne auskennt und das Buch hat zudem noch so viel mehr zu bieten. Es ist ein Buch für jeden und sollte, meiner Meinung nach, auch von jedem gelesen werden. Ich habe es jedenfalls geliebt und kann es nur weiterempfehlen. Lest dieses Buch!

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Cover des Buches Tage mit Sam (ISBN: 9783442489954)Buecherseele79s avatar

Rezension zu "Tage mit Sam" von Keith Stuart

Gemeinsame Tage mit Sam
Buecherseele79vor 3 Jahren

„Sicherheit ist eine Illusion. Man kann alles haarklein durchplanen, aber letztendlich ist das Leben unberechenbar. Und dann muss man das Beste draus machen. Man muss herausfinden, was wirklich wichtig ist, um sich dann darauf konzentrieren“. (Seite 400)

Alex wurde vor die Türe gesetzt – seine Frau Jody kann einfach nicht mehr und die Aufmerksamkeit liegt die meiste Zeit bei dem gemeinsamen Sohn Sam der Autist ist.
Doch Alex kann sich einfach nicht fallen lassen, er hat Mühe sich auf seinen Sohn einzulassen, einen Zugang zu ihm zu finden, gemeinsam die Zeit auch genießen zu können.
Alex zieht bei seinem Freund Dan ein und merkt sehr schnell wie sehr er Sam und seine Frau Jody vermisst und hat vor sich nun endlich zu ändern....

Der Autor schreibt in seinem Nachwort dass dies die Geschichte von seinem Sohn Zac und ihm ist.
Und wenn man diese paar Zeilen liest dann gibt es sehr viele Gemeinsamkeiten zwischen den Protagonisten im Buch und zu ihm und seinem Sohn.
Das macht dieses Buch, in meinen Augen, noch gefühlsvoller aber vor allem authentischer und regt selbst zum nachdenken an.

Als Leser wird man gleich vor vollendete Tatsachen gestellt als Alex von Zuhause auszieht weil Jody eine Auszeit benötigt und so nicht mehr weitermachen kann und möchte.
Alex hingegen ist zwar traurig und möchte nicht ohne seine Frau sein, aber auf der anderen Seite setzt ihm die Situation daheim mit Sam und seinen autistischen Zügen zu sehr zu, ihm fehlt der Zugang zu seinem Sohn.

Jody und Alex sind so unterschiedlich, beide kämpfen mit sich, gegen sich, wollen einen gemeinsamen Weg finden und doch stehen ihnen die Vergangenheit, die Unzufriedenheit und ja, natürlich die Belastung durch Sam sein Autismus im Weg.
Das hat der Autor sehr belastend auch für den Leser gemacht, man merkt diese Müdigkeit, diesen Kampf für Sam, dass man einen Zugang zu ihm findet, dass es leichter für alle wird und doch weiß dass die Zukunft gerade für Sam ungewiss bleiben wird.

Alex selbst hat mit Dingen aus seiner Vergangenheit zu kämpfen und nun, wo er bei seinem besten Freund Dan unterkommt merkt er erstmals, was in seinem Leben so schief läuft, wie sehr er sich verändert hat und komplett mit allem unzufrieden ist.
Dass Änderungen und sich aufraffen für einen selbst schon schwer genug ist und viel Überwindung, Zuversicht und Unterstützung durch andere Menschen benötigt.

Was Autismus bedeutet, auch wenn man in seinem direkten Umfeld mit diesen Menschen zu tun hat, das beschreibt der Autor durch die Protagonisten Alex und Jody in seinem Buch „Tage mit Sam“.
Gefühl – und hoffnungsvoll, aber auch mit Ängsten, Rückschlägen und sehr kleinen Schritten nach vorne, vielen Schritten zurück und wieder auf Anfang.
Ich persönlich fand es im Allgemeinen sehr gut umgesetzt und der Autor hat hier seine Realität einfliessen lassen denn immer wenn ich dachte – jetzt hat Alex den Bogen raus und findet Zugang zu Sam, dann wurde eine neue Türe geschlossen, regelrecht zugehauen, Sam verkroch sich wieder in seine Welt und alles hieß wieder auf Anfang zurück.

Autismus hat viele Formen und Gesichter und man kann die Menschen, vor allem, man sollte sie nicht in eine Schublade stopfen.
Genau dies passiert aber in der Gesellschaft und auch vom Gesundheitssystem her.
Wenn man schon bei „normalen“ Kindern ständig Ratschläge erhält und was denn das Beste sei, was man alles probieren sollte, denn bei dem eigenen Kind hat es ja auch super geklappt – dann ist bei Kindern mit Autismus noch nerviger, noch nervenaufreibender, noch belastender.
Die Eltern, hier durch Jody und Alex dargestellt, versuchen das Bestmögliche für ihren Sohn Sam und stoßen nicht nur an die eigenen Grenzen sondern eben auch an Vorurteile und Mauern in der Gesellschaft, der Schule, dem ganzen System.

Ich war oft schockiert wie sich Einrichtungen, die für Kinder angeblich das Beste wollen, verhalten, gegenüber Kindern wie Sam, in ihnen das schwarze Schaf gefunden haben und froh sind hier keine große Aufklärung betreiben zu müssen.
Wie dadurch Kinder wie Sam sich noch mehr in ihre eigene Welt zurückziehen und gar nicht mehr aus sich herauskommen wollen.

Zugang findet Alex zu Sam durch das Spiel „Minecraft“ und das fand ich einfach nur zauberhaft in seiner ganzen Geschichte und Umsetzung, auch weil es die Wahrheit ist.
Denn mein Sohn spielt dieses Spiel ebenso gerne, ich habe davon kaum Ahnung, aber ich sitze immer gerne dabei und sehe zu weil es nicht nur so ruhig ist im Aufbau und der Musik sondern eben weil Kinder hier keine Grenzen an Fantasie und Regeln haben, sie können bauen und sich austoben wie und wo sie möchten und einfach sie selbst sein.
Man sollte also in diesem Punkt nicht alle PC oder Konsolenspiele automatisch verurteilen und verteufeln sondern mal dieses Buch dazu lesen!

Für mich selbst spielten hier noch eigene Gefühle eine große Rolle, auch ein Grund warum ich dieses Buch lesen wollte und in vielen Dingen habe ich mit mit gewissen Situationen wiedergefunden und wiedererkannt, einfach weil mein Mann und ich auch schon einiges im nahen Umfeld miterlebt haben.

Für ein besseres Verständnis und vor allem für mehr Toleranz und Miteinander möchte ich dieses Buch sehr gerne jedem ans Herz legen.
Klare Leseempfehlung!


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Cover des Buches A Boy Made of Blocks: The most uplifting novel of the year (English Edition) (ISBN: 9780751563269)anenas avatar

Rezension zu "A Boy Made of Blocks: The most uplifting novel of the year (English Edition)" von Keith Stuart

Sehr anrührende Vater-Sohn-Geschichte
anenavor 3 Jahren

Das Buch handelt davon, wie sich ein Vater seinem autistischen Sohn nähert. Es ist keine großartige Literatur, teilweise ist die Handlung auch absehbar und dennoch vergoss ich Tränen über den Inhalt. Es gelingt dem Autor, den Leser in die Gefühlswelt des Vaters hineinzuziehen und uns anzurühren.

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