Kelly Weinersmith , Zach Weinersmith Bald!

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Inhaltsangabe zu „Bald!“ von Kelly Weinersmith

Zach Weinersmith ist mit seinem Blog „Saturday Morning Breakfast Cereal“ einer der großen Pop-Science-Cartoonisten im Netz. Jetzt haben er und seine Frau Kelly ein Buch über zehn vielversprechende Zukunftstechnologien geschrieben, die unsere Welt schon bald zu einem besseren Ort machen könnten … wenn alles gut geht. Wieso Häuser bauen, wenn man sie auch drucken könnte? Warum holen wir unsere Rohstoffe nicht einfach vom nächstgelegenen Asteroiden? Und wäre ein Lift ins All nicht praktisch? Klingt verrückt, aber wir leben in einer Zeit, in der all das Realität werden könnte – BALD! Geniale, faszinierende und hochkomische Lektüre für alle, die wissen möchten, was die Zukunft an Großartigem bringt.

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  • Vielfach informativ ohne unbedingt neue, durchbrechende Erkenntnisse

    Bald!

    michael_lehmann-pape

    27. November 2017 um 08:46

    Vielfach informativ ohne unbedingt neue, durchbrechende ErkenntnisseWie schon der Untertitel andeutet, mit viel Humor (und einer Menge farbiger Comic-Bilder) gehen die beiden Journalisten ihre darstellende Reise durch den aktuellen Stand der „Zukunftstechnologie“ an und vermitteln so dem Leser, im besten Sinne umgangssprachlich, den Status quo in Bezug auf das Universum da draußen, die Materie samt Energiesektor und Robotik und zu guter Letzt den Blick auf die „biologische Medizin“ bis hin zur „Schnittstelle“ zwischen Gehirn und Computer.Schaut man sich zunächst das Ende des Buches an und sieht, was alles eben nicht auf die Liste der zu behandelnden Themen gelangt ist (Quantencomputer oder Sonnenenergie aus dem Weltraum (was eng mit den Kosten für „Gepäck nach oben“ zu tun hat und mit der Instandhaltung solcher Anlagen in geostationärer Umlaufbahn), so sind zumindest einige aktuell intensive Forschungsgebiete nicht unbedingt “zukunftstaufglich“.Wobei das in Bezug auf Quantencomputer nicht ganz gilt. Auch wenn die Darstellung der Grundlagen den Rahmen des Buches bei Weitem gesprengt hätte (vertraut man den durchweg fundiert aufzeigenden und gut informierten Autoren), das Prinzip alleine wäre bereits eine „Änderung der Existenz“.„Das wirklich faszinierende an Quantencomputern sei, dass sie uns zwingen, voll und ganz zu akzeptieren, was die Quantenmechanik uns sagt. So könnten sie sich auch darauf auswirken, was wir unter Existenz verstehen“.Es lohnt sich also, auch das letzte Kapitel des Werkes aufmerksam zu lesen, wie man im Vorfeld über „Kanonen“, „Magnetschlitten“, „wiederverwendbare Raketen“ oder „Aufzüge ins All“ (alles in Bezug auf die Senkung der Kosten für die bemannte und unbemannte Raumfahrt) oder zum „Bergbau auf Asteroiden“ bestens über den Stand der Forschung und der Ideen der Wissenschaftler informiert wurde.Ab und an bedarf es da auch starker Nerven. Wenn die Weinersmith Schicht für Schicht plastisch und detailliert darlegen, was es alles an Methoden gibt (nicht-invasiv und, mit leicht mulmigen Gefühlen beim Leser, invasive), im Hirn nachzumessen, was dort vor sich geht. Bis hin zum „Ausdruck von Organen“ (gar nicht so weit weg von der Gegenwart) und den Möglichkeiten und Schwierigkeiten, komplexe Objekte durch Roboter bauen zu lassen (durchaus auch ganze Häuser) führt die vergnüglich gestaltete Lesereise, die dabei in keiner Form den „Inhalt dem Ton“ anpasst. Heißt, in lockerer und legerer Form werden durchweg harte Fakten dargestellt, die eine Menge an konkreten Informationen vermitteln.„Alle unsere Recherchen haben eines gemein: Unsere Erwartungen, die wir im Vorfeld hatten, wurden jedes Mal restlos weggefegt“.Was bei den Autoren sein mag, aber den Leser nicht unbedingt in gleicher Form „wegfegt“. Denn bei aller Sorgfalt der Darstellungen, das Buch enthält doch mehr „Entzauberungen“, als dass es fulminante neue Erkenntnisse generiert.Bei so manchen Themen (wie eben einen Aufzug ins All oder der Verbindung zwischen „Hirn und Cloud“ ist dem einigermaßen belesenen Leser schon im Vorfeld klar, woran solche Fortschritte wohl bisher scheitern. Das allerdings schon in grauen Vorzeiten eine ausgefeilte Mechanik bewusst war oder „Dampfmaschinen“ eher im Ursprung ins alte Ägypten statt ins vormoderne England gehören, ist dann doch neu. Und zeigt nur auf, von wie vielen auch Zufällen neue Erfindungen und Massentauglichkeit der Ideen abhängen.Alles in allem ein anregendes Lesevergnügen, dass ob des Tones und der dargestellten Inhalte nie langweilig wird, besondere „Durchbrüche“ oder „gewagte Prognosen“ aber her in geringer Zahl beinhaltet.

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