Kelli Estes Die Seideninsel

(13)

Lovelybooks Bewertung

  • 13 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 6 Rezensionen
(8)
(2)
(2)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Seideninsel“ von Kelli Estes

Als Inara Erickson die alte Villa ihrer Tante erbt, kehrt sie nach Jahren wieder auf Orcas Island im Nordwesten der USA zurück. In ihrer Kindheit hatte sie hier ihre Sommer verbracht, ohne zu ahnen, welches Geheimnis das Haus hütete. Nun aber entdeckt Inara unter einer losen Treppenstufe ein seltsames Stück Stoff, kunstvoll mit chinesischen Stickereien bedeckt. Sie scheinen von einer Frau zu erzählen, die im 19. Jahrhundert auf der Insel lebte. Fasziniert beschließt Inara, deren Geschichte zu entschlüsseln, und kommt so dem Schicksal der Chinesin Mei Lien auf die Spur. Doch je mehr sie sich damit befasst, umso tiefer dringt sie in ein dunkles Geheimnis ihrer Familie ein. Bis sie vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens steht ...

Großartig! Ich hoffe es finden noch weitere Leser zu diesem Buch.

— Derteufeltraegtbrille
Derteufeltraegtbrille

Eine beeindruckende Geschichte über das Schicksal zweier Frauen, das über Jahrhunderte verbunden scheint.

— LillianMcCarthy
LillianMcCarthy

Herzerweichend, Erschreckend, Emotional, Ungerecht. Aber mit einem halbwegs versöhnlichem Ende.

— Bücherfüllhorn-Blog
Bücherfüllhorn-Blog

Leider nicht ansprechend ...

— Buchmaid
Buchmaid

Eine bewegende Geschichte, die von der Liebe und dem Hass der Menschen erzählt.

— missNaseweis
missNaseweis

Stöbern in Romane

Die Zutaten zum Glück

Sehr vorhersehbar!

frauendielesen

Die zwei Leben der Florence Grace

Eine schöne historische Geschichte. Der Anfang und das Ende war spannend und interessant, im großen mittleren Teil war es eher langweilig.

Ekcnew

Der Brief

Leider etwas verwirren und für meinen Teil auch etwas unrealistisch, ansonsten gut.

Sturmhoehe88

Was man von hier aus sehen kann

Eine schöne Geschichte mit vielen schrulligen, sehr liebenswerten Charakteren. Schön erzählt und voller Weisheiten.

misery3103

Solange die Hoffnung uns gehört

Ein Roman, der mich wirklich berührt hat!

notthatkindofagirl

Niagara Motel

Die Wege zweier Kinder kreuzen sich und beginnen eine unglaubliche reise, die Spaß gemacht hat zu verfolgen!

charlottesbuecherwelt

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine unvergessliche Geschichte! "Die Seideninsel" von Kelli Estes

    Die Seideninsel
    Derteufeltraegtbrille

    Derteufeltraegtbrille

    11. February 2017 um 19:03

    "Entschlossen konzentrierte sie sich ganz darauf, ihn in jede Zelle ihres Körpers einzuprägen. Die Luft, die er ausatmete, sog sie in ihre eigene Lunge ein und nahm seinen verschwitzten Jungengeruch auf, bis er auch die finstersten Bereichen ihrer Seele erfüllte. Keine Mutter sollte je Abschied nehmen müssen von ihrem Kind." Ich habe das Buch vor 2 Wochen gelesen und die Geschichte von Mei Lien ließ mich dermaßen emotional zurück, sodass ich etwas Zeit brauchte, um darüber zu sprechen. Ein Schicksal zweier Frauen, dass sich über Jahrhunderte hin weg, zusammenfügt. Kelli Estes hat es geschafft Gegenwart und Vergangenheit gekonnt mit einander zu verbinden. Zwei Geschichten die auf ihrer Weise emotional dargestellt werden. Mit ihrem Schreibstil dringt sie in eine unerträgliche Tiefe und lässt einen erschreckend, wütend und herzzerreißend zurück. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie oft ich das Buch beiseitelegen musste um mich wieder zu sammeln. Ich habe mit einem Geheimnis gerechnet, dass mich die Geschichte jedoch so mitriss, ahnte ich nicht. Ich konnte mich deutlich in die Protagonistin Mei Lien hinein versetzten. Ihr Leid, ihre Wut und Sehnsucht spüren. Es war erschütternd zu erfahren wie Ungerecht das Verhältnis zwischen Hiesigen und Immigranten damals war. Mal wieder ein Stück Geschichte dazu gelernt. Eine so wundervoll, grauenhafte Geschichte. Ich bin beeindruckt und hoffe, dass noch weitere Leser zu diesem Buch finden.

    Mehr
  • Eine recht vorhersehbare Geschichte

    Die Seideninsel
    Ritja

    Ritja

    28. December 2016 um 18:38

     Die Geschichte ist gut geschrieben und lässt sich leicht lesen. Es werden zwei Handlungsstränge parallel erzählt. Der Leser hüpft immer kapitelweise vom 19. Jh ins 21. Jh. und erfährt so, wie die Seide zwei Familien verbindet. Am besten haben mir die Kapitel über die Menschen und Geschehnisse aus dem 19. Jh gefallen. Sie wirkten realistischer, greifbarer und traurig. Es wurde ein Stück amerikanischer Geschichte erzählt und das fand ich interessant.   Ich hatte zudem auf ein etwas spannenderes Geheimnis gehofft, aber durch den Erzählstrang aus dem 19. Jh wurde oft das Geheimnis für Inara (21. Jh) verraten, was ich schade fand. So konnte man nur verfolgen, wie sie das Geheimnis entdeckte und die Puzzelteile, die man schon kannte, zusammensetzte.   Was mich etwas gestört hat, war die Liebesgeschichte. Bereits nach der ersten Beschreibung des Mannes wird offentsichtlich, dass hier noch eine (leider doch recht vorhersehbare und klischeehafte) Liebesgeschichte aufgebaut werden soll.   Für die Geschichte wäre ein anderes Ende realistischer und besser gewesen. So muss man sagen, ist es leider wieder ein typisch amerikanisches Ende.  

    Mehr
  • Lesechallenge im Dezember: Ein Monat voller Rezensionen und Lesestunden - der LoReSchreMa

    LovelyBooks Spezial
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Lesechallenge im Dezember: Ein Monat voller Rezensionen und Lesestunden - der LoReSchreMa! Zum Ende des Jahres widmen wir uns dieses Mal bei der LovelyBooks Lesechallenge nicht einem einzelnen Buch, sondern drehen die Spieß um und schreiben selber! Rezensionen nämlich! Nachdem wir das ganze Jahr über so viel gelesen haben, nutzen wir die besinnliche Zeit, um all die Rezensionen zu schreiben, die während des Jahres liegengeblieben sind!Beim großen LovelyBooks-Rezensions-Schreib-Marathon wollen wir dafür sorgen, dass der Stapel der unrezensierten Bücher schrumpft und wir frisch und fröhlich ins neue Jahr starten können! Macht mit, rezensiert, was das Zeug hält und gewinnt mit etwas Glück großartige Buchpakete mit neuen Büchern, die auf eure Rezensionen warten!Vom 08.12.2016 bis zum 01.01.2017 dreht sich beim LoReSchreMa alles um eure Rezensionen bei LovelyBooks. Wir wollen mit euch Tipps und Tricks zum Schreiben von Rezensionen austauschen, darüber sprechen, wie man Kritik in Rezensionen gut verpackt und selbstverständlich durch all die vielen Rezensionen stöbern, die ihr im letzten Jahr gelesen habt!Als großartiges Finale gibt es zum Ende des LoReSchreMa einen Lesemarathon vom 27.12. bis 01.01.2017, mit dem wir das Jahr gebührend ausklingen lassen! Schließlich wollen wir dann direkt mit neuen Rezensionsstoff ins neue Jahr einsteigen!Was ist ein LoReSchreMa?LoReSchreMa steht für "LovelyBooks-Rezensions-Schreib-Marathon". Vom 08.12.2016 bis zum 01.01.2017 möchten wir uns Zeit dafür nehmen, das vergangene Lesejahr Revue passieren zu lassen und all die Rezensionen zu schreiben, die bisher auf der Strecke geblieben sind. Natürlich müsst ihr nicht die gesamte Zeit über Rezensionen schreiben, sondern es ist so gedacht, dass jeder mitmachen kann, wann und wie er möchte. Hier haben wir dann einen gemeinsamen Platz, an dem wir uns darüber austauschen können, welche Rezensionen wir geschrieben haben.Wie kann man mitmachen?Jeder ist herzlich willkommen hier jederzeit mitzumachen. Einfach drauflosschreiben und dabei sein - wir freuen uns über jeden, der uns ein kleines oder auch großes Stück unseres LoReSchreMa begleiten möchte. Dasselbe gilt natürlich auch für den Lesemarathon am Ende der Aktion. Für die Abwechslung zwischendurch, werden wir hier während der Aktion kleine Fragen oder Aufgaben stellen, bei denen ihr gern mitmachen könnt. Natürlich ist das kein Muss, aber es macht immer wieder viel Spaß, auf diese Weise andere Leser kennen zu lernen, neue Rezensionen zu lesen und dadurch vielleicht das ein oder andere Buch zu entdecken. Selbstverständlich könnt ihr gern auch über eure Blogs und Social Media Kanäle teilnehmen. Verwendet hierbei bitte den Hashtag #loreschrema - so können wir unsere Beiträge leicht wiederfinden.Zu gewinnen gibt es auch etwas! Unter allen Usern, die hier ihre neu erstellten Rezensionen mit uns teilen, verlosen wir 5 Buchpakete von LovelyBooks mit neuem Lesestoff für euch! Wir freuen uns schon sehr auf den LoReSchreMa und sind gespannt, welche Rezensionen in dieser Zeit entstehen!

    Mehr
    • 2165
  • Beeindruckender Roman

    Die Seideninsel
    LillianMcCarthy

    LillianMcCarthy

    10. December 2016 um 18:31

    Inhalt: Als Inara Erickson die alte Villa ihrer Tante erbt, kehrt sie nach Jahren wieder auf Orcas Island im Nordwesten der USA zurück. In ihrer Kindheit hatte sie hier ihre Sommer verbracht, ohne zu ahnen, welches Geheimnis das Haus hütete. Nun aber entdeckt Inara unter einer losen Treppenstufe ein seltsames Stück Stoff, kunstvoll mit chinesischen Stickereien bedeckt. Sie scheinen von einer Frau zu erzählen, die im 19. Jahrhundert auf der Insel lebte. Fasziniert beschließt Inara, deren Geschichte zu entschlüsseln, und kommt so dem Schicksal der Chinesin Mei Lien auf die Spur. Doch je mehr sie sich damit befasst, umso tiefer dringt sie in ein dunkles Geheimnis ihrer Familie ein. Bis sie vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens steht ... (Quelle: Verlag)Meine Meinung: Ich habe Die Seideninsel vor über einem Monat gelesen und war seither nicht wirklich in der Lage, dieses Buch zu besprechen. Nun muss es aber gemacht werden damit ich endlich mit diesem Buch abschließen kann und somit startet heute dieser Versuch.Die Seideninsel spielt zum einen in der Gegenwart, in der Inara das Haus ihrer verstorbenen Tante erbt und dort unter einer lose Stufe den Ärmel einer Jacke findet, der kunstvoll mit chinesischen Stickereien verziert ist. Sie hat vor, den Traum ihrer verstorbenen Tante fortzuführen bzw. ein wenig umzuändern und würde aus dem alten Anwesen ihrer Tante gerne ein Boutiquehotel machen. Außerdem muss sie unbedingt herausfinden, was es mit dem Ärmel auf sich hat. Doch mit beiden Vorhaben scheint ihr Vater nicht einverstanden zu sein. Auf der anderen Seite entführt Kelli Estes uns in die Vergangnheit, in das Jahr 1886, indem die Chinesin Mei Lien, ihr Vater und ihre Großmutter aus Amerika vertrieben werden und mit dem Schiff zurück nach China gebracht werden sollen. Schnell findet Mei Lien heraus, dass die Passagiere nie ihr Ziel erreichen sollen und ihr Vater schafft es, sie von Bord zu bringen. Mei Lien strandet auf einer kleinen Insel und sieht sich im folgenden mit der Abneigung der Amerikaner gegenüber Asiaten konfrontiert. Die beiden Schicksale aus völlig unterschiedlichen Zeiten, die beiden Frauen mit völlig anderen Ethnien und der Werdegang zweier Familien, alles ist Stich um Stich miteinander verbunden und offenbart sich Inara und dem Leser Stich um Stich. Auch aus Sicht von Mei Lien nähern wir uns dieser Verbindung an und nebenbei stehen beide Frauen mitten im Leben und müssen die eine oder andere schwerwiegende Entscheidung treffen. Mich haben die Schicksale beider Frauen extrem berührt und sie waren mir unglaublich sympathisch. Das war sehr wichtig für das Buch, denn neben dem großen Geheimnis steht und fällt das Gefallen an der Geschichte mit den beiden Frauen.Das Geheimnis um den Seidenärmel und wie dieser in das Haus von Inaras Tante gekommen ist, wird für den Leser in Teilen schon sehr schnell klar. Das war der Moment im Buch, indem ich leicht enttäuscht von der Geschichte war, denn ich dachte, ich hätte die Lösung gefunden und müsste jetzt nur noch auf die Auflösung seitens der Autorin hinlesen. Doch ich sollte noch überrascht werden. Denn das, was ich zu wissen glaubte, war nur ein kleiner Teil des großen Geheimnisses, das zum Teil tatsächlich schon recht früh aufgelöst wird. Ein weitaus größerer Teil liegt jedoch unter der Oberfläche und kann erst am Ende des Buches aufgelöst werden und so hielt die Seideninsel noch einmal die eine oder andere Überraschung für mich bereit. Bewertung: Kelli Estes hat mit der Seideninsel einen Roman geschaffen, der zeigt, wie das Schicksal zweier Frauen sich über Jahrhunderte, Ethnien und Lebenssituationen hinweg verflechten kann. Sie zeichnet beeindruckende Geschichten und spiegelt die Vergangenheit wirklichkeitsgetreu wieder. Sie schafft aus einem kleinen Stück Geschichte einen großartigen Roman, der sehr viel Anerkennung verdient. Ich bin tief beeindruckt von diesem Buch und kann es jedem ans Herz legen. Vielen herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für das wunderschöne *Rezensionsexemplar.

    Mehr
  • Herzerweichend, Erschreckend, Emotional, Ungerecht.

    Die Seideninsel
    Bücherfüllhorn-Blog

    Bücherfüllhorn-Blog

    05. December 2016 um 09:41

    Es war mein erstes Buch von Kelli Estes und fiel mir vor allem durch das blumige Cover auf. Im Buch ist auf den letzten Seiten ein Interview mit der Autorin abgedruckt, in dem erwähnt wird, dass dies ihre Erstveröffentlichung ist.   Gleich als ich die Überschrift für den Prolog las, dachte ich, was für ein Zufall! Wieder mal ein Buch, dass in der Nähe von Seattle im Washington State/USA spielt, wie zum Beispiel die „Friday-Harbour-Reihe von Lisa Kleypas auf den San Juan Inseln, die „Bakery Sisters“ von Susan Mallery in Seattle selber, und Twilight/Biss in Forks ebenfalls in der Umgebung von Seattle. Und jetzt „Die Seideninsel“ auf Orca Island. Das konnte nur schön werden.   Die Geschichte wird abwechselnd auf zwei Zeitebenen und aus zwei Perspektiven erzählt: von der Chinesin Mei Lien um das Jahr 1886 und in der heutigen Zeit von Inara, einer Amerikanerin die ein Seattle wohnt.   Mit Mei Lien beginnt die Geschichte sehr dramatisch. Sie wird scheinbar von ihrem Vater im Puget Sound/Washington State vom Schiff ins offene Meer geschubst. Was dann folgt ist eine traurige, aber auch mutige Odyssee. Sie trifft die Liebe ihres Lebens und gegen jeden Wiederstand heiraten sie in einer Zeit, in der gemischten Ehen nicht gesellschaftsfähig sind. Im Jahr 1882 wird der sogenannte „Chinese Exclusion Act” erlassen, nachdem alle Chinesen sofort das Land zu verlassen haben. Sie werden wie Tiere fortgejagt, verfolgt, und die die bleiben müssen ständig Repressalien fürchten. In so einer Zeit ist ein Mann wie Joseph Gold wert, der sich um keine Konventionen kümmert und tut, was er für richtig hält. Selbst als ihn seine Familie in keinster Weise unterstützt. Er war fast zu gut um wahr zu sein, und ich hatte dachte leider manchmal, dass er auch etwas naiv und oberflächlich dargestellt war und hier eine tiefere Charakterisierung sehr schön gewesen wäre. Das Leben von Mei Lien hat mich sehr berührt, so sehr, dass mir ein paar Mal die Tränen kamen.. Im Interview am Ende des Buches erwähnt die Autorin, Zitat Seite 472: „Ich habe ihren Schmerz deutlich empfunden. Es mag töricht klingen, dass eine Autorin so intensiv auf das reagiert, was sie selbst geschrieben hat, aber beim Lesen dieser Szene habe ich heute noch einen Kloß im Hals.“ Diese Ungerechtigkeiten die das Leben bereit hält. Auch das war für mich während des Lesens manchmal schwer auszuhalten. Insgesamt waren Mei Lien und Joseph meine Lieblingsprotagonisten in diesem Buch.   Der zweite Erzählstrang handelt von Inara. Sie hat zwei Geschwister, der Vater leitet eine angesehene Schifffahrtslinie und die Mutter starb vor Jahren bei einem Autounfall, an dem sich Inara die Schuld gibt. Ihr Weg ist eigentlich vorgeschrieben, sie hat BWL studiert und ihr Vater möchte sie in leitender Position bei Starbucks unterbringen. Dies ist bis zu dem Zeitpunkt in Ordnung, als sie von ihrer Tante ein Haus auf Orcas Islands erbt. Plötzlich fügt sich alles an den richtigen Platz, Inara hat ihre „Bestimmung“ gefunden: Sie möchte das wunderschöne Herrenhaus zu einem Hotel ausbauen. Dies geht natürlich nicht ohne Streitigkeiten mit ihrem Vater, aber das alles wird fast nebensächlich, als sie einen während der Renovierung einen sehr kunstvoll bestickten seidenen Ärmel findet. Sie ist fasziniert von diesem „Schatz“ und bittet einen Professor an ihrer Uni um Hilfe. Nun nimmt die Geschichte „fahrt auf“, denn was sie letztendlich herausfinden, wird beide Familien in ihren Grundfesten erschüttern.      Die Perspektive von Inara hat mir weniger gut gefallen. Sie trifft oft schnelle Entscheidungen, ohne dass ich es nachvollziehen konnte. Auch passiert in den Ereignissen in der Gegenwert vieles doch irgendwie konstruiert, so z.B. als der Bauunternehmer praktisch nebenan wohnt, dass es einen Kunstexperten an ihrer Uni gibt, dass sie sich gleich in Daniel Chin verliebt, dass sie gleich das Geld für einen kostspieligen Umbau erhält und dann ebenso so plötzlich mal für zwei Stunden ausgebremst wird, weil ihr Vater „rosa Toiletten“ bestellt, um sie zu sabotieren, usw. Also, das passte vieles einfach zu gut und wirkte dadurch weniger glaubwürdig.   Am Schluss die moralische Frage: Alles unter den „Teppich“ kehren oder damit an die Öffentlichkeit gehen und überspitzt gesagt, die Familienfirma ruinieren?   Fazit: Ein wundervolles Buch! Einmal angefangen, musste ich es in einem Rutsch durchlesen! Das maritime Setting rund um Seattle, die Orcas Islands und den Puget Sound damals und heute ist sehr gelungen. Eine Geschichte in der wir Leser eine große Ungerechtigkeit aushalten müssen, in der wir traurig aber auch am Ende wieder teilweise versöhnt sind. Aus den Jahren um 1886 berichtet die Chinesin Mei Lien, ich war manchmal zu Tränen gerührt. Etwas fern blieb mir Inara, die in der Gegenwart lebt und endlich ihre Bestimmung findet. Sie hat mich eigentlich wenig angerührt, sie kam mir manchmal etwas verwöhnt und privilegiert vor. Beide Frauen erleben die Liebe ihres Lebens, ob es für beide ein gutes Ende gibt, möchte ich nicht verraten. Interessant war für mich auch der „Chinese Exclusion Act”, ich hatte vorher noch nie davon gehört. Es erinnerte mich an andere Nationen, in denen ähnliches mit Minderheiten geschah. Ebenfalls faszinierend war dieser bestickte Seidenärmel, der mit Chinesischen Symbolen versehen war.   Alles in allem: Herzerweichend, Erschreckend, Emotional, Ungerecht. Aber mit einem halbwegs versöhnlichem Ende.

    Mehr
  • Eine Geschichte über die Vergangenheit und Gegenwart

    Die Seideninsel
    missNaseweis

    missNaseweis

    19. October 2016 um 09:46

    Dieses Buch wurde mir vom Goldmann Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Zum Inhalt: Inara findet durch Zufall in der alten Villa ihrer verstorbenen Tante einen bestickten Ärmel, der in Verbindung mit einer Frau aus dem 19. Jahrhundert zu stehen scheint. Von Neugier angetrieben, geht sie dem Geheimnis um den Ärmel auf die Spur und erfährt Dinge aus der Vergangenheit, die sich massiv auf ihr Leben auswirken. Ich hatte keine Ahnung, wo mich diese Geschichte hinführen würde. Das Buch wählte ich aus einem Instinkt heraus aus. Eine alte Villa, Familiengeheimnisse – ich hatte in letzter Zeit öfter Bücher gesehen, die in diese Richtung gingen und hatte große Lust auf die Thematik. Das Buch teilt sich in zwei Erzählstränge. Zum einen begleitet man Inara, eine Uniabsolventin, die die alte Villa ihrer Tante geerbt hat und nun entscheiden muss, was damit passiert, zum anderen erfährt man die Geschichte von Liu Mei, einer jungen Chinesin, die zusammen mit ihrer Familie im Zuge des 1882 erlassenen Chinese Exclusion Act furchtbares durchmachen muss und aus Amerika vertrieben werden soll. Während Inaras Erzählstrang lediglich einige Monate umfasst und keine größeren Zeitsprünge gemacht werden, verstreicht bei Liu Mei nicht selten viel Zeit zwischen den sie betreffenden Kapiteln, die insgesamt acht Jahre einfassen. Manch einem könnte die Geschichte damit vielleicht zu langatmig sein, aber ich mochte es sehr, dass sich die Handlung in Ruhe entwickeln konnte und nirgendwo hineingepresst wurde. Zumal es inhaltlich aus so wichtig war, dass man gerade das Leben der jungen Liu Mei über so viele Jahre begleitete. Würde man die Geschichte nur aus Inaras Perspektive lesen, hätte man gerade am Ende noch so viele offene Fragen. Da man aber zeitgleich auch immer einen Blick in die Vergangenheit wirft, ist man am Ende klüger als Inara und weiß im Gegensatz zu ihr genau, wie sich alles abgespielt hat. Schauplatz der Handlung ist vor allem Orcas Island im Bundesstaat Washington. Von Anfang an beschreibt die Autorin die Insel als einen idyllischen Ort mit noch viel unberührter Natur und genau wie Inara verliebte ich mich ein bisschen und in meinem Kopf entstanden sofort die schönsten Bilder. Bei dem ganzen Trubel, dem man im Alltag so ausgesetzt ist, würde einem ein solcher Ort oft wirklich gut tun.Doch nicht nur die Darstellung der Insel hat mich gefangen genommen, die Beschreibungen der grausamen Demütigungen der Chinesen durch die Amerikaner haben mich gleichermaßen emotional aufgewühlt. Drohungen und Ignoranz standen an der Tagesordnung und auch vor körperlicher Gewalt schreckten die Bewohner der Insel zur damaligen Zeit nicht zurück. Es war wirklich schlimm, was Liu Mei über sich ergehen lassen musste und dennoch fand sie irgendwo die Stärke, immer weiterzumachen und an ihrer Kultur festzuhalten. Die Autorin nahm sich, wie sie es selbst im Anhang beschreibt, die künstlerische Freiheit heraus, einige historische Gegebenheiten für ihre Zwecke abzuwandeln, doch die Handlung basiert leider dennoch auf Fakten. Was die Gegenwart und Inara betrifft, so nahm die Thematik rund um die Gestaltung der eigenen Zukunft einen großen Raum ein. Die Amerikanerin, die vor allem durch ihren Vater stark bei der Wahl ihrer Ausbildung beeinflusst wurde, stellt auf der Insel plötzlich fest, dass sie andere Träume hat und ihr Glück vielleicht nicht auf ihrem jetzigen Pfad finden kann. Ich persönlich mache mir auch immer viele Gedanken darüber, was ich denn irgendwann einmal möchte. Von außen gibt es ja immer genug Druck und Erwartungen, und man denkt oft, irgendwelche Wünsche anderer erfüllen zu müssen, doch schließlich müssen am Ende nicht die anderen, sondern man selbst mit der Entscheidung leben. Auf sein eigenes Gefühl zu hören, ist somit vielleicht die beste Lösung? Ich mochte das Statement des Buches dahingehend sehr gerne. Insgesamt bleibt mir nur zu sagen, dass ich die Geschichte sehr mochte, sie schildert authentisch ernste, historische Ereignisse in Amerika, die einen wirklich bis ins Mark erschüttern, gibt einem aber auch viele schöne Momentaufnahmen und Botschaften mit auf den Weg.

    Mehr
  • Geheimnisse aus der Vergangenheit

    Die Seideninsel
    Sternenstaubfee

    Sternenstaubfee

    11. October 2016 um 13:47

    Die 24-jährige Inara erbt von ihrer Tante eine Villa auf Orcas Island, einer Insel im Nordwesten der USA. Sie hat dort glückliche Tage in ihrer Kindheit verbracht, bis ihre Mutter auf der Insel ums Leben kam. Nun kehrt sie nach vielen Jahren auf die Insel zurück. Obwohl sie anfangs den Entschluss hatte, die alte Villa zu verkaufen, kann sie sich dem Zauber der Insel doch nicht entziehen. Außerdem findet sie in der alten Villa ein altes Stück Seide, das über und über mit chinesischen Stickereien versehen ist. Diese Entdeckung macht sie neugierig und so beginnt sie, nachzuforschen. Bald findet sie die Geschichte einer jungen Frau heraus, die im 19. Jahrhundert auf der Insel lebte. Das alte Stück Seide erzählt ihre Geschichte... Mein Leseeindruck: Dieses Buch hat mich sehr positiv überrascht. Ich habe zwar eine schöne geheimnisvolle Geschichte erwartet, aber dass mich die Handlung dann so mitreißen konnte, habe ich nicht erwartet. Aber so war es. Schon ab der ersten Seite war ich total gefesselt von der Geschichte und mochte das Buch bald nicht mehr aus der Hand legen. Abwechselnd werden die Geschichten erzählt von Inara und von Mei Lien. Inara lebt in der Gegenwart und hat die alte Villa geerbt, in der vor mehr als hundert Jahren die junge Chinesin Mei Lien lebte. Beide Handlungsstränge haben mich überzeugen können, doch die Geschichte von Mei Lien hat mich wirklich sehr berührt. Die Autorin hat einen sehr packenden, fesselnden und dabei doch leichten Schreibstil. Das Buch hat sich sehr schnell lesen lassen und die Handlung hat mich an manchen Stellen wirklich zu Tränen gerührt. Ich habe sehr mit den Protagonisten mitfühlen können. Ich hoffe sehr, dass dieses Buch noch viele Leser finden wird, denn es hat auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit verdient!  

    Mehr