Kelle Groom Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

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Inhaltsangabe zu „Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens“ von Kelle Groom

Diese wahre Geschichte einer jungen, suchtkranken Mutter, die ihren Sohn zu Pflegeeltern geben muss, gibt mit großer literarischer Kraft Auskunft darüber, wie schwer es sein kann, sich anzunehmen. Mit fünfzehn entdeckt sie den Alkohol. Er erleichtert ihr den Kontakt zu anderen Menschen, hilft, Minderwertigkeitsgefühle zu verstecken. Mit neunzehn wird sie schwanger. Das Kind muss sie zur Adoption freigeben. Doch die Hebamme macht einen Fehler und legt der jungen Mutter das neugeborene Kind in den Arm. Kelle Groom verdrängt die Sehnsucht nach ihrem Sohn, trinkt sich immer tiefer hinab in den Abgrund. Dann stirbt der keline Tommy noch vor seinem ersten Geburtstag an Leukämie - und niemand traut sich, ihr das zu sagen. In diesem betörend poetischen Erinnerungsbuch Ich trug das Meer in Gestalt eine Mädchens erzählt die amerikanische Lyrikerin Kelle Groom, wie sie Sucht und Lebensangst überwindet, als sie schließlich beginnt, nach ihrem verlorenen Kind zu suchen und sich dazu zu bekennen, seine Mutter zu sein.

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  • Leserunde zu "Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens" von Kelle Groom

    Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    Kelle_Groom

    Hi, My name is Kelle Groom, and I’m the author of three poetry collections and a memoir. I’m very glad that my memoir, I Wore the Ocean in the Shape of a Girl, was translated by the wonderful Susanne Höbel and has just been published in German by Arche Verlag. I wrote I Wore the Ocean in the Shape of a Girl to find my son who I gave up for adoption when I was nineteen and an active alcoholic.  My son was diagnosed with leukemia and died before I could begin to recover from alcoholism. I hoped that the writing would take me to him in whatever way was possible. I also hoped to write my way back into the darkness and violence that accompanied my drinking to find the girl I’d been – to see her clearly and to speak for her. I Wore the Ocean in the Shape of a Girl is also the story of my struggle to take action in my own life. The writing of this book helped me to do that. The structure of my memoir – 32 short chapters/vignettes –allows the narrative to unfold through image and scene, rather than a traditional linear narrative. Über das Buch: Mit fünfzehn entdeckt sie den Alkohol. Er erleichtert ihr den Kontakt zu anderen Menschen, hilft, Minderwertigkeitsgefühle zu verstecken. Mit neunzehn wird sie schwanger. Das Kind muss sie zur Adoption freigeben. Doch die Hebamme macht einen Fehler und legt der jungen Mutter das neugeborene Kind in den Arm. Kelle Groom verdrängt die Sehnsucht nach ihrem Sohn, trinkt sich immer tiefer hinab in den Abgrund. Dann stirbt der kleine Tommy noch vor seinem ersten Geburtstag an Leukämie - und niemand traut sich, ihr das zu sagen. ==> LESEPROBE Allgemeines zur Bewerbung und zur Leserunde: Ihr habt hier die Möglichkeit bei einer Leserunde mit Kelle Groom mitzumachen. Kelle spricht kein Deutsch, deshalb stellt die Fragen an die Autorin bitte auf Englisch - es ist gar nicht schlimm, dabei Fehler zu machen, sie wird euch verstehen. Wenn ihr auf Deutsch diskutiert und gelegentlich trotzdem knapp eure Eindrücke auf Englisch zusammenfasst, wird sich die Autorin sehr freuen! Unter allen Bewerbern vergibt der Arche Verlag  10 Leseexemplare des Buches. Ihr könnt euch dafür bis einschließlich 12. November bewerben - beantwortet dazu nur folgende Frage: Warum würdet ihr gerne dieses Buch lesen? (Wenn möglich, wäre es toll, wenn ihr auf Englisch antwortet!)

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  • Berührend, erschreckend, schön...

    Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    Nicky15

    29. March 2014 um 13:10

    Diese Geschichte, erzählt von Kelle, der Hauptperson des Romans dreht sich um die schwere Kindheit und das Leiden einer Mutter, die ihr Kind schon viel zu früh verlor, jedoch auf eine andere Art und Weise wie man sich das vorstellt. Kelle hat eine schwierige Kindheit. Sie fühlt sich nicht geliebt und flüchtet sich schon mit 15 Jahren in den Alkohol. Sie wird süchtig und hat sich selbst nicht mehr unter Kontrolle. Zwischen Entzugskliniken und Selbsthilfegruppen wird sie mit 19 Jahren schwanger und gebärt einen kleinen Sohn. Da niemand sie für verantwortungsvoll genug hält ein Kind zu versorgen gibt sie ihn zur Adoption frei, an Verwandte ihrer Familie. Nie kommt sie über dem Verlust hinweg, wünscht sich ihren Sohn zu sehen, besucht ihn jedoch nicht. Als sie es schließlich doch wagt, ist er verstorben. Leukämie. Kelle weiß nicht wo hin mit ihrer Trauer. Gemeinsam mit ihr erlebt man ein hin und her der Gefühle, in denen neben Drogen und Alkohol auch viele Männer eine große Rolle spielen. Das Buch ist nicht sehr leicht zu lesen. Vor allem am Anfang fällt es einem als Leser sehr schwer in die Geschichte hinein zu finden, da sie mitten drin beginnt und die Erzählungen zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft urplötzlich wechselt. Hat man sich aber schließlich in die Geschichte „hinein gelesen“ liest man gerne und flüssiger, als man es zu Anfang tat, da man sich doch schnell an den Schreibstil gewöhnt. Durch die vielen Rückfälle gibt es sehr viele Wiederholungen in der Handlung, die den Roman unnötig in die Länge ziehen. Die Geschichte ist sehr berührend und man kann sich gut in die Lage Kelles hineinversetzen, auch wenn man in ein oder dem anderen Moment am liebsten in das Buch einsteigen würde, um sie einmal kräftig zu schütteln, weil man sie einfach nicht verstehen kann. Als Leser, der selbst nicht so ein Leben wie Kelle hat ist der Roman sehr erschreckend und aufrüttelnd. Man leidet mit Kelle mit, lacht und freut sich mit ihr, bangt und wartet ab. Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, meiner Meinung nach hätte er etwas kürzer gefasst werden können, aber gelangweilt habe ich mich nur selten! Eine Geschichte, die zeigen kann, dass es auch anders laufen kann im Leben.

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  • Vom Suchen und Verlieren und Finden

    Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    dieFlo

    "ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchen" gibt dem Leser Einblicke in eine Kindheit, in der viel fehlte. Es folgt die Flucht in ein Leben voller Party und Alkohol und mit dem Alkohol geht vieles leichter. Das Leben scheint angenehmer zu sein, bis zu dem Tag, an dem feststeht: Da wächst ein Kind in dir. Wieder nehmen die Eltern alles ab, sie organisieren eine Adoption innerhalb der Familie. Die Protagonistin erlebt die wie im Traum. Die Eltern lassen keine Diskussionen oder gar einfache Gespräche zu, das Kind wird bei Verwandten aufwachsen. Leider stirb der Junge mit nur 14 Monaten an Leukämie und mit dem Bekanntwerden dieses Schicksalsschlages macht sich die Protagonistin auf die Suche. Sie will Antworten auf all ihre Fragen, Klarheit für ihr Leben und eine Richtlinie. In den Einzelnen Kapiteln gibt es Sprünge zwischen dem hier und jetzt zurück in die Kindheit und ich finde dies spiegelt die Situation der Protagonistin wieder. Ein Wirrwarr der Gefühle. Am Ende findet sich die Protagonistin und der Kreis wird geschlossen. Für mich ein Buch voller Lyrik und Poesie, das noch Tage danach im Kopf für Gedankensprünge sorgt.

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    • 2
  • Ein Buch, für das man Zeit braucht

    Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    Fotini

    26. January 2014 um 01:40

    Inhalt: Stellen Sie sich vor, dass Sie ein junges Mädchen sind, welches schon sehr früh niemanden hat und unter schweren Minderwertigkeitsgefühlen leidet. Stellen Sie sich vor, dass die einzige Lösung, die Sie in diesem Moment der Verzweiflung sehen, der Alkohol ist.   Stellen Sie sich vor, dass Sie mit nur fünfzehn Jahren immer tiefer in eine Welt aus Alkohol, Drogen und Sex versinken, weil Sie ihr Leben sonst nicht ertragen.   Und dann stellen Sie sich vor, dass Sie mit neunzehn Jahren plötzlich schwanger werden und nicht wissen, was Sie mit dem Kind machen sollen. Und es schließlich weggeben.   Zu großen Teilen autobiographisch, verarbeitet die Autorin Kelle Groom ihre eigene schwierige Vergangenheit. Man liest vom Verlust und der Suche ihres Kindes und trotz der schrecklichen Ereignisse, die der jungen Frau zugestoßen sind, findet man auch viel Lebensmut und und Hoffnung in ihr.   Meine Meinung: Zunächst würde ich mich gerne mit der Aufmachung des Buches befassen, denn diese finde ich wirklich schön und gut gelungen. Das Titelbild versprüht den Eindruck von Nostalgie und Melancholie. Die hellen Farben passen sehr gut, weil sie einen Kontrast zu den schweren Schicksalsschlägen in der Geschichte bilden und für die neu gewonnene Hoffnung stehen könnten. Der Titel ist wirklich interessant und man fragt sich sofort, was es damit auf sich hat. Insgesamt wirkt der Roman auf dem ersten Blick wie ein ruhiges, aber tiefsinniges und nachdenklich machendes Buch, was es letztendlich auch ist.   Wer sich entscheidet, dieses Buch zu lesen, dem sollte auf jeden Fall klar sein, dass der Schreibstil der Autorin es einem nicht immer leicht macht. Ich persönlich fand ihn besonders anfangs sehr verwirrend und es fiel mir daher etwas schwer, das Buch zu lesen. Es wurden sehr viele Zeitsprünge eingebaut und man muss sich wirklich konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren. Dies könnte man eventuell als Minuspunkt sehen, doch ich finde, dass der Schreibstil in diesem Fall die Geschichte sehr gut widerspiegelt. Die Verwirrung und das Chaos im Leben der Hauptprotagonistin werden somit nicht nur durch die Erzählung an sich deutlich, sondern auch durch die Art und Weise des Erzählens. Somit konnte ich mich gut in die Figur hineinfühlen und (wenigstens ansatzweise) verstehen, wie schwierig, kompliziert und leider auch ausweglos die Situation für sie scheint.   Das Buch ist insgesamt sehr emotional. Dies liegt sicherlich auch an der Tatsache, dass die Autorin sehr viel eigene Erfahrungen in diesem Roman verarbeitet hat, was man als Leser auch merkt. Die Gegensätzlichkeit von Hoffnungslosigkeit und Lebensfreude schicken den Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt und bei jedem Satz den man liest, hofft man immer stärker, dass die Geschichte gut endet.   Fazit:   „Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens“ ist ein emotional mitnehmendes Buch, für das man sich sehr viel Zeit lassen sollte. Es ist sicherlich keine leichte Lektüre, die man mal eben am Strand lesen kann und dann vergisst. Der Schreibstil ist verwirrend und chaotisch, doch wenn man sich auf die Geschichte einlassen kann, findet man vor ihrem schrecklichen Hintergrund immer noch viel schönes. Daher vergebe ich 4 von 5 Sternen.  

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  • Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    Blaustern

    24. January 2014 um 16:31

    Ein junges Mädchen hat eine labile Kindheit und kommt schon zu dieser Zeit mit Alkohol in der Familie in Verbindung. Mit 15 Jahren dann entdeckt sie den Alkohol schließlich für sich. Alles scheint einfacher durch diese Droge, das Selbstwertgefühl steigt. Doch findet man nicht rechtzeitig einen Weg daraus, erfolgt der Absturz. So auch bei dem Teenager. Mit 19 Jahren wird sie schwanger, fühlt sich nicht in der Lage, ihren Sohn selbst aufzuziehen und gibt ihn in die Obhut ihrer Tante. Das Kind stirbt mit 14 Monaten an Leukämie, und die junge Frau verfällt in tiefe Trauer. Tiefer denn je rutscht sie ab, und erst ganz langsam und allmählich beginnt sie, all das zu verarbeiten und auch einen Weg aus ihrer Sucht heraus zu finden.  Ein Buch voller Lyrik und ein heilloses Durcheinander, so wie auch das Leben dieser jungen Frau. Nicht nur innerhalb des Buches, sondern sogar auch innerhalb der Kapitel finden jede Menge Zeitsprünge statt, so als ob sie junge Frau beim Erzählen ihres Lebens in die Vergangenheit, Gegenwart oder auch in die Zukunft springt. Das macht das Lesen sehr schwer und verwirrt, macht es allerdings auch authentisch. Die Geschichte ist sehr traurig und deprimierend und mit einer gewissen Distanz geschrieben. Zum Ende hin findet die junge Frau dann aber doch noch zu sich selbst.

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  • Der Schmerz des Verlustes

    Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    Birgit-B

    30. December 2013 um 20:06

    “Es ist, als wäre ich verschwunden, nachdem ich Tommy weggegeben hatte – ich kann mich selbst nicht sehen.” So beginnt die Geschichte: Die 19-Jährige Kelle Groom liegt im Krankenhaus und bringt einen Sohn, Tommy, zur Welt. Es ist bereits beschlossen, der Junge wird von Verwandten adoptiert. Das scheint für alle die beste Lösung zu sein. Immerhin führt die junge Frau einen ungestümen Lebenstil voller Alkohol und Männergeschichten. Tommy wird von ihrer Tante und ihrem Onkel abgeholt. Kelle verspürt große Sehnsucht nach ihrem Kind, spürt ein Band zwischen ihnen, möchte ihn sehn, möchte ihn nicht gehen lassen. Die Empfindung des Verlustes kann sie nur mit Alkohol dämpfen. Ein Jahr später erkrankt das Kind an Leukämie und stirbt einige Monate darauf. Kelle fällt in ein tiefes Loch. Der biografische Roman lässt einen in Kelles Gefühlwelt eintauchen und ihren Schmerz nachempfinden. Sie hat ein schwaches Selbstbild, ist kaputt, völlig aufgebraucht. So verwirrend und unstet wie ihr Leben ist auch das Buch aufgebaut. Von einem Absatz zum nächsten verändern sich die Ereignisse, die Autorin springt in die Vergangenheit und in die Zukunft. Manchmal kann man ihr kaum folgen. Stilistisch ist dies passend gewählt. Für mich als Leser war es aber recht ansträngend und verwirrend. Ich denke, ich hätte mehr mitfühlen können, wäre alles zeitlich in der richtigen Reihenfolge erzählt. Weiters hätten mich einige Hintergründe und Beweggründe interessiert, besonders was der Autorin durch den Kopf ging, als sie entschied, ihr Kind wegzugeben. Das hat mir gefehlt. Meiner Meinung nach ist das Buch besonders Menschen zu empfehlen, die eine schwierigen Phase durchmachen oder etwas mit den im Werk vorkommenden Themen (Alkohol, Adoption…) zu kämpfen haben. Die Autorin lässt uns so tief in ihr Inneres blicken, dass wir ihre bedrückenden Emotionen zu einem großen Teil nachempfinden können. Es gehört viel Mut dazu so ehrlich zu sein und so viele Menschen an den eigenen Fehlern und Abgründen teilhaben zu lassen. Ein großes Lob dafür!!

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  • Ein trauriges und interessantes Buch

    Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    Michelle13579

    28. December 2013 um 19:04

    Kurzmeinung: Ein trauriges und interessantes Buch über eine sucht kranke Mutter. Inhalt: Diese Geschichte einer jungen, suchtkranken Mutter, die ihren Sohn zu Pflegeeltern geben muss, gibt mit großer literarischer Kraft Auskunft darüber, wie auch die Erfahrung tiefsten Leid ein Teil des Lebens ist ein herzzereißendes und zugleich Hoffnung spenden des Buch. Meine Meinung: Ich muss sagen dieses Buch zu lesen war sehr schwierig. Das Buch basiert auf Zeit Sprüngen die immer andere Erinnerungen beschreiben. Das Thema ist sehr betrükend und traurig. Am Ende allerdings wird zum Glück alles wieder gibt, da sie ihre Alkoholsucht besiegt hat und wieder mit beiden Beinen im leben steht. Der Schreib Still ist gewöhnungsbedürftig.  Fazit: Mir hat das Buch nicht wirklich gefallen. Durch die vielen Zeitsprünge. Mein Fazit, es ist ein Buch für schwere Zeiten. Man sollte es nur lesen wenn man viel Zeit dafür hat. 

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  • Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    Blacksally

    08. December 2013 um 13:34

    Seit langem mal wieder ein sehr lyrisches Buch, wobei ich teilweiße das Gefühl hatte es wurde auf einem Drogentrip geschrieben. Das Buch macht sehr viele Zeitsprünge und kann deswegen sehr verwirrend wirken, ich hatte damit keine Probleme und habe das Buch sehr gerne gelesen. Eine Mutter die ihr Kind zur Adopiton freigibt bzw an ihren Onkel und Tante weitergibt und dann hören muss das das Kind krank ist (Leukämie) ist schon wirklich eine herzzereißende Geschichte. Kein wunder das sich die richtige Mutter in Alkohol, selbstverletztendes Verhalten und undzähligen Männergeschichten flüchtet. Sie versucht immer herauszubekommen warum ihr Kind an Leukämie gestorben ist. Was waren die äüßeren Einflüsse? Was hat die DNA verändert? Ich bin sehr froh als es der Mutter wieder besser geht, sie trocken wird und sich nicht mehr selbst verlezt. Das Ende fande ich sehr schön geschrieben und ich hoffe sie kann Frieden finden mit dem Tod ihres Sohnes. Im Allgemeinen hat mir das Buch wirklich sehr gefallen, ich habe es innerhalb 3 Tage gelesen und konnte es garnicht aus der Hand legen, ich habe immer gehofft das es alles ein gutes Ende nimmt und das hat es ja irgendwie auch.

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  • Ein schwerer Abschied

    Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    Buecherschmaus

    03. December 2013 um 17:23

    Kelle Grooms Buch ist das was im englischsprachigen Raum "A memoir" genannt wird und sich dort auch, anscheinend im Gegensatz zu Deutschland, gut verkauft - Erinnerungen. Hier hat der Verlag die Bezeichnung "Roman" gewählt, nicht ganz glücklich. Denn "Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens - übrigens ein ganz wunderbarer Titel, der zum Glück beibehalten wurde - ist genau das: Erinnerungen. An die unstete Kindheit, geprägt durch ständige berufsbedingte Umzüge, die eher harte Mutter, die mit Alkoholkranken reichlich gesegnete weitere Verwandschaft. An das mangelnde Selbstwertgefühl, an die große Sehnsucht nach - auch körperlicher- Nähe in der Pubertät und an erste Erfahrungen mit Alkohol mit 15. Mit Alkohol im Blut fand die Autorin plötzlich zu sich, konnte sich ausdrücken, dazugehören. Sehr bald verliert sie die Kontrolle darüber, ein Absturz folgt dem nächsten, ein Entzug dem anderen, Männer wechseln so häufig, dass viele noch nicht einmal einen Namen erhalten in der Rückschau. Mit 19 wird Kelle Groom schwanger, sie traut es sich nicht zu, das Kind gut zu versorgen. stimmt einer Adoption durch ihre Tante zu. Doch die Trauer um den Verlust des Sohnes wiederholt sich auf dramatische Weise, als dieser mit 14 Monaten an Leukämie stirbt. Kelle rutscht noch tiefer ab und kann sich erst sehr langsam, nach etlichen Rückschritten, z.T. auch mittels ihres Talents als Lyrikerin, aus dieser Sucht befreien und die lange unterdrückte Trauer um ihren Sohn aussprechen, darüber reden und ansatzweise verarbeiten. Genauso unstet und unruhig wie sich dieses Leben anhört, wird es auch erzählt. Sprunghaft, assoziativ wechselt die Autorin die Zeiten, auch inmitten eines Kapitels. Rückgriffe, Vorgriffe, wie wenn man jemanden sein Leben erzählt oder auch sich seines eigenen Lebens beim Erinnern vergewissert. So ist das Buch sicher auch eine Selbstvergewisserung der Autorin, eine Suche nach dem Mädchen, das sie war, der Mutter, die sie nicht hat sein dürfen und natürlich nach ihrem kleinen Sohn, den sie nie hat kennenlernen dürfen. Das macht es dem Leser nicht unbedingt leicht, ist aber authentisch. Dazu kommt eine wunderbare Sprache, die die Lyrikerin verrät. Ein schonungsloses, ehrliches, berührendes Buch!

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  • Inneres Abgleiten

    Ich trug das Meer in Gestalt eines Mädchens

    michael_lehmann-pape

    01. October 2013 um 13:10

      Es wird dauern im Buch, bis Kelle Groom (die in diesem Roman ihre eigene Geschichte verarbeitet) beginnt, für sich zu kämpfen, ihren Weg, sich selbst zu suchen. Ob mit Erfolg, das wird für den Leser erst zum intensiv und anrührend gestalteten Ende des Buches hin klar werden.   Ein junges Mädchen, pubertierend, ein schwaches Selbstbild. Und all das eigentlich nur gedämpft zu ertragen. Alkohol und Sex, später auch anderes an Drogen, das sind die bewährten Mittel der Kelle Groom in den Jahren ihres Aufwachsens und als junge erwachsene Frau.   „Am nächsten Morgen rufe ich Sophie an. „Du wirfst Dich weg“, sagt sie. Ich weiß nicht, was sie meint“.   Aber jeder andere sieht es, dieses langsame Abgleiten und Weggleiten. Auch die ungewollte Schwangerschaft im Alter von 19 Jahren führt (noch) nicht zu einer Kehrtwende. Umgehend nach der Geburt des Sohnes gibt Kelle diesen in die Obhut von Tante und Onkel. Und wird ihn nie leibhaftig wiedersehen. Das Kind stirbt an Leukäumie. „Es ist 1982, das Jahr, in dem mein Sohn stirbt, und ich sitze mit 15 alkoholkranken Seeleuten im Kreis“. Wieder einmal bei dem Versuch, den Alkohol hinter sich zu lassen und immer noch mit einem ausgeprägten Taumeln im Leben, das bald darauf sogar in einer Ehe münden wird. Was auch keine echte Lösung darstellt. Zu viele andere, zerstörerische Beziehungen prägen das Leben Kelles im Roman.   „Ich wate durch die am Boden liegenden Körper“, so sieht der Alltag viel eher aus, als dass ein Halt zu finden wäre, eine klare Linie sich ergeben könnte.   Wie aber dann eine Kurve genommen wird, wie der Kampf um Struktur für das Leben einsetzt, wie das tote Kind, dass Kelle nie wirklich kannte, heilsam für ihr eigenes Leben sein wird und wie das alles auf den letzten Seiten zueinander und ineinander führen wird, dass ist zum Ende des Buches hin durchaus nahegehend zu lesen, das wird mit einfachen, klaren Hauptsätzen schonungslos vor den Augen des Lesers offengelegt.   Wobei der Sprachstil Kelle Grooms einerseits als Stärke zu gelten hat. Ein Stil, der durch seine distanzierte Schilderung die Distanz Kelles zu sich selber bei all den Abstürzen, die ungeschminkt erzählt werden dem Leser schmerzlich verdeutlicht.   Andererseits sogt diese Distanz im Stil, die wenig emotionale Erzählweise aber auch, leider, dafür, dass der Leser wenig emotionale Anhaltspunkte für sich selbst findet. Ein Beobachter eines schmerzlichen Prozesses „nach untern“ und ein Beobachter einer innerer Findung, wie durch ein Schaufenster ist dieser Entwicklungsroman vor Augen. Ein stückweit an innerer Beteiligung, an emotionaler Dichte der Erzählung wird an vielen Stellen im Roman doch mit Bedauern vermisst, auch wenn am Ende Emotionen fühlbar in den Raum treten.   Dennoch, ein schonungsloses Buch, ein präzise geschildertes Erleben, ein Roman auch, der Hoffnung in den Raum setzt, dass es Auswege gibt, dass ein Mensch auch in großer, innerer Zersetztheit den Weg zu sich finden kann. Und dass die Kraft der Liebe über die Zeiten heilt.

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