Ken Kesey Einer flog über das Kuckucksnest

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Inhaltsangabe zu „Einer flog über das Kuckucksnest“ von Ken Kesey

Ein richtig tolles Buch, sehr bewegend und zum Nachdenken anregend.

— Buchperlenblog
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  • Sehr bewegende Geschichte!

    Einer flog über das Kuckucksnest
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    06. June 2017 um 17:34

    "Doch diesen Morgen muss ich auf meinem Stuhl sitzen bleiben und kann nur zuhören, wie sie ihn hereinbringen. Trotzdem, obwohl ich ihn nicht sehen kann, weiß ich, dass es keine gewöhnliche Neuaufnahme ist. Ich kann nicht hören, dass er sich voller Angst die Wand entlang tastet, und als sie ihm wegen der Dusche Bescheid sagen, gibt er nicht einfach mit einem schwachen kleinen Ja nach, vielmehr antwortet er ihnen laut und bestimmt, er sei, verdammt nochmal, sauber genug, vielen Dank." (S. 19) Inhalt Häuptling Bromden, so nennen sie ihn, den Halbindianer, der seit mehr als zwanzig Jahren in dieser Anstalt für Nervenkranke behandelt wird. Sie halten ihn für taubstumm, wie er da mit seinem Besen die Flure fegt, tagein, tagaus. Doch er hört sehr gut, dieser Indianer. Zwischen seinen eigenen wahnhaften Vorstellungen erlebt er, wie die Patienten auf der Station immer mehr unterdrückt werden von der Großen Schwester, der Krankenschwester, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Herrschaft über all diese Menschen zu erlangen. Und er erzählt uns eine Geschichte über den eingewiesenen Psychopathen R.P. McMurphy, der ein Gauner und ein Spielsüchtiger ist, der auch zuschlägt, wenn er muss, und der doch vielleicht am Wenigsten von allen verrückt ist. Rezension Es ist ein unheimlich bedrückendes Buch. Emotional geladen und immer am Rand zwischen Wahn und Realität begleiten wir den Halbindianer Bromden bei seinem Leben in dieser Anstalt. Von den anderen Insassen geduldet, doch nie wirklich wahrgenommen, lebt er irgendwo am Rande der herrschenden Gesellschaft. Sein Geist wird immer wieder vernebelt und er erzählt uns von den Maschinen in den Wänden, die diesen Nebel entstehen lassen. Man fragt sich, ob er sich in einer realen Welt befindet, ob es diese Maschinen tatsächlich gibt, denn so verrückt erscheint er gar nicht. Eines Tages geht die Tür auf und R.P. McMurphy betritt die Anstalt, ist laut und vulgär, unangepasst und lacht den ganzen Tag. Er versucht direkt, das Kommando an sich zu reißen und belebt somit jeden Tag ein wenig mehr die schon so lange Eingesperrten. Sie bezeichnen sich selbst als Hasen, die gelernt haben vor der Willkür der Großen Schwester zu kuschen, sich klein und unbedeutend zu machen. Denn wer sich regt, wer aufbegehrt, dem droht die Schocktherapie. Nur McMurphy interessiert das nicht, er nimmt das Zepter in die Hand und hilft so seinen Kameraden wieder zu Männern zu werden, die sich etwas trauen, die auch mal lachen, wenn sie lachen wollen, die sich einen Scherz erlauben und die vor allem nicht vor der Allmacht der Krankenschwester davonlaufen. Im Gegensatz zu ihnen ist McMurphy jedoch nicht freiwillig hier. Er wurde vom Sträflingslager verlegt, in seiner Krankenakte verweist man auf psychopathisches Verhalten. Doch stimmt das? Mir kam es nie so vor. Was ich sah, war ein Mann, der sich nicht verbiegen lässt, einer, der für seine Freunde geradesteht und seinen Kopf hinhält für eine gute Sache. Natürlich ist er gewitzt und auf seinen eigenen Vorteil aus, doch er bringt ihnen das Leben zurück. Auch unser Häuptling lässt sich dadurch beeindrucken und fängt wieder an zu Sprechen. Es geschehen schreckliche Dinge in dieser Klinik. Dinge, von denen man hofft, dass sie längst der Vergangenheit angehören. Von Elektroschocks ist die Rede, von Tabletten, die einen Nebel um den Geist legen und dich ewig im Dunkeln tappen lassen. Selbst die Lobotomie gehört noch immer zu den praktizierten Methoden. Es ist grausam, wenn man bedenkt, dass es so tatsächlich ablief, damals. Wobei „damals“ ein sehr dehnbarer Begriff ist, denn selbst in Deutschland sind erst 40 Jahre vergangen, seit man diesen barbarischen Eingriff unterlässt. Ich habe McMurphy, den eigentlichen Protagonisten, sehr ins Herz geschlossen. Mit seiner ruppig rauen, aber sehr herzlichen Art habe ich ihm von ganzen Herzen das Beste gewünscht und wurde bitter enttäuscht. Auch die anderen Patienten hatten ihre liebenswerten, wenn auch merkwürdigen Seiten an sich und es tat mir um jeden leid, der es in dieser Klinik nicht mehr aushielt. Wie wenig muss einem das eigene Leben bedeuten, wenn man gehen könnte, wohin man will und doch dort bleibt und sich schikanieren lässt, wenn man am Ende keinen anderen Ausweg mehr sieht, als zu Beenden, was keinen Sinn mehr hat. Fazit Sehr aufwühlend geschriebener Roman, über das Leben und die inneren Konflikte von Menschen, die einfach nicht mit der Gesellschaft klar kommen; von einem Mann, der sich für andere einsetzt und ihnen hilft und doch bitter dafür bezahlen muss.

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  • Rezension zu "Einer flog über das Kuckucksnest" von Ken Kesey

    Einer flog über das Kuckucksnest
    MarlaSinger

    MarlaSinger

    04. August 2011 um 03:14

    Zu meiner Studenten-WG-Zeit meinte meine Mitbewohnerin, sie hätte sich den Film "Einer flog über das Kuckucksnest" bestellt. Kaum war der Streifen da, haben wir ihn uns sofort angesehen und mir war klar, dass ich auch den Roman dazu lesen wollte. Dies geschah aber erst Jahre später und so habe ich das Buch erst kürzlich gelesen. Mir war es wichtig die Motive der der Protagonisten noch einmal näher zu betrachten, da im Film noch viele Fragen offen bleiben. Zur Storyline: Der irische Kleingauner McMurphy lässt sich in eine psychiatrische Anstalt einweisen um einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Schnell wird ihm klar, dass er in ein totalitäres System hineingeraten ist, in dem die Patienten keinerlei Mitspracherechte haben. Geführt wird die Station von Schwester Ratched, einer eiskalten und machtgierigen Person, die unter dem Vorwand, sie wolle nur das Beste für die Kranken, diesen einen straff organisierten Alltag, aufoktroyiert. McMurphys Ziel ist es von nun an den "Laden aufzumischen" und die Fassade des eiskalten Lächelns der "großen Schwester" brökeln zu lassen, um den Patienten zu mehr Mitbestimmung zu verhelfen. Beide beginnen einen erbitterten Kampf der dramatisch endet... Das Buch ist wirklich der absolute Wahnsinn. Völlig gebannt verfolgt man den Schlagabtausch zwischen Gut und Böse. Besonders krass ist das Ende. Ich erörtere es kurz, wer das Buch und den Film noch nicht kennt, sollte an dieser Stelle nicht weiterlesen. McMurphy, der zu seiner Besserung die Eletroschocktherapie verortnet bekommen hat, möchte fliehen. Zum Abschied gibt er in der Nacht auf der Station ein rauschendes Fest, wozu auch eine Prostituierte eingeladen ist. Er beauftragt einen Mitpatienten in zeitig zu wecken, damit er durch das eingeschlagene Fenster flüchten kann. Dieser vergisst den Auftrag und Schwester Ratched findet die Station bei ihrem Dienstbeginn verwüstet vor. Sie macht einem der Patienten solche Vorwürde, dass dieser sich in einem unbeobachteten Moment umbringt. McMurphy ist darüber so wütend, dass er auf die Schwester losgeht und sie schwer verletzt. Sie muss eine zeitlang beruflich aussetzen, er bekommt eine Lobotomie. Diese Praktik war in der Psychiatrie früher üblich. Patienten wurden im Gehirn operiert um ihre Störung zu "entfernen" was meistens nicht gelang. Als McMurphy wieder zurückkommt, ist ein menschliches Frack, die Schwester hat ihre Stimme verloren und kann die Station nicht mehr vollständig "regieren". Niederlagen auf beiden Seiten. der Ire wird von seinem besten Kumpel auf der Station anschließend erlöst, indem dieser ihm ein Kissen auf das Gesicht drückt, bis er nicht mehr atmen kann. Fazit: Ein Buch das zum Nachdenken anregt und wieder einmal aufweißt, was passieren kann, wenn Menschen ihre Macht über Schwächere ausnutzen. Ich kann sowohl den Film als auch den Roman wärmstens empfehlen. Habe bisher auch noch keine getroffen, der diese Story kennt und sie schlecht fand.

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