Ken Bruen Attica

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Inhaltsangabe zu „Attica“ von Ken Bruen

Die gute Nachricht: Max Fisher und Angela Petrakos sind zurück! Die schlechte: Der eine wurde von der New Yorker Polizei wegen Drogenhandels eingebuchtet, der anderen gelang nach einem brutalen Mord nur knapp die Flucht aus dem Land. Jetzt müssen sie feststellen, dass Gesetzesbruch nur wenig Spaß macht. Max schmort in einer Zelle im berüchtigten Attica, Angela versauert im uralten Knast auf der griechischen Insel Lesbos ... Soll das wirklich das Ende sein?

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  • Return of "The M.A.X."

    Attica
    Stefan83

    Stefan83

    21. February 2015 um 20:31

    „Irgendwann hatte er erkannt, dass das Gefängnis ein Teil seines Karmas war, nur ein weiterer Schritt auf Max Fishers – und jetzt nur keine falsche Bescheidenheit – Weg als neuer Messias.“ Zugegeben: Eine Besprechung mit einem Zitat einzuleiten, darf nicht selten zurecht als Mangel eigener Kreativität verstanden werden. In diesem, äußerst speziellen Fall, möge man mir diese Einleitung aber zugestehen, funktioniert dieser Ausschnitt doch hervorragend, wenn es darum geht, dem interessierten Leser einen ersten Eindruck auf das vorliegende Buch zu geben. Gleichzeitig dient er gewissermaßen auch als Warnung, denn wessen Augenbraue sich bereits bei diesen wenigen Zeilen skeptisch hebt, kann sich die restliche Lektüre meines Geschreibsels gleich sparen – vom Titel selbst ganz zu schweigen. „Attica“, in einer Gemeinschaftsarbeit der Krimi-Autoren Ken Bruen und Jason Starr entstanden, bildet den (vorläufigen) Abschluss der Reihe um Max Fisher und Angela Petrakos – ein Duo, welches bereits in den Vorgängern „Flop“ und „Crack“ die Grenzen des guten Geschmacks auf äußerst derbe Art und Weise ausgelotet – und hier – nun, man muss ehrlich sein, mit Siebenmeilenstiefeln überschritten hat. So ist es kaum überraschend, dass das Finale der Trilogie auch bei Kritikern bis heute schlecht wegkommt, ja, mancherorts gar enthusiastisch zerrissen wurde. Bestes Beispiel hierfür ist die Rezension von Wolfgang Weninger auf www.krimi-couch.de, der kein einziges gutes Wort für „Attica“ übrig und, im Verbund mit dem Feedback anderer Krimi-Freunde, dafür gesorgt hat, dass ich den Titel ganze fünf Jahre im Regal stehen gelassen habe. Zurecht? „Attica“ ist eins dieser Bücher, dessen letztliche Bewertung eng mit den eigenen Erwartungen verknüpft ist, denn im Vergleich mit den vorherigen Bänden fällt es tatsächlich ab, kann das Niveau nicht annähernd gehalten werden. Bereits „Flop“ und „Crack“ boten nur wenig auf, was die Bezeichnung „Handlung“ wirklich verdient gehabt hätte – im Fall von „Attica“ haben die beiden Autoren gleich beinahe gänzlich auf eine verzichtet und stattdessen eine volle Schüppe Sex und Crime oben draufgelegt, wodurch die ohnehin überzeichneten Figuren nochmals überspitzter daherkommen. Resultierend daraus ist dieser Roman nun eigentlich in keinster Weise mehr ernstzunehmen, die unterschwellig mitlaufende und versteckte Sozialkritik selbst für wohlmeinende Leser kaum mehr ersichtlich. Oder um es konkreter auszudrücken: Mehr Titten, mehr Knarren, mehr Blut – und der Rest, nun ja, Staffage. Falls es doch jemanden geben sollte, den diese interessiert, sei der Inhalt kurz angerissen: Max Fisher hat sich gerade seiner nervigen Angetrauten entledigt und muss dafür nun in dem berüchtigten Knast „Attica“ einsitzen, was den Freund großer Brüste mit der Angst konfrontiert, hintenrum seine Jungfräulichkeit zu verlieren. Bereits erste Kontakte mit Zellengenossen scheinen diese Befürchtungen zu rechtfertigen, bis Max nach der ersten Nacht hinter Gittern feststellt, dass alle ihre Meinung geändert zu haben scheinen. Offensichtlich sind die Umstände seines begangenen Mordes falsch interpretiert worden, weswegen jetzt ganz Attica glaubt, dass er mit dem besten Stück seiner Gegenspieler wortwörtlich kurzen Prozess macht. Ein Umstand, den „The M.A.X.“, wie sich Max inzwischen nennt, für sich zu nutzen weiß. Schon nach ein paar Tagen tanzt fast jeder im Gefängnis nach seiner Pfeife – und für diejenigen, die das nicht tun, hat er bereits die passenden Vorkehrungen getroffen. Ein Aufstand soll zudem als Ablenkung dienen, um aus Attica zu flüchten. Einige tausend Kilometer weiter genießt Fishers ehemalige Gespielin Angela Petrakos die heiße Sonne von Santorin sowie die Blicke der dort Urlaub machenden Männer, die sie der Reihe nach vernascht und, natürlich, um ihr Geld erleichtert. Als ein Vermieter zu aufdringlich wird, geht ihr dabei – man muss schon sagen abermals – das Temperament durch. Nachdem sie sich mit dem Hackebeil ausgetobt und ihre neueste Bekanntschaft, Möchtegern-Schriftsteller, Lee-Child-Doppelgänger und Gelegenheitsgauner Sebastian damit bis in die Grundfesten erschüttert hat, bleibt ihr nur die Flucht übrig. Schon bald führt sie ihr Weg wieder mit Max zusammen … eine für beide mehr als verhängnisvolle Reunion. Soweit der Plot, welcher trotz mangelnder Komplexität eine gewisse Vorkenntnis der ersten beiden Bände voraussetzt, da sich Bruen und Starr keine Mühe machen, dem Leser eine Einleitung zu gönnen, sondern diesen gleich ins kalte Wasser werfen, wo es von Mistkerlen, Drecksäcken und Kotzbrocken nur so wimmelt. „Attica“ ist, ungeachtet der Tatsache, dass es vom Verlag als „Krimi“ und im Rahmen der „Hard Case Crime“-Serie präsentiert wird, kein üblicher Spannungsroman, wo es zumeist einen wie auch immer gearteten Sympathieträger gibt, an dessen Seite man dem roten Faden folgen kann. Stattdessen wird das Geschehen ausnahmslos von Antagonisten beherrscht, welche sich allesamt in ihrer Widerlichkeit gegenseitig überbieten. Wenn da den Autoren Geschmacklosigkeit vorgeworfen wird, fehlen tatsächlich die großen Gegenargumente, denn Fakt ist: Für Pietät und moralische Skrupel ist hier in der Tat kein Platz. Und auch ein schwaches und zartes Nervenkostüm sollte der Leser wenn möglich nicht haben, denn selbst die drastischen Szenen werden en detail und mit einer emotionalen Kälte geschildert, welche ironischerweise die Absurdität mancher Szenen noch unterstreicht. „Attica“ ist ein Roman, der sich selbst nicht ernst nimmt und das auch nicht vom Leser erwartet. Bruen und Starr haben mit Absicht übertrieben, den Zynismus auf eine Ebene gehoben, der nicht mehr „Mainstream“-tauglich, nicht mehr nachvollziehbar ist. Die Sprache ist dreckig, kantig, schrill und roh. Bar jede Gefühls und Mitleids – ob mit den Protagonisten oder dem Publikum. Und – was man bei all der Gewalt und dem vielen Sexismus zwischen den Zeilen vergisst – sie ist zutiefst ehrlich. Schaut man sich die Charaktere etwas näher an, erkennt man in ihrem Egoismus und der fortwährenden Selbsttäuschung gewisse Elemente wieder, welche durchaus reale Wurzeln haben, nur halt hier vollkommen überzeichnet dargestellt werden. Es ist meines Erachtens deshalb nicht unbedingt angemessen, „Attica“ Oberflächlichkeit vorzuwerfen bzw. ihn als Schundroman zu betiteln, da es, für Kenner des Genres, relativ schnell ersichtlich ist, dass sich beide Schriftsteller – wie schon im Vorgänger – ausgetobt und sich, weit ab von ihren üblichen Sujets bzw. der Ernsthaftigkeit ihrer sonstigen Werke, einfach etwas Spaß gegönnt haben. Und Spaß habe ich, wenn auch nicht in demselben hohen Maße wie bei „Flop“ und „Crack“, auch mit „Attica“ wieder gehabt, das kaum einen Seitenhieb auslässt (Lee Child, Laura Lippman und Megan Abbott wissen wen ich meine) und mit einem erfrischend irren Trip der anderen Art, Abwechslung vom faden Allerlei bietet. Nein, keine guter Literatur. Nein, kein guter Krimi. Aber ja, amüsant-inkorrekte Unterhaltung für zwischendurch. Und mehr sollte es, so glaube ich zumindest, auch nicht sein.

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  • Trash! Crash! Fulminant und frivol!

    Attica
    Callso

    Callso

    02. November 2013 um 22:29

    Der dritte Teil der einzigartig Max-Fisher-Saga! Ein Buch, das man auf keinen Fall ernst nehmen darf. Zu trashig, zu komisch und zu unrealistisch ist das Werk. Aber die Slapstick, die übertriebene Handlung, die stete Action und die abgefahrenen Charaktere, all das sind auch die Trümpfe der Triologie. Auch der 3. Teil hält wieder viel Tempo, Witz und jede Menge sprachliche Entgleisungen bereit. Es geht wieder um Mord, um das Überleben im Gefängnis, um das über das Ohr hauen von Menschen, Und natürlich um jede Menge Sex. Ficken, ficken, ficken - tja, das Buch nimmt wahrlich keinen Blatt vor den Mund. Sex and Crime at his best - der Name Jason Starr steht mal wieder für ganz feine Leseunterhaltung. Prima! Attica ist ein schöner Abschluss. Aber ach watt, das etwas offene Händ lässt eigentlich noch Raum für eine Fortsetzung...

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  • Rezension zu "Attica" von Ken Bruen

    Attica
    Duffy

    Duffy

    21. June 2012 um 16:06

    Beginnt genau da, wo "Crack" aufgehört hat. Max Fisher ist mittlerweile im Knast von Attica eingefahren und fängt dort an, seinen Weg zum "Messias" zu festigen, wobei sein Größenwahn immer subtilere Formen annimmt. Seine zweimalige Ex Angela Petrakos hat gerade in Griechenland einen brutalen Mord begangen und ist nach Amerika geflüchtet. Schon wieder kreuzen sich die Wege von Max und Angela und nach Max' Flucht aus Attica kommt es zum Showdown. Bruen/Starr bleiben sich auch im dritten Teil ihrer Trilogie treu, liefern ein atemberaubendes Szenario mit allem, was den Noir-Thriller ausmacht. Packend, vulgär und spannend bis zur letzten Seite. Nur soviel: Max lebt noch und es gibt keinen Grund, warum es nicht weitergehen sollte.

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