Kelly Brogan

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Die Wahrheit über weibliche Depression
Neu erschienen am 17.09.2018 als Taschenbuch bei Goldmann.

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Kelly BroganDie Wahrheit über weibliche Depression
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Die Wahrheit über weibliche Depression
Die Wahrheit über weibliche Depression
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Erschienen am 31.03.2017
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Die Wahrheit über weibliche Depression
Die Wahrheit über weibliche Depression
 (0)
Erschienen am 17.09.2018

Neue Rezensionen zu Kelly Brogan

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MarthaAmasVivons avatar

Rezension zu "Die Wahrheit über weibliche Depression" von Kelly Brogan

Geradeaus ohne links oder rechts
MarthaAmasVivonvor 15 Tagen

Leider bin ich mit diesem Buch sehr unzufrieden. Die Autorin betrachtet Depressionen viel zu schwarz-weiß und auch nur aus ihrer eigenen Perspektive heraus. Ihre Grundthese lautet zusammengefasst, dass Depressionen Entzündungen im Darm zugrunde liegen und dementsprechend eine gesunde Ernährung der beste (oder sogar einzig wahre) Weg zur Besserung ist. Dabei schaut sie leider gar nicht nach links und rechts. Auch wenn an dem Grundgedanken sicher einiges dran ist, so missachtet sie allerdings völlig, dass es verschiedene Auslöser für Depressionen geben kann. So gibt es zusätzlich zu den endogenen Depressionen die sie beschreibt, auch reaktive Depressionen, die durch bestimmte Lebensumstände (Verluste, negative Veränderungen etc.) ausgelöst werden können. Diese ignoriert sie völlig und beharrt darauf, dass die richtige Ernährung / IHRE vorgeschlagene Ernährung der Schlüssel zur Genesung ist. Allerdings kommen mir auch da so meine Zweifel, denn ihre Vorschläge, zum Beispiel zu einem völligen Ausschluss von Getreideprodukten die Gluten enthalten könnten, wurden von verschiedenen Ernährungsberaterinnen die ich dazu befragte nur belächelt. Im Gegenteil ist es sogar gar nicht sinnvoll und gesund, auf einen Teil der natürlichen Nahrungsmittel so komplett zu verzichten (wie zum Beispiel alle Getreideprodukte). Auch ihre Begründungen warum man dies und jenes nicht tun sollte, finde ich oft kaum nachvollziehbar oder manchmal gibt es einfach gar keine. Zum Beispiel schreibt sie, dass der Mensch nicht weniger als 6-7 Stunden pro Nacht schlafen sollte (soweit verständlich) und aber auch, dass er nicht mehr als 7-8 Stunden schlafen sollte, ohne je eine Begründung dafür zu geben.

Des weiteren kommen immer wieder Abschnitte vor, in denen sie lang und breit erklärt, welche Gefahren sich hinter Milch und Milchprodukten verbergen und schreibt irgendwann dann in einem kleinen Nebensatz, dass das natürlich nur jene Menschen betrifft, die Milch und ihre Nebenprodukte nicht vertragen. Generell scheint ein Mittelweg in ihrem Ernährungsplan keinen Platz zu finden. Und obwohl sie selbst schreibt, dass eine Ernährung, die sich an den Urvölkern orientiert die Gesündeste ist, erwartet sie dann doch, 50% dieser natürlichen Nahrungsmittel ab sofort wegzulassen und stattdessen diverse Nahrungsergängzungsmittel einzuwerfen. Ich frage mich, warum eine Ernährungsweise, die angeblich so ultra-gesund und gut für den Körper sein soll, gleichzeitig so viele Nahrungsergänzungsmittel benötigt.

Ein weiterer Punkt der mich stark gestört hat ist der, dass sie sich als Negativ-Beispiel einer Person beschreibt, die aufgrund ihrer schlechten Ernährungsweise (McDonals, Fertigprodukte und Cola etc.) zu einer Depression gekommen ist und dann immer wieder Beispiele von ähnlichen Fällen beschreibt, die alle mit ihrer vorgeschlagenen Ernährungsweise wieder gesund geworden sind. Ich finde, diese Aussagen sind ein Schlag ins Gesicht für all jene, die Depressionen aufgrund schwerer persönlicher Erlebnisse bekamen oder durch genetische Veranlagung etc. (und sich in all der Zeit vielleicht sehr wohl gesund ernährten und ausreichend Sport trieben). Ich sehe es als freche Unterstellung, dass man sich ja nur korrekt ernähren müsse, um diese (oftmals) sehr schwerwiegende Krankheit in den Griff zu bekommen. Das unterstützt meiner Ansicht nach erst recht das stigmatisierende Bild, was so schon viele Menschen über Depressive haben, dass sie sich doch nur mehr anstrengen müssten, um ihre Depression loszuwerden. 
Kein einziges Mal berichtet sie von einer depressiven Person, die aufgrund einer Trennung o.ä. in ihre Praxis kam und nach Rat fragte. Ich frage mich doch stark, ob diese Frauen bei ihr eine angemessene Behandlung bekämen, denn eine gesunde Ernährung ist nur EIN Baustein auf dem Weg zur Genesung. 

Ein weiterer sehr großer Kritikpunkt ist ihre Unterstellung, dass alle Anti-Depressiva nur Placebo-Effekte hätten. Nur weil es einige Studien gibt, die KEINE nachweisbaren Besserungen nach einer Anti-Depressiva-Behandlung entdecken konnten, ist dies KEIN Beweis, dass es ihn nicht gibt. Insbesondere im Vergleich zu den unzähligen Studien, die diesen Effekt wiederum belegen. Auch frage ich mich, wie es ein Placebo-Effekt sein soll, wenn manche Erkrankte über mehrere Jahre verschiedene A-D. probieren müssen, bis sie ein passendes gefunden haben. Ist das etwa auch Placebo? Sie scheint nämlich leider völlig zu ignorieren, dass nicht jedes Antidepressivum bei jedem Menschen gleich anschlägt und vermutet stattdessen, dass es am Menschen liegt, ob er sich von den "Schein-Pillen" täuschen lässt oder nicht. Gerade dieses Kapitel hatte mich sehr wütend gemacht, weil ich Menschen kenne, die durch die AD. überhaupt aus ihrem Teufelskreis herauskamen und dann erst wieder zu solchen Dingen wie selber kochen, Sport machen etc. in der Lage waren...

Stattdessen schlägt sie übrigens auch später im Buch Homöopathische Mittelchen vor, deren Effekt tatsächlich nie bestätigt wurde. 
Aus diesen und anderen Gründen kann ich die Frau und ihr Buch leider weder Ernst nehmen, noch weiter empfehlen.

2 Sterne bekommt es nur deswegen von mir, weil ich den Grundgedanken, mit natürlicheren Mitteln seine Gesundheitsbeschwerden zu bekämpfen, nicht grundsätzlich schlecht finde und auch die Tipps zu Meditation und Bewegung etc. nicht dumm sind. Ansonsten leider durchgefallen.

Am Rande möchte ich noch erwähnen, dass ihre Utopie einer psychiatrischen Klinik mit gesunder Ernährung, Meditation,  Medikamenten nur im Notfall  und vollständiger medizinischer Untersuchung zu Beginn sehr wohl existieren. Ich kenne allein in meinem Umkreis 2 Kliniken die sich an eben jene Elemente halten, der wichtigste Punkt ist und bleibt aber zumeist die Verhaltenstherapie. Insbesondere eine Angststörung lässt sich (nach meinen Erfahrungen in diesem Bereich) anders kaum sinnvoll behandeln. Eine gesunde Ernährung ist eben nur EIN wichtiger Baustein und nicht der einzige.

Den Ratschlägen dieses Buches zu folgen, ohne sich einmal mit einem Facharzt in Verbindung gesetzt zu haben, sehe ich deshalb auch als gefährlich an, denn diese sind wie gesagt sehr einseitig und sollten wirklich nur ergänzend zu einer richtigen Behandlung betrachtet werden!

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SteffiWausLs avatar

Rezension zu "Die Wahrheit über weibliche Depression" von Kelly Brogan

Kurze Rezension zu "Die Wahrheit über weibliche Depressionen"
SteffiWausLvor 2 Jahren

Im ersten Teil des Buches geht es um die Depression als Krankheit, und dass sie laut der Autorin eben nicht im Kopf entsteht. Körperliche Ursachen, wie z.B. Entzündungen im Darm können hierbei eine grosse Rolle spielen. Diese Entzündungen werden vielfach durch falsche Ernährung verursacht. 
Die Autorin zitiert zudem sehr viele Studien, die beweisen sollen, dass Antidepressiva nicht helfen, sondern die Symptome eher noch verschlimmern.
Im zweiten Teil gibt sie konkrete Ernährungstipps und einen 30 Tage Plan für die "Entgiftung" des Körpers vor. Der mutet zunächst sehr streng an, findet sich aber momentan in sehr vielen Ernährungstrend wieder. Auf Gluten, Milchprodukte und Industriezucker sollte man beispielsweise komplett verzichten. Sogar Rezepte finden sich am Ende des Buches.
Ich habe dieses Buch für meine depressive Stiefmutter aus der Bücherei ausgeliehen. Sie gab es mir sehr schnell wieder, weil ihr die Ernährungsumstellung zu streng erschien. Ich habe dann interessehalber mal reingeschaut und dann begeistert zu lesen angefangen. Obwohl ich mich nicht als depressiv bezeichnen würde, gab es doch immer mal wieder Phasen der Erschöpfung, schlechten Schlaf, Verdauung, etc. in meinem Leben. Nahrungsmittelunverträglichkeiten wurden auch schon bei mir festgestellt. Deshalb war es sehr interessant, über dieses Zusammenspiel von Körper und Geist zu lesen. 
Und der ganzheitliche Ansatz, den die Autorin vorschlägt, ist sicher für viele Frauen eine gute Sache!

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