Ken Kesey

 4.3 Sterne bei 214 Bewertungen

Lebenslauf von Ken Kesey

Ken Kesey geboren 1935 in La Junta/Colorado, studierte ab 1959 an der Stanford University im kalifornischen Palo Alto das Fach Kreatives Schreiben. Nachdem er mit "Einer flog übers Kuckucksnest" einen Welterfolg landete, zog sich Kesey in den 90ern auf seine Farm in Eugine/Oregon zurück und starb hier im November 2001.

Alle Bücher von Ken Kesey

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Einer flog über das Kuckucksnest

Einer flog über das Kuckucksnest

 (177)
Erschienen am 01.01.1988
Manchmal ein grosses Verlangen

Manchmal ein grosses Verlangen

 (1)
Erschienen am 01.01.1966
Einer flog über das Kuckucksnest

Einer flog über das Kuckucksnest

 (0)
Erschienen am 15.03.2007
One Flew Over the Cuckoo's Nest

One Flew Over the Cuckoo's Nest

 (17)
Erschienen am 17.06.2011
Einer flog über das Kuckucksnest : Roman.

Einer flog über das Kuckucksnest : Roman.

 (3)
Erschienen am 01.01.2003
Der Tag, nachdem Supermann starb

Der Tag, nachdem Supermann starb

 (2)
Erschienen am 01.02.1991

Neue Rezensionen zu Ken Kesey

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Buchperlenblogs avatar

Rezension zu "Einer flog über das Kuckucksnest" von Ken Kesey

Sehr bewegende Geschichte!
Buchperlenblogvor 2 Jahren

"Doch diesen Morgen muss ich auf meinem Stuhl sitzen bleiben und kann nur zuhören, wie sie ihn hereinbringen. Trotzdem, obwohl ich ihn nicht sehen kann, weiß ich, dass es keine gewöhnliche Neuaufnahme ist. Ich kann nicht hören, dass er sich voller Angst die Wand entlang tastet, und als sie ihm wegen der Dusche Bescheid sagen, gibt er nicht einfach mit einem schwachen kleinen Ja nach, vielmehr antwortet er ihnen laut und bestimmt, er sei, verdammt nochmal, sauber genug, vielen Dank." (S. 19)

Inhalt

Häuptling Bromden, so nennen sie ihn, den Halbindianer, der seit mehr als zwanzig Jahren in dieser Anstalt für Nervenkranke behandelt wird. Sie halten ihn für taubstumm, wie er da mit seinem Besen die Flure fegt, tagein, tagaus. Doch er hört sehr gut, dieser Indianer. Zwischen seinen eigenen wahnhaften Vorstellungen erlebt er, wie die Patienten auf der Station immer mehr unterdrückt werden von der Großen Schwester, der Krankenschwester, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Herrschaft über all diese Menschen zu erlangen. Und er erzählt uns eine Geschichte über den eingewiesenen Psychopathen R.P. McMurphy, der ein Gauner und ein Spielsüchtiger ist, der auch zuschlägt, wenn er muss, und der doch vielleicht am Wenigsten von allen verrückt ist.

Rezension

Es ist ein unheimlich bedrückendes Buch. Emotional geladen und immer am Rand zwischen Wahn und Realität begleiten wir den Halbindianer Bromden bei seinem Leben in dieser Anstalt. Von den anderen Insassen geduldet, doch nie wirklich wahrgenommen, lebt er irgendwo am Rande der herrschenden Gesellschaft. Sein Geist wird immer wieder vernebelt und er erzählt uns von den Maschinen in den Wänden, die diesen Nebel entstehen lassen. Man fragt sich, ob er sich in einer realen Welt befindet, ob es diese Maschinen tatsächlich gibt, denn so verrückt erscheint er gar nicht.

Eines Tages geht die Tür auf und R.P. McMurphy betritt die Anstalt, ist laut und vulgär, unangepasst und lacht den ganzen Tag. Er versucht direkt, das Kommando an sich zu reißen und belebt somit jeden Tag ein wenig mehr die schon so lange Eingesperrten. Sie bezeichnen sich selbst als Hasen, die gelernt haben vor der Willkür der Großen Schwester zu kuschen, sich klein und unbedeutend zu machen. Denn wer sich regt, wer aufbegehrt, dem droht die Schocktherapie.

Nur McMurphy interessiert das nicht, er nimmt das Zepter in die Hand und hilft so seinen Kameraden wieder zu Männern zu werden, die sich etwas trauen, die auch mal lachen, wenn sie lachen wollen, die sich einen Scherz erlauben und die vor allem nicht vor der Allmacht der Krankenschwester davonlaufen. Im Gegensatz zu ihnen ist McMurphy jedoch nicht freiwillig hier. Er wurde vom Sträflingslager verlegt, in seiner Krankenakte verweist man auf psychopathisches Verhalten. Doch stimmt das? Mir kam es nie so vor. Was ich sah, war ein Mann, der sich nicht verbiegen lässt, einer, der für seine Freunde geradesteht und seinen Kopf hinhält für eine gute Sache. Natürlich ist er gewitzt und auf seinen eigenen Vorteil aus, doch er bringt ihnen das Leben zurück. Auch unser Häuptling lässt sich dadurch beeindrucken und fängt wieder an zu Sprechen.

Es geschehen schreckliche Dinge in dieser Klinik. Dinge, von denen man hofft, dass sie längst der Vergangenheit angehören. Von Elektroschocks ist die Rede, von Tabletten, die einen Nebel um den Geist legen und dich ewig im Dunkeln tappen lassen. Selbst die Lobotomie gehört noch immer zu den praktizierten Methoden. Es ist grausam, wenn man bedenkt, dass es so tatsächlich ablief, damals. Wobei „damals“ ein sehr dehnbarer Begriff ist, denn selbst in Deutschland sind erst 40 Jahre vergangen, seit man diesen barbarischen Eingriff unterlässt.

Ich habe McMurphy, den eigentlichen Protagonisten, sehr ins Herz geschlossen. Mit seiner ruppig rauen, aber sehr herzlichen Art habe ich ihm von ganzen Herzen das Beste gewünscht und wurde bitter enttäuscht. Auch die anderen Patienten hatten ihre liebenswerten, wenn auch merkwürdigen Seiten an sich und es tat mir um jeden leid, der es in dieser Klinik nicht mehr aushielt. Wie wenig muss einem das eigene Leben bedeuten, wenn man gehen könnte, wohin man will und doch dort bleibt und sich schikanieren lässt, wenn man am Ende keinen anderen Ausweg mehr sieht, als zu Beenden, was keinen Sinn mehr hat.

Fazit

Sehr aufwühlend geschriebener Roman, über das Leben und die inneren Konflikte von Menschen, die einfach nicht mit der Gesellschaft klar kommen; von einem Mann, der sich für andere einsetzt und ihnen hilft und doch bitter dafür bezahlen muss.



Kommentare: 2
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LeveretPales avatar

Rezension zu "Einer flog über das Kuckucksnest" von Ken Kesey

Dieses Buch sollte jeder gelesen haben...
LeveretPalevor 2 Jahren

... denn es regt einen zum Nachdenken an und ist aus einer sehr interessanten Perspektive erzählt, nämlich aus der des schizophrenen Indianers Bromden. Die Handlung weicht stark vom Film ab, weshalb dessen Konsum keine Ausrede dafür ist, dieses Buch nicht zu lesen. Zur Handlung wurde an anderer Stelle schon genug gesagt.

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ichundelaines avatar

Rezension zu "One Flew Over the Cuckoo's Nest" von Ken Kesey

Verstörend, brilliant und ein echter Klassiker
ichundelainevor 3 Jahren

Bin lange um das Buch herumgeschlichen, da ich die ganze Irrenhaus-Thematik als zu gruselig empfunden habe, mich dann aber doch jetzt dazu überwunden und es keine Sekunde bereut! Was für ein intensives Leseerlebnis!

Wie bereits erwähnt trägt sich der Großteil der Handlung in einer Irrenanstalt in den 50er Jahren zu, um genau zu sein in einem bestimmten Flügel dieser Anstalt. Zwar sind fragwürdige Therapiemethoden wie die Wassertherapie bereits abgeschafft, allerdings werden den Patienten zu ihrem eigenen Wohl auch weiterhin Elektroschocks und Lobotomien zu Teil. Der Flügel, in dem die Geschichte spielt, wird von der Großen Schwester beherrscht, das Paradebeispiel eines Blockwarts oder Nazi-Schergens, der mit Angst regiert und die Insassen untereinander ausspielt. Der Leser verfolgt die Geschichte durch die Augen eines schizophrenen Indianers, der vermutlich zu viele Elektroschocks bekommen hat, weshalb man manche Ereignisse für Ausgeburten seines Hirns halten kann/möchte.

Das beschauliche Leben in dem Flügel sowie die Schreckensherrschaft der Großen Schwester und ihrer Helfershelfer geraten ins Wanken, als ein neuer Patient auftaucht, der gegen ihre Psycho-Spielchen immun zu sein scheint. Was Anfangs noch wie eine fröhliche Revolution wirkt, endet böse...

Sprachlich ist das ganze für Menschen, die nicht so sicher in der Englischen Sprache sind eventuell etwas anspruchsvoll, aber dieses Buch lohnt sich definitiv! Die Anstalt und auch die Schwester stehen für bekannte Motive, die uns auch heute noch begegnen und uns Allen täte ein bisschen von McMurphys "Eiern" gut.

Kommentare: 2
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Gespräche aus der Community

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Hallorins avatar
Im September wollen wir in der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur" noch ein zweites Buch lesen - weil das erste zwar sehr beeindruckend, aber doch recht schnell durchgelesen.

Deshalb nehmen wir uns noch den zweiten Sieger unserer Abstimmung vor.

Wikipedia sagt:
"Einer flog über das Kuckucksnest (engl. Originaltitel: One Flew Over the Cuckoo’s Nest) ist ein 1962 erschienener Roman des US-amerikanischen Schriftstellers und Aktionskünstlers Ken Kesey. Der Autor, der unter anderem als Aushilfspfleger in einer psychiatrischen Anstalt gearbeitet hatte und über Erfahrungen mit psychotropen Substanzen verfügte, thematisiert in dem Roman die Abläufe einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt im US-Bundesstaat Oregon und ihre Auswirkung auf den menschlichen Geist, wobei der Roman als Kritik am Behaviorismus gilt."

Sab_Ines avatar
Letzter Beitrag von  Sab_Inevor 4 Jahren
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